Nachrichten - Fakultät WiWi (Uni Paderborn) http://wiwi.uni-paderborn.de Aktuelle Informationen der Fakultät WiWi (Universität Paderborn) de_DE Uni Paderborn Mon, 06 Apr 2020 00:12:03 +0200 Mon, 06 Apr 2020 00:12:03 +0200 Uni Paderborn news-35983 Tue, 24 Mar 2020 10:20:47 +0100 Steuerwissenschaftler*innen schlagen einen sofortigen Verlustrücktrag zur Bekämpfung von Liquiditätsengpässen vor https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/steuerwissenschaftlerinnen-schlagen-einen-sofortigen-verlustruecktrag-zur-bekaempfung-von-liquiditaets/ TRR 266-Forscherteam für steuerliche Corona-Soforthilfe

Die Steuerwissenschaftlerinnen und Steuerwissenschaftler im TRR 266 kommen zu dem Ergebnis, dass ein sofortiger Verlustrücktrag wichtig ist, um betroffenen Unternehmen kurzfristig Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Die durch das SARS-CoV-2 Virus entstandene Ausnahmesituation in Deutschland, Europa und vielen anderen Ländern bringt gesunde Unternehmen und Selbständige in große akute Schwierigkeiten und gefährdet dadurch zahlreiche Arbeitsplätze. Das größte Problem ist die fehlende Liquidität, die durch Umsatzeinbruch bei gleichzeitig weiterlaufenden Zahlungsverpflichtungen (Gehältern, Miete) entsteht. Zahlreiche Stimmen fordern dementsprechend kurzfristige Finanzhilfen bei Liquiditätsengpässen der Unternehmen und Selbständigen und zum Erhalt der Arbeitsplätze.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DFG Sonderforschungsbereichs
TRR266 „Accounting for Transparency“ haben vor diesem Hintergrund unterschiedliche steuerliche Ansatzpunkte zur Bereitstellung dieser Liquiditätshilfen analysiert.

Die Steuerwissenschaftler*innen im TRR 266, sind der Ansicht, dass die bisher von der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen in die richtige Richtung gehen. Darüber hinaus kommen sie zu dem Ergebnis, dass ein sofortiger Verlustrücktrag wichtig ist, um betroffenen Unternehmen kurzfristig zusätzliche Liquidität zur Verfügung zu stellen.

BEGRÜNDUNG

  • Die Maßnahmen zur Herstellung der Liquidität müssen so kurzfristig und unbürokratisch erfolgen, dass eine Antragstellung mit Bedürftigkeitsprüfung im Einzelfall entfällt.
  • Die Liquiditätsversorgung sollte dennoch unternehmensspezifisch ausgestaltet sein, d.h. eine pauschale Überweisung eines Betrages unabhängig von der Größe des Unternehmens ist nicht sinnvoll.
  • Eine Orientierung am Gewinn des Vorjahres stellt kurzfristig und unbürokratisch eine unternehmensspezifische Hilfe sicher.
  • Die vorgeschlagenen Maßnahmen stellen keine Steuersenkung dar, sondern sind eine zeitliche Verschiebung der Steuerbelastung, um unbürokratisch Soforthilfe zu leisten.

ZUR DURCHFÜHRUNG

Einkommensteuer/Körperschaftsteuer:

  • Auf Basis des letzten verfügbaren Steuerbescheides sollte die aus diesem hervorgehende gezahlte Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer sofort auf formlosen Antrag des Steuerpflichtigen zurücküberwiesen werden.
  • Diese Liquiditätsversorgung sollte unabhängig von der Größe der betroffenen Unternehmen erfolgen und wird nicht verzinst.
  • Je nach gewünschter Liquiditätswirkung könnte auch über eine anteilige Auszahlung diskutiert werden. So könnten je nach geschätzter Dauer der wirtschaftlichen Probleme (3, 6, 12 Monate in 2020) 3/12, 6/12 oder die volle Steuer erstattet werden.
  • Die Rücküberweisung entspricht einem Verlustrücktrag, bei dem ein aktuell entstehender Verlust sofort, während des laufenden Veranlagungszeitraums, mit Gewinnen des Vorjahres verrechnet wird. Dazu ist der Verlustrücktrag gemäß § 10d EStG zeitlich und betragsmäßig zu erhöhen. Analog zum jetzigen § 10d EStG sollte hierbei am vorjährigen Gesamtbetrag der Einkünfte angesetzt werden und nicht an der Steuerzahlung. Dadurch kann beispielsweise sichergestellt werden, dass ein sofortiger Verlustrücktrag nicht versagt wird, wenn durch im Vorjahr durchgeführte Verlustverrechnung die vorjährige Steuerzahlung Null betragen kann. Eine Erweiterung dieses sofortigen Rücktragszeitraumes von einem Jahr (Vorjahr) auf das davorliegende Jahr wäre denkbar. Ähnliche Vorschläge werden bereits von Bundestagsabgeordneten diskutiert; mit der Forderung der Forscher*innen des TRR 266 unterstützen sie nachdrücklich diese Ideen, z.B. der negativen Gewinnsteuer.

Gewerbesteuer:

  • Zumindest anteilig sollte eine Rückzahlung an den Steuerpflichtigen auch für die Gewerbesteuer gelten, die Kapitalgesellschaften durchschnittlich in der gleichen Höhe wie die Körperschaftsteuer belastet, aber auch Personengesellschaften trotz pauschalierter Gewerbesteueranrechnung zum Teil belastet. Die Gewerbesteuer kennt jedoch keinen Verlustrücktrag. Technisch entspräche dies daher einer Vorauszahlung auf eine zukünftig erfolgende Verlustverrechnung.

UMSETZUNG

  • Die gesetzliche Grundlage muss noch in dieser Sitzungswoche im Bundestag (letzte Märzwoche) geschaffen werden.
  • Die Steuerauszahlungen müssen unbürokratisch, ohne Antragsformulare und innerhalb von wenigen Tagen ausgezahlt werden. Eine formlose Meldung über die fehlende Möglichkeit, die Geschäftstätigkeit auszuüben, oder den grob geschätzten Umsatzeinbruch genügen.
  • Die Steuerauszahlungen durch den sofortigen Verlustrücktrag sind zeitlich befristet einzuführen.

DIREKTHILFEN IN NICHT ABGEDECKTEN FÄLLEN

  • Es gibt betroffene Unternehmen und Selbständige, die durch diesen Vorschlag nicht hinreichend versorgt werden, bei denen aber eine weitergehende Liquiditätshilfe anzustreben wäre. Beispiele sind Unternehmen, die Arbeitsplätze geschaffen haben, aber (noch) nicht profitabel sind. Diese Hilfe sollte besser außerhalb des Steuersystems durch Direkthilfe, z. B. in Abhängigkeit von der Sozialversicherungsbeitragshöhe, erfolgen.

Hintergrundinformationen
Der Sonderforschungsbereich (SFB) „TRR 266 Accounting for Transparency“ startete im Juli 2019 und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst vier Jahre gefördert. Er ist der erste SFB mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt. Am SFB sind rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von acht Hochschulen beteiligt: Universität Paderborn (Sprecherhochschule), Humboldt-Universität zu Berlin, Universität Mannheim, Ludwig-Maximilians-Universität München, European School of Management and Technology Berlin, Frankfurt School of Finance & Management, Goethe-Universität Frankfurt am Main, und WHU - Otto Beisheim School of Management. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen, wie Rechnungswesen und Besteuerung die Transparenz von Unternehmen beeinflussen und wie sich Regulierungen des Rechnungswesens und der Besteuerung sowie Unternehmenstransparenz auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken. Das Fördervolumen des SFBs beträgt rund 12 Millionen Euro.

https://accounting-for-transparency.de/

Kontakt

Fachliche Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Deborah Schanz, LMU München
Beteiligte Forscher*innen der Universität Paderborn im Team zu Steuerfragen des TRR 266: Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane | Prof. Dr. Jens Müller | Jun.-Prof. Dr. Regina Ortmann |

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Wirtschaft Projekte Forschung
news-35931 Mon, 16 Mar 2020 11:47:18 +0100 Fachtagung „Compliance“ an der Universität Paderborn findet nicht statt https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/fachtagung-compliance-an-der-universitaet-paderborn-findet-nicht-statt/ Die 8. Fachtagung „Compliance“, die ursprünglich am 27. März an der Universität Paderborn stattfinden sollte, ist vom Veranstaltungsteam aufgrund des derzeitig zunehmenden Risikos einer Übertragung von Coronaviren abgesagt worden. Mit dieser Entscheidung wurde auf die von Bund, Ländern und des Kreises und der Universität Paderborn empfohlenen Schutzmaßnahmen reagiert, um mit oberster Priorität zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten beizutragen.

Prof. Dr. Dieter Krimphove aus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Ausrichter der ursprünglich geplanten Fachtagung dankt für das große Interesse an der Veranstaltung und wird zu gegebener Zeit über den Termin einer kommenden Tagung informieren.

Weitere Informationen und Hinweise der Universität Paderborn zum Coronavirus finden Sie auf der folgenden Webseite:
www.uni-paderborn.de/universitaet/presse-kommunikation/corona-news/

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Pressemitteilungen Veranstaltungen
news-35775 Tue, 18 Feb 2020 13:41:54 +0100 Förderung von Kompetenzen im Bereich Wirtschaft 4.0 an Fachschulen: Kultusministerkonferenz veröffentlicht Qualifikationsprofil https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/foerderung-von-kompetenzen-im-bereich-wirtschaft-40-an-fachschulen-kultusministerkonferenz-veroeffen/ Im vergangenen Jahr wurde Prof. Dr. Dennis Kundisch, Wirtschaftsinformatiker an der Universität Paderborn, als Experte für Wirtschaft 4.0 in eine neue Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz (KMK) berufen. Ziel dieser länderoffenen Arbeitsgruppe war es, ein kompetenzorientiertes Qualifikationsprofil für die Integration von Wirtschaft 4.0 in die Ausbildung an Fachschulen für Wirtschaft zu erarbeiten. Diese Ergebnisse wurden nun von der KMK veröffentlicht.

„Die Digitalisierung durchdringt zunehmend alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Dadurch befinden sich auch die Anforderungen an kaufmännische Berufe und Dienstleistungsberufe in einem fundamentalen Wandel. Insofern habe ich es sehr begrüßt, dass die KMK – nach der Entwicklung eines Qualifikationsprofils ‚Industrie 4.0‘ für die Fachschulen für Technik in 2017 – das Thema Wirtschaft 4.0 mit der Einrichtung der Arbeitsgruppe aufgegriffen hat“, erklärt Kundisch. So beinhalten die im Qualifikationsprofil beschriebenen Handlungskompetenzen neben einem technologischen Orientierungswissen ebenso die Förderung von integrativen personalen und sozialen Kompetenzen. Dazu zählt u. a. das Denken in Algorithmen, ethisches und nachhaltiges Handeln sowie Kooperations- und Kollaborationsfähigkeit. Integriert werden diese Kompetenzen in vier miteinander vernetzten Handlungsfeldern: Digitale Geschäftsstrategien, Digitale Geschäftsprozesse, Digitales Informations- und Datenmanagement sowie Digitale Kollaboration, Kooperation und Führung. Für jedes Handlungsfeld wird eine Unterteilung in Basis- und Expertenkompetenzen vorgenommen, wobei die Expertenkompetenzen der fachrichtungs- bzw. schwerpunktspezifischen Vertiefung dienen sollen. Kundisch: „Die Ausbildung in der Wirtschaftsinformatik fokussiert auf die Integration von Wissensgebieten der Wirtschaftswissenschaften und der Informatik und betont damit seit jeher die steigende Bedeutung einer ganzheitlichen Sicht zur Lösung der Probleme von morgen. Daher habe ich sehr gerne meine Expertise in den Prozess der Entwicklung des Qualifikationsprofils Wirtschaft 4.0 eingebracht. Mit dem erarbeiteten Qualifikationsprofil haben die Fachschulen für Wirtschaft nun eine sehr gute Grundlage für die notwendige Anpassung der Curricula.“

Die detaillierten Ergebnisse gibt es hier.

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-35733 Wed, 05 Feb 2020 10:07:24 +0100 „On-The-Fly Computing“ https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/on-the-fly-computing/ Seit über 50 Jahren fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) langfristige Projekte in Form von Sonderforschungsbereichen (SFB). In diesen Programmen betreiben Wissenschaftler*innen fächer- und hochschulübergreifend Grundlagenforschung, die für die antragstellenden Hochschulen schwerpunkt- und strukturbildend ist. An der Universität Paderborn werden aktuell vier Sonderforschungsbereiche geleitet. Welche Ziele die Wissenschaftler*innen darin verfolgen, wird in dieser Themenreihe vorgestellt.

Paderborner Forscher möchten die Entwicklung und Bereitstellung komplexer IT-Dienste vereinfachen und automatisieren

Die Entwicklung und Bereitstellung von IT-Anwendungen sind in der heutigen Zeit hochkomplexe Vorgänge. Trotz vorgefertigter Komponenten können selbst ambitionierte IT-Experten an den verschiedenen Herausforderungen scheitern. An der Universität Paderborn verfolgen Forscher seit 2011 innerhalb des Sonderforschungsbereichs 901 die Vision des sogenannten „On-The-Fly Computing“ (OTF-Computing). Im Idealfall sollen so selbst Nutzer*innen, die keine speziellen IT-Fachkenntnisse haben, in die Lage versetzt werden, einen passgenauen IT-Dienst zu erstellen.

