Nachrichten - Fakultät WiWi (Uni Paderborn) http://wiwi.uni-paderborn.de Aktuelle Informationen der Fakultät WiWi (Universität Paderborn) de_DE Uni Paderborn Sun, 22 Sep 2019 12:11:03 +0200 Sun, 22 Sep 2019 12:11:03 +0200 Uni Paderborn news-34968 Thu, 19 Sep 2019 13:50:52 +0200 Offizieller Startschuss des Paderborner Verbundprojekts „TheaterLytics“: Besucherzufriedenheit im Kulturbetrieb erhöhen https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/offizieller-startschuss-des-paderborner-verbundprojekts-theaterlytics-besucherzufriedenheit-im-ku/ Anfang September hat Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl im Paderborner Rathaus den Zuwendungsbescheid für das Verbundprojekt „TheaterLytics“ an die Projektpartner Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele GmbH, die OPTANO GmbH und das SI-Lab der Universität Paderborn übergeben.

Von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften engagieren sich hierbei Prof. Dr. Dennis Kundisch aus dem Department Wirtschaftsinformatik und Prof. Dr. Nancy Wünderlich aus dem Department Management.

Im Rahmen des Projekts „TheaterLytics“ wird ein Entscheidungsunterstützungssystem (EUS) für das datenbasierte Erlösmanagement und die Angebotsgestaltung von Kulturveranstaltungen entwickelt. Die Dauer des Vorhabens beläuft sich auf drei Jahre und wird im Rahmen der Digitalen Modellregion OWL vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE) mit 652.000 Euro gefördert.

Besucher binden und neue gewinnen

Entscheidungen zur Angebots- und Preisgestaltung bei Kulturbetrieben, die bislang oftmals „aus dem Bauch heraus“ getroffen wurden, könnten dank des EUS zielgenauer erfolgen. „Es geht thematisch neben der Auslastung des Theaters auch um Fragen zur Terminierung von Veranstaltungen, um die Angebotsgestaltung und um das Saalplatzmanagement“, erklärt Prof. Dr. Dennis Kundisch, Direktor des Kompetenzbereichs Digital Business im Software Innovation Campus Paderborn (SICP) und Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, insb. Digitale Märkte. Mit welcher Auslastung ist in den nächsten vier Wochen zu rechnen? Sollten im Repertoirebetrieb zusätzliche Veranstaltungen angeboten werden? Wie viele verschiedene Platzkategorien sind sinnvoll, um ein möglichst breites Besucherspektrum anzusprechen? Kurzum, die Besucherzufriedenheit soll erhöht werden, Besucher sollen gebunden und gewonnen werden. Dies betrifft gerade die Zielgruppe der jungen Menschen. „Aufgrund der Vielzahl der digitalen Medienangebote fällt es heute zunehmend schwerer, sie als Besucher des Theaters nachhaltig zu gewinnen“, so Katharina Kreuzhage, Intendantin des Theater Paderborns.

„Mit dem Projekt „TheaterLytics“ wird insgesamt eine Digitallösung geschaffen, sodass Organisatoren von Kulturveranstaltungen ein IT-Werkzeug an die Hand bekommen, das ihnen eine zielgenaue Planung der Ressourcen und Kapazitäten von öffentlichen Kulturbetrieben ermöglicht“, hebt Dr. Jens Peter Kempkes, Geschäftsführer der OPTANO GmbH, hervor. Dazu bringt die OPTANO GmbH als Unternehmenspartner ihre langjährige Expertise im Bereich „Prescriptive Analytics“ ein und setzt unter anderem auf Verfahren des Maschinellen Lernens, die auf die Charakteristika der Kulturbranche angepasst werden.

Höhere Zufriedenheit und Attraktivität durch Auslastungsprognosen

Eine der Zielsetzungen des Projekts ist eine möglichst genaue Auslastungs-prognose. Dadurch sollen Planungsrisiken aufgrund schwankender Besucherzahlen minimiert werden, sodass Ressourcen passgenau eingesetzt werden können. Zum Beispiel merken dies Besucherinnen und Besucher beim nächsten Theaterbesuch daran, dass kürzere Warteschlangen an der Theaterkasse oder in der Pause beim Getränkekauf entstehen. Mittelfristig sollen diese Maßnahmen zu einer höheren Zufriedenheit bei Besuchern sowie zu einer höheren Attraktivitätswirkung auf Nichtbesucher führen.

Das entwickelte EUS soll nach Projektende von der OPTANO GmbH weiter professionalisiert werden und anschließend über ein passendes Betreibermodell verbreitet werden, sodass möglichst viele Kulturbetriebe auch in anderen Kommunen von NRW von den Ergebnissen profitieren können. Dazu dient auch der im Projekt entwickelte Handlungsleitfaden zur Anwendung und praktischen Umsetzung des EUS. „Dieser soll interessierten Akteuren aus anderen Regionen und auch Branchen dazu befähigen, die eigenen Potenziale der Digitallösung in Abhängigkeit der jeweiligen Umfeldbedingungen zu bewerten und bei der Einführung und des Betriebs des EUS durch konkrete Handlungsempfehlungen unterstützen“, erläutert Projektmanager Dr. Christoph Weskamp, Manager Digital Business im SICP.

Erfahrungsaustausch beim Kick-Off

Das Projekt ist bereits mit einer Kick-Off Veranstaltung gestartet. Dabei erfolgte ein Erfahrungsaustausch zu den Kompetenzen und bisherigen Aktivitäten der Projektpartner. Des Weiteren wurden erste Workshops zur Anforderungsdetaillierung durchgeführt. Im nächsten Schritt werden die aktuellen Planungsprozesse des Theaters auf mögliche Verbesserungspotenziale hin untersucht.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34958 Wed, 18 Sep 2019 11:44:48 +0200 Netzwerken auf internationaler Ebene: Studierende knüpfen Kontakte beim „International Students Forum“ https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/netzwerken-auf-internationaler-ebene-studierende-knuepfen-kontakte-beim-international-students-foru/ Ende August nahmen vier Bachelorstudierende der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn am neunten „International Students Forum“ (ISF) im chinesischen Shenzhen teil.

Ziel des zweijährlich stattfindenden internationalen Studierendenforums ist es, Studierende verschiedener Wirtschaftsregionen und Kulturkreise zusammenzubringen, damit sie sich ein akademisches Netzwerk aufbauen können, um globale wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu diskutieren. Am Forum sind neben der Universität Paderborn als einziger europäischer Universität die Ewha Womans University (Südkorea), die Oita University (Japan), die Vietnam National University, die Chiang Mai University (Thailand) sowie die Shenzhen University (China) beteiligt. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn ist Gründungsmitglied.

Das diesjährige Forum drehte sich insbesondere um die Herausforderungen und Innovationen im Zusammenhang des globalen Wirtschaftsraums. Die Studierenden der Universität Paderborn wurden von Prof. Dr. Stefan Jungblut, Internationalisierungsbeauftragter der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, und Elisabeth Bloch, Mitarbeiterin im fakultätseigenen Internationalisierungsbüro, begleitet.

Das dreitätige Forum begann mit einem gemeinsamen Abendessen. Der folgende Tag startete mit einer Eröffnungszeremonie. Vertreter der Universität Shenzhen hießen die Teilnehmenden willkommen und betonten, wie wichtig die etablierten Universitätskooperationen seien. Im Anschluss eröffneten die Paderborner Studierenden mit ihren Vorträgen die Studierendenpräsentationen über zuvor erarbeitete Themen. Sie präsentierten innovative Ansätze vor allem im Bereich des Umweltbewusstseins. Die Werksführung bei Huawei am letzten Tag bot den Studierenden spannende Einblicke in die Produktentstehung bei einem globalen Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologie.

Die kulturellen Aspekte des ISFs standen am letzten Abend im Mittelpunkt. Bei Musik und Tanz veranstalteten die Studierenden zuvor eingeübte Performances und feierten den Abschluss des Forums. Trotz der kurzen Zeit wurden viele internationale Freundschaften geschlossen und es zeigte sich: das International Students Forum baut Brücken und verbindet.

Die Teilnahme am etablierten ISF ist ein bedeutender Teil der Internationalisierung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Dazu Stefan Jungblut: „Durch das einzigartige Format wird die Pflege der Partnerschaften auf besondere Weise gefördert. Der Austausch mit Studierenden sowie Kolleginnen und Kollegen von Universitäten aus verschiedenen Ländern zu aktuellen Themen stärkt die internationalen Beziehungen.“

Im Jahr 2021 findet das zehnte ISF an der Universität Paderborn statt, organisiert von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

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Pressemitteilungen Internationales Internationales
news-34950 Tue, 17 Sep 2019 17:46:00 +0200 Chancen und Risiken der Digitalisierung: Gemeinsame Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Oliver Müller, Prof. Dr. Guido Schryen und Prof. Dr. Matthias Trier am 16. Oktober https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/chancen-und-risiken-der-digitalisierung-gemeinsame-antrittsvorlesung-von-prof-dr-oliver-mueller-p/ Am Mittwoch, 16. Oktober, halten Prof. Dr. Oliver Müller, Prof. Dr. Guido Schryen und Prof. Dr. Matthias Trier ihre gemeinsame Antrittsvorlesung an der Universität Paderborn.

Die Wirtschaftsinformatiker sprechen über „Chancen und Risiken der Digitalisierung“. Die Vorlesung beginnt um 16 Uhr im Gebäude Q0.101. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Die Vorlesung besteht aus drei Einzelvorträgen mit anschließendem Empfang. Interessierte können sich per Mail und telefonisch bis zum 4. Oktober anmelden: birgit.petermeier@upb.de und 05251 60-3256.

Oliver Müller wird in seinem Vortrag die Digitalisierung von Forschungsmethoden in den Wirtschaftswissenschaften erörtern. Im Mittelpunkt des Vortrags von Guido Schryen steht die Digitalisierung von Services durch das sogenannte High Performance Business Computing. Matthias Trier wird in seinem Vortrag die Digitalisierung des intra-organisationalen sozialen Netzwerks vorstellen.

Weitere Informationen zu Oliver Müller

Oliver Müller hat seit Oktober 2018 den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Data Analytics, an der Universität Paderborn inne. Er promovierte 2011 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Danach war er Assistenzprofessor an der Universität Liechtenstein und Associate Professor an der IT University of Copenhagen. Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind die Lösung betriebswirtschaftlicher Probleme mittels Methoden des Maschinellen Lernens und das Messen der Akzeptanz und des wirtschaftlichen Nutzens von Maschinellem Lernen in Organisationen.
Ein Forschungsportrait über Oliver Müller finden Sie hier.

Weitere Informationen zu Guido Schryen

Guido Schryen hat seit Oktober 2018 den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Operations Research, an der Universität Paderborn inne. Seine Lehr- und Forschungsaktivitäten fokussieren mathematische Modelle, Optimierungsalgorithmen und IT-Systeme zur Entscheidungsunterstützung in organisationalen Umgebungen.

Weitere Informationen zu Matthias Trier

Matthias Trier leitet seit Oktober 2018 den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Social Computing. Er promovierte an der TU Berlin. Danach arbeitete er an der University of Amsterdam als Assistenzprofessor und an der Copenhagen Business School als Associate Professor. In seiner Lehre und Forschung betrachtet er digitale soziale Nutzerinteraktion als komplexes Phänomen innerhalb von Organisationen sowie an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Konsumenten im Kontext von Social Media Management.
Ein Forschungsportrait über Matthias Trier finden Sie hier.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Standort Veranstaltungen
news-34936 Fri, 13 Sep 2019 16:20:00 +0200 Lieferkettengesetz statt Siegel: Prof. Dr. Fahr über die Notwendigkeit einer gesetzlichen Grundlage in der Textilbranche https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/lieferkettengesetz-statt-siegel-prof-dr-fahr-ueber-die-notwendigkeit-einer-gesetzlichen-grundlage/ Am 9. September hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den „Grünen Knopf“ vorgestellt. Das staatliche Siegel soll Unternehmen auszeichnen, die ökologische und soziale Qualitätsstandards bei der Textilproduktion einhalten. In Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stößt dieses Siegel überwiegend auf Kritik.

„Textilien mit dem „Grünen Knopf“ dürfen nicht als sozial nachhaltig bezeichnet werden“, sagt Prof. Dr. René Fahr, Wirtschaftswissenschaftler und Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer der Universität Paderborn. Stattdessen spricht er sich für die Einführung eines bereits mehrfach geforderten Lieferkettengesetzes aus.

Zurzeit beteiligen sich 27 Unternehmen an dem Siegel, u. a. Aldi, Lidl und Rewe, aber auch Start-ups sowie mittelständische Firmen. „Ein großer Kritikpunkt an dem Siegel ist, dass die Anforderungen an die Sorgfaltspflichten hinter andere bereits bestehende Standards zurückfallen. Es ist daher wichtig, dass die Öffentlichkeit nicht über die zertifizierten Standards des „Grünen Knopfes“ in die Irre geführt wird“, betont Fahr. Obwohl insbesondere größere, international tätige Unternehmen unter dem Verdacht stehen, besagte Qualitätsstandards zu verfehlen, offenbare der „Grüne Knopf“ gerade bei kleineren Unternehmen Schwächen, wie der Wirtschaftswissenschaftler erklärt: „Das aktuelle Konzept dieses Siegels ist dahingehend auch kritisch zu betrachten, da es kleinen und mittelständischen Unternehmen eine vereinfachte Nachweisführung für die Qualitätskriterien genehmigt. Eine transparente Berichterstattung kann auf diese Weise nur unzureichend geschehen.“

„Grüner Knopf“ deckt nicht die ganze Lieferkette ab

Fahr, der an der Universität Paderborn Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Corporate Governance ist, sieht die Textilindustrie noch weit davon entfernt, transparente Lieferketten einzuhalten: „Die Tatsache, dass durch die Globalisierung Wertschöpfungsketten umstrukturiert wurden, macht es für Unternehmen schwer, sämtliche Produktionsstätten in den untersten Lieferketten zu identifizieren. Es gibt bereits eine steigende Anzahl an großen Unternehmen, die als Reaktion auf den öffentlichen Druck Informationen über Hauptproduktionsstätten sowie auch Adressen veröffentlichen. Bis Konsumenten wirklich transparente Lieferketten vorfinden können, bleibt aber noch viel zu tun.“ Auch hier zeigen sich Schwächen des umstrittenen Siegels, das sich in seiner dreieinhalbjährigen Pilotphase zunächst lediglich auf spätere Produktionsstufen in Lieferketten konzentriert. Fahr: „Die größten Probleme im Umweltbereich sowie in Teilen der Arbeitsrechte bestehen gerade in tieferen Bereichen, also bei der Textilverarbeitung sowie bei der Rohstoff- oder Fasergewinnung.“

Mehrheit der Unternehmen befürwortet Gesetz

Unternehmen, die sich am „Grünen Knopf“ beteiligen, tun dies auf freiwilliger Basis. „Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass freiwillige Lösungen nicht weit genug reichen und oft zu wenig ambitioniert sind“, gibt der Paderborner Wissenschaftler zu bedenken. Ein Beispiel hierfür sei das Bündnis für nachhaltige Textilien, das laut Fahr zwar eine gute Idee sei, bislang aber noch keine konkreten Veränderungen bewirken konnte. Ein Gesetz würde Unternehmen hingegen in die Pflicht nehmen: „Entscheidend ist, dass diese dann für Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten per Gesetz haftbar gemacht werden könnten.“

Eine wissenschaftliche Arbeit der Universität Paderborn, die am Lehrstuhl von Fahr entstand, zeigte, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen Gesetze in diesem Bereich sogar favorisieren und darin keinen Wettbewerbsnachteil sehen, selbst wenn sie davon nicht profitieren würden. Bereits auf dem „Forum Wirtschaftsethik“, das in Kooperation mit der Theologischen Fakultät Paderborn im Juli stattfand, sprachen sich Unternehmensvertreter von Seidensticker und KiK für eine gesetzliche Lösung aus.

