Am 22. Juli fand in der Arena des PARSEC ein weiteres Brown-Bag Seminar statt. In entspannter Atmosphäre präsentierte Robin Bodenberger seine aktuelle Forschung mit dem Titel “Border-Induced Bias in Risk Perception”, in der untersucht wird, wie nationale Grenzen die Wahrnehmung von Risiken beeinflussen.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, ob Menschen Risiken unterschiedlich bewerten, je nachdem, ob sich ein Kernkraftwerk im eigenen oder in einem Nachbarland befindet. Dazu kombinierte Robin Bodenberger eine empirische Analyse deutscher Immobilienpreisdaten rund um die Reaktorkatastrophe von Fukushima mit einem experimentellen Studiendesign, um mögliche Ursachen des sogenannten Border Effects zu untersuchen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Immobilienpreise nach Fukushima insbesondere in der Nähe deutscher Kernkraftwerke zurückgingen, während sich dieser Effekt bei grenznahen ausländischen Kernkraftwerken nicht beobachten ließ. Das Experiment deutet darauf hin, dass sowohl nationale Grenzen als auch eine Präferenz für das eigene Land die Risikowahrnehmung beeinflussen können.
In der anschließenden Diskussion wurden sowohl die methodischen Ansätze der Studie als auch die Bedeutung der Ergebnisse für das Verständnis menschlicher Risikowahrnehmung thematisiert. Das Brown-Bag bot damit spannende Einblicke in aktuelle Forschung an der Schnittstelle von Verhaltensökonomie und Umweltökonomie.