Wer eine IT-Anwendung entwickeln und einsetzen möchte, benötigt dafür verschiedene Zutaten. Neben der Auswahl des Programmiergerüsts und geeigneter Bibliotheken muss unter Umständen weitere Software produziert werden. IT-Entwickler müssen des Weiteren bedenken, dass sich Anforderungen unterscheiden können je nachdem, ob der Dienst auf einem Smartphone, im Webbrowser oder vielleicht sogar in einem speziellen Rechenzentrum ausgeführt werden soll. Daraus ergibt sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Herausforderungen, für die heute Spezialisten zuständig sind. In Zukunft müsse dieser Bereich allerdings viel stärker automatisiert werden, meint Prof. Dr. Friedhelm Meyer auf der Heide, Sprecher des Sonderforschungsbereichs: „Wir sehen uns am Beginn eines neuen Abschnitts in der Entwicklung und Ausführung von IT-Dienstleistungen. Schon jetzt sind Ansätze absehbar, die vom 40 Jahre alten Prinzip abkehren. So wurde Software bisher zum Beispiel durch Einkauf von teuren und recht unflexiblen Standardlösungen beschafft. Unsere Vision ist es, komplexe IT-Dienste durch weitgehend automatisierte Konfiguration und Ausführung bereitzustellen, die trotzdem individuell auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen.“

Spontan, flexibel und benutzerfreundlich

Auf diese speziellen Bedürfnisse reagiert die „On-The-Fly“-Methode, die IT-Nutzern sinngemäß „im Vorbeigehen“ bzw. „spontan“ flexibel kombinierbare Dienste ermöglicht. Der entscheidende Vorteil: Angefragte IT-Dienste werden aus bereits vorhandenen Diensten, die von Softwareanbietern auf entsprechenden Märkten angeboten werden, zeitnah konfiguriert. Auch die Ausführung dieser IT-Dienste kann laut Meyer auf der Heide nahezu automatisiert in einem Rechenzentrum erfolgen, das das nötige Know-how sowie die technischen Voraussetzungen mitbringt, um die zusammengestellten Dienste effizient ausführen zu können. „Um das On-The-Fly Computing für die Nutzer und Anbieter attraktiv zu machen, müssen wir aber auch Methoden zur benutzerfreundlichen Beschreibung der angeforderten IT-Dienste entwickeln. Eine weitere Herausforderung liegt darin, die Service-Qualität sicherzustellen und die sichere Interaktion der Teilnehmer in sich dynamisch verändernden Märkten zu unterstützen“, betont der Paderborner Wissenschaftler.

Interdisziplinäre Forschung als Innovationsmotor

Die Arbeit in den vier Projektbereichen des SFB 901, dessen Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im vergangenen Jahr mit rund 10 Millionen Euro bis 2023 verlängert wurde und der somit die maximale Förderungsdauer erreichen wird, erfordert die Kooperation verschiedener Disziplinen aus den Fächern Informatik und Wirtschaftswissenschaften.

Für die Entwicklung einer Demonstrationsanwendung für das OTF-Computing beschäftigen sich diverse beteiligte Informatiker u. a. mit dem Einsatz von Maschinellem Lernen. Hierbei geht es um mathematische Modelle und Algorithmen, die ein Computersystem erst zum Lernen befähigen.
Wirtschaftswissenschaftliche Fragestellungen fokussieren sich u. a. auf die Eigendynamik eines On-The-Fly-Marktes, also etwa auf Akzeptanz- und Erfolgsfaktoren von solchen Märkten. Aus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sind hier die Arbeitsgruppen rund um Claus-Jochen Haake (stellvertretender Sprecher), René Fahr, Bernd Frick, Dennis Kundisch, Burkhard Hehenkamp und Nancy Wünderlich intensiv eingebunden.
Der Lehrstuhl für Digitale Kulturwissenschaften verfolgt hingegen das Ziel, IT-Nutzern leicht verständliche Erklärungen zu konfigurierten Diensten in natürlicher Sprache bereitzustellen. In einem weiteren Projektbereich arbeiten die Paderborner Wissenschaftler mit externen Partnern aus der Industrie zusammen, um so auf der einen Seite einen Wissenstransfer in die Industrie zu ermöglichen und auf der anderen Seite Ergebnisse aus der angewandten Forschung zurück in die Grundlagenforschung zu führen. Meyer auf der Heide: „Das breite Forschungsspektrum unseres Sonderforschungsbereichs gibt uns ein Alleinstellungsmerkmal, das in dieser Form in keinem anderen Verbundprojekt zu finden ist. Gerade die Integration einer Vielzahl von Disziplinen stellt eine der wichtigsten Innovationen des On-The-Fly Computing dar.“

Webseite Sonderforschungsbereich: https://sfb901.uni-paderborn.de

Stabsstelle Presse und Kommunikation, Kamil Glabica

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-35724 Mon, 03 Feb 2020 10:24:06 +0100 Sinnvolle Regeln für Unternehmenstransparenz https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/sinnvolle-regeln-fuer-unternehmenstransparenz/ Seit über 50 Jahren fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) langfristige Projekte in Form von Sonderforschungsbereichen (SFB). In diesen Programmen betreiben Wissenschaftler*innen fächer- und hochschulübergreifend Grundlagenforschung, die für die antragstellenden Hochschulen schwerpunkt- und strukturbildend ist. An der Universität Paderborn werden aktuell vier Sonderforschungsbereiche geleitet. Welche Ziele die Wissenschaftler*innen darin verfolgen, wird in dieser Themenreihe vorgestellt.

Wirtschaftswissenschaftler*innen untersuchen die Auswirkungen steuerlicher Regulierung und der Regulierung von Unternehmensberichterstattung

Empörung über Bilanzskandale und Berichte darüber, dass bestimmte Konzerne nur geringe Steuern zahlen oder bewusst Steueroasen nutzen, beherrschen immer wieder die Schlagzeilen. Die Finanzkrise, der Leak der „Paradise“ und „Panama Papers“ sowie Diskussionen über Bilanzbetrug und Steuerfairness brachten die Themen Unternehmenstransparenz und Steuergerechtigkeit wieder international auf die Tagesordnung. Als Reaktion erließ die Politik neue Gesetze und Berichtspflichten, die für mehr zugängliche Informationen sorgten. Die Wirtschaft stöhnt allerdings unter der Last von immer mehr Berichtspflichten und Bürokratie. Unklar ist, ob diese neuen Pflichten und der Druck der Öffentlichkeit überhaupt dazu beitragen, dass Unternehmen transparenter werden und ob die regulatorischen Maßnahmen einschließlich des Steuersystems handhabbar und wirksam sind. Dem gehen Wissenschaftler*innen in einem von der Universität Paderborn geleiteten Sonderforschungsbereich (SFB) zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Mannheim und Forschenden von weiteren Universitäten auf den Grund.

Der SFB „TRR 266 Accounting for Transparency“ startete im Juli 2019 und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für zunächst vier Jahre mit rund 12 Millionen Euro gefördert. Er ist der deutschlandweit erste Sonderforschungsbereich mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt. In ihm forschen rund 80 Wissenschaftler*innen von acht deutschen Universitäten. Neben den oben genannten Institutionen sind dies weitere Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Frankfurt School of Finance & Management, der WHU - Otto Beisheim School of Management sowie der European School of Management and Technology Berlin.

„In unserem SFB arbeiten wir in 23 Teilprojekten. Wir in Paderborn sind an 13 Projekten beteiligt. In zumeist standortübergreifenden Teams nehmen wir Regulierung, also Gesetze oder auch steuerliche und nichtsteuerliche Berichtspflichten und Rahmenbedingungen, sowie unterschiedliche Bereiche des Rechnungswesens wie das Berichtswesen oder das Controlling weltweit in den Blick. So wollen wir erforschen, inwiefern Regulierung Unternehmen dazu bringt, transparenter zu werden und welche Folgen die Regulierungsmaßnahmen für Unternehmen haben“, erklärt Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane. Sie ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Paderborn und Sprecherin des Sonderforschungsbereiches. Letztlich solle die Forschung im Sonderforschungsbereich dazu beitragen, sinnvolle Regeln zur Unternehmenstransparenz und für ein transparenteres Steuersystem zu entwickeln und so auch das Vertrauen der Bürger in Wirtschaft und Politik stärken, betont Sureth-Sloane.

Wirkung steuerlicher Regulierungsmaßnahmen bislang unklar

Inwiefern jüngst eingeführte steuerliche Regulierungsmaßnahmen der Politik Unternehmen zu mehr Transparenz verleiten, scheint in der Tat bislang unklar. So verpflichtet beispielsweise das EU-weit geltende und 2017 in Deutschland eingeführte „Country-by-Country Reporting“ multinationale Konzerne, die in der Europäischen Union ihren Sitz oder eine Tochtergesellschaft haben, im Rahmen einer länderbezogenen Berichterstattung Umsätze, Gewinne, Steuerzahlungen und weitere Daten an die jeweiligen Finanzbehörden zu übermitteln. Ob dieses Reporting aber der Grund dafür ist, dass – wie Studien zeigen – Unternehmen ihre Präsenz in Steueroasen zuletzt verringerten, sei laut Sureth-Sloane noch völlig unklar. Möglich wäre auch, dass die Unternehmen schlicht auf den medialen und öffentlichen Druck reagiert hätten, so die Wissenschaftlerin. Erste Erkenntnisse aus einem Teilprojekt des Sonderforschungsbereichs zeigen aber schon jetzt: Den Kapitalmarkt scheint das „Country-by-Country Reporting“ weitestgehend kalt zu lassen. „Anleger, Kreditinstitute und Kapitalnehmer messen den zusätzlichen öffentlichen Informationen über die steuerliche Situation eines Unternehmens, die im Rahmen des ‚Public Country-by-Country Reportings‘ zur Verfügung gestellt werden, im Wesentlichen keinen Wert bei“, erläutert Sureth-Sloane.

Unternehmenspanel soll Licht ins Dunkel bringen

Um erforschen zu können, ob und wie steuerliche Regulierungsmaßnahmen der Politik tatsächlich zu mehr Unternehmenstransparenz führen, entsteht im Sonderforschungsbereich ein umfassendes Unternehmenspanel, das sogenannte „German Business Panel“. Es soll der Forschung mittels Befragungsdaten die Bearbeitung bislang nicht möglicher Forschungsvorhaben ermöglichen. „Die Kollegen an der Universität Mannheim bauen dieses Panel auf. Mittels halbjährlicher Online-Befragungen, persönlicher Interviews und Paneldiskussionen wollen wir Experten in Unternehmen unterschiedlicher Größe, Branche und Rechtsform befragen. So können wir systematisch und repräsentativ erheben, wie Unternehmen Fragen der Transparenz einschätzen, welche Folgen steuerliche Regulierung für sie hat und wie sie darauf reagieren“, erklärt Caren Sureth-Sloane.

Den Motiven für freiwillige Transparenz auf der Spur

Neben verpflichtenden Maßnahmen wie dem „Country-by-Country Reporting“ oder einer Vielzahl vom Gesetzgeber vorgeschriebener Angaben im Jahresabschluss können Konzerne auch durch freiwillige Zusatzinformationen wie etwa zu Fragen der Nachhaltigkeit Transparenz zeigen. Dafür interessieren sich die Wissenschaftler*innen im SFB ebenfalls: „Wir wollen nicht nur untersuchen, wie sich verpflichtende Angaben auf Unternehmen auswirken, sondern auch erforschen, was Unternehmen dazu bringt, freiwillig zusätzliche Informationen über sich preiszugeben. In diesem Zusammenhang werden wir auch analysieren, wie Informationen, die Unternehmen freiwillig bereitstellen, in einem Umfeld, das durch eine Flut von Informationen einschließlich Gerüchten und Fake News charakterisiert ist, wahrgenommen werden – und ob sie überhaupt zu einer Verbesserung der Transparenz beitragen können“, skizziert Sureth-Sloane den Forschungsansatz.

Internationaler Vergleich: Steuergesetzliche Vorschriften in Deutschland überdurchschnittlich komplex

In einem Teilprojekt des Sonderforschungsbereichs widmen sich die Forscher*innen speziell dem Thema Steuerkomplexität. Dabei können sie auf dem „Steuer-Komplexitäts-Index“ aufbauen, den Caren Sureth-Sloane und ihr Paderborner Kollege Thomas Hoppe zusammen mit Prof. Dr. Deborah Schanz und Susann Sturm von der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt haben. Der Index, für dessen Ergebnisse sich bereits das deutsche und britische Finanzministerium und die OECD interessierten, wurde für eine Vielzahl von Ländern entwickelt und erfasst die Komplexität der Gewinnsteuer-Systeme für multinationale Unternehmen in 100 Staaten.

„Der Index bietet einen einzigartigen Datensatz, mit dem wir analysieren können, wie sich ein Land im internationalen Wettbewerb hinsichtlich der Komplexität von steuergesetzlichen Vorschriften und steuerlichen Prozessen wie Steuererklärungen und Betriebsprüfungen positioniert“, führt Sureth-Sloane aus. Eine zentrale Erkenntnis für Deutschland: In Sachen komplexes Steuersystem liegt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Dabei fällt allerdings auf, dass einzelne steuergesetzliche Vorschriften im Ländervergleich besonders komplex eingestuft werden. „Zu nennen sind hier beispielsweise die Regelungen zu Verrechnungspreisen und zur sogenannten Hinzurechnungsbesteuerung. Hier sind es vor allem Dokumentationsanforderungen. Obwohl Deutschland hinsichtlich der steuerlichen Prozesse als unterdurchschnittlich komplex eingestuft wird, werden inkonsistente Entscheidungen im Betriebsprüfungsprozessen als Problemfeld identifiziert“, erklärt Sureth-Sloane. Verrechnungspreise sind diejenigen Preise, die zwischen verschiedenen Bereichen eines Unternehmens für innerbetrieblich ausgetauschte Waren und Dienstleistungen verrechnet werden. Die Hinzurechnungsbesteuerung bezeichnet die Besteuerung von Einkünften einer ausländischen Tochtergesellschaft beim inländischen Gesellschafter.

Wissenschaft, bei der jeder mitmachen kann

Im Sonderforschungsbereich forschen Sureth-Sloane und ihre Kolleg*innen nicht im stillen Kämmerlein – im Gegenteil. „Wir leben Transparenz auch in der Forschung. Das bedeutet, dass wir einerseits die von uns gewonnenen Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen werden und dass wir andererseits Methoden entwickeln, um unsere Forschung möglichst transparent und reproduzierbar zu präsentieren“, betont Prof. Dr. Joachim Gassen, stellvertretender Sprecher des SFBs und Professor für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dem sogenannten „Open Science-Ansatz“ folgend sollen Forschende weltweit in die Lage versetzt werden, unsere Forschung zu überprüfen, darauf aufzubauen und damit letztlich schneller zum Fortschritt beizutragen. Auch die Öffentlichkeit, Stakeholder aus Politik und Wirtschaft werden regelmäßig über neue Erkenntnisse informiert. Dazu werden Pressemitteilungen und öffentliche Veranstaltungen, ein Newsletter und ein Blog, Social-Media-Auftritte sowie Veröffentlichungen in Praxiszeitschriften genutzt. Am 30. März 2020 ist beispielsweise das erste Forum des TRR 266 „Forschung im Dialog“ in München geplant – mit Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis wie Prof. Dr. h.c. Rudolf Mellinghoff, Präsident des Bundesfinanzhofs.

„Wir werden unsere Forschungsergebnisse für unterschiedliche Zielgruppen aufbereiten und erlebbar machen. Das alles geschieht im Sinne einer offenen Wissenschaft, bei der jeder mitdiskutieren kann – denn nur transparente Forschung kann Wirkung zeigen und die Entdeckung von Wissen beschleunigen“, fasst Caren Sureth-Sloane zusammen.