Umfrage des Bundesministeriums weist Lücken auf

Zum Start des Siegels machte zeitgleich eine bundesweite Initiative auf sich aufmerksam, die aus 17 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Unterstützern besteht und die sich für ein Lieferkettengesetz einsetzt, darunter auch die gemeinnützige Gesellschaft „cum ratione“ aus Paderborn. Gemeinsam mit Fahr kritisieren sie die aktuelle BMZ-Befragung von deutschen Unternehmen, die weltweit agieren, über deren Einsatz für Menschenrechte in ihren Lieferketten. Mit der Befragung soll die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Menschenrechte (NAP) evaluiert werden. Kerstin Haarmann, Geschäftsführerin von cum ratione: „Sollte bei dieser Umfrage herauskommen, dass mindestens die Hälfte der Unternehmen die vorgegebenen Kriterien erfüllt, würde es kein Gesetz geben. Das Problem hierbei ist die lückenhafte Methodik: Aufgrund der sehr geringen Stichprobe reicht es paradoxerweise bereits aus, dass lediglich 3 Prozent der 7.100 befragten Unternehmen diese Kriterien erfüllen, um den Gesetzesentwurf zu verhindern.“

Text: Kamil Glabica, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-34916 Wed, 11 Sep 2019 10:39:27 +0200 Caren Sureth-Sloane in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu den aktuellen Herausforderungen der Finanzfunktion: „Aus Daten müssen Informationen werden“ https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/caren-sureth-sloane-in-der-frankfurter-allgemeinen-zeitung-zu-den-aktuellen-herausforderungen-der-fi/ In ihrer Funktion als Vizepräsidentin der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e. V. hat Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane von der Universität Paderborn gemeinsam mit dem Präsidenten der Schmalenbach-Gesellschaft Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) am 9. September 2019 im Artikel „Aus Daten müssen Informationen werden“ ausführlich den gegenwärtigen Wandel der Finanzfunktion und dessen Herausforderungen in der Zukunft vorgestellt.
Diese hochaktuellen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen stehen auch im Mittelpunkt des Dialogs von betriebswirtschaftlicher Theorie und Praxis auf dem 73. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag, der von der Schmalenbach-Gesellschaft am 18. und 19. September 2019 in Düsseldorf veranstaltet wird.

Weitere Informationen zur Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e. V.:
https://www.schmalenbach.org/

Weitere Informationen zur F.A.Z.:
Frankfurter Allgemeine Zeitung   |  Nr. 209   |   09.09.2019   |   Seite 18
„Aus Daten müssen Informationen werden“, von Caren Sureth-Sloane und Stefan Asenkerschbaumer

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-34846 Wed, 21 Aug 2019 09:11:46 +0200 Erfolgreiche Habilitation von Jun.-Prof. Dr. Matthias Pelster in den Wirtschaftswissenschaften https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/erfolgreiche-habilitation-von-jun-prof-dr-matthias-pelster-in-den-wirtschaftswissenschaften/ Am Donnerstag, 15. August, wurde Juniorprofessor Dr. Matthias Pelster von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften die Urkunde für seine am 12. Juli erfolgreich bestandene Habilitationsprüfung verliehen.

In seiner kumulativen Habilitationsschrift „Essays on Banking and Finance“ beschäftigte er sich mit verschiedenen aktuellen Fragestellungen aus der Finanzwirtschaft. Pelster diskutierte in seinem Habilitationsvortrag „Paying attention“ die Auswirkungen von Aufmerksamkeit von Investoren auf deren individuelle Risikobereitschaft und Portfoliozusammenstellung. In der Fakultät hat der Wirtschaftswissenschaftler im Department „Taxation, Accounting and Finance“ die Juniorprofessur für Finance inne.

Weitere Informationen

Matthias Pelster hat an der Technischen Universität Dortmund Wirtschaftsmathematik (Diplom) studiert. Im Anschluss daran ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Investition und Finanzierung an der TU Dortmund tätig gewesen und hat seine Dissertation zum finanzwirtschaftlichen Risikomanagement von produzierenden Unternehmen verfasst. Seine Promotion schloss er 2013 mit der Bestnote ab und wurde für seine Arbeit mit dem Dissertationspreis der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ausgezeichnet. Nach einer kurzen Zeit als PostDoc an der TU Dortmund wurde Matthias Pelster 2014 als Juniorprofessor für Finance an die Leuphana Universität in Lüneburg berufen. Seit dem 1. Dezember 2017 ist Matthias Pelster Juniorprofessor für Finance an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn. Er war zu Forschungszwecken u. a. bei der Deutschen Bundesbank, der St. John‘s School of Risk Management und der Stern School of Business der New York University zu Gast.

In der Forschung beschäftigt sich der Juniorprofessor mit Fragestellung des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements und der Behavioral und Social Finance. Pelster forscht zum Corporate Risk Management und befasst sich mit Methoden und Verfahren zur Messung, Analyse und Bewertung von Risiken im Bereich der Finanzmärkte. In seinen aktuellen Beiträgen im Bereich der Behavioral und Social Finance untersucht er insbesondere den Einfluss von sozialer Interaktion und Aufmerksamkeit auf das Anlegerverhalten von Privat-Investoren. Zusammen mit Koautoren analysiert der Paderborner Wirtschaftswissenschaftler u. a. den Einfluss von sozialer Interaktion in sozialen Netzwerken auf das Entscheidungsverhalten von Investoren und studiert Peer-Effekte auf bekannte Wahrnehmungsverzerrungen und Entscheidungsheuristiken.

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Pressemitteilungen Projekte Forschung Standort
news-34837 Tue, 20 Aug 2019 09:31:00 +0200 Weiterbildung in der Kurzarbeit: Studie von Prof. Dr. Martin Schneider und Dr. Johanna Flore verdeutlicht Potenzial https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/weiterbildung-in-der-kurzarbeit-studie-von-prof-dr-martin-schneider-und-dr-johanna-flore-verdeut/ Der WDR stellte in seiner Fernsehsendung „Lokalzeit OWL“ die Studie zur Weiterbildung in der Kurzarbeit mit einem Beitrag von Prof. Dr. Martin Schneider am 21. August 2019 vor.
Martin Schneider sagte darin: „In der Krise ist es ohnehin schwierig, natürlich einen anderen Arbeitgeber zu finden. Aber wir haben tatsächlich auch festgestellt, dass die emotionale Bindung sich dadurch verstärkt hat. Also viele haben das wirklich auch als Geschenk wahrgenommen oder als Chance, sich weiterzubilden.“
Der abschließende Kommentar vonseiten des WDR: „Die Studie stützt damit aktuelle Pläne des Bundesarbeitsministeriums. Dort hatte man angeregt, Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Mitarbeiter zu nutzen.“

In der WDR-Mediathek ist der Beitrag bis zum 28. August 2019 unter folgendem Link verfügbar:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ostwestfalen-lippe/video-kompakt-31270.html, s. Rubrik „Kompakt“ (ab 00:11:13)

Wortlaut der Pressemitteilung vom 20.08.2019:

Weiterbildung in der Kurzarbeit

Mit Weiterbildung in der Kurzarbeit gegen die Beschäftigungskrise: Aktuelle Studie der Universität Paderborn verdeutlicht Potenzial

Während viele Unternehmen einen Personalabbau ankündigen, möchte die Politik Kurzarbeit in Verbindung mit Weiterbildung großzügig fördern. Eine jüngst veröffentlichte wirtschaftswissenschaftliche Studie der Universität Paderborn verdeutlicht nun das Potenzial dieser Idee und stellt ein Programm mit Modellcharakter für aktuelle Beschäftigungskrisen vor.

Prof. Dr. Martin Schneider, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Personalwirtschaft, und Dr. Johanna Flore, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität, untersuchten für ihre Studie eine Firma, die nach starkem Umsatzrückgang im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen in der Krise vor zehn Jahren gänzlich auf Entlassungen verzichtete. Stattdessen bot sie ihren Kurzarbeitenden hunderte hausinterne Kurse an. Die Kosten dafür trug das Unternehmen, das bei diesem Vorhaben mit Subventionen der Arbeitsagentur unterstützt wurde. „Das Programm kann als Modell für die aktuell anbrechende Beschäftigungskrise dienen“, sagt Schneider.

„In Dänemark werden Arbeitnehmer entlassen und durch Trainings dann wieder beschäftigungsfähig gemacht. Das nennt man „Flexicurity“, die Kombination aus Flexibilität und Sicherheit. Mit der deutschen Kombination von Kurzarbeit und Weiterbildung kann man etwas Ähnliches erreichen, ohne dass die Beschäftigten sich einen Job suchen müssen“, erklärt Schneider. Unternehmen könnten so die Fachkräfte, die sie nach der Krise ohnehin wieder dringend brauchen, gleich im Unternehmen halten und für die kommenden Aufgaben fit machen. Für die aktuelle Krise müssten Unternehmen und Arbeitsagenturen ein solches Modell allerdings weiterentwickeln, erklärt der Paderborner Wissenschaftler: „In dem untersuchten Unternehmen gab es eine Konjunkturkrise. Die Firmen heute müssen die Digitalisierung meistern oder, wie z. B. in der Automobilindustrie, den Übergang zu Elektrofahrzeugen. Dafür müssen dann langfristigere Programme her.“

Weiterbildungen binden Mitarbeiter stärker an Unternehmen

Die beiden Forscher befragten im Jahr 2010, direkt nach dem Weiterbildungsprogramm des untersuchten Unternehmens, die dortigen Beschäftigten und erhoben Daten über die Verbundenheit der Beschäftigten mit der Firma. Dabei blieb ein Nachteil, den Arbeitgeber fürchten, wenn sie Weiterbildung anbieten, bei diesem Programm aus: „Die Beschäftigten, die sich weitergebildet haben, fühlten sich tendenziell besser an das Unternehmen gebunden als die Nichtteilnehmer und das, obwohl viele der Trainings die Mitarbeiter auch für andere Unternehmen interessant gemacht haben“, so die Autoren der Studie.

Insgesamt nahmen knapp 800 Beschäftigte an der Befragung teil, wovon sich die Hälfte am Programm beteiligte. Wichtig für die Bindung an das Unternehmen sei auch die Art der vermittelten Kompetenzen gewesen. So sollen sich die Mitarbeiter dem Unternehmen besonders verpflichtet und verbunden gefühlt gehaben, wenn sie das Training als Unterstützung für ihren täglichen Job empfanden und sie die vermittelten Kompetenzen auch privat verwenden konnten: „Das Unternehmen bot auch Kurse wie Schweißen oder Fremdsprachen an, die die Beschäftigten auch außerhalb des Jobs gut gebrauchen konnten“, erklärt Schneider.

Das Programm sei auch deshalb bemerkenswert, weil es Beschäftigte in Weiterbildungskurse brachte, die derartige Trainingsangebote oft nicht wahrnahmen, schildert Schneider: „Zwei Drittel der Teilnehmer waren in der Produktion tätig. Auch ältere Beschäftigte und solche mit weniger hohen formalen Bildungsabschlüssen nahmen vielfach teil. Das dürfte an den niedrigen Hürden gelegen haben, da der Arbeitgeber alle Beschäftigten ermutigte und die Kurse vor Ort stattfanden.“

Weitere Informationen zu der Studie

Schneider, Martin R. und Johanna Flore (2019): „Training and commitment in a German manufacturing company during the post-2008 crisis: a case of internal flexicurity.“ The International Journal of Human Resource Management 30 (10), S. 1666-1682.

Flore, Johanna und Martin Schneider (2017): „Qualifizieren und binden: Betriebliche Weiterbildung während Kurzarbeit.“ Personal Quarterly 66 (3), S. 45-53.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34779 Thu, 08 Aug 2019 10:57:38 +0200 Neue Sichtweisen auf Reviews: Welchen Nutzen hat der Literaturüberblick? Forschungsprojekt von Prof. Dr. Schryen wird von der DFG gefördert https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/neue-sichtweisen-auf-reviews-welchen-nutzen-hat-der-literaturueberblick-forschungsprojekt-von-prof/ Wer eine wissenschaftliche Abhandlung schreibt oder ein Forschungsprojekt verschriftlicht, kommt an einer Auswertung der aktuellen Literatur zum Thema nicht vorbei. Solche qualitativen Reviews – also der kritische Literaturüberblick – können zum wissenschaftlichen Fortschritt innerhalb einer Disziplin beitragen und neues Wissen erzeugen. Obwohl diese Reviews in einschlägigen Fachzeitschriften sehr häufig veröffentlicht und im Nachgang zitiert werden, ist deren genauer Einfluss bislang kaum untersucht worden. Prof. Dr. Guido Schryen von der Universität Paderborn möchte das ändern: Bei dem Projekt „EPIQUALIS“ nimmt er das Potenzial der Rezensionen aus dem Bereich Wirtschaftsinformatik in den Blick, indem er analysiert, ob und wie viel neue Erkenntnisse sie hervorgebracht haben. Ziel ist auch, Erfolgsfaktoren für gute Reviews zu identifizieren und sie in Empfehlungen für Autor*innen einfließen zu lassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Vorhaben, das noch bis 2021 läuft, mit rund 179.000 Euro.

