Am 20. Mai eröffnete Tim-Christoph Engelhardt von der Universität Bremen die Brown-Bag Reihe des PARSEC im Sommersemester 26. Unter dem Titel “For Better or Worse – Social Comparison Processes in Human-AI Teaming” präsentierte er seine aktuelle Forschung zu sozialen Vergleichsprozessen in der Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI-Systemen.
Im Zentrum des Vortrags stand die Frage, ob und wie Menschen sich mit KI-Teammitgliedern vergleichen und welche Auswirkungen diese Vergleiche auf kreative Leistungen haben können. Dabei wurde insbesondere untersucht, ob sogenannte „upward“ oder „downward comparisons“ entstehen, also Vergleiche mit als überlegen oder unterlegen wahrgenommenen KI-Systemen, und wie sich diese auf Kreativität, Selbstwahrnehmung und Arbeitsverhalten auswirken.
Tim-Christoph Engelhardt stellte zunächst theoretische Grundlagen der Social Comparison Theory sowie bestehende Forschungslücken im Bereich Human-AI Teaming vor. Anschließend präsentierte er das experimentelle Design seiner Studie, in der kreative Leistungen und Verhaltensweisen von Teilnehmenden in unterschiedlichen Vergleichssituationen untersucht werden. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Frage, ob Menschen sich eher an KI-generierten Ideen orientieren oder bewusst davon abgrenzen.
Darüber hinaus wurden erste erwartete beziehungsweise vorläufige Ergebnisse vorgestellt. Diese deuten darauf hin, dass die Wahrnehmung von Kompetenz und Kreativität eines KI-Systems einen erheblichen Einfluss darauf haben kann, wie Menschen ihre eigene Kreativität einschätzen und wie stark soziale Vergleichsprozesse ausgelöst werden.
Der Vortrag bot spannende Einblicke in ein hochaktuelles Forschungsfeld an der Schnittstelle von KI, Kreativität und organisationalem Verhalten. Die anschließende Diskussion eröffnete zahlreiche spannende Perspektiven und führte zu vielen wertvollen Erkenntnissen und weiterführenden Fragen rund um die zukünftige Forschung zur Zusammenarbeit von Menschen und KI-Systemen.