Weitere Informationen

Webseite des SFBs: accounting-for-transparency.de

Twitter-Kanal des SFBs:  https://twitter.com/trr_accounting

Linkedin-Seite des SFBs: www.linkedin.com/company/trr-accounting

Xing-Seite des SFBs: www.xing.com/companies/trr266accountingfortransparency 

Interaktive Webseite des Steuer-Komplexitäts-Index: www.taxcomplexity.org

SFB-Forum „Forschung im Dialog“: accounting-for-transparency.de/forum

 

Simon Ratmann, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-35694 Tue, 28 Jan 2020 17:52:00 +0100 EU-Kommission plant Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen: Einschätzung von Wirtschaftswissenschaftler Jun.-Prof. Dr. Pelster https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/eu-kommission-plant-abschaffung-der-ein-und-zwei-cent-muenzen-einschaetzung-von-wirtschaftswissensch/ Aktuellen Medienberichten zufolge denkt die EU-Kommission über die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen nach.

„Die meisten Bürgerinnen und Bürger würden die Abschaffung wahrscheinlich überhaupt nicht bemerken“, sagt Jun.-Prof. Dr. Matthias Pelster vom Department Taxation, Accounting & Finance der Universität Paderborn. Der Wirtschaftswissenschaftler erklärt, welche Rolle die Münzen heute im täglichen Zahlungsverkehr spielen und wie vielversprechend aktuelle digitale Zahlungsmittel sind.

„Bereits heute werden Ein- und Zwei-Cent-Münzen in einigen europäischen Ländern nicht mehr verwendet. Das gilt etwa für Finnland, die Niederlande und Irland. Auch in Deutschland gibt es eine bekannte Drogeriekette, die auf die Verwendung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen ‚verzichtet‘ und stattdessen an der Kasse abrundet. Ich sage bewusst ‚verzichtet‘, weil Kunden natürlich trotzdem weiterhin damit bezahlen können“, so Pelster. Grundsätzlich seien Ein- und Zwei-Cent-Münzen in ihrer Herstellung teuer und nehmen im Gegensatz zu anderem Münzgeld nur im geringen Umfang am Bargeldkreislauf teil. So würde fast die Hälfte aller im Umlauf befindlichen Münzen aus Ein- und Zwei-Cent -Stücken bestehen. Laut Pelster würden davon aber höchstens 20 bzw. 25% für den täglichen Einkauf genutzt.

Erstmals mehr Karten- als Barzahlungen

„Im Jahr 2018 wurde in Deutschland erstmals weniger in bar und mehr mit Karte bezahlt“, stellt der Wirtschaftswissenschaftler fest und führt fort: „Um genau zu sein, sind in dem Jahr 48,3% der Umsätze im Einzelhandel in bar entrichtet worden, 48,6% mit Karte. Bei den übrigen Umsätzen handelt es sich um Rechnungskäufe bzw. um Finanzierungen.“

Im Zusammenhang mit der Abschaffung der beiden Münzen sollen in dem von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegten Entwurf auch neue Überlegungen zu Kryptowährungen enthalten sein. Dazu Pelster: „Viele Kryptowährungen wurden ursprünglich ins Leben gerufen, um einen unabhängigen Zahlungsverkehr zu ermöglichen. Sie werden jedoch hauptsächlich als Spekulationsobjekte genutzt und eignen sich in ihrer derzeitigen Form kaum als Zahlungsmittel.“ Darüber hinaus seien solche Kryptowährungen nicht hinreichend skalierbar für einen größeren Markt. Auch wäre dies mit einem enormen Energieverbrauch verbunden, wie Pelster zu bedenken gibt. Vielversprechender seien hingegen sogenannte „Blockchains“ – digitale Kontenbücher, die von verschiedenen Kryptowährungen verwendet werden: „Blockchains bieten auch Plattformen für sogenannte ‚Smart Contracts‘ und ‚Distributed Apps'. Das Potential der hier verwendeten Technologie sollten wir auf keinen Fall unterschätzen. Außerdem gibt es die sogenannten ‚Stablecoins‘, deren Preise auf nationale Währungen bezogen werden, mit dem Ziel, die Volatilität, also Schwankungen, zu verringern.“

Eine mögliche Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen hält Pelster daher für möglich, da sich hierdurch unser Alltag keineswegs ändern würde.

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-35692 Tue, 28 Jan 2020 14:59:24 +0100 TRR 266 Lecture Series: Patrick Zabel (Voltabox AG) zu Gast an der Universität Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/trr-266-lecture-series-patrick-zabel-voltabox-ag-zu-gast-an-der-universitaet-paderborn-1/ Spannende Einblicke in die Praxis: Patrick Zabel, Bereichsvorstand Finanzen und Personal der Voltabox AG, sprach im Rahmen der „TRR 266 Lecture Series“ mit Studierenden sowie mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerin der Universität Paderborn über Transaktionen im Unternehmensbereich – und berichtete dabei aus seinem eigenen Berufsalltag.

Was sich bei einem Unternehmenskauf zwischen den einzelnen Parteien abspielt, bleibt der Öffentlichkeit in der Regel verborgen. Meist liest man in der Zeitung erst Monate später vom erfolgreichen Abschluss. Patrick Zabel gewährte Studierenden der Universität Paderborn nun einen Blick hinter die Kulissen. Dafür wählte er ein spannendes Fallbeispiel: ein Start-up, das Prozesse im Rechnungseingang mittels Blockchain-Technologie reformiert, indem es über standardisierte und geprüfte Schnittstellen höchstmögliche Transparenz schafft.

Wie entwickelt man aus einer ersten Geschäftsidee ein funktionsfähiges und gewinnorientiertes Unternehmen? Wann ist der richtige Zeitpunkt, es wieder zu verkaufen? Und in welchen Fällen ist es sinnvoll, das eigene Portfolio durch den Kauf eines Unternehmens zu erweitern? Diese und weitere Fragen spielte Zabel gemeinsam mit den Studierenden durch. Auf diese Weise entstand ein reger Austausch zwischen den (Jung-)Akademikerinnen und Akademikern und dem Experten aus der Praxis.

Transparenz von Unternehmensinformationen
Im Fokus stand dabei unter anderem die Transparenz von Unternehmensinformationen. Gerade für den Käufer, der das Unternehmen vor dem Erwerb einer sorgfältigen Prüfung (Due Diligence) unterzieht, ein entscheidender Faktor. Denn er ist auf Informationen angewiesen, die ihm der Verkäufer über das Unternehmen zur Verfügung stellt.

Können solche Informationen zuverlässig Auskunft über das Unternehmen geben? Eine drängende Frage, die Zabel so beantwortete: „Ein Verkäufer-Due Diligence-Bericht ist oft eine gute Basis. Allerdings sollte ihn der Käufer in jedem Fall kritisch hinterfragen und eine eigene Bewertung des Unternehmens erstellen. Denn selbstverständlich sind solche Berichte meist nicht gänzlich neutral.“

Berichtspflichten im Unternehmensalltag
Nicht nur beim Unternehmenskauf spielt die Transparenz von Unternehmensinformationen eine zentrale Rolle. Gerade börsennotierte Unternehmen wie die Voltabox AG müssen strenge Berichtspflichten erfüllen und eine Vielzahl an Informationen offenlegen. Zabel berichtete aus seinem eigenen Berufsalltag und legte dar, was das für ein Unternehmen bedeutet. „Für uns heißt das, dass wir jede Entscheidung, die wir treffen, transparent machen und gut begründen müssen. Schlechte und nicht nachvollziehbare Entscheidungen können erheblichen Einfluss auf das Verhalten unserer Anleger und damit auf den Börsenkurs haben“, so Zabel. „Gerade die Nachhaltigkeitsberichte spielen für viele institutionelle Anleger mittlerweile eine immer größere Rolle. Hier sind wir zunehmend gefordert.“

Gelungener Austausch
Prof. Dr. Jens Müller, Teilprojektleiter im DFG-Sonderforschungsbereich „TRR 266 Accounting for Transparency“, freute sich über die tiefen Einblicke, die Zabel gewährte: „Patrick Zabel hat den Studierenden einen ausgezeichneten Überblick verschafft und anschaulich dargelegt, wie M&A-Prozesse in der Praxis umgesetzt werden“, so Müller. „Außerdem hat er Antworten auf wichtige Fragen gegeben, mit denen wir uns im TRR 266 beschäftigen. Ein gelungener Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis!“

Der Vortrag ist Teil der „TRR 266 Lecture Series“ des DFG-Sonderforschungsbereichs „TRR 266 Accounting for Transparency“. In Gastvorträgen aus Praxis und Wissenschaft wird an den acht teilnehmenden Hochschulen rund um das Thema Transparenz im Rechnungswesen referiert.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-35690 Tue, 28 Jan 2020 14:52:57 +0100 Erfolgreicher Start für „TRR 266 Lecture Series“ mit Stefan Greil vom Bundesministerium der Finanzen https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/erfolgreicher-start-fuer-trr-266-lecture-series-mit-stefan-greil-vom-bundesministerium-der-finanzen/ Gelebte Transparenz und ein erfolgreicher Start für die neue „TRR 266 Lecture Series“!

Dr. Stefan Greil, Bundesministerium der Finanzen (BMF), gab in seinem Praxisvortrag an der Universität Paderborn besondere Einblicke in die Steuerverwaltung – unter anderem am Beispiel des Unified Approach der OECD zur Besteuerung der digitalen Wirtschaft. Dabei legte er offen, wie steinig der Weg zu einer effektiven und transparenten Besteuerung mitunter sein kann.

Wie entstehen Gesetzesentwürfe? Welche Instanzen müssen sie durchlaufen? Und welche Rolle spielt eigentlich das Bundesministerium der Finanzen? Fragen, die Stefan Greil in seinem Gastvortrag an der Universität Paderborn ausführlich beantwortete. Zur großen Freude der Anwesenden beließ er es nicht bei allgemeinen Ausführungen. Seine Einsichten und Erfahrungen stellte er an aktuellen Beispielen dar – unter anderem am Unified Approach der OECD zur Besteuerung der digitalen Wirtschaft. Eindrucksvoll veranschaulichte er, wie derzeit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Instanzen um eine möglichst gerechte und transparente Besteuerung gerungen wird.

Ein langwieriger Prozess: Bereits 2015 war mit dem BEPS-Projekt (Base Erosion and Profit Shifting) der Grundstein für ein globales Besteuerungskonzept, das den Problemstellungen des digitalen Zeitalters gerecht wird, gelegt worden. Seit 2019 wird zwischen den OECD-Staaten nun über den „Unified Approach“, also einen gemeinsamen Ansatz verhandelt. Mit einer globalen Lösung wird im Laufe des Jahres gerechnet. Warum eine finale Entscheidung so lange auf sich warten lässt, machte Greil während seines Vortrags deutlich: „Letztlich versuchen 137 Staaten einen gemeinsamen Konsens zu finden, deren Wirtschaftssysteme und Interessen sich teilweise grundlegend unterscheiden“, erklärte Greil. „Das ist eine große Herausforderung. Immerhin möchten wir eine gerechte Besteuerungslösung finden, die möglichst effizient, transparent und administrativ einfach zu handhaben ist.“

Caren Sureth-Sloane, Sprecherin des TRR 266, freute sich über die exklusiven Einblicke, die Greil gewährte: „Ein ehrlicher und offener Vortrag! Über die Herausforderungen, das Steuersystem zu modernisieren, die Kunst der Verhandlung und über die Faszination, aus hochkomplexen Gegebenheiten klare Steuerregeln abzuleiten. Sehr eindrucksvoll!“ Der Vortrag ist Teil der „TRR 266 Lecture Series“ des DFG-Sonderforschungsbereichs „TRR 266 Accounting for Transparency“. In Gastvorträgen aus Praxis und Wissenschaft wird an den acht teilnehmenden Hochschulen rund um das Thema Transparenz im Rechnungswesen referiert.

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news-35684 Tue, 28 Jan 2020 10:33:53 +0100 Paderborner Studierende belegen zweiten Platz bei internationalem Fallstudienwettbewerb https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-studierende-belegen-zweiten-platz-bei-internationalem-fallstudienwettbewerb/ Die John Molson MBA International Case Competition ist der weltweit größte Fallstudienwettbewerb seiner Art. Anfang Januar fand dieser bereits zum 39. Mal in Montreal statt. Über 150 Studierende aus 18 Ländern nahmen daran teil, darunter auch ein fünfköpfiges Team von der Universität Paderborn. Unter der Begutachtung einer Jury, die aus mehr als 300 Führungskräften aus der Wirtschaft bestand, schaffte es das Team sogar bis ins Finale.

Innerhalb von fünf Tagen sieben reale sogenannte „Business Cases“ lösen: Dieser Herausforderung stellten sich die fünf Master-Studierenden Albert Gorlick, Marvin Klose, Clara Reed, Jona Vogel und Louisa Vogt von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Bei dem Wettbewerb hatten die Studierenden, die als Team unter dem Namen „PCG – Paderborn Consulting Group“ antraten, für die Analyse eines typischen Falls lediglich drei Stunden Zeit. Anschließend bestand ihre Aufgabe darin, eine Strategie zu entwickeln, Implementierungsschritte zu erarbeiten, eine PowerPoint-Präsentation zu erstellen und ihre Ergebnisse zu verteidigen. Unterstützung erhielten sie vor Ort von Jun.-Prof. Dr. Matthias Pelster und den beiden früheren Teilnehmern Matthias Balkenhol und Rico Heuchel.

„Unser Team lernte, trotz wenig Schlaf konzentriert zu arbeiten und tagtäglich die Herausforderungen auf kreative Weise zu meistern. Bei den abendlichen Veranstaltungen waren wir ebenfalls sehr präsent und konnten so die Anstrengungen des Tages für ein paar Stunden hinter uns lassen“, so Heuchel. Der Weg des Paderborner Teams führte zunächst ins Halbfinale, wo sie auf Studierende der Universitäten Münster und Düsseldorf trafen. Nachdem sie dort einen Fall aus der Versicherungsbranche erfolgreich lösen konnten, zogen sie gemeinsam mit Studierenden aus Singapur und Südafrika ins Finale ein. Mit ihrer Analyse und Präsentation eines Falls zu ökologisch nachhaltig und unter sozial gerechten Bedingungen produzierter Kleidung konnten sie den Wettbewerb letztlich mit dem zweiten Platz erfolgreich abschließen.