Direkter und indirekter Einfluss

 „Die Synthese von bisherigem Wissen, die Identifikation von Forschungslücken und die Aufstellung neuer Theorien sowie die Bestätigung oder Ablehnung bekannter Thesen gehören zu den wichtigsten Eigenschaften, die qualitative Literatur-Reviews mit sich bringen“, erklärt Schryen. Inwieweit das bisher erfolgt ist und warum das gerade für die Wirtschaftsinformatik wichtig ist, erklärt der Wissenschaftler so: „Aus analytischer Perspektive können Einblicke gewonnen werden, unter welchen Bedingungen und auf welche Art Literatur-Reviews erfolgreich oder weniger erfolgreich zu Wissensfortschritten beigetragen haben. Diese Analyse ermöglicht den Abgleich von realisierten und möglichen epistemologischen, d. h. erkenntnistheoretischen Fortschritten. Sie erlaubt auch die Identifizierung von besonders nützlichen Reviews – also Erfolgsgeschichten. Diese Erfolgsgeschichten beinhalten Beispiele, wie kritische Literaturauswertungen Wissen generiert haben. Das ist der direkte epistemologische Einfluss. Und sie zeigen, wie sie anderen Wissenschaftler*innen ermöglicht haben, basierend auf dem generierten Wissen Fortschritte zu erzielen. Das ist der indirekte epistemologische Einfluss. Ein Ziel des Projekts besteht daher in der Identifizierung des direkten und indirekten Nutzens im Bereich der Wirtschaftsinformatik, wo es solche Analysen bislang nicht gibt.“

Mehrwert für Nachwuchswissenschaftler*innen

Ein weiteres Ziel des Teams um Schryen ist es, Autor*innen Empfehlungen an die Hand zu geben. „Wir wollen Verfassern zukünftiger Wirtschaftsinformatik-Literatur-Reviews Tipps geben, wie sich der Nutzen und der bibliometrische Einfluss, der die Messung von wissenschaftlichen Publikationen betrifft, stärken lassen. Außerdem wollen wir ihnen Wege aufzeigen, wie sie epistemologische Beiträge nutzen können, um ihrerseits Wissen zu generieren“, sagt Schryen. 

Bisher haben die Wissenschaftler in einer Studie von 214 Reviews gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Zitationszahlen und Eigenschaften der Literaturauswertungen gibt. Basierend auf den Erkenntnissen haben sie zukünftigen Autor*innen bereits gestaltungs- und publikationsorientierte Hinweise für die Erzeugung von wissenschaftlichem Einfluss geliefert, die zu Projektende weiter ausgebaut werden. Letztlich soll damit gerade auch für Nachwuchswissenschaftler*innen eine Orientierungshilfe geschaffen werden. Die Entwicklung eines Ansatzes der Künstlichen Intelligenz, um mit maschinellem Lernen eine automatisierte Analyse durchzuführen, ist ebenfalls in der Mache.

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Projekte Forschung
news-34772 Fri, 02 Aug 2019 14:28:00 +0200 Geld schießt (fast) immer Tore: Prof. Dr. Frick über den Transfermarkt, wirtschaftliche Effizienz und die Rolle der Fußball-Fans https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/geld-schiesst-fast-immer-tore-prof-dr-frick-ueber-den-transfermarkt-wirtschaftliche-effizienz-un/ Investitionen in Millionenhöhe, wochenlange Verhandlungen und die Hoffnung auf einen Domino-Effekt: In vielen Ländern Europas ist Halbzeit auf dem Transfermarkt. Noch bis zum 2. September haben Fußball-Clubs aus u. a. Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich Zeit, ihre Mannschaften mit Neuverpflichtungen zu verstärken. Wie wirtschaftlich die Clubs heute handeln und welche Rolle die Fans dabei spielen, erklärt Sportökonom Prof. Dr. Bernd Frick von der Universität Paderborn.

„Der berühmte Spruch ‚Geld schießt Tore‘ stimmt fast immer. Warum sollten sich Vereine sonst um Verstärkungen bemühen? Wenn mehr Geld in den Kreislauf kommt, dann werden in Zukunft die ohnehin schon hohen Ablösesummen für Fußballer natürlich weiter steigen und darauf deutet momentan alles hin“, ist sich der Paderborner Wissenschaftler sicher. Die Tatsache, dass Fernsehübertragungsrechte weltweit zu hohen Preisen verkauft und die Clubs ihre Umsätze in einem Umfang steigern würden, der vor paar Jahren nicht für möglich gehalten wurde, führe dazu, dass sich die Verkaufspreise für viele Profi-Fußballer ebenfalls proportional erhöhen. Frick: „Dass man in Zukunft für vermeintliche Spitzenspieler dreistellige Millionenbeiträge zahlt, daran werden wir uns gewöhnen müssen. Gleichwohl tragen wir ja alle als Konsumenten auch dazu bei, dass diese Summen überhaupt bezahlbar werden.“

Tickets, TV-Rechte und Merchandising

Ein Blick auf die Entwicklung der Preise für Tickets, Pay-TV-Abonnements und Merchandising-Produkte zeige, dass die Clubs hier sogar noch mehr Spielraum nach oben hätten, wie Frick feststellt: „Wenn wir die Ticket- und Pay-TV-Preise in Deutschland mit denen in England vergleichen, dann ist die Zahlungsbereitschaft der Fans bzw. Kunden in Deutschland maximal halb so hoch“. Trikots, die 100 Euro kosteten, würden dennoch genügend Abnehmer finden. Auch die Preise für Stadiontickets ließen sich bei entsprechend hoher Anfrage grundsätzlich so weit erhöhen, bis der erste Sitzplatz frei bliebe. „Für die Fußballvereine geht es aber natürlich auch darum, die Fans langfristig zu binden und die Preise für Familien bezahlbar zu halten, da Kinder und Jugendliche die Kunden von übermorgen sind“, so der Wissenschaftler. Insofern würden Vereine diese Preissetzungsmacht laut Frick auch nicht komplett ausreizen. Dennoch: „Die Clubs sind heute Wirtschaftsunternehmen. Man kann nicht auf der einen Seite von den Verantwortlichen wirtschaftliche Kompetenz einfordern und auf der anderen Seite den in dieser Hinsicht weniger qualifizierten Fans wirtschaftliche Entscheidungen zugestehen.“

Gehälter und Umsätze

Bei den hohen Summen, die in diesem Geschäft gehandelt werden, diskutierten Experten und Fußballfunktionäre in der Vergangenheit immer wieder die Einführung einer Gehaltsobergrenze, wie es sie etwa unter dem Begriff „Salary Cap“ im US-amerikanischen Sport gibt. „Ich glaube nicht, dass eine Gehaltsobergrenze sinnvoll ist. Zum einen halte ich das für einen aus ökonomischer Sicht schwer begründbaren Eingriff in die Autonomie der Clubs. Zum zweiten sind die Kosten zur Überwachung eines Salary Caps exorbitant hoch. Im Zweifel schließen die Spieler private Verträge mit Sportartikelherstellern ab, die nichts Anderes als verdeckte Gehaltszahlungen sind. Mit anderen Worten: In dem Moment, in dem eine Gehaltsobergrenze eingeführt werden soll, wissen die Clubs bereits, wie sie diese umgehen können.“ Obwohl die Umsätze der Bundesliga-Clubs in den vergangenen 25 Jahren stärker gestiegen seien als die Spielergehälter, gebe es immer noch ausreichend Clubs, die ihre Schuldenlast in dieser Zeit erhöhten.

Wirtschaftliche Verantwortung und Wettbewerb im Zwiespalt

Im Jahr 2015 führte die UEFA das Financial Fairplay (FFP) ein, das die Vereine in die Pflicht nehmen sollte, wirtschaftlich verantwortlicher zu handeln und weniger Schulden zu machen. „Natürlich weiß aber die UEFA, dass sie ihr wertvollstes Produkt, nämlich die Champions League, beschädigen würde, wenn sie Vereine wie Manchester City aufgrund von Regelverstößen vom Wettbewerb ausschließt“, betont Frick. Hinzu käme, dass ein solcher Ausschluss die Wahrscheinlichkeit einer sogenannten „Super Liga“, mit denen sich einige Clubs bereits seit Jahren beschäftigen, massiv erhöhen würde, wie der Paderborner Sportökonom zu bedenken gibt: „Ich glaube, dass die Clubs diese Diskussion strategisch einsetzen, um bei der UEFA zusätzliche Erlöse zu erpressen, und ich nenne es ganz bewusst ‚erpressen‘. Die UEFA weiß, dass diese Drohungen glaubwürdig sind. Sollte dieser Fall also eintreten, so würden die nationalen Ligen zu einer Resterampe verkommen, weswegen die Ligaverbände hier auch intervenieren und von der UEFA fordern, dass diese den europäischen Top-Clubs keinen Grund liefert, um sich abzuspalten.“

Text: Kamil Glabica, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Internationales Wirtschaft
news-34754 Mon, 29 Jul 2019 10:51:41 +0200 Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane von der Universität Paderborn in der Süddeutschen Zeitung zum ersten DFG-Sonderforschungsbereich in der BWL https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/prof-dr-caren-sureth-sloane-von-der-universitaet-paderborn-in-der-sueddeutschen-zeitung-zum-ersten-d/ In der Reihe „Nahaufnahme“ im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli 2019 wird Caren Sureth-Sloane, Professorin für Betriebswirtschaftslehre von der Universität Paderborn, anlässlich des jüngst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erstmals geförderten betriebswirtschaftlichen Sonderforschungsbereichs (SFB) vorgestellt, dessen Sprecherin sie ist.

Betitelt mit „Die Zahlen-Frau“ werden in diesem Artikel Schritte aus ihrem beruflichen Werdegang hervorgehoben: Jahrgang 1966, aus einer Unternehmerfamilie stammend, absolvierte Caren Sureth-Sloane zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Nach ihrem Studium nahm sie später den Ruf auf eine BWL-Professur an der Universität Paderborn an. Dort wirkt sie heute noch als Professorin, mehrere Rufe an andere namhafte Universitäten hatte sie abgelehnt. Sie habe schon immer gerne mit Zahlen gearbeitet und betont ihre Leidenschaft mit dem Satz: „Vor allem Steuerthemen treiben mich um.“

In diesem Zusammenhang ist ihr das Thema Transparenz in Regulierung und Unternehmen besonders wichtig, weshalb sie hierzu intensiv in einem großen Team forschen will. Aus ersten Überlegungen, die zusammen mit Joachim Gassen von der Humboldt-Universität zu Berlin entstanden, wurde schließlich bei der DFG ein Sonderforschungsbereich durch die Universität Paderborn, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Universität Mannheim unter ihrer Leitung  beantragt, in dem sie sich zusammen mit mehr als 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland dieser Thematik widmet. Sie ist überzeugt: „Die vielschichtigen Probleme, denen die Betriebswirtschaft heute gegenübersteht, kann man als Einzelkämpfer nicht mehr lösen. Wir haben in diesem Forschungsprogramm Kompetenzen gebündelt und eine kritische Masse überschritten, sodass wir in der Wissenschaft – aber auch außerhalb – Spuren hinterlassen können.“ Zusammen mit ihrem Kollegen Joachim Gassen (HU Berlin) und Dirk Simons (Universität Mannheim) arbeitete sie intensiv zwei Jahre lang an der Konzeption dieses großen Forschungsvorhabens. Dass die Förderung als Sonderforschungsbereich nun von der DFG bewilligt worden ist, „ist für uns eine große Sensation“, sagt Caren Sureth-Sloane zum Erfolg der im Vorfeld geleisteten Arbeiten.

Unter dem Titel „Accounting for Transparency“ sollen in diesem Sonderforschungsbereich den vielschichtigen Fragen zur Transparenzproblematik nachgegangen werden. Wirtschaftsskandale und -krisen hätten zwar erlassene Gesetze und Regeln zur Folge gehabt, doch es sei fraglich, ob diese überhaupt das halten, was sie versprechen, meint Sureth-Sloane. Weitere Forschungsfragen sind, welche Auswirkungen diese Regeln auf Wirtschaft und Gesellschaft hätten oder ob viele dieser neuen Regeln sogar ihren Zweck verfehlt hätten und ob Firmen z. B. gegenüber Finanzämtern und Anteilseignern heute wirklich transparenter sind bzw. mehr Informationen preisgeben, ob Unternehmen wirklich nachhaltiger werden oder nur mehr über Nachhaltigkeit reden …

Die erarbeiteten Forschungsergebnisse sollen gemäß einem Open-Science-Ansatz systematisch verfügbar sein – sowohl für die Kolleginnen und Kollegen in der Wissenschaft als auch für die breite Öffentlichkeit. Sureth-Sloane: „Wir wollen die Forschungswelt in der Betriebswirtschaftslehre revolutionieren.“

Der für 12 Jahre konzipierte SFB wird von der DFG zunächst von Anfang Juli an über vier Jahre gefördert und kann auf Antrag zweimal um jeweils weitere vier Jahre verlängert werden. Das Fördervolumen für die erste Förderperiode liegt bei insgesamt 12 Millionen Euro.

Textzusammenfassung: Ulrike Kropf

Weitere Informationen zum SFB „Accounting for Transparency“:
www.accounting-for-transparency.de

Weitere Informationen zur SZ:
Süddeutsche Zeitung   |   Nr. 150   |   02.07.2019   |   Seite 15
„Die Zahlen-Frau“, von Louis Gross

Link zum Online-Artikel:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nahaufnahme-die-zahlen-frau-1.4506477

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34752 Wed, 24 Jul 2019 17:00:00 +0200 An der Schnittstelle von Informatik und BWL: Künstliche Intelligenz für die Wohnungsvermietung – Machine Learning und Data Analytics https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/an-der-schnittstelle-von-informatik-und-bwl-kuenstliche-intelligenz-fuer-die-wohnungsvermietung-mac/ Prof. Dr. Oliver Müller untersucht unstrukturierte Daten als Basis für Maschinelles Lernen

Gerade erst haben Mieterbund und Hoteliersverband DEHOGA in einem offenen Brief an die Landesregierung härtere Regeln für Airbnb und Co gefordert. Kritik gab es u. a., weil die allgemeine Wohnungsnot durch derartige Portale zunehme, heißt es in dem Schreiben. In deutschen Städten werden mitunter bis zu 6000 Objekte in Onlineportalen zur zeitweisen Untermiete angeboten. Dass aber auch Künstliche Intelligenz (KI) bei der Vermietung im Spiel ist, ist bisher wenig bekannt. Prof. Dr. Oliver Müller, Wirtschaftsinformatiker und Leiter der Arbeitsgruppe „Data Analytics“, erklärt: „Anhand von Informationen, die ich angebe, schlägt mir Airbnb einen Preis vor, zu dem ich meine Wohnung vermieten kann“. Technischer Hintergrund ist die Analyse unstrukturierter Daten, dem Fachgebiet von Müller.

