Mikas Reise durch Korea und Japan
Die Welt sehen und Technologien von morgen entwickeln, das ist Mikas großer Traum. Der Paderborner Student ist 23 Jahre alt und liebt es, Neues zu entdecken. Aktuell studiert er parallel Wirtschaftsinformatik im Master an der Universität Paderborn und Jura an der Universität Bielefeld. Um moderne Technologien und den asiatischen Wirtschaftsraum zu entdecken, ging es für ihn in seinem Auslandssemester an die EWHA Womans University in Seoul, Korea.
Von Deutschland nach Korea
Als Mika in Seoul landet, ist er bereit für das, was er selbst einen „richtigen Kulturschock“ nennt. Der Paderborner Student möchte raus aus Europa und sich einmal so richtig fremd fühlen. Seoul, die Hauptstadt Südkoreas, ist für ihn der perfekte Ort dafür: Moderne Wolkenkratzer stehen zwischen historischen Palästen, bunten Straßenmärkten und lebendigen Cafés. Und auch die Kultur unterscheidet sich grundlegend von dem, was Mika von Zuhause kennt. „Korea ist ein verhältnismäßig kleines Land, das deutlich vom Koreakrieg geprägt ist. Viele kulturelle Orte wurden zerstört oder rekonstruiert, vieles ist verloren gegangen. Die koreanische Kultur hat sich für mich daher wie ein Mix aus modernen westlichen und traditionellen asiatischen Einflüssen angefühlt“, berichtet Mika.
Die EWHA – Das „moderne Hogwarts“
Besonders begeistert ist er von seiner Universität, der EWHA Womens University, im Herzen von Seoul. „Der Campus der EWHA ist wunderschön, man fühlt sich die ganze Zeit ein bisschen als wäre man in Hogwarts“, erzählt er lachend. Gleichzeitig ist die EWHA als Privatuniversität sehr modern. Auf dem Campus befindet sich neben einem Kino beispielsweise auch ein Fitnessstudio für alle Studierenden.
Trotzdem fühlt Mika sich an der EWHA zunächst wie ein Fremder. Die Universität ist eigentlich eine reine Frauenhochschule – nur wenige Austauschstudenten sind männlich. In vielen Kursen fällt Mika dadurch sofort auf: „Ich wurde zwar oft von Koreanerinnen angesprochen, aber es war trotzdem nicht leicht, Freundschaften zu knüpfen, die über den Hörsaal hinausgehen.“
Hinzu kommt, dass die Studiengebühren an der privaten Universität sehr hoch sind. Viele Studierende lernen daher sehr viel, um ihr Studium möglichst schnell abzuschließen. Zeit für Freizeit oder enge Freundschaften bleibt so bei den koreanischen Studierenden nur selten.
Mut zum Alleinsein: Begegnungen, die verändern
Mika sammelt während seiner Zeit in Korea unzählige neue Eindrücke. Besonders prägend ist für ihn jedoch die Erfahrung, was es heißt, wirklich allein zu sein. „Darüber spricht kaum jemand“, erklärt er. „Ein Auslandssemester bedeutet nicht nur Abenteuer mit neuen Freund*innen – oft ist man auch einfach auf sich allein gestellt. Aber das muss nichts Negatives sein. Ich habe in dieser Zeit unglaublich viel über mich selbst gelernt.“
Mika bleibt also weiter offen für Neues: „Etwas alleine zu unternehmen, spielt sich vor allem im Kopf ab. Am Anfang fühlt es sich komisch an, alleine essen zu gehen, aber sobald man es einmal gemacht hat, verliert man die Scheu. In einer großen Stadt kann Alleinsein sogar eine echte Stärke sein“, schildert er.
So trifft Mika eines Abends auf zwei Chinesen, mit denen er spontan den Abend verbringt – für den Paderborner eine unerwartete, aber umso wertvollere Gelegenheit, einen authentischen Einblick in die chinesische Kultur zu bekommen. „Erst nach mehreren Kannen Tee habe ich verstanden, dass in China immer nachgeschenkt wird, sobald die Tasse leer ist“, sagt Mika lachend. „Wenn man keinen Durst mehr hat, sollte man die Tasse also lieber nicht vollständig austrinken.“
Backpacking durch Japan
Im Anschluss an sein Auslandssemester erfüllt sich Mika den Wunsch, bei einem Backpacking-Trip durch Japan noch mehr vom asiatischen Kulturraum zu erleben. Seine Tour führt ihn durch Metropolen, Küstenstädte und Berglandschaften. Ein unvergessliches Highlight: die Besteigung des Mount Fuji gemeinsam mit einer amerikanischen Familie.
Was Mika zu den beiden asiatischen Ländern festhält? „Korea hat diesen besonderen Charme und ist nicht so überlaufen. In Japan gibt es dafür mehr Kultur, mehr Trubel, es war für mich aber schwieriger Kontakt zu den Leuten aufzubauen.“
Zurück nach Hause – mit neuen Perspektiven
Heute erzählt Mika nicht nur von Orten und Begegnungen, sondern davon, wie sehr er gewachsen ist. Er hat gelernt, die kleinen Dinge im Alltag wieder mehr zu schätzen – gutes Essen, Freundschaften, das Gefühl von Zuhause. Gemerkt hat er, dass man keine Angst davor haben muss, allein Dinge auszuprobieren. Und dass es am Ende überall auf der Welt die gleiche Regel gibt: Freundlichkeit öffnet Türen.
Sein Fazit fällt eindeutig aus: „Ein Auslandssemester ist viel mehr als ein paar Monate an einer anderen Uni. Es ist ein Perspektivwechsel – und eine Erinnerung fürs Leben.“
Als nächstes geht es für Mika für ein weiteres Auslandssemester nach China. Sich treiben lassen, auf Tipps von Einheimischen hören und sich überraschen lassen. „Ich will das Land nicht abarbeiten, sondern erleben“, schildert Mika seinen Plan.
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