Seit Jahrzehnten nehmen Studierende aus Paderborn an diesem Wettbewerb bereits teil. Der diesjährige Einzug ins Finale stellt dabei den größten Erfolg einer Paderborner Delegation seit 2007 dar. Neben einem Preisgeld nehmen die Studierenden vor allem viele positive Erfahrungen aus dem Wettbewerb mit. So gab es gemeinsame Veranstaltungen, wie z. B. eine Motto-Party, den Besuch eines Hockeyspiels oder einen Cocktail-Abend mit Sponsoren, bei dem die Studierenden viele Kontakte knüpfen konnten. Auch die Kollegialität und Kooperation unter den konkurrierenden Teams sowie Gespräche mit anderen Teilnehmer*innen wurden von den Paderbornern als äußerst positiv wahrgenommen.

Weitere Informationen:

https://wiwi.uni-paderborn.de/international/international-campus/internationalization-at-home/john-molson-case-competition/

http://mbacasecomp.com/

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news-35646 Thu, 23 Jan 2020 10:11:49 +0100 Paderborner Forschungsergebnisse zur Steuerkomplexität sind gefragt https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-forschungsergebnisse-zur-steuerkomplexitaet-sind-gefragt/ Wie in einem Artikel in der internationalen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ im letzten Monat ausführlich beschrieben, ringt Brasilien mit einem Gewirr an Steuergesetzen. Für den geforderten notwendigen Reformbedarf wurde auch auf den Steuerkomplexitätsindex (Tax Complexity Index) zurückgegriffen, der von der Universität Paderborn zusammen mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) für 100 Länder weltweit entwickelt wurde.

„Ein kafkaeskes Steuerregime mit ständig wechselnden Regeln und undurchsichtigen Vorschriften“ – so beschreibt ein im Dezember 2019 erschienener Artikel der „Financial Times“ das Steuersystem in Brasilien. Ein Steuerexperte moniert darin die hohe Steuerkomplexität und die Rechtsunsicherheit innerhalb des Landes. Ursächlich dafür seien die drei separaten Steuerebenen in Brasilien, zwischen denen es keine Verbindung gibt: Bund, Länder (27 an der Zahl) und Kommunen (mehr als 5.000 Städte). Zum Deklarieren und Entrichten der Steuern benötigt ein mittelständisches brasilianisches Unternehmen nach Angaben der Weltbank etwa 2.000 Stunden – mit Abstand die meisten weltweit. Im Vergleich dazu fallen für ein US-amerikanisches Unternehmen nur etwa 175 Stunden und für ein britisches Unternehmen lediglich 105 Stunden an. Darüber hinaus wird in dem Artikel auf den Tax Complexity Index verwiesen, bei dem Brasilien den letzten Platz einnimmt.

In die Forschungsarbeiten zum Tax Complexity Index brachten auch Wissenschaftler der Paderborner Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ihre Expertise ein: Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, die die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, innehat, und ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter Thomas Hoppe. In einem Team zusammen mit der LMU München entwickelten sie ein landesspezifisches Maß für Steuerkomplexität, das es erlaubt, die wichtigsten nationalen Komplexitätstreiber zu identifizieren. Dabei wird grundsätzlich zwischen den Steuergesetzen selbst und den Rahmenbedingungen wie Betriebsprüfungen und Beschwerdeverfahren unterschieden. Außerdem untersucht das Team den Zusammenhang zwischen diesen Arten von Steuerkomplexität und ausländischen Direktinvestitionen.

„Die Komplexität von Steuersystemen hat in den letzten Jahren als Standort- und Investitionsfaktor stark an Bedeutung gewonnen. Dies gilt vor allem für multinationale Unternehmen. Brasilien nimmt im Ländervergleich Platz 100 ein und weist somit die höchste Komplexität auf“, erläutert Caren Sureth-Sloane den Hintergrund der Forschungsergebnisse zum Tax Complexity Index. Thomas Hoppe erklärt die Zielsetzung: „Wir wollten die Komplexität des Ertragssteuersystems in einer Vielzahl von Ländern für multinational agierende Kapitalgesellschaften messen. Dazu haben wir zwei weltweite Online-Befragungen mit erfahrenen Steuerexperten internationaler Steuerberatungsgesellschaften und -netzwerke durchgeführt.“

Auf dieser Basis identifizierte das Forschungsteam die Treiber von Komplexität in Steuersystemen. Diese lassen sich nicht nur im Gesetz selbst (z. B. Verrechnungspreisregelungen), sondern insbesondere auch in den steuerlichen Rahmenbedingungen eines Landes verorten. Auf den identifizierten Treibern aufbauend entwickelte das Autorenteam den Tax Complexity Index. Sureth-Sloane zum Ergebnis: „Das Komplexitätsniveau variiert weltweit stark, wobei etliche Länder gegensätzliche Tendenzen hinsichtlich der Ausprägung der Komplexität des Steuergesetzes und der Komplexität der steuerlichen Rahmenbedingungen aufweisen. Es lässt sich zudem festhalten, dass Deutschland keinesfalls der oftmals herausgestellte Titel des „Weltmeisters“ im Hinblick auf Steuerkomplexität zukommt. Es liegt vielmehr im Mittelfeld der 100 betrachteten Länder.“

Die Forschungsergebnisse zum globalen Steuerkomplexitätsindex fließen in den BWL-Sonderforschungsbereich „TRR 266 Accounting for Transparency. Rechnungswesen, Steuern und Unternehmenstransparenz“ ein, dessen Sprecherin Sureth-Sloane ist.

Weitere Informationen

Webseite des Tax Complexity Index: www.taxcomplexity.org

Webseite des Sonderforschungsbereichs „Accounting for Transparency“: www.accounting-for-transparency.de

Artikel der Financial Times vom 16. Dezember 2019 „Brazil grapples with tangle of tax laws“ (Bezahlversion): www.ft.com/content/a65cf6dc-12bc-11ea-a7e6-62bf4f9e548a

Text: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

 

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news-35639 Tue, 21 Jan 2020 15:19:24 +0100 Förderung der digitalen Lehrerbildung: Paderborner Wirtschaftspädagogen für neuartiges Lehrkonzept mit Tandem-Fellowship des Stifterverbands ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/foerderung-der-digitalen-lehrerbildung-paderborner-wirtschaftspaedagogen-fuer-neuartiges-lehrkonzept-m/ Lehramtsstudierende besser auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorbereiten – dies ist das Ziel des innovativen Lehrkonzepts „Digital Graphic Design: Neue Grundlagen des Lehrens und Lernens“, das am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Berufspädagogik von Prof. Dr. H.-Hugo Kremer und Marie-Ann Kückmann entwickelt wurde. Dafür erhielt Kückmann nun mit Matthias Groß, Schulleiter des Paderborner Berufskollegs Schloß Neuhaus, vom Stifterverband ein „Tandem-Fellowship für die Lehrerbildung“, unterstützt durch die DATEV-Stiftung.

Aktuell nehmen deutschlandweit 18 Teams am Programm „Schule in der digitalen Welt“ des Stifterverbands teil. An drei der 18 Teams vergab der Stifterverband jetzt „Tandem-Fellowships“. Die Tandems bestehen jeweils aus einem Hochschullehrenden aus einer Fachdidaktik oder den Bildungswissenschaften sowie einer Lehrkraft einer Schule. Jedes Fellowship wird zwei Jahre lang mit insgesamt 50.000 Euro gefördert. Ziel des Programms „Schule in der digitalen Welt“ ist es, Lehramtsstudierende besser auf die Herausforderungen vorzubereiten, die sich durch die Digitalisierung für ihre spätere Arbeit in der Schule ergeben, und ihnen dafür die erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln.

Im Mittelpunkt des Lehrkonzepts „Digital Graphic Design“ stehen die besonderen didaktischen Potenziale von digitalen Visualisierungen, sogenannten „Sketchnotes“, von Videoformaten sowie deren wechselseitige und integrative Nutzbarmachung. Die Paderborner Wirtschaftspädagogen gehen davon aus, dass digitale Medien zwar neue Ansatzpunkte für das Lehren und Lernen bieten können, berufliches Lernen Studierende aber auch zunehmend auf eine sich verändernde Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten muss. „Wir verstehen die Auszeichnung als Bestätigung unseres Anspruches, die Studierenden dabei zu unterstützen, sich zu reflexiven Konstrukteuren digitaler Lebenswelten zu entwickeln. Dabei freuen wir uns besonders über die Einbindung des schulischen Partners, durch den der Bezug zur (Bildungs-)Praxis sichergestellt ist“, freut sich Marie-Ann Kückmann über die Auszeichnung.

Weitere Informationen zu „Digital Graphic Design“: www.uni-paderborn.de/cevet/forschung/aktuelle-projekte/dgd

Weitere Informationen zum Programm „Schule in der digitalen Welt“ des Stifterverbands: www.stifterverband.org/schule-in-der-digitalen-welt

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news-35589 Thu, 16 Jan 2020 14:03:14 +0100 Von Atari bis zu zweiseitigen Märkten: 30 Jahre Wirtschaftsinformatik an der Universität Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/von-atari-bis-zu-zweiseitigen-maerkten-30-jahre-wirtschaftsinformatik-an-der-universitaet-paderborn/ Smartphones, Internet und digitale Streaming-Dienste sind heute aus dem täglichen Leben der Menschen in Europa nicht mehr wegzudenken. Die Digitalisierung ist keineswegs mehr Neuland, sondern längst zu einem zentralen, wenn nicht zu einem beherrschenden Thema in unserer Gesellschaft geworden. Kein Lebensbereich bleibt von ihr unberührt: Sie verändert unsere Kommunikationsgewohnheiten mit Freunden und Verwandten genauso wie unser Einkaufsverhalten, unsere Freizeitgestaltung und unser Arbeitsleben.

Mit dem Studiengang Wirtschaftsinformatik begleitet, erforscht und gestaltet das Department Wirtschaftsinformatik der Universität Paderborn diese Entwicklungen nun schon seit über 30 Jahren erfolgreich mit. Die Wirtschaftsinformatik entwickelt dabei u. a. neue Informationssysteme für Unternehmen und Verwaltungen, untersucht unser digitales Verhalten anhand von Daten, entwickelt neue Verfahren zur Anwendung Künstlicher Intelligenz und begleitet junge Unternehmen durch die Gründungsphase.

Begonnen hat die Geschichte der Wirtschaftsinformatik bereits 1973 mit der Einrichtung eines Lehrstuhls für „Datenverarbeitung und Organisation“ an der damals neu gegründeten Universität-Gesamthochschule Paderborn. Das Themenspektrum wurde bereits in den Folgejahren um Systeme für die elektronische Zusammenarbeit im Unternehmen sowie die Lösung von Optimierungsproblemen erweitert. Nachdem digitale Themen zuerst als Vertiefungsfach in den Wirtschaftswissenschaften angeboten wurden, begannen im Wintersemester 1989/90 erstmals 58 Studierende ihr Diplomstudium im eigenständigen Fach Wirtschaftsinformatik in Paderborn – damals ein Novum. Auch studentische Initiativen, wie die Hochschulgruppe Wirtschaftsinformatik (HG-WINFO), haben das junge Fach schon damals geprägt und machen bis heute einen Teil des besonderen Paderborner Charakters der Wirtschaftsinformatik aus.

In ihrer fast fünfzigjährigen Historie hat sich die Paderborner Wirtschaftsinformatik ständig erneuert und weiterentwickelt, nicht nur, um mit technischen Entwicklungen Schritt zu halten, sondern vielmehr, um selbst eine aktive Rolle bei der Gestaltung unserer Informationsgesellschaft einzunehmen. War die Digitalisierung zunächst ausschließlich ein Thema für Unternehmen und „Technik-Nerds“, so ist sie seitdem schrittweise in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Meilensteine, wie die Erfindung objektorientierter Programmiersprachen in den Siebzigern, die Erfindung des Personal Computers und von Betriebssystemen, wie MS-DOS (1981), das Online-Banking mit BTX (1983), die Etablierung des World Wide Web (1991), der Markteintritt von Spielekonsolen, wie der PlayStation (1994), der Start der Google-Suchmaschine (1997), die Etablierung von Musik-Streaming-Diensten, wie Napster (1997), die Gründung von Facebook (2004), das Apple iPhone (2007), Peer-to-Peer Plattformen, wie Uber (2009) und viele andere Trends haben die bis dahin geltenden Spielregeln in der jeweiligen Industrie immer wieder fundamental verändert. Kennzeichnend für neue Informationstechnologie ist, dass sie immer auch unternehmerische und gesellschaftliche Innovationen und Veränderungen mit sich gebracht haben – Chancen, aber auch Gefahren.

Auch an der Universität gab es über die Zeit hinweg manche Änderungen: Die Universität-Gesamthochschule entwickelte sich zur Universität weiter, der Diplomstudiengang Wirtschaftsinformatik wurde zum Bachelor-/Master-Studiengang und Studienbeiträge wurden erst eingeführt und dann wieder abgeschafft. Über alle Änderungen hinweg blieb die Wirtschaftsinformatik ihrer Schnittstellenfunktion treu und erfand sich gleichzeitig immer wieder neu: „Heute verfügen wir über IT-Labore auf dem neusten Stand der Technik. Unser soda.lab (social and data-intensive computing lab) befähigt uns dazu, neue Verfahren der Data Science, des Social Computing und des Operations Research mit den Studierenden zu entwickeln“, unterstreichen die Professoren Oliver Müller, Guido Schryen und Matthias Trier das Potenzial daten- und modellgetriebener Verfahren.

Mit fünf voll ausgebauten Lehrstühlen sowie drei Honorarprofessoren betrachtet die Wirtschaftsinformatik in Paderborn heute als einer der wenigen Standorte in Deutschland alle entscheidenden Facetten der Digitalisierung. So setzen sich die Lehrstühle der Professoren Beverungen, Kundisch, Müller, Schryen und Trier in den Bereichen Betriebliche Informationssysteme, Digitale Märkte, Data Analytics, Operations Research und Social Computing mit den maßgeblichen Herausforderungen der Digitalisierung auseinander und entwickeln digitale Innovationen für die Zukunft. Auf der Liste haben die Forscher neben aktuell erfolgreichen Technologien auch disruptive Entwicklungen, wie Künstliche Intelligenz, Blockchain, High-Performance Computing, Augmented/Virtual Reality und das Internet der Dinge. „Die Geschwindigkeit der Digitalisierung wird sich in der Zukunft weiter erhöhen. In der Wirtschaftsinformatik entwickeln wir Technologien zum Nutzen von Unternehmen, der Gesellschaft und letztendlich den Menschen. Wir denken Technologie daher immer systemisch, zusammen mit ihren betrieblichen und sozialen Konsequenzen“, fasst Beverungen die Kerneigenschaften des Fachs zusammen.