Als Beurteilungsgrundlage dienen weitestgehend objektive Kriterien wie Lage oder Größe der Wohnung, die manuell eingegeben werden müssen. Im Idealfall – und daran arbeitet das Team um Müller – erkennt nun aber ein Computer anhand eines Fotos, ob eine Wohnung hochwertig, modern und gepflegt ist. Aspekte, die sich deutlich auf den Preis auswirken: „Eine KI kann automatisch erkennen, um welchen Eirichtungsstil es sich handelt, wenn man es ihr vorher beigebracht hat. Mit einem exklusiveren oder modernen Stil wird Hochwertigkeit assoziiert und das Objekt entsprechend geschätzt.“ Maschinelles Lernen macht es möglich: Mit dessen Hilfe treffen Systeme Entscheidungen auf Basis von Daten und Algorithmen. Durch intensives Training können Muster erkannt und verinnerlicht werden, die dann bei der Neuzuordnung und Klassifizierung von Objekten helfen.

„Wir stehen noch am Anfang“

„Einfacher ist es bei numerischen Daten wie Zahlen. Schwieriger wird es im Falle von unstrukturierten Daten wie Texten oder eben Bildern“, weiß Müller. Laut dem Wirtschaftsinformatiker steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen: „Eine wirklich objektive Kategorisierung ist aktuell noch nicht möglich. Wir arbeiten daran, die automatische Zuordnung zu verbessern. Die Anwendung von Machine Learning zur inhaltlichen Analyse von Texten und Bildern steht noch relativ am Anfang.“ Bei Bewertungsportalen sieht es ähnlich aus: Hier liegen die Daten in Form von Bewertungen unstrukturiert als Texte vor. KI weist sie Kategorien zu, mit denen gearbeitet werden kann. Dabei werden Themen geclustert und Zusammenhänge erfasst.

Zu Müllers Schwerpunkten gehört auch die Messung von Akzeptanz und wirtschaftlichem Nutzen von Big Data und Maschinellem Lernen. „Erstmal ist es überhaupt wichtig, festzuhalten, dass KI uns unterstützen und nicht ersetzen soll.  Algorithmen sollen uns bei der Entscheidungsfindung helfen und Arbeit abnehmen, so sehe ich das. Zwei Punkte sind für die Akzeptanz essentiell: Das sind Verantwortung und Transparenz.“

Was passiert bei Fehlentscheidungen?

KI findet in der wirtschaftlichen Praxis, aber inzwischen auch in der medizinischen Diagnostik Anwendung: „Kreditbeurteilungen werden von Computern berechnet. Wenn da ein Fehler passiert, ist das zwar ärgerlich, aber nicht verheerend. Ganz anders ist das in der Medizin. Ein Arzt muss in der Lage sein, eine Diagnose, die mittels KI gestellt wurde, zu erklären. Dazu müsste er aber die Algorithmen kennen. Spätestens wenn folgenschwere Fehldiagnosen gestellt werden, die zu falschen Behandlungen führen, stellt sich die Frage nach der Verantwortung. Und die müssen in letzter Instanz wir Menschen übernehmen.“

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34735 Tue, 23 Jul 2019 13:23:53 +0200 Wissenschaft und Praxis: Studierende der Wirtschaftswissenschaften entwickeln innovative Service-Ideen und digitalen Prototyp https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/wissenschaft-und-praxis-studierende-der-wirtschaftswissenschaften-entwickeln-innovative-service-ide/ Bereits seit drei Jahren bringen der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik von Prof. Dr. Kundisch an der Universität Paderborn und die UNITY AG, Managementberatung für Innovation und Digitale Transformation, in dem Modul „Project Seminar Digital Service Innovations“ kreative Studierende mit zukunftsorientierten Praxispartnern zusammen. Das Projektseminar richtet sich an Studierende, die in einer Kleingruppe innovative Ideen entwickeln und in Form eines digitalen Prototypen umsetzen möchten.

Im Rahmen des Projektseminares werden den Studierenden effektive Methoden, Best Practices und lehrreiche Erfahrungen aus der Praxis zu den Bereichen Innovationsmanagement, Design Thinking und Geschäftsmodellentwicklung nähergebracht. Auf die Theorie folgt die praktische Umsetzung und Anwendung der Methoden im gegebenen Kontext der Praxispartner.

Nachdem im letzten Jahr Serviceinnovationen im Umfeld der traditionsreichen Kunst des Bierbrauens in Zusammenarbeit mit der GEA Group erkundet wurden, entwickelten die Studierenden dieses Jahr Ideen für die Zukunft des „Industrial Sewing“. Praxispartner ist die Dürkopp Adler AG, führender deutscher Hersteller für Industrienähmaschinen mit Sitz in Bielefeld.

Unter Anleitung der UNITY AG haben 21 Studierende die Herausforderung angenommen, der Dürkopp Adler AG innovative Service-Ideen zu pitchen, dazugehörende Geschäftsmodelle auszuarbeiten und erste Prototypen zu realisieren. Die Service-Ideen werden im Laufe des Semesters immer weiter geschärft und anschließend, ganz im Style der „Höhle der Löwen“, einer Jury der Dürkopp Adler AG und der UNITY AG präsentiert.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Lehre
news-34721 Thu, 18 Jul 2019 10:23:45 +0200 Kredite, Mietwohnungen und gute Burger – Prof. Dr. Oliver Müller über Einsatzgebiete Künstlicher Intelligenz https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/kredite-mietwohnungen-und-gute-burger-prof-dr-oliver-mueller-ueber-einsatzgebiete-kuenstlicher-int/ Themenspecial „Künstliche Intelligenz“

Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Wissenschaftsjahr dreht sich 2019 alles um das Thema Künstliche Intelligenz (KI).
Schon heute bestimmen Anwendungen, die auf Digitalisierung und Maschinellem Lernen beruhen, weite Bereiche unseres Lebens: Von virtuellen Assistenzsystemen über Industrieroboter bis hin zu humanoiden Pflegekräften – die intelligenten Maschinen nehmen uns viel Arbeit ab. Wie diese Systeme funktionieren und welche gesellschaftlichen Implikationen es dabei gibt, erörtern Paderborner Wissenschaftler*innen im Rahmen eines Themenspecials. Dabei liegt der Fokus auf ihrer Forschung, mit der sie die Entwicklung mitgestalten.

Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Oliver Müller über Einsatzgebiete Künstlicher Intelligenz

Vor zwei Jahrhunderten hat die Industrialisierung die Gesellschaft grundlegend verändert. Heute findet im Zuge der Digitalisierung eine ähnlich große Umbruchphase statt. Hauptsächliche Katalysatoren: Systeme, die auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten. Von Kreditbeurteilungen über die Preisbestimmung von Wohnungen bis hin zur Bewertung eines Burgers anhand von Fotos – Wie Unternehmen und Endverbraucher davon profitieren können und welche Konsequenzen damit verbunden sind, erklärt Prof. Dr. Oliver Müller, Wirtschaftsinformatiker an der Universität Paderborn.

Maschinen lernen ähnlich wie Menschen

„Maschinelles Lernen“, so der Fachausdruck, ist die Methode, auf die eine KI zurückgreift, um auf Basis von Daten Entscheidungen zu treffen. Im Idealfall soll sie logische Zusammenhänge herstellen können. Oliver Müller: „Ich vergleiche Maschinelles Lernen gerne mit der Art und Weise, wie wir Menschen, vor allem im Kindesalter, lernen, nämlich anhand von Beispielen. Angenommen es geht darum, die Unterschiede zwischen einem Hund und einer Katze zu erkennen. So zeigt man sowohl dem Kind als auch dem Algorithmus möglichst viele Beispiele beider Tiere. Das Pärchen von Problem und Antwort, also das Bild eines Tieres und die korrekte Bezeichnung, wird vorgegeben, in der Hoffnung, dass der Algorithmus bzw. das Kind dazu in der Lage ist, irgendwann Unterschiede zu finden, ohne die Antwort vorgeben zu müssen.“ Wie schnell ein solcher Lernprozess aber zum Erfolg führt, hängt laut Müller davon ab, wie groß die Unterschiede zwischen den vorgegebenen Beispielen seien und wie gut die Datengrundlage ist.

In der wirtschaftlichen Praxis findet diese Methode z. B. bei Kreditbeurteilungen Anwendung: „Ich zeige dem Algorithmus hier viele Kreditanträge einer Bank und ob der Kunde in der Lage war, die Zinsen und Tilgungen zu zahlen“, erzählt Müller und betont: „Das heißt, dass ich den Kunden und den Kredit anhand von Daten beschreiben muss. Der Computer braucht Beispiele, in denen das mit den Rückzahlungen gut geklappt hat und welche, bei denen die Hypothek nicht zurückgezahlt wurde.“ Im Idealfall würde dieses sogenannte „Kreditscoring“ bereits nach ein paar hundert Beispielen funktionieren. Liegen die Daten allerdings in unstrukturierter Form vor, das heißt als Text- oder Bilddaten, die sich nicht so gut in Zahlen ausdrücken lassen, kann es sein, dass der Computer ein paar hunderttausend Beispiele sehen muss. „Im Finanz- und Versicherungsbereich wird das schon seit 20 oder 30 Jahren praktiziert. Eine Versicherung macht ja nichts anderes, als ein Risiko zu beurteilen. Damals wurde das vielleicht noch anders bezeichnet, „Data Mining“ oder einfach nur Statistik. Heute heißt es „Maschinelles Lernen“ oder Künstliche Intelligenz“, bemerkt der Wirtschaftsinformatiker. Die Algorithmen, die hierfür verwendet werden, seien allerdings teilweise immer noch dieselben wie vor paar Jahrzehnten. Komplexere Daten, wie sie durch die Digitalisierung und insbesondere Social Media entstanden sind, würden heute neuere Algorithmen gebrauchen.

Urlaubsplanung mithilfe Künstlicher Intelligenz

„Ich sehe den Wirtschaftsinformatiker hier als Übersetzer zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik“, erklärt Müller. „Wenn es beispielsweise um Vorhersagen für ein Kredit- oder Versicherungsrisiko geht, dann brauche ich großes betriebswirtschaftliches Verständnis, um die Problemstellung zu verstehen. Anschließend muss ich das Problem so formulieren, dass es durch Maschinelles Lernen gelöst werden kann.“ Schwierig wird es insbesondere dann, wenn der Computer hauptsächlich mit Bilddaten arbeiten muss.

An der Universität Paderborn untersucht Müller zusammen mit seinem Team Online-Marktplätze wie z. B. Airbnb oder eBay, die stark auf Bilder angewiesen sind: „In diesem Zusammenhang stellen wir uns die Frage, welchen Einfluss Bilder auf unsere Zahlungsbereitschaft nehmen. Kann ein Algorithmus allein anhand eines Bildes beurteilen, wie gut oder schlecht ein Produkt ist?“ Wer aktuell seine eigene Wohnung bei Airbnb anbieten möchte, muss diese zunächst beschreiben, anschließend schlägt das Online-Unternehmen einen Preis vor. „Hauptsächliche Kriterien hierfür sind momentan die Location und die Größe, also recht simple Bezugsdaten. Für Airbnb, aber natürlich auch für den Kunden, wäre es gut, wenn das System anhand von Fotos einschätzen könnte, ob es sich um einen fairen Preis handelt. Das wäre eine Vision, an der wir derzeit arbeiten“, so Müller. Erste Erfolge bei der Bildanalyse können die Wissenschaftler bereits auf einem anderen Gebiet vorweisen: „Wir können den Computer etwa darum bitten, einen guten von einem schlechten Burger allein anhand von Fotos zu unterscheiden. Viele Restaurantbewertungen enthalten ja mittlerweile Bilder. Die Erfolge, die wir da sehen, sind, dass der Computer sehr schnell erkennen kann, wenn es in die Richtung Fast Food geht und dementsprechend schlechte Qualität ausfindig macht.“

Maschinen verstehen lernen

Bei all dem Fortschritt müsse laut Müller allerdings eines immer mitgedacht werden, nämlich die Transparenz: „Je nach Anwendungsgebiet können die Konsequenzen verheerend sein. Wenn eine Bank ihrem Kunden einen Kredit verweigert, dann muss sie ihre Entscheidung erklären können. Welcher Bankberater aber weiß, warum ein Computer so entschieden hat? Ein Arzt muss in der Lage sein, eine Diagnose zu erläutern, die unter Verwendung Künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Das Problem dabei ist, dass die wirklich guten Algorithmen nicht so leicht verständlich sind. Selbst die Entwickler wissen manchmal nicht genau, was der Algorithmus macht, weil dieser selbstständig lernt.“ Genau dieses Zusammenspiel sei aber entscheidend, damit die Gesellschaft in Zukunft von Künstlicher Intelligenz profitieren könne: „Denn am Ende müssen Menschen die Verantwortung für die Entscheidungen von intelligenten Maschinen auf sich nehmen.“

Text: Kamil Glabica, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-34719 Wed, 17 Jul 2019 15:15:20 +0200 Roboter als Assistenten in der Pflege? Workshop am 19. September im Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/roboter-als-assistenten-in-der-pflege-workshop-am-19-september-im-heinz-nixdorf-institut-der-unive/ Wie können Roboter künftig in der Pflege eingesetzt werden und was ist dabei zu beachten?

Das ist Thema eines englischsprachigen Workshops am Donnerstag, 19. September, ab 13 Uhr im Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn (Fürstenallee 11), Raum F0.231. Veranstalter sind Prof. Dr. Kirsten Thommes von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und ihre Doktorandin Julia Hoppe.

Der Workshop ist offen für alle, die sich für die Erforschung von Robotern in Sozialdiensten interessieren. Zu zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten der Assistenz von Robotern werden in Vorträgen interdisziplinäre Aspekte vorgestellt und anschließend diskutiert. Nach dem Workshop besteht ab 16.45 Uhr die Möglichkeit, an einer Führung, ebenfalls in englischer Sprache, im Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) zum Thema „Mensch, Roboter! – Träume, Erfolge und Enttäuschungen“ teilzunehmen. Anmeldungen per Mail: julia.amelie.hoppe(at)upb(dot)de (bitte auch die gewünschte Teilnahme an der HNF-Führung angeben).

Mit Robotik die Pflege der Zukunft gestalten: Das Projekt erforscht die Bedürfnisse von Fachkräften, Patienten und Angehörigen

Der Workshop findet im Rahmen des Forschungsprojekts „ORIENT“ mit Projektbeteiligten der Partneruniversitäten aus Schweden und Finnland statt. Im Projekt untersuchen Wissenschaftler, wie Roboter in der Pflege eingesetzt werden können und welches Wissen Betroffene benötigen, um die neue Technologie so anwenden zu können, dass sie die Pflegesituation verbessert. Die erarbeiteten Ergebnisse sollen „Orientierung“ für eine effektive Nutzung der neuen Technologien im Bereich der Pflege bieten. Im Mittelpunkt stehen die Informations- und Kommunikationsbedarfe von Patienten, Angehörigen, Pflegefachkräften und -organisationen, Roboterherstellern, Versicherungen sowie politischen Entscheidungsträgern.

