Pa­der­bor­ner Un­ter­neh­mer An­dre­as W. Herb im Ge­spräch mit Stu­die­ren­den

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MBG-Geschäftsführer spricht über Führung, Fehlerkultur und unternehmerische Entscheidungen

Wie entsteht unternehmerischer Erfolg? Welche Rolle spielen Rückschläge? Und was macht gute Führung aus? Antworten auf diese Fragen gab Andreas W. Herb, Gründer und Geschäftsführer der MBG GROUP, am 8. Juli 2026 den Studierenden der Universität Paderborn. Im Rahmen des Moduls „Organizational Behavior“ von Prof. Dr. Kirsten Thommes sprach er offen über seinen Werdegang, seine Führungsphilosophie und die Herausforderungen des Unternehmertums.

Bereits 1993 gründete der damalige Bankauszubildende Herb das Unternehmen mit Sitz in Paderborn, das sich als MBG GROUP zu einer international erfolgreichen Unternehmensgruppe entwickelt hat. Was einst mit der Vermarktung von Szenegetränken in der Gastronomie begann, zählt heute zu den führenden Unternehmen für Getränkevermarktung und Markenentwicklung in Deutschland. Neben dem Vertrieb etablierter Marken entwickelt die MBG GROUP auch eigene Produkte – darunter bekannte Marken wie Salitos, Effect Energy und Scavi & Ray.

Fehler gehören zum Unternehmertum dazu

Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein offenes Q&A, bei dem Herb persönliche Einblicke in seinen unternehmerischen Alltag gab. Dabei sprach er nicht nur über Erfolge, sondern auch über schwierige Entscheidungen und Rückschläge. „Erfolg kommt nicht nur von Glück, sondern von Arbeit“, betonte Herb.

Ausführlich sprach er über den Umgang mit Fehlern. Entscheidend sei aus seiner Sicht nicht, Fehler vollständig zu vermeiden, sondern Verantwortung dafür zu übernehmen: „Ich habe selbst Dinge verkackt und Millionen verloren. Aber für mich ist es wichtig, dazu zu stehen!“ Wer Fehler vertusche oder die Schuld bei anderen suche, verhindere, dass Menschen und Unternehmen daraus lernen könnten.

Zwischen Klarheit und Vertrauen: Herbs Verständnis von Führung

Auch das Thema Führung beschäftigte die Studierenden. Herb beschreibt seinen eigenen Führungsstil als direkt und klar: „Ich spreche Dinge sehr klar an. Ich kommuniziere schon sehr Ruhrpott-westfälisch und nicht so soft-eloquent, wie es sich manche wünschen.“

Offenheit und Vertrauen seien für ihn zentrale Bestandteile guter Führung. Führungskräfte müssten Entscheidungen treffen, Kritik zulassen und Mitarbeitenden Freiräume für eigene Ideen geben. Gleichzeitig ermutigte Herb die Studierenden, Verantwortung zu übernehmen, Fragen zu stellen und auch schwierige Entscheidungen nicht zu scheuen.

Work-Life-Blending und Arbeitskultur

Für Diskussionen sorgte Herbs Verständnis von „Work-Life-Blending statt Work-Life-Balance“. Einige Studierende hinterfragten diesen Ansatz insbesondere mit Blick auf soziale Nachhaltigkeit und gesunde Arbeitsbedingungen.

Herb argumentierte, dass die Wahl einer passenden Tätigkeit entscheidend sei: “Work-Life-Balance braucht man nur in Jobs, die man nicht mag. In meiner Ausbildung habe ich auch die Stunden bis zum Feierabend gezählt. Es ist einfach wichtig, dass man einen Job findet, den man liebt, der sich anfühlt wie ein Hobby.” Gleichzeitig betonte er, dass dies nicht bedeute, dauerhaft verfügbar sein zu müssen: "Ich erwarte nicht, dass jemand 24 Stunden am Laptop sitzt."

Der Austausch zeigte unterschiedliche Perspektiven auf Unternehmertum, Führung und Arbeitskultur und gab den Studierenden die Möglichkeit, eigene Fragen und Erfahrungen einzubringen. Dabei erhielten sie Einblicke in die Praxis eines Unternehmers, der seit mehr als drei Jahrzehnten Unternehmen und Marken entwickelt und über Erfahrungen mit Wachstum, Entscheidungen und den Herausforderungen unternehmerischer Verantwortung berichten konnte.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der garage33 statt, die im Anschluss außerdem einen Austausch zwischen Andreas W. Herb und den Start-ups im Maker Space ermöglichte.

Foto (garage33): Im Q&A erhielten die Studierenden Einblicke in Andreas W. Herbs Werdegang und seinen Führungsstil.

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