Mit 150 Erstsemestern pro Studienjahr zählt der Studiengang Wirtschaftsinformatik in Paderborn nun schon seit vielen Jahren zu einem der anerkanntesten Standorte in Deutschland und belegt regelmäßig Spitzenpositionen in Studienrankings (z. B. im CHE-Ranking und im Forscherranking der Wirtschaftswoche). Der Vorteil am Standort Paderborn: Der Studiengang ist in die großen Fakultäten für Wirtschaftswissenschaften sowie Elektrotechnik, Informatik und Mathematik (EIM) eingebettet und profitiert so von einem fachübergreifenden Lehr- und Forschungsangebot. „Studierende lernen bei uns daher besonders gut, Informationssysteme zusammen mit betrieblichen Anwendungen zu entwickeln und eine Schlüsselrolle in der digitalen Transformation einzunehmen“, bringt Dennis Kundisch die Stärke des IT-Standorts Paderborn auf den Punkt. Die Betreuung der Erstsemester erfolgt sowohl im Bachelor als auch im Master über ein umfangreiches Mentoring-Programm und führt die Studierenden somit erfolgreich in ihr Studium und alle damit verbundenen Aspekte ein. Neben der Wirtschaftsinformatik gibt es den Masterstudiengang Management Information Systems, der sich die digitale Transformation mit einer Schwerpunktsetzung auf Inhalte an der Schnittstelle zwischen Wirtschaftsinformatik und aus dem Management auf die Fahnen schreibt. Dabei können die Studierenden ein umfassendes Angebot für Auslandssemester in Anspruch nehmen und somit von Lehre und Forschung des internationalen Lehrpersonals profitieren.

Prägend für alle Studienprogramme der Wirtschaftsinformatik ist der enge Kontakt zum Fachschaftsrat sowie zu Unternehmen und Verwaltungen in der Region. Dies wird unter anderem durch Exkursionen erreicht. In der Veranstaltungsreihe „Kaminabend bei Unternehmen im digitalen Wandel“ bietet sich für Studierende, Praktiker*innen und Forscher*innen so immer wieder eine Gelegenheit, Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung hautnah zu erfahren und sich aktiv in ihre Gestaltung einzubringen.

Weitere Informationen:
https://wiwi.uni-paderborn.de/dep3/professuren/

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Pressemitteilungen Standort
news-35603 Wed, 15 Jan 2020 15:00:00 +0100 Künstliche Intelligenz soll innovative Geschäftsmodellideen entwickeln – NRW-Wirtschaftsminister überreicht Förderbescheid für Projekt „Smart-GM“ https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/kuenstliche-intelligenz-soll-innovative-geschaeftsmodellideen-entwickeln-nrw-wirtschaftsminister-uebe/ Mit der Übergabe des Förderbescheids durch Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in Düsseldorf fiel am 8. Januar der Startschuss für das Projekt „Smart-GM“.

In dem Vorhaben arbeiten im „Software Innovation Campus Paderborn“ das „SI-Lab“ der Universität Paderborn und die Unternehmen aXon, myconsult, UNITY sowie WP Kemper gemeinsam an einem Assistenzsystem, das seinen Nutzern passende innovative Geschäftsmodellideen vorschlägt. Grundlage dafür sind zum einen eine umfangreiche Wissensbasis zu Geschäftsmodellen, zum anderen eine Künstliche Intelligenz. Die KI-Algorithmen sollen aus der großen Zahl möglicher Kombinationen zielgerichtet neue Ideen erzeugen. Anschließend werden diese auf einer öffentlichen Crowd-Plattform oder von Kunden und Experten bewertet. Mit steigender Zahl an Bewertungen wird langfristig auch die Qualität neuer Geschäftsmodellvorschläge des Assistenzsystems erhöht. Das Projekt mit seinem Gesamtvolumen von circa 2 Millionen Euro wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU mit bis zu 1,4 Millionen Euro gefördert.

„Es reicht heutzutage nicht mehr aus, tolle Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen tun sich häufig schwer, für ihre Leistungsangebote innovative Geschäftsmodelle zielgerichtet und systematisch zu entwickeln. Die Qualität eines Geschäftsmodells hat jedoch einen maßgeblichen Einfluss auf den späteren Markterfolg des Leistungsangebots“, erklärt Dr. Stephan Kassanke, Geschäftsführer myconsult. „Genau hier setzt das Projektvorhaben an: So soll ein intelligentes Assistenzsystem entwickelt werden, welches dem Nutzer Vorschläge für Geschäftsmodellinnovationen unterbreitet“, erläutert Dr. Christoph Weskamp, Projektleiter und R&D Manager im SICP.

„Im Projekt werden erstmals Kompetenzen und Methoden aus den Bereichen Geschäftsmodellinnovationen, Technikakzeptanz, maschinellem Lernen, (crowd-basierter) Bewertung von Ideenqualität sowie computergestützter Ideengenerierung für die Entwicklung von Geschäftsmodellinnovationen miteinander vereint“, hebt Prof. Dr. Dennis Kundisch, Direktor des Kompetenzbereichs Digital Business im SICP und Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, insb. Digitale Märkte, hervor. „Damit leiten wir die nächste Generation von Geschäftsmodellinnovationsmethoden ein: von passiver Unterstützung zu aktiver Assistenz“, ergänzt Christoph Plass, Vorstand UNITY. „Gründern und kleinen Unternehmen wird es so erleichtert, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln.“

Auf der Seite des „SI-Labs“ beteiligen sich darüber hinaus Prof. Dr. Nancy Wünderlich und ihr Team vom Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement sowie Prof. Dr. Eyke Hüllermeier und sein Team von der Fachgruppe „Intelligente Systeme und Maschinelles Lernen“. Sie bringen ihre Expertise zur Technikakzeptanz des Assistenzsystems bzw. bei der Entwicklung von KI-Methoden zur Unterstützung der Geschäftsmodellinnovationen in das Projekt ein.

Ist es erst entwickelt, soll das Assistenzsystem im Projekt regelmäßig evaluiert werden. Dafür sind entsprechende Fallstudien bei den am Projekt beteiligten Unternehmen geplant. „Im Zuge von Industrie 4.0 gewinnen Smart Services, wie bspw. Predictive Maintenance, zunehmend an Bedeutung. Hier stellt sich die Frage, welche Geschäftsmodelle für solche Produkt- und Dienstleistungsbündel in Zukunft tragfähig sein werden“, so Dr. Michael Euler, Geschäftsführer WP Kemper. „Heutige Unternehmenssoftware wird als Cloud Solution mit tagesgenauer Abrechnung ausgeliefert und Kunden erwarten Software im Container-Design die Multi-Cloud-fähig ist. Die Sicherstellung von Compliance-Richtlinien, das Trainieren von KI oder die Überwachung von automatisierten KI-Entscheidungen lassen völlig neue Geschäftsfelder für Managed Services entstehen, deren zukünftige Gestaltung noch viele ungeklärte Fragen aufwerfen“, ergänzt Adelhard Türling, Geschäftsführer aXon.  

Darüber hinaus ist geplant, dass im Projektverlauf auch weitere Unternehmen das Assistenzsystem im Rahmen von Innovations-Workshops erproben können und somit ihre Innovationskraft verbessern können.

Weitere Informationen: www.sicp.de/projekte/smart-gm

Über den SICP

Der „SICP – Software Innovation Campus Paderborn“ an der Universität Paderborn ist ein interdisziplinärer Forschungs- und Innovationsverbund, in dem Unternehmen und Wissenschaft digitale Innovationen gemeinsam erforschen und umsetzen. Dabei werden Lösungen für völlig neuartige Herausforderungen in unserer digitalen Gesellschaft entwickelt, aber auch anwendungsnahe Konzepte und Systeme effizient, sicher und skalierbar umgesetzt. Mit dem Neubau der „Zukunftsmeile 2“ an der Fürstenallee wird ein gemeinsamer Forschungscampus realisiert, auf dem digitale Innovationen durch eine enge Vernetzung von Wissenschaft und Unternehmen besonders effektiv und agil entwickelt werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft versteht der SICP als wesentlichen Erfolgsfaktor bei der Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Innovationen. In den fünf Kompetenzbereichen „Cyber-Physical Systems“, „Digital Business“, „Digital Security“, „Smart Systems“ und „Software Engineering“ werden am SICP fachgebietsübergreifend neue Konzepte, Methoden und Technologien u.a. für verteilte und intelligente Systeme, sichere drahtlose Kommunikation, agile und menschenzentrierte Entwicklung sozio-technischer Systeme, digitale Geschäftsmodelle, datengetriebene Entscheidungen und intelligentes Kundenmanagement entwickelt. Dabei werden digitale Innovationen immer als eine enge Verzahnung von Organisation und IT betrachtet.

Weitere Informationen: www.sicp.de

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news-35587 Wed, 15 Jan 2020 09:40:00 +0100 Internationale Forschung: Paderborner Wirtschaftswissenschaftler profitieren von deutsch-französischer Kooperation https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/internationale-forschung-paderborner-wirtschaftswissenschaftler-profitieren-von-deutsch-franzoesisch/ Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn verbindet seit Jahren eine enge Partnerschaft zu der Universität Straßburg.

Nachwuchswissenschaftler haben innerhalb dieser Kooperation die Möglichkeit, an beiden Universitäten zu recherchieren und länderüberschreitende Betreuung zu erhalten. Davon hat auch Dr. Cyrille Yoda Gebrauch gemacht, der im vergangenen November seine Doktorarbeit erfolgreich verteidigen konnte.

In seiner Dissertation beschäftigte sich der Wirtschaftswissenschaftler mit der Ausweitung des Handelsverkehrs zwischen der EU und den AKP-Staaten. Ein Thema, das aufgrund entsprechender Bemühungen Europas und insbesondere der deutschen Bundesregierung an wissenschaftlicher und praktischer Bedeutung gewinnt. Betreut wurde er bei seinem Forschungsvorhaben zunächst von Prof. Dr. Dieter Krimphove, Inhaber des Paderborner Lehrstuhls Wirtschaftsrecht und Europäisches Wirtschaftsrecht. Durch seinen Forschungsaufenthalt in Straßburg erhielt er bei seiner Dissertation zusätzliche Unterstützung von Prof. Dr. Francis Kern, ehemaliger Vizepräsident der dortigen Universität. Yoda, der aufgrund seines vorherigen Studienabschlusses den Studienpreis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) erhielt, führte einen entscheidenden Teil seiner Recherchen in Burkina Faso durch. Ermöglicht wurde dies durch ein Promotionsstipendium, mit dem er von der Konrad Adenauer Stiftung ausgezeichnet wurde. Seine Dissertation ist beispielgebend für die international ausgerichtete Forschung an der Universität Paderborn und soll darüber hinaus auch zukünftig Nachwuchswissenschaftler ermutigen, von der deutsch-französischen Kooperation bei Forschungsarbeiten zu profitieren.

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news-35601 Wed, 08 Jan 2020 10:29:00 +0100 Auszeichnung als REGIONALE 2022-Projekt – Startschuss für die OWL.Kultur-Plattform https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/auszeichnung-als-regionale-2022-projekt-startschuss-fuer-die-owlkultur-plattform/ Doppelter Grund zum Feiern: Regierungspräsidentin Judith Pirscher übergab heute für die OWL.Kultur-Plattform im Stadttheater Bielefeld die Förderbescheide in Höhe von in Summe rund 1,1 Millionen Euro. Außerdem nahmen die Projektträger OWL GmbH, Universität Paderborn und die Firma aXon GmbH gemeinsam die Auszeichnungsurkunde als REGIONALE-Projekt entgegen. Mit der OWL.Kultur-Plattform wird eine intelligente Weblösung entwickelt, die alle Kulturangebote der Region Ostwestfalen-Lippe zusammenfasst.

Vom großen Museum bis zum ehrenamtlichen Akteur, in der Stadt wie auf dem Land: Die OWL.Kultur-Plattform soll ab 2022 das gesamte Kulturangebot Ostwestfalen-Lippes bündeln und so eine Übersicht über das facettenreiche Kulturleben in der Region schaffen. Zentrales Element ist ein personalisierter Veranstaltungskalender mit einer innovativen Benutzeroberfläche. Ähnlich wie Netflix und Co. erstellt das System präferenzbezogene Vorschläge und bietet hilfreiche Filteroptionen wie Fahrtzeit, Kosten, nahegelegene Kulturangebote. Die Kulturakteure der Region werden außerdem bei ihrer Arbeit unterstützt, z. B. über die Anbindung an digitale Angebote der Verwaltung. Zudem bietet die Plattform zahlreiche hilfreiche Werkzeuge für die Organisation und Kommunikation ihrer Veranstaltungen.

„Ich freue mich, dass ich heute den Förderbescheid für dieses herausragende Kultur-Projekt überreichen kann. Die OWL.Kultur-Plattform ist in Nordrhein-Westfalen einzigartig und schlägt für die Kultur in OWL und NRW eine neue Tür auf. OWL wird mit diesem REGIONALE-Projekt nach innen weiter gestärkt und auch über die regionalen Grenzen hinaus sichtbarer gemacht“, so Regierungspräsidentin Judith Pirscher. Die Maßnahmen werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie gefördert.

Schon im November hatte das UrbanLand-Board der OWL Kulturplattform den Status eines offiziellen Projektes der REGIONALE 2022 gegeben. REGIONALE-Managerin Annette Nothnagel fasst zusammen: „Die OWL.Kultur-Plattform ist als eines von derzeit fünf REGIONALE-Projekten beschlossen worden und geht in die Realisierung. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir zum Präsentationsjahr der REGIONALE 2022 schon konkret zeigen können, wie mithilfe technologischer Innovationen Kulturerlebnisse in ländlichen und urbanen Räumen sichtbarer werden. Damit rücken Stadt und Land im UrbanLand OstWestfalenLippe für die Menschen näher zusammen.“

Verantwortlich für die Projektorganisation und -struktur zeichnet das OWL Kulturbüro der OWL GmbH. Wissenschaftlich begleitet wird die OWL.Kultur-Plattform vom SI-Lab, der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung der Universität Paderborn im SICP – Software Innovation Campus Paderborn. Die technische Entwicklung und Umsetzung verantwortet die aXon GmbH.

„Die Partnerschaft mit der OWL GmbH, der Universität Paderborn bzw. dem SICP und der aXon GmbH ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Wirtschaft und Wissenschaft in OWL hervorragend zusammenarbeiten. In Wirtschafts- und Forschungsprojekten ist es ja an der Tagesordnung, wie it’s OWL oder das neue Projekt OWL 2025 zeigen, für den Bereich Kultur ist das noch neu. Wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit und sind sicher, dass wir unsere Stärken in dieses Projekt einbringen und auf diese Weise etwas Großartiges hervorbringen“, so Herbert Weber, Geschäftsführer der OWL GmbH.