Weitere Informationen zum Projekt „ORIENT“:
www.uni-paderborn.de/nachricht/87404

digitales.nrw/de/schaufenster-digitales-nrw/projekte/orient-roboter-fuer-die-pflege

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34689 Tue, 16 Jul 2019 10:14:00 +0200 Department Wirtschaftsinformatik organisiert mehrtägige Exkursion mit „Exzellenzstudierenden“ nach Frankfurt https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/department-wirtschaftsinformatik-organisiert-mehrtaegige-exkursion-mit-exzellenzstudierenden-nach-f/ Als Anerkennung für hervorragende Leistungen hat das Department Wirtschaftsinformatik der Universität Paderborn erneut die besten Studentinnen und Studenten im Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik sowie in den Masterstudiengängen Wirtschaftsinformatik und Management Information Systems im Juli nach Frankfurt eingeladen.

Mit insgesamt 30 Teilnehmern, darunter auch alle fünf Professoren des Departments, konnte die Gruppe am ersten Tag bei der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens (Fraport AG) die Herausforderungen eines Flughafens hautnah bei einer Rollfeldrundfahrt und in anschließender Diskussion mit einem leitenden Software-Architekten kennenlernen. Dabei wurde darauf eingegangen, wie verschiedene Methoden aus den Bereichen Operations Research und Data Science die Geschäftsmodelle des Flughafenbetreibers unterstützen oder auch teilweise erst ermöglichen. So wird beispielsweise der Flugzeugverkehr auf dem Vorfeld durch eine Software koordiniert und navigiert, sodass ein Flugzeug zu einem passenden Zeitpunkt seine „Ramp“, d. h. seinen Parkplatz, verlässt und mit minimaler Wartezeit direkt zur Startbahn rollen kann. Eine solche Zeitersparnis hat gleichzeitig Kostenreduktionen und einen geringeren Kerosinverbrauch am Boden zur Folge.

Am zweiten Tag besuchte die Gruppe die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die als weltweit größte nationale Förderbank unter anderem die Aufgabe verfolgt, öffentliche Aufträge zu realisieren sowie Mittelstand und Existenzgründungen zu fördern. Während des Besuchs haben die Mitarbeiter des Digital Office gezeigt, wie sowohl mit Krediten als auch mit digitalen Plattformen der Auftrag zur Förderung von Mittelstand und Existenzgründung erfüllt werden kann. So bietet beispielsweise die von der KfW geführte und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützte „Gründerplattform“ einen Baukasten, mit der gründungsinteressierte Menschen von der Geschäftsidee über das Geschäftsmodell, den Businessplan, die Finanzierung und viele weitere Aspekten bis hin zur letztendlichen Gründung kostenlos unterstützt werden können.

Das diesjährige Rahmenprogramm wurde u. a. durch den Besuch eines Escape-Rooms abgerundet, bei dem die Teilnehmer in drei Gruppen spannende Aufgaben und Rätsel lösen konnten. Das weitere Rahmenprogramm ließ darüber hinaus noch genügend Zeit für einen persönlichen Austausch in einer entspannten Atmosphäre.

Informationen für Studieninteressierte: www.wiwi.upb.de/dep3/studium

Text:  Prof. Dr. Guido Schryen, Sascha Burmeister

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-34659 Thu, 11 Jul 2019 15:53:27 +0200 Erstes Forum Wirtschaftsethik: Unternehmensverantwortung in Lieferketten https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/erstes-forum-wirtschaftsethik-unternehmensverantwortung-in-lieferketten/ „Unternehmensverantwortung in Lieferketten“ – das war das Thema des ersten öffentlichen Forums Wirtschaftsethik Anfang Juli im Auditorium maximum der Theologischen Fakultät Paderborn. Expert*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten über wirtschaftsethische Fragestellungen und sprachen dabei aktuelle Missstände wie Kinderarbeit, Umweltschäden sowie die Verletzung von Grundrechten bei Arbeitnehmer*innen an.

Prof. Dr. Wolfgang Thönissen, Rektor der Theologischen Fakultät, betonte in seiner Begrüßung, dass es wichtig sei, Raum für öffentliche Diskussionen zu bieten. Das Forum Wirtschaftsethik würde daran anknüpfen und durch den Austausch zwischen u. a. Theolog*innen, Wirtschaftswissenschaftler*innen, Philosoph*innen und Studierenden verschiedene Perspektiven abbilden. Im Anschluss sprach Michael Dreier, Bürgermeister der Stadt Paderborn, über das Ziel, das Bewusstsein der Bevölkerung für fair gehandelte Produkte zu erhöhen und Paderborn als „Fair-Trade“-Stadt zu positionieren. Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer der Universität Paderborn, begrüßte die Teilnehmer*innen zunächst im Namen der Universität und lobte die nun schon 40-jährige Kooperation der Universität mit der Theologischen Fakultät Paderborn, die sich seit 2013 mit der Einbeziehung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät dem Thema Wirtschaftsethik widmet. Als Mitorganisator freute sich Fahr, dass die erfolgreiche Ringvorlesungsreihe in dem Forum Wirtschaftsethik eine Fortsetzung findet.

Prof. Dr. Günter Wilhelms, Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre, führte in die Thematik ein. Laut Wilhelms habe sich im Rahmen der Globalisierung die menschliche Verantwortung ausgebreitet und gleichzeitig verflüchtigt, sodass sie nicht mehr greifbar sei. In einem Impulsvortrag ging Prof. Dr. Nick Lin-Hi von der Universität Vechta auf die Unternehmensverantwortung in Lieferketten am Beispiel der globalen Textilindustrie ein. Dabei forderte er u. a. transparente Lieferketten und nahm die Konsument*innen in die Verantwortung, die bestimmen würden, welche Produkte am Markt angeboten und unter welchen Bedingungen diese produziert werden.

Gesetzliche Grundlagen schaffen für mehr Nachhaltigkeit

An der Podiumsdiskussion nahmen teil: Kerstin Haarmann, cum ratione. Gesellschaft für Aufklärung und Technik GmbH, Nico Kemmler, Textilkontor Walter Seidensticker, Ansgar Lohmann, KiK Textilien und Non-Food GmbH, Jan-Christian Niebank, Deutsches Institut für Menschenrechte, und Prof. Dr. Nick Lin-Hi, Professor für Wirtschaft und Ethik der Universität Vechta. Haarmann machte deutlich, dass nachhaltige Kleidung stärker in der Gesellschaft positioniert werden müsse, so wäre es in Paderborn kaum möglich nachhaltig produzierte Textilien zu kaufen. Als Maßnahme, um Nachhaltigkeit zu steigern, schlug sie die Einführung eines Lieferkettengesetzes vor. Daran schlossen Kemmler und Lohmann an, die bekräftigten, dass es sich um ein globales Problem handele, weswegen ein länderübergreifendes Gesetz notwendig sei. Beide betonten auch, dass eine gesetzliche Regelung die Unternehmen in die Pflicht nehmen würde, die sich bisher nicht im Textilbündnis engagieren. Während die Vertreter aus der Wirtschaft betonten, dass hohe Standards in der Lieferkette, insbesondere hohe Umweltstandards, für die Unternehmen teuer sind und Produkte teurer machen, konterte Lin-Hi, dass sich das mittelfristig rechnen würde. Niebank betonte, dass schon jetzt eine verbindliche Ausgestaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten in Handelsabkommen berücksichtigt werden sollte. Zudem betonte Niebank mit Kemmler, dass die öffentliche Hand schon jetzt verantwortlich produzierte Textilien in der öffentlichen Beschaffung bevorzugen sollte. Die Moderatorin Brigitte Büscher sorgte dafür, dass auch „harte“ Fragen der über 100 Gäste, „fair“ an die Podiumsteilnehmer*innen gestellt wurden.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Ringvorlesung
news-34625 Thu, 04 Jul 2019 13:59:10 +0200 BWL-Professorin Caren Sureth-Sloane von der Universität Paderborn in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum ersten DFG-Sonderforschungsbereich in der BWL https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/bwl-professorin-caren-sureth-sloane-von-der-universitaet-paderborn-in-der-frankfurter-allgemeinen-zei/ Caren Sureth-Sloane ist Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn und Sprecherin des ersten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten betriebswirtschaftlichen Sonderforschungsbereichs (SFB). Dieses neue hochschulübergreifende Forschungsvorhaben über „Accounting for Transparency. Rechnungswesen, Steuern und Unternehmenstransparenz“ wird von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) in ihrem Wirtschaftsteil im Artikel „Ein Ritterschlag für die BWL“ vorgestellt, in dem Sureth-Sloane hierzu ausführlich Auskunft gibt. Ihre Meinung ist von der F.A.Z. nicht nur als Professorin für BWL, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, gefragt, sondern auch in ihrer Funktion als Vizepräsidentin der Schmalen­bach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft.

Caren Sureth-Sloane begrüßt die verstärkten Bemühungen, die gesellschaftliche Bedeutung der Betriebswirtschaftslehre noch stärker in den Fokus zu nehmen und Wissenschaft und Praxis zu verzahnen. Sie ist überzeugt, dass „betriebswirtschaftliche Forschung nur dann dazu beitragen kann, die Wirtschaft und Gesellschaft zu verbessern, wenn sich Wissenschaft und Praxis kennen, respektieren, neugierig aufeinander sind und sich gegenseitig vertrauensvoll Einblicke in die jeweilige Domäne gewähren“. Die universitäre Betriebswirtschaftslehre sei früher einmal sehr nahe an der Wirtschaft gewesen, habe sich im Rahmen der wissenschaftlichen Exzellenzinitiativen stärker an amerikanischen Fachzeitschriften orientiert als an der deutschen Wirtschaftspraxis. „Man müsse aber beides tun: ein international angesehener Forscher sein und dennoch das Ohr an der Praxis haben“, so Sureth-Sloane. Der eine Vielzahl von Projekten umfassende BWL-Sonderforschungsbereich werde sich der auch in der Öffentlichkeit hochaktuellen Thematik zum Spannungsfeld zwischen Transparenz und Regulierung widmen. Dazu konstatiert Sureth-Sloane: „Forderungen nach mehr Transparenz in der Wirtschaft und einer angemessenen Besteuerung sind allgegenwärtig. Dies gilt auch, nachdem durch eine Vielzahl neuer Regulierungen die Berichtspflichten als Antwort auf die Finanzkrise und die Empörung um äußerst geringe Steuerzahlungen bestimmter Konzerne erheblich verschärft wurden.“ Und sie erklärt weiter, dass jenseits von allgemeinverfügbaren Informationen über Unternehmen die Wissenschaft bisher zu wenig Einblick in die unternehmerische Wirklichkeit habe. Deshalb werde in einem Projekt dieses Forschungsprogramms ein Befragungspanel aufgebaut, in dem mit dem Schwerpunkt auf Rechnungswesen und Steuerthemen Führungskräfte halbjährlich befragt werden sollen. Man werde hier erstmals umfassend originäre Daten erheben. Unternehmen, die mitmachen, werden im Gegenzug für ihre Beteiligung Vorabauswertungen zur Verfügung gestellt.

Sureth-Sloane sieht die Erfüllung der angestrebten Informationsaufgaben des Rechnungswesens durch die Masse und Komplexität der verfügbaren Informationen erschwert. Das primäre Problem sei nicht der Mangel an Informationen, sondern deren Fülle und unterschiedliche Qualität. Forschungsfragen in diesem Bereich sind z. B. „welche (unerwünschten) Nebeneffekte Regulierung hat, ob Transparenz ohne Nebenwirkungen (beispielsweise Reputationsschäden durch Veröffentlichung von Zahlen) zu bekommen ist, ob Regulierung nicht auch im Sinn von mehr Transparenz sinnvolle Aktivitäten unterbindet – oder wie die richtige Mischung aus Anreiz und Regulierung aussieht“.

Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen kooperieren mehr als 20 Professuren aus der Betriebswirtschaftslehre. Zum Kernteam gehören die Universität Paderborn, die Humboldt-Universität Berlin und die Universität Mannheim. Darüber hinaus werden aus der Ludwig-Maximilians-Universität München ein größerer Forschungsbeitrag und weitere Einzelbeiträge von der European School of Management and Technology, Berlin, der Frankfurt School of Finance and Management, der Goethe-Universität Frankfurt und der WHU – Otto Beisheim School of Management erfolgen. Insgesamt werden mehr als 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen externes Rechnungswesen, internes Rechnungswesen und Besteuerung in diesem Forschungsvorhaben arbeiten.

Bereits im kommenden Jahr soll Ende März schon eine erste Zwischenbilanz gezogen werden, in die auch bereits im Vorfeld erarbeitete Forschungsergebnisse einfließen werden. Dazu zählt z. B. der von der Universität Paderborn mit der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelte Steuerkomplexitätsindex, der für 100 Länder erarbeitet wurde. Hierbei identifiziert das jeweils landesspezifische Maß für Steuerkomplexität die einzelnen nationalen Komplexitätstreiber. Dabei wird grundsätzlich unterschieden zwischen den Steuergesetzen selbst und den Ausführungsbestimmungen als Rahmenbedingungen und dem Zusammenhang zwischen diesen Arten von Steuerkomplexität und ausländischen Direktinvestitionen auf den Grund gegangen.

Nicht zuletzt hat sich der große Forschungsverbund „Accounting for Transparency“ das Ziel gesetzt, nicht nur zur Transparenz zu forschen, sondern diese auch selbst zu leben. Als integraler Bestandteil dieses Sonderforschungsbereichs sollen die Forschungsergebnisse auch für die breite Öffentlichkeit verständlich formuliert und laufend publiziert werden. Der für 12 Jahre konzipierte SFB wird von der DFG zunächst über vier Jahre gefördert und kann auf Antrag zweimal um jeweils weitere vier Jahre verlängert werden. Das Fördervolumen für die erste Förderperiode liegt bei insgesamt 12 Millionen Euro.

