Wenn Träu­me Re­a­li­tät wer­den

 |  StoryFakultät Wirtschaftswissenschaften

Vom Studium ins Insel-Abenteuer

Alles hinter sich lassen und am anderen Ende der Welt eine neue Existenz aufbauen: Davon haben bestimmt einige schonmal geträumt. Für Joshua Kornhoff, 23 Jahre alt und Bachelor-Student der Wirtschaftswissenschaften, wurde dieser Traum zur Realität. Gemeinsam mit seinem besten Freund und Lehramtsstudenten Meiko zog er auf die kleine indonesische Insel Lombok, um sich den gemeinsamen Traum einer eigenen Tauchschule zu erfüllen.

Mit dem Kindheitsfreund nach Indonesien

12.000 Kilometer von Deutschland entfernt und direkt neben dem Touristen-Hotspot Bali liegt Lombok. Statt überfüllter Strände findet man hier weite Küstenabschnitte mit klarem Wasser, kleine Dörfer und eine beeindruckende, vielerorts noch unberührte Natur. Seit März 2025 ist dieser Ort für Joshua und Meiko ihr neues Zuhause. Was heute selbstverständlich wirkt, begann als Idee, die anfangs viel zu groß erschien.

Kennengelernt haben sich die beiden bereits in der Jugend beim Tischtennis. Aus sportlichen Rivalen wurden über die Jahre enge Freunde. Vor drei Jahren reisten sie dann erstmals gemeinsam nach Bali. Joshua dachte zu dieser Zeit über eine professionelle Tauchkarriere nach, während Meiko seinen Tauchschein machte.

Wochen später, zurück in Deutschland, entstand plötzlich ein Gedanke, der erst verrückt klang und dann immer greifbarer wurde: eine eigene Tauchschule in Indonesien. „Mein damaliger Chef gab uns den entscheidenden Tipp“, erinnert sich Meiko. „Wenn Indonesien, dann Lombok. Günstiger, schöner und vor allem nicht so überfüllt wie Bali.“

Der Schritt ins Unbekannte

Der Weg zur Gründung ihrer Tauchschule „DiveHeaven“ verlief überraschend unkompliziert. Mit Unterstützung eines Notars und eines Anwalts fanden sie ein Grundstück und leisteten die erste Anzahlung. Günstig war das jedoch nicht. „Schon Indonesier zahlen relativ hohe Gebühren für Lizenzen. Als Ausländer wird es dann noch einmal teurer“, erklärt Joshua. Rund 10.000 Euro investierten sie allein in Visa, Unternehmensanmeldung und Lizenzen – hinzu kamen Boot, Zubehör, Tauchequipment, Gebäude und Grundstück.

Finanziert haben Joshua und Meiko ihr Projekt komplett selbst. Jahrelange Tätigkeiten in Nebenjobs zahlten sich aus und ließen ihren Traum Wirklichkeit werden.

Arbeiten, leben, ankommen

Heute beschäftigen die ehemaligen Paderborner vier Angestellte. Ihre Arbeitstage sind lang – meist von 8 bis 18 Uhr. Trotzdem geben sie alles. „Es ist verrückt, wie viel Energie man mobilisieren kann, wenn man wirklich für etwas brennt“, bemerkt Joshua. „Wir waren nie faul, aber Lernmotivation fiel uns oft schwer. Hier ist das anders. Wenn das große Ganze stimmt, arbeitet man ganz anders“, ergänzt Meiko.

Auch ihr Privatleben hat sich komplett verändert: „Die Menschen hier machen genau so viel, wie sie zum Leben brauchen – nicht mehr, nicht weniger. Das ist einer der größten Unterschiede zur westlichen Arbeitskultur“, stellt Joshua fest.

Gleichzeitig bringt der Alltag Herausforderungen mit sich: kulturelle Unterschiede, sprachliche Barrieren und andere Essensgewohnheiten. Während des Ramadans bleiben viele Restaurants geschlossen, westliche Produkte sind selten und im Alltag sprechen nur wenige Einheimische Englisch. Dennoch finden sich die beiden gut zurecht – vor allem, weil sie sich immer aufeinander verlassen können.

Studium und Zukunft

Neben ihrem Alltag auf Lombok sind Joshua und Meiko weiterhin Studenten an der Uni Paderborn. „Uns ist beiden wichtig, den Bachelor zu beenden, weil wir sehen, wie hilfreich die Theorie für die Praxis ist. Einiges aus dem Studium, wie zum Beispiel Inhalte aus den Marketingmodulen, konnten wir direkt für die Tauchschule nutzen“, schildert Joshua. Während des Semesters belegen die beiden Kurse ohne Anwesenheitspflicht. So können sie auch von Lombok aus ihrem Studium nachgehen. Während in Indonesien Regenzeit ist, sind die beiden nun über den Winter in Deutschland, um ihre letzten Prüfungen zu schreiben.

Trotz parallelem Studium läuft die Tauchschule der Jungs sehr gut. Über eine Website und Social Media machen sie international Werbung und durften bereits viele Kund*innen begrüßen. Für die Zukunft haben sie große Pläne: Die Tauchschule soll wachsen. Ein weiteres Grundstück soll gekauft und mit Unterkünften bebaut werden – eine Art kleines eigenes Tauchhotel.

Ihr Fazit

Joshua und Meiko sind dankbar für ihr Studium an der Universität Paderborn. Die Uni hat ihnen das nötige Wissen, die Methoden und vor allem den Rückhalt gegeben, um ihren besonderen Traum Realität werden zu lassen. Ihr Rat an andere Studierende ist klar: „Hört auf euer Herz. Studiert nicht das, was eure Eltern wollen oder das, was am meisten Geld bringt. Findet etwas, das euch erfüllt und investiert eure Energie genau dort hinein.“

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