Jana Duda, Leiterin des OWL Kulturbüros: „Unbestritten bietet OstWestfalenLippe ein facettenreiches Kulturangebot, allerdings fehlt noch eine übersichtliche Gesamtdarstellung dessen im Internet. Die OWL.Kultur-Plattform wird in Zukunft das breite Angebot bündeln und die Kulturregion OstWestfalenLippe durch die vielen intelligenten Features sichtbarer und erlebbarerer machen als bisher. Sowohl für die Menschen der Region als auch für kulturinteressierte Gäste.“

Prof. Dr. Daniel Beverungen, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der Universität Paderborn: „Wir freuen uns, das Projekt mit innovativen Konzepten und Technologien zu unterschützen und so die digitale Transformation im Bereich Kultur in OWL voranzubringen“.

 „Wir von der aXon GmbH freuen uns sehr, das Projekt mit unserem technischen Know-how unterstützen zu dürfen. Durch moderne Cloud-Technologien und dank künstlicher Intelligenz stellt die  Plattform nicht nur ein großes Angebot an Kulturveranstaltungen bereit, sondern berücksichtig zugleich die individuellen Interessen der Benutzer. So wird die Suche zu einem einzigartigen Erlebnis“, so Natascha Ersch und Elias Koutsonas von der aXon GmbH.

Die partizipative Entwicklung der Plattform wurde 2017 angestoßen. Nach einer Machbarkeitsstudie geht die konkrete Umsetzung der Plattform jetzt los. Die OWL Kulturplattform ist ein regionales Gemeinschaftsprojekt. Regionale Partner sind die sechs Kreise der Region sowie die Städte Bielefeld, Gütersloh und Herford. Die Umsetzung des Projekts wird mit den Partnern, die auch die erforderlichen Eigenanteile finanzieren, in einem gemeinsamen Steuerungskreis eng abgestimmt.

Ostwestfalen-Lippe richtet die REGIONALE unter der Überschrift „Das neue UrbanLand“ aus. Ziel ist es, perspektivisch die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu stärken. Die gemeinsame Idee vom „UrbanLand OstWestfalenLippe“, einer neuen Balance zwischen Stadt und Land, wird mit REGIONALE-Projekten aktiv ausgestaltet. Die vier Aktionsfelder „Der neue Mittelstand“, „Die neue Mobilität“, „Die neuen Kommunen ohne Grenzen“ und „Das neue Stadt-Land-Quartier“ wurden dafür identifiziert. Die Aktionsfelder orientieren sich an den spezifischen Gegebenheiten der Region und ihren künftigen Herausforderungen. Als „thematische Leitplanken” beschreiben sie den Korridor für die Entwicklung von REGIONALE-Projekten.

REGIONALE-Projekte werden in einem offenen Verfahren gesucht, es gibt keine Ausschluss-Frist. Gute Projektideen können bis zum Jahr 2021 eingereicht werden.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Standort
news-35452 Mon, 16 Dec 2019 10:28:55 +0100 Paderborner Wissenschaftler Dr. Sonja Lück und Valentin Schiele erhalten Preis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-wissenschaftler-dr-sonja-lueck-und-valentin-schiele-erhalten-preis-der-fakultaet-fuer-wirt/ Dr. Sonja Lück und Valentin Schiele haben den „Dean’s Young Scholar Research Award“ der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften erhalten.

Der Preis würdigt ihre Forschung und Koautorenschaft an Beiträgen in internationalen Fachzeitschriften. Mit der Auszeichnung verfolgt die Fakultät das Ziel, die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses nach außen noch sichtbarer zu machen und exzellente Grundlagenforschung zu würdigen.

Effizientere Forschung durch frühzeitige Patentveröffentlichungen

Frühzeitige Veröffentlichungen von Patentanmeldungen können unnötige Duplizierungen von Forschungsaufwendungen reduzieren – das hat Dr. Sonja Lück vom Fachgebiet „Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung“ zusammen mit einem internationalen Forschungsteam nun belegen können. Viele klassische Studien leiten theoretisch her oder beruhen auf der Annahme, dass der Wettbewerb um Technologieentwicklung zu einem doppelten Forschungsaufwand führe. Dabei könnte eine freiwillige frühzeitige Offenlegung aller Erfindungsbemühungen für alle innovativen Unternehmen vorteilhaft sein. Der Haken: Aus Erfindersicht stellt eine möglichst lange Geheimhaltung die dominante Strategie dar. Gesetzgeber versuchen dieses Dilemma dagegen zu entschärfen, indem sie eine frühzeitige Publikation von Patentanmeldungen vorschreiben.

Bislang konnte dieser Umstand empirisch nicht überprüft werden. Mit ihrem Artikel in der Fachzeitschrift „Management Science“ haben die Forscher*innen nun aber Erkenntnisse in diesem Bereich wissenschaftlich gesichert. Prof. Dr. Hendrik Schmitz, Prodekan für Forschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, dazu: „Sonja Lücks Artikel stellt einen wichtigen Debattenbeitrag dar. Sie nutzt neuartige Datenquellen aus den USA und der EU, um den kausalen Effekt frühzeitiger Patentveröffentlichungen zu quantifizieren. Dabei greift sie auf drei komplementäre Identifikationsstrategien zurück, die eine Gesetzesänderung in den USA ausnutzen. Dr. Sonja Lück konnte mit ihrem internationalen Forschungsteam überzeugend belegen, dass eine frühzeitige Publikation tatsächlich Duplizierung von Forschungsaufwand verhindert, sowohl in den USA als auch in der EU. Damit ist der Artikel ein sehr gutes Beispiel für angewandte empirische Forschung mit direkter politischer Relevanz. Die Veröffentlichung in der weltweit führenden wirtschaftswissenschaftlichen bereichsübergreifenden Fachzeitschrift ‚Management Science‘ spricht aufgrund der hohen Ansprüche dieser Topzeitschrift für die überzeugende Darlegung und außergewöhnlich gute Validierung der Forschungsergebnisse.“

Weniger Verkehrsunfälle durch Einführung der Sommerzeit

Inwieweit es einen Zusammenhang zwischen Dunkelheit und einer erhöhten Zahl an Unfällen gibt, damit hat sich Valentin Schiele vom selben Paderborner Fachgebiet beschäftigt. Ausgangspunkt der Überlegungen, an denen Schiele zusammen mit Dr. Christian Bünnings von der FOM Hochschule gearbeitet hat, ist die Einführung einer dauerhaften Sommerzeit. Dies würde bewirken, dass Licht von den eher ruhigen Morgenstunden in die geschäftigen Abendstunden mit hohem Verkehrsaufkommen verlagert wird. Auf Basis ihrer Forschungsergebnisse, die in der Fachzeitschrift „Review of Economics and Statistics“ veröffentlicht wurden, können die beiden Wissenschaftler mögliche Auswirkungen einer solchen Einführung abschätzen. Tatsächlich liefert die Studie einen Beleg dafür, dass Dunkelheit die Unfallhäufigkeit beträchtlich erhöht. Demnach könnte die Einführung einer dauerhaften Sommerzeit tödliche Unfälle verhindern und somit auch zusammenhängende gesellschaftliche Kosten vermeiden. Schiele und Bünnings schätzen die jährlich durch Dunkelheit verursachten Kosten der Verkehrsunfälle in Großbritannien, die die Datengrundlage darstellten, auf umgerechnet fast 600 Millionen Euro. Dabei wäre ein Einsparpotenzial in Höhe von 8 Prozent möglich, wie die Autoren berechneten.

Als Betreuer der Doktorarbeit von Schiele freut sich Schmitz über diesen Erfolg: „Die Anerkennung der Forschungsergebnisse in einer international höchst reputierten Fachzeitschrift unterstreicht die bedeutende Forschungsleistung von Valentin Schiele. Die Erkenntnisse des Artikels sind dazu geeignet, die immer wiederkehrende, häufig emotional geführte öffentliche Debatte um die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung und Einführung von dauerhafter Sommer- oder Winterzeit zu versachlichen und den gerade begonnenen politischen Entscheidungsprozess zur Abschaffung der Zeitumstellung zu unterstützen. Damit ist der Artikel ein gelungenes Beispiel für angewandte empirische volkswirtschaftliche Forschung mit unmittelbarer gesellschaftspolitischer Relevanz.“

Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp, Sprecher des Departments „Economics“: „Die Publikationen von Dr. Sonja Lück und Valentin Schiele haben wesentlich dazu beigetragen, die internationale Sichtbarkeit der Fakultät im Bereich der wirtschaftswissenschaftlichen Topforschung zu erhöhen. Die Auszeichnung ihrer Forschungsbeiträge mit dem ‚Dean’s Young Scholar Research Award‘ begrüße ich daher ausdrücklich.“

Die einzelnen Fachbeiträge

Titel: „Early disclosure of invention and reduced duplication – an empirical test“
Autoren: Dr. Sonja Lück (Universität Paderborn), Prof. Dr. Benjamin Balsmeier (Universität Luxemburg), Dr. Florian Seliger (ETH Zürich) und Prof. Lee Fleming (UC Berkeley)

Titel: „Spring Forward, Don’t Fall Back – The Effect of Daylight Saving Time on Road Safety“
Autoren: Valentin Schiele (Universität Paderborn), Dr. Christian Bünnings (FOM Hochschule)

Über den „Dean’s Young Scholar Research Award für herausragende Publikationen“

Mit der Auszeichnung sollen die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften nach außen noch sichtbarer und exzellente Grundlagenforschung gewürdigt werden. „An unserer Fakultät wird Hervorragendes geleistet und es ist an der Zeit, dies noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Mit den Dean’s Young Scholar Awards haben wir als Fakultät einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen“, sagt Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Das Dekanatsteam der Fakultät sieht in den erreichten Publikationserfolgen von Dr. Sonja Lück und Valentin Schiele in den weltweit renommierten Fachzeitschriften „Management Science“ und „Review of Economics and Statistics“ eine Verstärkung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn im Bereich der wirtschaftswissenschaftlichen Spitzenforschung.

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Pressemitteilungen Dean’s Research Award Projekte Forschung Forschungspreise
news-35442 Wed, 11 Dec 2019 14:11:27 +0100 Paderborner Kooperationsprojekt mit „Best Conference Paper Award“ ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-kooperationsprojekt-mit-best-conference-paper-award-ausgezeichnet/ Für ihren Beitrag „The Relation between Tax Complexity and Foreign Direct Investments: Evidence Across Countries” erhielten Thomas Hoppe und Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane (beide Universität Paderborn) sowie Prof. Dr. Deborah Schanz, Susann Sturm (beide Ludwig-Maximilians-Universität München) und Prof. Dr. Johannes Voget (Universität Mannheim) den „Best TRR 266 Accounting for Transparency Conference Paper Award“. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Annual Conference des Sonderforschungsbereichs (SFB) „TRR 266 Accounting for Transparency“ verliehen.

Während der Konferenz hatten alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, in geheimer Wahl über ihren favorisierten Beitrag abzustimmen. Als Beurteilungskriterien sollten neben dem Erkenntnisgewinn für die wissenschaftliche Literatur und Praxis auch die Qualität des Beitrags sowie der Stellenwert innerhalb des TRR 266 herangezogen werden. Nach einem spannenden Kopf an Kopf Rennen wurden schließlich nicht nur das Paderborner Kooperationsprojekt, sondern auch zwei weitere Beiträge prämiert.

In ihrem Beitrag gehen Thomas Hoppe, Caren Sureth-Sloane, Deborah Schanz, Susann Sturm und Johannes Voget der Frage nach, inwieweit ein Zusammenhang zwischen ausländischen Direktinvestitionen und der Komplexität des Steuersystems besteht. Hierbei bestätigen die Autor*innen zum einen den aus der bisherigen Literatur bekannten negativen Zusammenhang zwischen Steuerkomplexität und ausländischen Direktinvestitionen. Sie zeigen jedoch auch auf, dass bestimmte Teilbereiche von Steuerkomplexität einen positiven Zusammenhang zu ausländischen Direktinvestitionen aufweisen. Der Beitrag ist Teil des in diesem Jahr gestarteten SFBs „TRR 266 Accounting for Transparency“, dessen Sprecherin Caren Sureth-Sloane ist.

Über den Sonderforschungsbereich „TRR 266 Accounting for Transparency“

Der SFB „TRR 266 Accounting for Transparency“ startete im Juli 2019 und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst vier Jahre gefördert. Er ist der erste SFB mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt. Hier sind rund 80 Wissenschaftler*innen von acht Hochschulen beteiligt: Universität Paderborn (Sprecherhochschule), Humboldt-Universität zu Berlin, Universität Mannheim, Ludwig-Maximilians-Universität München, European School of Management and Technology Berlin, Frankfurt School of Finance & Management, Goethe-Universität Frankfurt am Main, und WHU - Otto Beisheim School of Management. Die Forscher untersuchen, wie Rechnungswesen und Besteuerung die Transparenz von Unternehmen beeinflussen und wie sich Regulierungen und Unternehmenstransparenz auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken. Das Fördervolumen des SFBs beträgt rund 12 Millionen Euro.

Weitere Informationen zum SFB unter www.accounting-for-transparency.de und https://twitter.com/trr_accounting

Text: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

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Pressemitteilungen Projekte Forschung
news-35424 Mon, 09 Dec 2019 11:14:59 +0100 Universität Paderborn trauert um Altrektor Wolfgang Weber https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/universitaet-paderborn-trauert-um-altrektor-wolfgang-weber/ Die Universität Paderborn trauert um ihren ehemaligen Rektor Prof. em. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Weber. Er verstarb am 1. Dezember. Weber führte die Universität von Oktober 1995 bis Oktober 2003.

Weber hatte von 1976 bis 1982 in Paderborn eine Professur für Betriebswirtschaftslehre inne, forschte anschließend als Professor für Personalwirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und kehrte 1985 an die damalige „Universität-Gesamthochschule Paderborn“ zurück. Von 1978 bis 1979 und 1995 war er Dekan des damaligen „Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften“ der Universität sowie von 1979 bis 1981 dessen Prodekan. Weber war von 1987 bis 1991 Prorektor für Planung und Finanzen der Universität.