Textzusammenfassung: Ulrike Kropf

Weitere Informationen zum SFB „Accounting for Transparency“:
www.accounting-for-transparency.de

Weitere Informationen zur F.A.Z.:
Frankfurter Allgemeine Zeitung   |   Nr. 149   |   01.07.2019   |   Seite 16
„Ein Ritterschlag für die BWL“, von Georg Giersberg

Link zum Artikelkauf:
https://fazarchiv.faz.net/document/FAZ__FD1201907015733367?offset=&all=

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34627 Wed, 03 Jul 2019 14:37:00 +0200 Social Impact Festival in der garage33 – Studierende entwickeln Geschäftsmodelle mit gesellschaftlichem Mehrwert https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/social-impact-festival-in-der-garage33-studierende-entwickeln-geschaeftsmodelle-mit-gesellschaftlic/ Am Montag, 1. Juli, fand in der garage33 das Social Impact Festival statt, zu dem das Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center (TecUP) und der Lehrstuhl für International Business der Universität Paderborn eingeladen hatten. Studierende stellten dort einem großen Publikum Geschäftsmodelle mit gesellschaftlichem Mehrwert vor, die sie in dem mehrwöchigen Programm „Social Entrepreneurship“ entwickelt hatten.

Innerhalb des Programms konnten Masterstudierende aller Fakultäten der Universität seit April theoretische und praktische Kenntnisse zur Gründung eines Sozialunternehmens erwerben. Das Ziel des Seminars war die Entwicklung einer möglichen Gründungsidee in den Bereichen Bildung, Integration, Klima, Umwelt und Gesundheit.

In einem interaktiven Workshop lernten die insgesamt 22 Teilnehmer*innen das Thema Sozialunternehmertum kennen und entwickelten in Teams eigene Projektideen zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems. Im weiteren Verlauf des Semesters arbeiteten die Teams an der Umsetzung dieser Idee. So erstellten sie eine erste Version des Produktes oder der Dienstleistung und präsentierten anschließend ihre Ergebnisse.

Folgenden gesellschaftlichen Problematiken haben die Studierenden den Kampf angesagt: Das Studierendenteam von „interim+“ möchte mit seiner Lösung einer drohenden Altersarmut entgegenwirken, während das Team von „Tante Emma“ den Plastikkonsum im Lebensmittelbereich mit seiner Lösung reduzieren möchte. „Mediguard“ kämpft für die Unterstützung von Rettungssanitäter*innen durch die Erkennung von Vorerkrankungen auf den ersten Blick. Die Gruppe von „Students4future“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Identifikation von Unterstützer*innen für Bewegungen mit sozialem Mehrwert zu vereinfachen. Das Ziel von „Share my field“ ist es, die Nähe zu Lebensmitteln zurückzugewinnen und einen verantwortungsvollen Umgang zu schaffen. Die Vision von „MediLingua“ liegt in der Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Medizinbranche.

„Es ist unglaublich, wie weit die Studierenden ihre Ideen innerhalb von nur acht Wochen entwickelt haben. Sie haben sich stark eingesetzt und waren voller Tatendrang“, so Dr. Eva Alexandra Jakob, Initiatorin der Social Entrepreneurship Aktivitäten in der garage33.

Die Lehrveranstaltung entstand im Sommersemester 2016 aus einer Kooperation des Lehrstuhls International Business, dem Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center (TecUP) und der Social Entrepreneurship Akademie in München. Die Leitung des Programms übernahm Dr. Eva Alexandra Jakob. Gemeinsam mit der Doktorandin Yasmine Yahyaoui begleitete sie die Teams und erforscht, wie sozialunternehmerische Teams erfolgreich agieren können.

Weitere Informationen unter www.tecup.de/social-entrepreneurship-upb/.

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-34593 Tue, 02 Jul 2019 09:21:21 +0200 Die Fakultät erinnert an ihren Statistikforscher Prof. Dr. Heinz J. Skala https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/die-fakultaet-erinnert-an-ihren-statistikforscher-prof-dr-heinz-j-skala/ Die Universität Paderborn und die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften trauern um Prof. Dr. Heinz J. Skala, der im Alter von 76 Jahren am 24. Mai gestorben ist.

Der studierte Diplom-Kaufmann und Doktor der Handelswissenschaften Heinz J. Skala wurde 1974 zum Wintersemester als ordentlicher Professor an den damaligen Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der zwei Jahre zuvor gegründeten Gesamthochschule (GH) und späteren Universität Paderborn berufen.

1942 in Österreich in Wien geboren, arbeitete Heinz J. Skala zunächst von 1961 bis 1966 nach seinem Examen bei den Wiener Schwachstromwerken in der Abteilung Nachrichtenübertragung.

An der Hochschule für Welthandel in Wien war er am Institut für Statistik und Mathematik von 1967 bis 1968 als Wissenschaftlicher Angestellter und von 1968 bis 1970 als Wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter tätig. Während dieser Zeit erfolgte 1968 die Promotion zum Dr. rer. pol. im Bereich Handelswissenschaften.

Von 1970 bis 1974 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ökonometrie an der Universität Heidelberg, wo er 1973 die Habilitation und die Venia Legendi für Statistik und Ökonometrie erlangte.

Seit 1974 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002 befasste sich Prof. Dr. Heinz J. Skala an der  Universität-Gesamthochschule Paderborn in den Wirtschaftswissenschaften im Rahmen seiner Professur mit Statistik, Ökonometrie und Entscheidungstheorie.

„Seine interdisziplinären und internationalen Forschungstätigkeiten trugen schon damals zum wissenschaftlichen Renommee unserer jungen Hochschule bei. Darauf sind wir besonders stolz und auch dankbar für das Engagement unseres Kollegen Heinz J. Skala“, würdigt die Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, das Wirken von Professor Skala.

So war Heinz J. Skala u. a. Mitglied in Editorial Boards sowie Gutachter verschiedener internationaler Fachzeitschriften wie „Mathware“, „International Journal of Uncertainty, Fuzziness and Knowledge-Based Systems” und „Theory and Decision“. Darüber hinaus engagierte er sich als Mitglied im Scientific Board der internationalen Konferenz von „Foundations and Applications of Utility, Risk and Decision Theory” sowie als Mitglied im Herausgebergremium von „Theory and Decision” und von „Systems Theory, Knowledge Engineering and Problem Solving”. Er war Herausgeber der Buchreihe „Theory and Decision Library – Series B: Mathematical and Statistical Methods”.

Die internationale wissenschaftliche Vernetzung pflegte Skala auch durch Gastaufenthalte, u. a. in den USA an der University of California und der San Francisco State University, in Kanada an der University of British Columbia oder in Australien an der University of Auckland.

In Paderborn veranstaltete Heinz J. Skala 1988 zusammen mit seinen damaligen Paderborner Kollegen Prof. Dr. Benno Fuchssteiner (Mathematik) und Prof. Dr. Thomas Lengauer (Informatik) das 13. Symposium on Operations Research.

Zusammen mit Prof. Dr. Paul Harff und Prof. Dr. Manfred Kraft oblag seiner Arbeitsgruppe in den Paderborner Wirtschaftswissenschaften die Ausbildung in Statistik, Entscheidungstheorie und Ökonometrie für die Studierenden der wirtschaftswissenschaftlichen Fächer Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Lehrämter.

Detailliert aufgelistet sind seine wissenschaftlichen Aktivitäten in den Hochschulpublikationen in der Paderborner Universitätsbibliothek in den digitalen Sammlungen zu finden.

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften behält ihren Kollegen Prof. Dr. Heinz J. Skala in dankbarer Erinnerung. Seiner Familie gelten die aufrichtige Anteilnahme und das Mitgefühl von Universität und Fakultät.

Text: Ulrike Kropf

Internetlinks zur Traueranzeige:
https://www.nw-trauer.de/traueranzeige/heinz-j-skala
https://www.wb-trauer.de/todesanzeige/heinz-j-skala

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Pressemitteilungen Standort
news-34615 Mon, 17 Jun 2019 11:10:00 +0200 Studie: Instrumente für gute Unternehmensführung in Institutionen der öffentlichen Hand haben Defizite https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/studie-instrumente-fuer-gute-unternehmensfuehrung-in-institutionen-der-oeffentlichen-hand-haben-defizi/ Öffentliche Unternehmen und Institutionen in Deutschland (i. F. „Institutionen“ genannt) müssen ihre Governance-Systeme verbessern, wenn sie die immer komplexer werdenden Anforderungen und Regelungsbedarfe mit dem notwendigen Maß an Sicherheit einhalten sowie Risiken reduzieren wollen. Andernfalls riskieren sie Reputationsverluste, Geldstrafen oder strafrechtliche Konsequenzen.

Dies ist das Fazit der Studie „Governance-Systeme in Institutionen der öffentlichen Hand – Status quo und Handlungsbedarf“. Sie wurde von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Universität Paderborn, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (insb. Corporate Governance), erstellt. 64 Institutionen haben teilgenommen, darunter insgesamt 19 Versorger und Entsorger und 16 Kernverwaltungen. Die anderen Teilnehmer sind Kliniken, Hochschulen, Unternehmen im ÖPNV, Wohnungsunternehmen, Stiftungen und Vereine.  

Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln auf Führungsebenen

Marco Galioto, Experte für Governance-Systeme im öffentlichen Sektor und studienverantwortlicher PwC-Partner, sagt: „Positiv ist, dass über 90 Prozent der befragten Institutionen Governance-Systeme als wichtig ansehen, um ihre Sorgfaltspflichten zu erfüllen und ihre Geschäftsrisiken zu reduzieren.“

Dass 20 Prozent dennoch kein einziges Governance-System (Risikomanagementsystem, Compliance-Managementsystem, Internes Kontrollsystem, Interne Revision u. a.) implementiert haben, sei bedenklich und spiegele die tägliche Beratungspraxis von PwC wider.

„Auf Leitungsebene und in den Aufsichtsorganen muss das Thema dringend höher priorisiert werden“, sagt Marco Galioto. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass Schwachstellen Störfälle verursachen, die wiederum zu Schäden für die Institution und persönlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen führen.“ 

In Institutionen, die mit mindestens einem System arbeiten, sind Risikomanagement-Systeme (63 Prozent) und interne Kontrollsysteme (58 Prozent) weiterverbreitet als interne Revisionssysteme (52 Prozent) und Compliance-Managementsysteme (34 Prozent).

Deutliches Verbesserungspotenzial bei der Systemintegration

Eine zentrale Voraussetzung für die optimale Systemnutzung im Sinne der Gewährleistung der bestmöglichen Risikotransparenz, möglichst zielgerichteter Maßnahmen und daraus folgender systematischen Risikoadressierung ist das bestmögliche Zusammenspiel der Teilsysteme. „Hierfür müssen die Institutionen Systemabläufe, Prozesse und Methoden vereinheitlichen und aufeinander abstimmen“, sagt Prof. Dr. René Fahr, mitverantwortlicher Studienautor und Inhaber des Lehrstuhls Betriebswirtschaft an der Universität Paderborn. So offenbart die Studie: Lediglich vier Prozent der Institutionen attestieren ihren eigenen Systemen eine sehr gute und 47 Prozent eine gute Verlinkung. „Daraus lässt sich schließen, dass knapp die Hälfte nicht das volle Potenzial ihrer Governance-Systeme nutzen oder viele Systeme nicht richtig funktionieren beziehungsweise ineffizient ausgestaltet sind“, sagt Prof. Dr. Fahr.   

Kulturelle Defizite als unsicheres Systemfundament

Zudem zeigt die Studie, dass es an Governance-Zieldefinitionen und kultureller Verankerung fehlt. So leitet mehr als ein Drittel der Institutionen seine Systemziele nicht aus den allgemeinen Organisationszielen ab. „Das wirft die Frage auf, ob die Systeme ohne geeignete Zielsetzung überhaupt funktionieren können“, sagt PwC-Partner Marco Galioto. Noch drängender wird diese Frage, da 57 Prozent der Institutionen nicht uneingeschränkt bejahen, dass es in ihrer Organisation eine Revisions-, Compliance- oder Risikokultur gibt. „Allerdings ist die Kultur eine extrem wichtige Grundlage wirksamer Governance-Systeme. Wie sollen Mitarbeiter die Relevanz verinnerlichen, wenn Leitungs- und Aufsichtsorgane dies nicht vorleben und nicht kulturell verankern?“

Nachholbedarf bei Kontrollen und Ressourcen

Die Studie erfragte auch die Schwachstellen in den Governance-Systemen der Institutionen. Als Top 3 erweisen sich hier „unzureichende zeitliche Kapazitäten“ (81 Prozent), „unzureichende personelle Ausstattung“ (68 Prozent) und „nachrangige Priorisierung von Themen im Zusammenhang mit Governance“ (62 Prozent). Zudem äußerten 79 Prozent der Befragten, dass es bessere Maßnahmen zur Fehlervermeidung und -aufdeckung braucht, um die Wirksamkeit der Governance-Systeme zu gewährleisten.

Kleinste Schwachstelle unter den Wahlmöglichkeiten waren „finanzielle Mittel“ (35 Prozent). „Ein erfolgsentscheidender Faktor sind zweifellos personelle Ressourcen – und zwar nicht nur quantitative, sondern auch qualitative“, schließt PwC-Partner Galioto daraus. Corporate-Governance-Professor René Fahr ergänzt: „Fast die Hälfte der Befragten sagt, dass Stellenbesetzungen schwierig sind. Offensichtlich fehlen spezifisch ausgebildete Fachkräfte am Markt. Umso wichtiger sind interne Qualifikationsmaßnahmen und mitunter die Unterstützung von externen Experten.“     

Die Studie berichtet auch den Arbeitsaufwand in Vollzeitkräften für Governance-Systeme, die jährlichen Kosten, die größten Herausforderungen bei der Systemeinführung, geplante Maßnahmen der Institutionen für die Einführung und Weiterentwicklung von Governance-Systemen und weitere Informationen.

Weitere Informationen: www.pwc.de/governance-studie-upb

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34454 Mon, 17 Jun 2019 09:34:24 +0200 Erstes Forum Wirtschaftsethik in Paderborn nimmt Unternehmensverantwortung in Lieferketten unter die Lupe https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/erstes-forum-wirtschaftsethik-in-paderborn-nimmt-unternehmensverantwortung-in-lieferketten-unter-die/ Ob Kinderarbeit, die Verletzung grundlegender Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oder gravierende Umweltschäden – die Probleme in unternehmerischen Lieferketten sind zahlreich. Doch wer oder was ist für sie verantwortlich? Und was kann dagegen getan werden? – zwei zentrale Fragen, die am Samstag, 6. Juli, von 9.30 bis 13 Uhr im Audimax der Theologischen Fakultät Paderborn im Mittelpunkt stehen sollen. Unter dem Thema „Unternehmensverantwortung in Lieferketten“ diskutieren dann Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft.

Das neue öffentliche Forum Wirtschaftsethik soll Raum bieten, aktuelle wirtschaftsethische Fragestellungen zu reflektieren und Perspektiven auf ethische Herausforderungen in der Wirtschaft eröffnen. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird es dabei ermöglicht, sich persönlich einzubringen und mit Gesprächspartnerinnen und -partnern aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu vernetzen.