Während Wolfgang Webers Amtszeit als Rektor wurden unter anderem der Universitätsstandort an der Fürstenallee (Gebäude F) und das Gebäude W eingeweiht sowie zwei Sonderforschungsbereiche (SFBs), zwei Forschergruppen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), drei Graduiertenkollegs und eine Graduate School des Landes NRW an der Universität etabliert. Unter Webers Leitung wurde die Universität neu gegliedert: 2002 wurden die bisherigen Abteilungen Höxter, Meschede und Soest abgetrennt und die Universität in die heutigen fünf Fakultäten aufgeteilt. 2003 erfolgte die offizielle Umbenennung von „Universität-Gesamthochschule Paderborn“ in „Universität Paderborn“.

Weber trieb außerdem die Internationalisierung der Hochschule maßgeblich voran – unter anderem mit der Gründung einer „Chinesisch-Deutschen Technischen Fakultät“ in Qingdao im Jahr 2002. Nach seiner Amtszeit blieb Wolfgang Weber bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 an der Universität Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Personalwirtschaft.

„Die Universität Paderborn hat Wolfgang Weber viel zu verdanken. Neben den zukunftsweisenden Strukturentwicklungen, die er mit großem Nachdruck und sehr erfolgreich vorangetrieben hat, lagen ihm vor allem ein gutes Verhältnis zur Stadt Paderborn und die lokale und regionale Vernetzung der Universität am Herzen. Auch in diesem Bereich hat er wichtige Grundlagen geschaffen“, würdigt Prof. Dr. Birgitt Riegraf, Präsidentin der Universität Paderborn, Webers Verdienste.

Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften: „Schon zu einer sehr frühen Zeit hat Wolfgang Weber sowohl fachlich als auch methodisch Maßstäbe im Bereich E-Learning gesetzt. So erstellte er für Fernsehlehrgänge im Rahmen des Telekollegs in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk bis Mitte der 1990er Jahre Lehrfilme zu den Themengebieten ‚Betriebswirtschaftslehre‘ und ‚Betriebliches Rechnungswesen‘. Damit ermöglichte er damals vielen jungen Erwachsenen die individuelle Teilhabe an Bildung und Weiterqualifizierungen und nahm auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle ein. Persönlich hat mich seine außerordentliche Gabe des intensiven Zuhörens tief beeindruckt, mit der er es auf kluge Weise schaffte, viele unterschiedliche Meinungen zu einem Konsens zu führen.“

Wolfgang Weber war unter anderem Sprecher der Mitgliedergruppe Universitäten in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), HRK-Vizepräsident (2002 bis 2004) sowie Vorsitzender des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (2003/04). 2005/06 war Wolfgang Weber Präsident der „International Federation of Scholarly Associations of Management“ (IFSAM). Er wurde mit Ehrendoktorwürden der Universität Halle-Wittenberg und der Nottingham Trent University ausgezeichnet. Weber war Gründungsdekan der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. 2004 würdigte die Stadt Paderborn seine großen Verdienste mit der Verleihung des Ehrenringes der Stadt.

Gedenkseite: https://gemeinsam-trauern.voss-bestattungen.de/Begleiten/wolfgang-weber

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Pressemitteilungen Standort
news-35420 Fri, 06 Dec 2019 13:21:34 +0100 Paderborner Wirtschaftspädagoge Prof. Dr. Tobias Jenert erhält Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-wirtschaftspaedagoge-prof-dr-tobias-jenert-erhaelt-fellowship-fuer-innovationen-in-der-ho/ Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und die Baden-Württemberg Stiftung haben Prof. Dr. Tobias Jenert von der Universität Paderborn und Prof. Dr. Taiga Brahm von der Universität Tübingen mit einem Tandem-Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre ausgezeichnet.

Die beiden Wirtschaftspädagogen erhalten diese Auszeichnung für ihr innovatives Lehrkonzept, das Lehramtsstudierende dabei unterstützt, ihre subjektiven Vorstellungen von „Wirtschaft“ kritisch zu reflektieren. Angehende Lehrende sollen sich bewusst werden, welche Vorstellungen und Normen ökonomischen Handelns sie für sich selbst und in ihrem Unterricht vertreten.

Jenert und Brahm möchten mit ihrem Projekt umfassende Reflexionsprozesse anregen, die von den Lernenden selbst, zusammen mit Kommiliton*innen und mit Dozierenden stattfinden sollen. Die Reflexion wird durch soziale Video-Annotation unterstützt. Masterstudierende der Wirtschaftspädagogik an der Universität Paderborn und Tübingen können ab diesem Wintersemester erstmals das innovative Format besuchen. Hier sollen die per Video aufgezeichneten Unterrichtssimulationen nicht nur zur Reflexion ihrer Präsentationstechnik beitragen, sondern vor allem eine fachliche Reflexion ihrer ökonomischen (Schwellen-)Konzepte anregen.

Das Vorhaben der Paderborner und Tübinger Wirtschaftspädagogen leistet einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Ausbildung von zukünftigen Lehrkräften, indem sie die hochschuldidaktischen Konzepte des (Peer-)Videofeedbacks und der Auseinandersetzung mit (Schwellen-)Konzepten zusammenführen. Jenert, der seit 2018 die Professur für Wirtschaftspädagogik insb. Hochschuldidaktik und -entwicklung in Paderborn innehat, freut sich über die Förderung: „Auch wenn Videoaufzeichnungen von Unterrichtssimulationen eine wichtige Rolle spielen und die Reflexionsprozesse daran ihren Ausgang nehmen, stellen sie nicht den Kern unseres Konzepts dar. Die Technologie, die wir einsetzen, ist für sich genommen nicht innovativ, sondern Mittel zum Zweck. Uns ist vielmehr daran gelegen, dass Studierende sich intensiv mit ihren eigenen, oft sehr impliziten Vorstellungen wirtschaftswissenschaftlicher Fachinhalte auseinandersetzen. Dazu muss es uns gelingen, die häufig spürbare Abneigung der Studierenden zu überwinden, sich mit ihren ureigenen Werten und Einstellungen zu befassen. Reflexion und Feedback erfolgen deshalb auch nicht nur durch die Lehrenden, sondern durch andere Kursteilnehmende. Damit erzielen wir bisher sehr gute Erfolge.“

Weitere Informationen zum Projekt unter:
www.stifterverband.org/file/8190/download?token=R071EuRQ

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Pressemitteilungen Projekte Lehre
news-35416 Thu, 05 Dec 2019 17:11:00 +0100 Energiewende mithilfe Künstlicher Intelligenz https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/energiewende-mithilfe-kuenstlicher-intelligenz-1/ Wissenschaftler der Universität Paderborn entwickeln intelligentes Monitoring- und Regelsystem für Verteilnetze


Die Energie- und Mobilitätswende stellt Deutschlands Netzbetreiber vor große Herausforderungen: Der Anteil dezentral in die Verteilnetze eingespeister erneuerbarer Energie steigt, der Ausbau von Ladestationen für E-Autos führt zu einer zeitlich und räumlich konzentrierten Energienachfrage und als Folge werden die elektrischen Betriebsmittel und Komponenten der Netze stärker belastet. Parallel erwarten die Kunden, auf gleichbleibend hohem Niveau versorgt zu werden. Den Monitoring- und Regelsystemen der Verteilnetze kommt daher eine Schlüsselrolle zu: Sie müssen auch unter erhöhter Belastung reibungslos funktionieren. Hier setzen Wissenschaftler des „SICP – Software Innovation Campus Paderborn“ der Universität Paderborn mit einem neuen Forschungsprojekt an: Sie wollen ein neues, durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstütztes System entwickeln, das die Funktionen der Verteilnetze kontinuierlich überwacht und frühzeitiger als bislang Fehler vorhersagt. Netzbetreiber könnten so Fehler in ihren Anlagen schneller erkennen, die Qualität der Infrastruktur verbessern und damit die Verteilung grüner Energie sicherstellen.

Das Projekt „FLEMING – Flexible Monitoring- und Regelsysteme für die Energie- und Mobilitätswende im Verteilnetz durch Einsatz von Künstlicher Intelligenz“ des SICP startete im September und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit insgesamt 3,3 Millionen Euro gefördert. Im SICP kooperieren über 30 Professoren der Universität Paderborn und deren Teams aus den Bereichen, Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Wirtschaftswissenschaften sowie Wirtschaftsinformatik mit derzeit zwölf Unternehmen. An „FLEMING“ sind Prof. Dr. Eyke Hüllermeier und sein Team von der Fachgruppe „Intelligente Systeme und Maschinelles Lernen“ sowie Prof. Dr. Daniel Beverungen und sein Team vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik beteiligt.

„Angesichts der beschriebenen Herausforderungen der Energiewende stößt die heutige Steuerungs- und Regeltechnik der Netzbetreiber zunehmend an ihre Grenzen. In unserem Forschungsprojekt wollen wir daher ein neuartiges intelligentes Monitoring- und Regelsystem entwickeln. Damit soll es den Netzbetreibern künftig möglich sein, potentielle Ausfälle von Anlagen und andere Schäden schneller als bislang zu erkennen und diesen vorzubeugen“, erläutert Dr. Christoph Weskamp, Manager des Kompetenzbereichs „Digital Business“ im SICP. Der Ansatz der Forscher: Sie wollen nicht nur die bislang verwendete Sensortechnik weiterentwickeln, sondern auch Methoden Künstlicher Intelligenz (KI) einsetzen.

„Im Projekt sollen genaue, zuverlässige und leicht nachrüstbare Regelungssensoren entwickelt werden, die den Netzbetreibern ein intelligentes Lastmanagement ermöglichen. So könnten die Verteilnetze künftig flexibler genutzt und die für die Energiewende benötigte Energieverteilungs-Infrastruktur flächendeckend ausgebaut werden“, erklärt Dr. Gunnar Schomaker, Manager des Kompetenzbereichs „Smart Systems“ im SICP. „Außerdem wollen wir untersuchen, inwiefern sich moderne KI-Methoden zum Überwachen und Regeln der Verteilnetze eignen, insbesondere Methoden des maschinellen Lernens“, ergänzt Prof. Dr. Eyke Hüllermeier. „Grob gesagt besteht das Ziel darin, dass es einer lernfähigen KI auf der Grundlage historischer Daten gelingt, im Laufe der Zeit immer bessere Entscheidungen zu treffen. Im Rahmen des Projekts sollen hierzu insbesondere neuere Methoden des automatisierten maschinellen Lernens (AutoML) zum Einsatz kommen“, so der Informatiker.

Das intelligente Monitoring- und Regelsystem für Energienetze wird konsequent als digitales Geschäftsmodell entworfen. Dazu Prof. Dr. Daniel Beverungen: „Nur mithilfe neuer Informationstechnologie und Dienstleistungen kann die Energie- und Mobilitätswende gelingen. Die Etablierung grüner Energie stellt unsere Infrastruktur vor völlig neue Herausforderungen und sie stellt natürlich auch Verhaltensweisen der Verbraucher und Unternehmen infrage. Wir müssen innovative und digitale Lösungen finden, um diese Strukturveränderungen im Zusammenspiel der beteiligten Partner zu ermöglichen. Gleichzeitig müssen diese Lösungen effizient und bezahlbar sein. So leisten wir im Projekt einen Beitrag dazu, unser Stromnetz fit für die Energiewende zu machen“.

Im Forschungsprojekt arbeiten die Paderborner Wissenschaftler mit dem ABB Forschungszentrum Deutschland, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V. (FIR) an der RWTH Aachen, der Heimann Sensor GmbH, sowie SÜC Energie und der H2O GmbH aus Coburg zusammen. Erste Forschungsergebnisse werden für die zweite Jahreshälfte 2020 erwartet.

Simon Ratmann, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-35366 Thu, 28 Nov 2019 09:54:59 +0100 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften verabschiedete Absolvent*innen https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/fakultaet-fuer-wirtschaftswissenschaften-verabschiedete-absolventinnen/ „Bildung schützt vor Dummheit nicht“ – unter diesem Motto wurden auf dem Tag der Wirtschaftswissenschaften am Samstag, 16. November, in einem feierlichen Rahmen die Absolvent*innen sowie die Promovierten der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn geehrt.

Etwa 225 Absolvent*innen waren mit ihren Familien und Freunden erschienen, sodass insgesamt mehr als 900 Personen die Veranstaltung direkt im Auditorium maximum der Universität oder per Live-Übertragung im Hörsaal L1 verfolgten.

In ihrer Begrüßung betonte Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät, dass die Bachelor- und Masterabsolvent*innen allen Grund hätten, optimistisch und selbstbewusst ins Berufsleben zu starten. Ausgestattet mit Fachwissen, Transfer-, aber auch sozialen Kompetenzen, gelte es nun, neue Verantwortung zu übernehmen. Die nachweislich sehr guten Platzierungen der Paderborner Wirtschaftswissenschaften in verschiedenen Rankings zu Leistungen in Forschung und Lehre dokumentierten die hohe Qualität ihres Studiums. Prof. Dr. Volker Schöppner, Vizepräsident für Lehre, Studium und Qualitätsmanagement, stimmte mit seinem Grußwort aus dem Präsidium in den positiven Grundtenor ein. Die Studiengänge der Fakultät seien in Hochschule und Praxis hoch angesehen und würden unter Einbeziehung der neusten Forschungsprojekte in den nächsten Rankings voraussichtlich noch besser abschneiden. In der studentischen Festrede sprachen sich die früheren Fachschaftsrats- bzw. AStA-Mitglieder Lisa Kürpick und Norina Poetter und allen Absolvent*innen ein großes Kompliment für das Erreichen des Studienabschlusses aus. Außerdem riefen Sie ihre ehemaligen Kommiliton*innen dazu auf, ihre Erinnerungen an die Studienzeit als ein Gedankenmuseum zu betrachten, in welchem alle Erinnerungen an diese Zeit festgehalten würden.

Prof. Dr. Guido Schryen, Prodekan für IT & Öffentlichkeitsarbeit, hielt die Laudatio zum diesjährigen „Lehrpreis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften für besonderes Engagement in der Lehre“, der an Juniorprofessorin Dr. Regina Ortmann ging (Link zur Pressemitteilung).

Die ursprünglich geplante Alumnus-Festrede von Dr. Elke Eller, die aus Krankheitsgründen leider ausfiel, wurde durch ein spontanes Interview mit Burkhard Peters von PwC und Sven Westphälinger von der KPMG ersetzt, die Fragen des Moderators Dr. Kostja Siefen beantworteten. Die beiden rieten den Absolvent*innen, nie aus den Augen zu verlieren, dass ihre zukünftigen Jobs vermutlich „nicht über Leben und Tod entscheiden“. Sie forderten die Absolvent*innen auf, sich selbst die Erlaubnis zu geben, auch mal Fehler zu machen und nicht alles zu ernst zu nehmen. Außerdem sollten sie nicht nur das Geld im Blick haben, sondern bei der Wahl des zukünftigen Arbeitsplatzes in erster Linie darauf achten, was ihnen Freude bereitet und Spaß macht. Die akademische Ausbildung an der Universität Paderborn sei außerdem qualitativ sehr hochwertig und die Absolvent*innen sollten nicht zögern, ihre Qualitäten auch ins rechte Licht zu stellen.