Der Begriff Unternehmensverantwortung habe derzeit Konjunktur, heißt es im Einladungsflyer. Für die meisten ethischen Probleme, die im Bereich der Wirtschaft zu Tage treten, würden in der gesellschaftlichen Debatte vor allem die Unternehmen verantwortlich gemacht. Im Fokus der öffentlichen Diskussion stünden dabei immer wieder Textilunternehmen und ihre Lieferketten. „Doch erfolgt diese Form von Verantwortungszuschreibung zu Recht? Welche Ansprüche können berechtigt an Unternehmen gestellt werden und welche Schwierigkeiten ergeben sich für Unternehmen bei der Umsetzung im Hinblick auf das global vernetzte Wirtschaftssystem? Welche Rollen kommen anderen Akteuren, der Gesellschaft und dem Staat bei der Gestaltung und Entwicklung ethischer Leitplanken zu?“.

Nach der Begrüßung durch den Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, Professor Dr. Wolfgang Thönissen, und den Bürgermeister der Stadt Paderborn, Michael Dreier, wird zunächst durch die Veranstalter, Professor Dr. René Fahr (Universität Paderborn) und Professor Dr. Günter Wilhelms (Theologische Fakultät Paderborn), in die allgemeine Thematik eingeführt. Der Impulsvortrag „Unternehmensverantwortung in Lieferketten am Beispiel der globalen Textilindustrie“ von Professor Dr. Nick Lin-Hi (Universität Vechta) bietet dann eine vielversprechende Grundlage für die darauffolgende Podiumsdiskussion. Neben dem Vortragenden reihen sich hierzu die Verantwortlichen für den Bereich Unternehmensverantwortung der Firmen Seidensticker und KiK, Nico Kemmler und Ansgar Lohmann, die Geschäftsführende Gesellschafterin der gemeinnützigen GmbH cum ratione, Kerstin Haarmann, und Jan-Christian Niebank vom Deutschen Institut für Menschenrechte ein. Die Moderation der gesamten Veranstaltung übernimmt die bekannte Journalistin Brigitte Büscher.

Das Forum Wirtschaftsethik ist Teil der seit 2013 bestehenden Kooperation Wirtschaftsethik zwischen der Universität Paderborn und der Theologischen Fakultät Paderborn. Diese ermöglicht die wechselseitige Öffnung von Lehrveranstaltungen im Bereich Wirtschaftsethik für die Studierenden beider Hochschulen und fördert das Nachdenken über wirtschaftsethische Fragestellungen in Studium und Öffentlichkeit. Verantwortet wird die Kooperation von Professor Dr. René Fahr, Lehrstuhlinhaber für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Corporate Governance, aufseiten der Universität Paderborn und von Professor Dr. Günter Wilhelms, Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre, aufseiten der Theologischen Fakultät Paderborn.

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Pressemitteilungen Veranstaltungen
news-34450 Mon, 17 Jun 2019 08:50:47 +0200 Arbeitswelt im Wandel: Prof. Dr. Martin Schneider im Kurzinterview https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/arbeitswelt-im-wandel-prof-dr-martin-schneider-im-kurzinterview/ Von einem mobilen Schreibtisch aus erforscht er, wie sich unsere Arbeitswelt wandelt: Prof. Dr. Martin Schneider von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften im Kurzinterview.

Was sind aktuell Ihre Forschungsschwerpunkte?
Die Modewörter „New Work“, „Digitalisierung“ und „Agilität“ kann ja eigentlich niemand mehr hören, aber sie zeigen, dass sich unsere Arbeit gerade stark verändert. Mit meinem Team untersuche ich diese Veränderungen: Wie verschieben sich Gehaltsstrukturen, wenn die Unternehmen weniger hierarchisch und regelbasiert sind? Was zahlen Crowdworking-Plattformen ihren Beschäftigten? Wie wandelt sich der Job, wenn er digitalisiert wird? Und wie wirken neue, spaßige Büros auf Bewerber und Mitarbeiter? Das neue Arbeiten erproben wir auch selbst: Gerade haben wir mein Büro in ein gemeinsam genutztes Denklabor verwandelt. Ich wechsle jetzt mit meinem Schreibtisch zwischen den Räumen der Doktoranden hin und her.

Was ist Ihnen in der Lehre wichtig?
Ich möchte mit meinem Team dazu beitragen, dass Menschen als Beschäftigte und als Führungskräfte fair und vernünftig entscheiden, führen und handeln. Die Inhalte machen wir möglichst greifbar. Beim Seminar zum Thema „Selbstorganisiertes Arbeiten“ wenden die Studierenden das Prinzip selbst an: sie wählen die Themen aus und planen die Sitzungen, ich bin nur noch unterstützender Moderator. Abstrakte Ideen untersuchen die Studierenden anhand von Spielfilmen: soziale Klassen zum Beispiel mit „Ziemlich beste Freunde“ an oder digitale Überwachung mit „The Circle“. Im Seminar für personalwirtschaftliche Instrumente wiederum arbeiten wir gerade mit einem Unternehmen zusammen, einschließlich Betriebsbesichtigung, Vor-Ort-Interviews und Abschlusspräsentation vor dem Chef.

Die Uni Paderborn ist für mich…
… die akademische Wahlheimat, weil sie informell, egalitär und leistungsorientiert ist.

Interview: Simon Ratmann

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Projekte Forschung
news-34426 Thu, 13 Jun 2019 15:04:34 +0200 Vortrag von Prof. Dr. Dennis Kundisch beim 1. Symposium des „SICP – Software Innovation Campus Paderborn“ am 18. Juni im Heinz Nixdorf MuseumsForum https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/vortrag-von-prof-dr-dennis-kundisch-beim-1-symposium-des-sicp-software-innovation-campus-pader/ Am Dienstag, 18. Juni, veranstaltet der „SICP – Software Innovation Campus Paderborn“ der Universität Paderborn im Heinz Nixdorf MuseumsForum erstmalig ein Symposium, bei dem aktuelle Forschungsthemen rund um Digitalisierung sowie software- und datengetriebene Innovationen diskutiert werden. Prof. Dr. Dennis Kundisch, Inhaber der Professur für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Digitale Märkte, wird im Rahmen des Symposiums gemeinsam mit Christoph Plass von der Unity AG einen Vortrag zum Thema „Digital Business – Geschäftsmodelle systematisch entwickeln!" halten. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Technologieexperten und Entscheider regional ansässiger Unternehmen. Die interessierte Öffentlichkeit ist ebenfalls herzlich eingeladen, an dem Symposium teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenlos und kurzfristig möglich. Um vorherige Anmeldung über die Webseite der Veranstaltung wird gebeten: https://www.sicp.de/symposium.

„Die Teilnehmer erwarten spannende Vorträge und interaktive Workshops mit Wissenschaftlern, Mitgliedsunternehmen und Partnern des SICP zu aktuellen Forschungs- und Innovationsthemen wie intelligente Systeme, digitale Ge­schäftsinnovationen, moderne Softwareentwicklung, Industrie 4.0 und Cyber-Sicherheit", erklärt Dr. Stefan Sauer, Geschäftsführer am SICP.

Prof. Dr. Knut Koschatzky, Leiter des Competence Centers „Politik – Wirtschaft – Innovation“ des renommierten Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe, wird als Hauptredner über das Thema „Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – Das Modell Forschungscampus als Innovationstreiber" sprechen.

„Das Symposium bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, mit Experten aus Praxis und Wissenschaft über aktuelle Innovationstrends rund um Software, Daten und Digitalisierung zu diskutieren und sich über die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten am SICP zu informieren", so Sauer. In den Pausen besteht Gelegenheit, sich über aktuelle Projekte zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch die Mitgliedsunternehmen des SICP werden sich vorstellen.

Programm

9.00 Uhr Empfang

9.30 Uhr Begrüßung und Grußwort des Präsidiums der Universität Paderborn

10.00 Uhr Keynote: „Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – Das Modell Forschungscampus als Innovationstreiber“, Prof. Dr. Knut Koschatzky (Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung)

11.00 Uhr Vortrag: „Smart Systems – Künstliche Intelligenz auf dem Weg in die Praxis“

11.30 Uhr Vortrag: „Digital Business – Geschäftsmodelle systematisch entwickeln!“

12.00 Uhr Parallele Workshops (Smart Systems, Digital Business)

13.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Vortrag: „Digital Security – Digitale Transformationen sicher gestalten!“

14.30 Uhr Vortrag: „Cyber-Physical Systems – Intelligente Dienste durch Vernetzung“

15.00 Uhr Vortrag: „Software Engineering – Methoden & Techniken in Zeiten des zunehmenden Lichts“

15.30 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Parallele Workshops (Digital Security, Cyber-Physical Systems, Software Engineering)

17.00 Uhr Podiumsdiskussion

17.45 Uhr Get together & Networking

Weitere Informationen, das detaillierte Tagungsprogramm und die Möglichkeit zur Anmeldung auf der Webseite der Veranstaltung: https://www.sicp.de/symposium. Dort gibt es auch den Veranstaltungsflyer in digitaler Form.

Über den SICP

Der SICP – Software Innovation Campus Paderborn ist ein strategischer Forschungs- und Innovationsverbund, wo in gemeinsamen Projekten Themen rund um Digitalisierung sowie software- und datengetriebene Innovationen fachgebiets- und organisationsübergreifend erforscht und entwickelt werden. Zu den Schwerpunkten zählen Digitale Wirtschaft, Intelligente Systeme und Services, hochgradig vernetzte technische Systeme, IT-Sicherheit sowie Methoden zur Software- und Systementwicklung. Der SICP setzt die Idee eines gemeinsamen Forschungscampus von Wissenschaft und Unternehmen um, der zukünftig an der Zukunftsmeile 2 (ZM2) in Paderborn beheimatet sein wird.

Gegenwärtig sind neben der Universität Paderborn die folgenden Unternehmen Mitglied des SICP: Atos Information Technology GmbH, CONTACT Software GmbH, Diebold Nixdorf Systems GmbH, dSPACE digital signal processing and control engineering GmbH, Hörmann KG Antriebstechnik, Resolto Informatik GmbH, secunet Security Networks AG, S&N Invent AG, UNITY AG. Die Mitgliedschaft ist offen für weitere Unternehmen.

 

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Veranstaltungen Wirtschaft Veranstaltungen
news-34376 Thu, 06 Jun 2019 16:24:00 +0200 Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Kirsten Thommes am 26. Juni an der Universität Paderborn: „We cannot let the humans pay for our mistakes“ https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/antrittsvorlesung-von-prof-dr-kirsten-thommes-am-26-juni-an-der-universitaet-paderborn-we-cannot/ Am Mittwoch, 26. Juni, hält Prof. Dr. Kirsten Thommes von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn ihre Antrittsvorlesung mit dem Titel „We cannot let the humans pay for our mistakes“.

Zum Vortrag sowie dem anschließenden Empfang sind Hochschulangehörige und weitere Interessierte herzlich eingeladen. Die Antrittsvorlesung findet in deutscher Sprache statt und beginnt um 16 Uhr im Gebäude Q, Ebene 0, Raum 101 (Q0.101).

Kirsten Thommes ist seit April 2018 Professorin im Management Department und Inhaberin der Professur für „Organizational Behavior“ an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in kooperativen Arbeitsstrukturen in Teams und zwischen Menschen und Maschinen. Innerhalb der Antrittsvorlesung wird der Schwerpunkt zur Wirkung von Assistenzsystemen auf die Produktivität von Arbeitnehmern anhand von ausgewählten Forschungsergebnissen vorgestellt.

Weitere Informationen zu Kirsten Thommes

Nach dem Studium an der Philipps-Universität Marburg promovierte Kirsten Thommes im Sonderforschungsbereich 501 der Universitäten Jena und Halle. Nach der Promotion absolvierte sie ihre Post-Doc Phase an der Universität für Gesundheitswissenschaften Wien, der Radboud Universität Nijmegen und der RWTH Aachen. Sie übernahm Lehrstuhlvertretungen an der RWTH Aachen sowie der BTU Cottbus, bevor sie 2018 an die Universität Paderborn berufen wurde.

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Pressemitteilungen Standort Veranstaltungen
news-34362 Wed, 05 Jun 2019 11:13:42 +0200 Neuer Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer an der Universität Paderborn: Prof. Dr. René Fahr ins Amt gewählt https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/neuer-vizepraesident-fuer-wissens-und-technologietransfer-an-der-universitaet-paderborn-prof-dr-ren/ Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. René Fahr ist am heutigen Dienstag, 4. Juni, nach einer hochschulöffentlichen Vorstellung zum neuen Vizepräsidenten für Wissens- und Technologietransfer der Universität Paderborn gewählt worden. Seine Amtszeit beginnt mit sofortiger Wirkung und endet 2024 mit der Amtszeit der derzeitigen Präsidentin. René Fahr folgt damit auf den im Januar aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Prof. Dr. Rüdiger Kabst.

Der 47-jährige Ökonom ist seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insb. Corporate Governance an der Universität und wissenschaftlicher Direktor des Experimentallabors der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Von 2015 bis 2019 war er dort ebenfalls Prodekan für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. René Fahr war außerdem Vorsitzender der Ethik-Kommission der Universität Paderborn.

Zu den Aufgaben des Vizepräsidenten gehört es u. a., die gute Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft weiter voranzutreiben und die Verbreitung von an der Universität entwickelten Technologien zu fördern. Darüber hinaus geht es um den allgemeinen, fakultätsübergreifenden Wissenstransfer in Gesellschaft und Politik. Eine der Hauptaufgaben wird die Entwicklung einer neuen Transferstrategie für die Universität sein.

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Auszeichnungen und Ehrungen
news-34378 Wed, 05 Jun 2019 10:11:00 +0200 Studierende unterhalten sich mit humanoidem Roboter – Beobachtungsstudie an der Universität Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/studierende-unterhalten-sich-mit-humanoidem-roboter-beobachtungsstudie-an-der-universitaet-paderbor/ Am Mittwoch, 5. Juni, war der Roboter „Pepper“ aus dem Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) an der Universität, um sich im Rahmen eines Experimentes mit Probanden zu unterhalten.

Studierende untersuchen im Kontext eines Seminars am Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement von Prof. Dr. Nancy Wünderlich und in Kooperation mit dem HNF, wie Menschen mit dem Roboter interagieren. Für die Untersuchung an der Uni wurden Frage- und Auswertungsbögen vorbereitet, die nun weitere Aufschlüsse über die Mensch-Roboter-Beziehung geben sollen. Außerdem wurden im Vorfeld mehrere Experimente mit „Pepper“ gemacht. Für die Studie an der Uni wurde u. a. beobachtet, wie die Studierenden mit dem Roboter in Kontakt treten, wie sie emotional auf ihn reagieren, wie viel Abstand sie zu ihm halten und ob sich diese Parameter im Laufe der Unterhaltung verändern. Studierende, die an diesem Projekt mitarbeiten, führen darüber hinaus weitere qualitative und quantitative Analysen durch, um zukünftig valide Daten darüber zu gewinnen, wie Pepper von Menschen wahrgenommen wird und wo mögliche Einsatzgebiete des Roboters liegen.

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Pressemitteilungen Projekte Forschung
news-34360 Tue, 04 Jun 2019 11:10:00 +0200 Früher Produkt, jetzt Lösung – Der Wandel hin zu wertzentrierten Geschäftsmodellen https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/frueher-produkt-jetzt-loesung-der-wandel-hin-zu-wertzentrierten-geschaeftsmodellen/ Neues DFG-Forschungsprojekt

Von der Ware zum Wertbeitrag: Unter Leitung von Dr. Eva Böhm und Prof. Dr. Andreas Eggert ist an der Universität Paderborn ein neues Forschungsprojekt im Bereich der Wirtschaftswissenschaften gestartet. „Strategic Transformation to Value-Centred Business Models” hat zum Ziel, den strategischen Wandel in deutschen Industriegüterunternehmen zu untersuchen und Unternehmen bei der Frage zu unterstützen, ob, wann und wie ein Wandel hin zu wertzentrierten Geschäftsmodellen sinnvoll ist. Im Fokus solcher Modelle steht der Wertbeitrag der Angebote aus Sicht des Kunden. Das zunächst auf drei Jahre ausgelegte Vorhaben ist im Januar gestartet und wird mit rund 440.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.

Aktuell beobachten wir in Industriegüterunternehmen einen zunehmenden Wandel von produktzentrierten hin zu wertzentrierten Geschäftsmodellen. Durch das Angebot von umfangreichen Dienstleistungen und Lösungen sind Industriegüterunternehmen bemüht, einen zusätzlichen Wertbeitrag für ihre Kunden zu schaffen, der über das reine Produktangebot hinausgeht“, erklärt Dr. Eva Böhm vom Department „Management“ der Universität.

Es gehe also längst nicht mehr nur um die Herstellung und Vermarktung von Gütern, sondern vielmehr um die Generierung von zusätzlichem Wert. Dazu Böhm: „Eine ganzheitliche Wertschöpfung durchdringt die Unternehmensprozesse. Umfangreiche Betreibermodelle und Dienstleistungen, bei denen man Produkte inklusive begleitender Dienstleistungen mieten statt kaufen kann, ersetzen klassische Geschäftsmodelle.“

„Unterschiede gibt es bei Umsetzung und Ausmaß des strategischen Wandels“, ergänzt Eggert, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing. Manche Unternehmen übernehmen gleich ganze Unternehmensprozesse für ihre Kunden, während sich andere auf einzelne – oftmals produktbezogene – Zusatzservices beschränken. Böhm und Eggert sind sich einig: „Die Veränderungen der Geschäftsmodelle in den Unternehmen sind häufig historisch gewachsen. Für eine systematische Planung des strategischen Wandels fehlen dann die nötigen Entscheidungshilfen.“

Und das wollen die Wissenschaftler ändern: Sie untersuchen nicht nur, wie und warum sich Unternehmen hin zu wertzentrierten Geschäftsmodellen verändern, sondern insbesondere auch, wann sich die strategische Transformation lohnt. Damit wollen sie den Firmen fundierte Handlungsempfehlungen an die Hand geben.

Bei dem Forschungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster durchgeführt wird, kooperiert das Team mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen der weiterverarbeitenden Industrie, um durch Interviews, Befragungen sowie die abschließende Diskussion und Reflexion der Ergebnisse wertvolle Informationen zu gewinnen.

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Projekte Forschung
news-34287 Tue, 28 May 2019 15:19:05 +0200 Roboter „Pepper“ des Heinz Nixdorf MuseumsForums am 5. Juni an der Universität Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/roboter-pepper-des-heinz-nixdorf-museumsforums-am-5-juni-an-der-universitaet-paderborn/ Am Mittwoch, 5. Juni, wird der Roboter „Pepper“ aus dem Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) von 10 bis 14 Uhr im Bibliotheksfoyer der Universität Paderborn stehen und sich mit vorbeigehenden Menschen unterhalten.

Alle Interessierten sind zu der Aktion herzlich eingeladen, die im Rahmen eines Seminars am Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement von Prof. Dr. Nancy Wünderlich und in Kooperation mit dem HNF stattfindet. Ziel dieser Aktion ist es, zu beobachten, wie Menschen mit dem Roboter interagieren. Darüber hinaus wird eine Mitarbeiterin des HNF als Ansprechpartnerin vor Ort sein, um allgemeine Fragen zum Museum oder zu Pepper zu beantworten.

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Pressemitteilungen Projekte Forschung Veranstaltungen
news-34285 Tue, 28 May 2019 14:43:28 +0200 Universität Paderborn bietet neuen Masterstudiengang „Taxation, Accounting und Finance“ an – Bewerbungen ab 1. Juni möglich https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/universitaet-paderborn-bietet-neuen-masterstudiengang-taxation-accounting-und-finance-an-bewerbu/ Ab dem kommenden Wintersemester bietet die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn den neuen Masterstudiengang „Taxation, Accounting and Finance (TAF)“ an.

Er richtet sich an Studierende, die nach erfolgreichem Bachelorstudium ihr Wissen im Finanz- und Berichtswesen vertiefen wollen, um sich später für Führungsaufgaben in internationalen Unternehmen, Steuer- und Unternehmensberatungen oder Wirtschaftsprüfungen empfehlen zu können. Interessierte können sich ab dem 1. Juni für den Studiengang bewerben. Bewerbungsfrist ist der 21. September. Weitere Informationen gibt es unter wiwi.upb.de/studienorganisation/studienangebot/master/msc-taxation-accounting-and-finance und per Mail: studium(at)wiwi.upb(dot)de.

Prof. Dr. Michael Ebert, der den Studiengang verantwortet, erläutert: „In unserem TAF-Master verbinden wir ökonomische Theorie mit anspruchsvollen Problemen aus der Praxis, die unsere Studierenden mit wissenschaftlichen Methoden zu lösen lernen.  Besonderen Wert legen wir darauf, den Studierenden die Wechselwirkungen zwischen Finanz- und Berichtsentscheidungen zu vermitteln. Das Interesse von Unternehmen an unserem neuen Studiengang zeigt uns, dass genau das Wissen über diese Wechselwirkungen unsere zukünftigen Absolventinnen und Absolventen zu äußerst gefragten Experten in allen Bereichen der Wirtschaft machen wird.“

Mit einem großen und forschungsstarken Fachbereich für Taxation, Accounting und Finance sowie zahlreichen Kontakten in die lokale und globale Wirtschaft bietet die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ideale Voraussetzungen für den neuen Studiengang. „Unsere Expertise und Forschungsstärke wurde gerade von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) besonders prominent gewürdigt, die mit der Bewilligung des Sonderforschungsbereichs für den betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt ‚Accounting for Transparency‘ die wissenschaftliche Exzellenz unserer Fakultät in den nächsten mindestens vier Jahren auch finanziell fördert. Von der erkenntnisorientierten Forschung zu Unternehmensrechnung, Besteuerung und Transparenz in diesem Fachgebiet werden auch die Studierenden in ihrem Studium an unserer Fakultät profitieren“, betont Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Weitere Informationen zum Sonderforschungsbereich „Accounting for Transparency“ unter www.accounting-for-transparency.de und www.uni-paderborn.de/nachricht/90175

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Standort
news-34251 Fri, 24 May 2019 14:15:39 +0200 Forschung zu Online-Finanzhandelsplattformen: Jun.-Prof. Dr. Matthias Pelster mit Preis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/forschung-zu-online-finanzhandelsplattformen-jun-prof-dr-matthias-pelster-mit-preis-der-fakultaet/ Wie beeinflusst die Angst vor Reputationsverlust auf Online-Finanzhandelsplattformen das Verhalten von Peer-to-Peer-Beratern?

Mit dieser Frage beschäftigte sich Jun.-Prof. Dr. Matthias Pelster, der an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn die Juniorprofessur für Finance innehat. Mit Prof. Dr. Annette Hoffmann von der St. John’s University in New York analysierte er einen realen Datensatz der Online-Finanzhandelsplattform „eToro“. Die für Wissenschaft und Praxis relevanten Analysen und Erkenntnisse veröffentlichte das Forscherteam in einem Artikel der Septemberausgabe 2018 der US-amerikanischen Fachzeitschrift „Journal of Banking and Finance“. Für diese Arbeit zeichnete die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Matthias Pelster nun mit dem „Dean’s Young Scholar Research Award“ aus.

Der Forschungsbeitrag von Pelster und Hoffmann zeigt den Einfluss sozialer Interaktion beim Online-Kauf von Finanzanlagen. Pelster: „Die verzerrende Wirkung des Dispositionseffektes eines Peer-to-Peer-Beraters, sprich eines Investors, der viele Anhänger hat, die seine Anlagestrategie kopieren, wird durch eben diese Anhänger extrem verstärkt, da sich der Peer-to-Peer-Berater nicht nur für seine eigenen Gewinne und insbesondere Verluste verantwortlich zu fühlen scheint, sondern – wie wir postuliert haben – auch für die Gewinne und Verluste seiner Anhänger. Die Analysen zeigen, dass der Effekt in der Anzahl der Anhänger steigend ist und unter anderem auch dadurch getrieben ist, dass der Peer-to-Peer-Berater Angst hat, seine Anhänger zu enttäuschen und diese zu verlieren.“

Prof. Dr. Urska Kosi vom Department „Taxation, Accounting and Finance“ der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften freut sich über die Forschungsleistung ihres Kollegen: „Der interdisziplinäre Charakter der Arbeit, der tiefgehende Kenntnisse sowohl der verhaltens-ökonomischen Literatur als auch der aktuellen Finanzierungsliteratur voraussetzt, zeichnet sich durch ein sehr anspruchsvolles und hervorragend umgesetztes Forschungsdesign aus, das eine Vielzahl anspruchsvoller ökonometrischer Techniken zur Analyse der vielfältigen Teilaspekte verlangt. Trotz dieser Komplexität ist die Arbeit sehr gut lesbar und die ökonomischen Aspekte sind gründlich herausgearbeitet. Im Forschungsbeitrag wird von Matthias Pelster und seiner Ko-Autorin aus New York ein spannendes Themenfeld bearbeitet. Das Verständnis von sozialer Interaktion über das Internet und deren Einflussfaktoren wird signifikant erweitert und sehr gelungen erläutert.“

Prof. Dr. Sönke Sievers, Professor für Internationale Rechnungslegung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, ergänzt: „Sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis werden in dieser Arbeit wertvolle Erkenntnisse geliefert. Aus wissenschaftlicher Perspektive ergänzt der Artikel die bestehende Forschung um die Bedeutung sozialer Interaktion bezüglich des Dispositionseffekts und ist in der Lage, die ökonomischen Effekte zu quantifizieren. Für die Praxis sind die Ergebnisse sowohl aus Sicht von Anlegern als auch aus Sicht von Plattformbetreibern spannend. Anleger können die Erkenntnis gewinnen, dass das Folgen von Handelsstrategien anderer Marktteilnehmer deren Handelsverhalten eventuell unerwünscht verändert, so dass das Folgen dieser Peer-to-Peer-Berater eventuell unvorteilhaft wird. Die Ergebnisse sind aber auch für die Investoren hilfreich, die zum ersten Mal eine Anhängerschaft hinter sich versammeln, da ihnen ihr potenziell verzerrtes Handeln bewusst wird und sie eventuell Gegenmaßnahmen ergreifen können. Die Veröffentlichung in einer der weltweit führenden Finanz-Zeitschriften unterstreicht die bedeutende Forschungsleistung von Matthias Pelster.“

Über den „Dean’s Young Scholar Research Award“

Mit der Auszeichnung sollen die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften noch sichtbarer und exzellente Grundlagenforschung gewürdigt werden. „An unserer Fakultät wird Hervorragendes geleistet und es ist an der Zeit, dies noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Mit der Einführung der Dean’s Young Scholar Awards haben wir als Fakultät einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen“, so Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Die Fakultät sieht in dem erreichten Publikationserfolg von Jun.-Prof. Dr. Matthias Pelster in der weltweit gelesenen Fachzeitschrift „Journal of Banking and Finance“ eine Verstärkung ihrer nationalen und internationalen Sichtbarkeit im Bereich der Spitzenforschung. Sureth-Sloane: „Auch die internationale Anbindung der Fakultät an forschungsstarke Universitäten zeigt sich in diesem Publikationserfolg.“

Weitere Informationen zu Jun.-Prof. Dr. Matthias Pelster

Matthias Pelster studierte an der TU Dortmund Wirtschaftsmathematik mit Diplomabschluss. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Investition und Finanzierung der TU und verfasste seine Dissertation zum finanzwirtschaftlichen Risikomanagement von produzierenden Unternehmen. Seine Promotion schloss er 2013 mit Bestnote ab und wurde mit dem Dissertationspreis der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Hochschule ausgezeichnet. Nach einer kurzen Zeit als PostDoc an der TU Dortmund wurde Pelster 2014 als Juniorprofessor für Finance an die Leuphana Universität Lüneburg berufen. Während dieser Zeit war er auch bei der Deutschen Bundesbank, der Durham University Business School und der St. John‘s School of Risk Management zu Gast. Seit Dezember 2017 ist Matthias Pelster Juniorprofessor für Finance an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn.

Im Zentrum seiner Forschung stehen Fragestellungen des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements und der Behavioral Finance. Er forscht zu Corporate Risk Management und befasst sich mit Methoden und Verfahren zur Messung, Analyse und Bewertung von Risiken im Bereich der Finanzmärkte. Im Bereich der Behavioral Finance untersucht Pelster den Einfluss von sozialen Netzwerken auf Kapitalmarktentscheidungen von (Privat-)Investoren. Social Media beeinflusst zunehmend viele Bereiche unseres täglichen Lebens, so auch finanzwirtschaftliche Entscheidungen. In diesem Zusammenhang interessiert er sich insbesondere für den Einfluss von sozialer Interaktion auf das Entscheidungsverhalten von Investoren und studiert Peer-Effekte auf bekannte Wahrnehmungsverzerrungen und Entscheidungsheuristiken.

Matthias Pelster wird im Wintersemester 2019/2020 an der New York University Leonard N. Stern School of Business als Visiting Research Professor forschen.

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