Der Moderator Dr. Kostja Siefen schloss die Veranstaltung mit dem Hinweis: „Bildung schützt vor Dummheit nicht.“

Text: Karen Henkefend

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Pressemitteilungen Standort Veranstaltungen
news-35338 Tue, 26 Nov 2019 15:10:00 +0100 DFG-Fachkollegienwahl: Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane erzielt Spitzenplatz im Fachkollegium Wirtschaftswissenschaften für das Fach Betriebswirtschaftslehre https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/dfg-fachkollegienwahl-prof-dr-caren-sureth-sloane-erzielt-spitzenplatz-im-fachkollegium-wirtschaf/ Am 22. November verkündete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die in Deutschland die erkenntnisgeleitete Forschung und die freie Wissenschaft fördert, die vorläufigen Ergebnisse der DFG-Fachkollegienwahl.

Zuvor konnten rund 150.000 wahlberechtigte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler online über die Besetzung von 632 Plätzen in insgesamt 49 Fachkollegien für die Amtsperiode von 2020 bis 2023 entscheiden. Für das Fach Betriebswirtschaftslehre wurde in das Fachkollegium Wirtschaftswissenschaften die von vielen Universitäten vorgeschlagene Kandidatin der Paderborner Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, gewählt.

Für die insgesamt fünf zu besetzenden Ränge in diesem Gremium kandidierten 13 Professorinnen und Professoren von verschiedenen Universitäten. Caren Sureth-Sloane erhielt die meisten Stimmen und damit den ersten Rang. In der DFG-Pressemitteilung zum vorläufigen Wahlergebnis erläuterte DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider die Bedeutung der Fachkollegien für die Wissenschaft: „Die Fachkollegien sind konstitutiv für die qualitative Bewertung von bei der DFG eingereichten Förderanträgen. Im Unterschied zur vorangehenden Begutachtung durch fachlich hoch spezialisierte Peers rücken die Fachkollegien diese Förderanträge in einen breiteren Horizont von einander benachbarten Fächern. Zugleich gewährleisten sie durch ihr Urteil die Qualität des Begutachtungswesens und tragen wesentlich zu Akzeptanz der Förderentscheidungen der DFG bei. Und auch in der Wahl der Mitglieder der Fachkollegien durch die jeweiligen fachlichen Gemeinschaften der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verwirklicht sich die Selbstorganisation von Wissenschaft in Deutschland.“ Die offizielle Konstituierung der neu besetzten Fachkollegien ist in ihren jeweiligen ersten Sitzungen im Frühjahr 2020 geplant.

Caren Sureth-Sloane blickt ihrer anstehenden neuen Aufgabe in der deutschen Forschungsförderung mit Zuversicht entgegen: „Nun selber bei der wettbewerblichen Auswahl der besten Forschungsvorhaben mitwirken und die betriebswirtschaftliche Spitzenforschung weiter vorantreiben zu können, ist sowohl für meine Universität als auch für mich persönlich eine große Ehre und bedeutet auch eine neue spannende Herausforderung, auf die ich mich besonders freue.“

Pressemitteilung der DFG:
www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung_nr_57/index.html

Weitere Informationen zum akademischen Werdegang von Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane

Prof. Caren Sureth-Sloane forscht zu den Wirkungen der Besteuerung auf unternehmerische Entscheidungen, vor allem auf riskante Investitionsentscheidungen, sowie zur internationalen Unternehmensbesteuerung und Steuerkomplexität.

Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Englisch, Französisch und Chinesisch an der Universität Passau. Ab 1994 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld tätig, wo sie 1999 promoviert wurde und 2003 habilitierte. In den Jahren 2002 bis 2004 übernahm sie die Vertretung der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensrechnung/-besteuerung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn. Seit 2004 hat sie dort die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre inne. Sie erhielt Rufe an die Karl-Franzens-Universität Graz, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Universität zu Köln.

Seit 2010 ist sie Gastprofessorin an der Wirtschaftsuniversität Wien und Principal Investigator im FWF-Graduiertenkolleg Doctoral Program in International Business Taxation (DIBT). Sie ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises Quantitative Steuerlehre (arqus) sowie Mitglied in den Arbeitskreisen „Steuern“ und „Verrechnungspreise“ der Schmalenbach-Gesellschaft, zu deren Vorstand sie seit 2011 gehört und deren Vizepräsidentin sie seit 2019 ist. 2013 wurde Sureth-Sloane zum Ordentlichen Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaft und Künste ernannt. Sie ist Sprecherin des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereiches TRR 266: Accounting for Transparency (www.accounting-for-transparency.de).

Ulrike Kropf, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

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Pressemitteilungen Standort
news-35328 Mon, 25 Nov 2019 15:30:25 +0100 Ehemalige Dekane der Wirtschaftswissenschaften besuchten ihre Fakultät an der Universität Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/ehemalige-dekane-der-wirtschaftswissenschaften-besuchten-ihre-fakultaet-an-der-universitaet-paderborn/ Am Freitag, 22. November, hat die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn ihre ehemaligen Dekane zu einem Get-together eingeladen.

Anlass war eine in diesem Jahr fertiggestellte Fotogalerie der ehemaligen Dekane. Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, aktuelle Dekanin und Gastgeberin: „Das zahlreiche Erscheinen unserer ehemaligen Dekane von der Gründungszeit unserer Hochschule an hat uns überaus gefreut und geehrt.“

Die Fotoserie lud zu einer Zeitreise ein und weckte Erinnerungen. Seit Gründung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften vor 47 Jahren, damals organisatorisch als Fachbereich (FB5) bezeichnet, hatten bisher 20 Professoren das Amt des Dekans innegehabt. In optisch ansprechender Weise sollte an das Wirken sämtlicher bisheriger Amtsträger in einer Galerie im Dekanat erinnert werden. „Damit wollen wir nicht nur dem heutigen Stellenwert von Öffentlichkeitsarbeit gerecht werden, sondern es ist uns sehr daran gelegen, unseren Respekt und unsere Verbundenheit zu den ehemaligen Amtsinhabern mit der Galerie zum Ausdruck zu bringen“, so Sureth-Sloane. Die von der Dekanin präsentierten aktuellen Zahlen und Fakten zur gegenwärtigen Lage und zum hohen Renommee der Fakultät freuten die ehemaligen Amtsinhaber und ihre Begleitpersonen. Abschließend dankte die Dekanin ihren Amtsvorgängern besonders herzlich für die geleisteten Beiträge zum Aufbau der Fakultät.

Text: Ulrike Kropf

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Pressemitteilungen Standort
news-35316 Fri, 22 Nov 2019 11:20:11 +0100 Lehrpreis 2019 der Paderborner Wirtschaftswissenschaftler*innen geht an Jun.-Prof. Dr. Regina Ortmann https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/lehrpreis-2019-der-paderborner-wirtschaftswissenschaftlerinnen-geht-an-jun-prof-dr-regina-ortman/ Der „Lehrpreis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften für besonderes Engagement in der Lehre“ an der Universität Paderborn geht in diesem Jahr an Jun.-Prof. Regina Ortmann. Die Basis für die Vergabe des Lehrpreises an Ortmann ist ihre Konzeption und Realisierung des Moduls „Verrechnungspreise im Spannungsfeld zwischen Steuerung und Besteuerung“. In dem Modul werden die beiden Disziplinen Besteuerung und Controlling miteinander verbunden. Dies zeigt sich sowohl in der Beteiligung von Lehrenden unterschiedlicher Lehrstühle, als auch in der Einbindung von Praktikern in die Lösung empirischer Fälle. Damit verbindet das Modul die vertiefende Auseinandersetzung mit hochrangigen Forschungspapieren und die Anwendung bzw. den praktischen Umgang mit diesem Wissen in kooperativen Studiensettings. „Das Besondere an dem Modul ist, dass es sowohl Theorie und Praxis miteinander verknüpft, als auch, dass es stark interdisziplinär ausgerichtet ist“, so Ortmann.

Prof. Dr. Guido Schryen, Prodekan für IT und Öffentlichkeitsarbeit, vergab in seiner Laudatio am 16. November den Lehrpreis im Namen der Fakultät und betonte dabei ihre Leistungen und das Engagement in der Lehre: „Frau Ortmann hat es in exzellenter Weise verstanden, Forschungsorientierung und Praxisbezug in innovativer Weise miteinander zu verknüpfen und in die Lehre einzubringen.“ Regina Ortmann hält sich aktuell zu Forschungszwecken im kalifornischen Stanford auf, weshalb sie den Preis nicht persönlich entgegennehmen konnte.

In der Konzeption ihrer Lehre zeigt die Wirtschaftswissenschaftlerin die Begeisterung für das eigene Fach und ihren Erfolg. Dabei richtet sie den Blick über den Tellerrand und erprobt innovative Wege für die Lehre in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Ortmann: „Ein Thema über Disziplingrenzen hinweg zu beleuchten, ist unglaublich bereichernd und eröffnet die Möglichkeit, neue Forschungsideen für die Zukunft zu entwickeln.“

Über den Lehrpreis

Mit dem Lehrpreis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wurden bereits zum dritten Mal ausgezeichnete Leistungen in der Lehre gewürdigt, die die Qualität des Studiums stärken und von denen die Studierenden in besonderem Maß profitieren. Der Preis ist damit nicht nur eine Auszeichnung der individuellen Verdienste der Preisträger*innen, sondern auch ein sichtbares Symbol der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften in ihrem Bestreben, die Qualität der Ausbildung ihrer Studierenden in den Blickpunkt zu rücken.

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Pressemitteilungen Projekte Lehre
news-35281 Mon, 18 Nov 2019 10:26:06 +0100 Prof. Dr. Hendrik Schmitz mit Publikationspreis des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/prof-dr-hendrik-schmitz-mit-publikationspreis-des-leibniz-instituts-fuer-bildungsverlaeufe-ausgezeic/ Für seine wissenschaftliche Publikation zu Auswirkungen einer Hochschulbildung auf kognitive Fähigkeiten und Gesundheit wurde Prof. Dr. Hendrik Schmitz aus dem Department Economics der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn mit seinen Koautoren Dr. Daniel Kamhöfer vom Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) und Jun.-Prof. Dr. Matthias Westphal von der TU Dortmund mit dem NEPS- Publikationspreis ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e. V. herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf Basis der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS).

Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wurde im Rahmen der vierten Internationalen NEPS-Konferenz am 8. November in Bamberg verliehen. Hendrik Schmitz Studie mit dem Titel „Heterogeneity in Marginal Non-Monetary Returns to Higher Education” erschien in diesem Jahr in der ersten Ausgabe der Fachzeitschrift „Journal of the European Economic Association“.

In der Studie werden die Auswirkungen von Hochschulbildung auf verschiedene Maße von kognitiven Fähigkeiten und Gesundheit als zwei wichtige nicht-monetäre Größen analysiert. Dabei wurden Daten von 2014 genutzt, die vom Nationalen Bildungspanel zu Bildungsprozessen und zur Kompetenzentwicklung in Deutschland erhoben wurden, und mit umfassenden Informationen zum Hochschulausbau zwischen 1960 und 1990 verknüpft. Hendrik Schmitz: „Die Resultate zeigen, dass sich Hochschulbildung auch langfristig sehr positiv auswirkt. Auch Jahrzehnte später profitieren die Studierenden noch neben höheren Einkommen von besserer Gesundheit und besseren kognitiven Fähigkeiten. Lediglich die mentale Gesundheit wird nicht beeinflusst. Der wesentliche Grund für die positiven Effekte sind bessere Jobs, die durch ein Studium ermöglicht werden. Gesündere und geistig stärker fordernde Tätigkeiten wirken sich langfristig positiv aus. Ein durch mehr Bildung verändertes Gesundheitsverhalten wie Verzicht auf Rauchen oder ein gemäßigter Alkoholkonsum tragen ebenfalls zu den Ergebnissen bei.“

Link zur Studie: https://academic.oup.com/jeea/article/17/1/205/4836285

Weitere Informationen zu Prof. Dr. Hendrik Schmitz

Prof. Dr. Hendrik Schmitz ist seit August 2014 Professor für Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn.

Er studierte Volkswirtschaftslehre an der FU Berlin und der Universidad Carlos III de Madrid. 2006 wurde er Stipendiat der Ruhr Graduate School in Economics und schloss seine Promotion im Jahr 2011 an der Universität Duisburg-Essen ab. Von 2010 bis 2012 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kompetenzbereich „Gesundheit“ des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), von 2011 bis 2014 Juniorprofessor für Gesundheitsökonomik an der Universität Duisburg-Essen und Mitglied des Gesundheitsökonomischen Zentrums CINCH (Competent in Competition and Health) in Essen.

Im Jahr 2014 wurde er für die beste gesundheitsökonomische Veröffentlichung von der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie ausgezeichnet.

Hendrik Schmitz ist Mitglied des Ausschusses für Gesundheitsökonomie des Vereins für Socialpolitik und Gewinner des Wissenschaftspreises sowie External Affiliate der Health Econometrics and Data Group in York.

Seine Forschungsinteressen liegen in der Mikroökonometrie mit Anwendungen in der Gesundheitsökonomik, insbesondere Krankenversicherung, Angehörigenpflege und Faktoren des kognitiven Abbaus.

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news-35269 Wed, 13 Nov 2019 09:16:17 +0100 Forschungen zu Kreditausfallversicherungen: Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek erhalten Preis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/forschungen-zu-kreditausfallversicherungen-benjamin-hippert-und-sascha-tobias-wengerek-erhalten-pre/ Die voranschreitende Globalisierung und Digitalisierung nationaler Finanz- und Kapitalmärkte bedingt eine zunehmende Angleichung der Renditeeigenschaften zahlreicher Anlageklassen sowie eine vermehrte markt- und länderübergreifende Übertragung und Korrelation von Risiken.

Investoren und Portfoliomanager stehen in diesem Zuge vor der Herausforderung, ihre Finanzanlagen an aktuelle Marktentwicklungen anzupassen und Strategien zur Risikoabsicherung zu erarbeiten. Ob hierbei Kreditausfallversicherungen, sogenannte „Credit Default Swaps“ (CDS), ein geeignetes Instrument zur Rendite-Risiko-Steuerung darstellen können, haben Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Paderborn, erforscht. Für ihre Forschungsleistung und ihre Koautorenschaft an einem Artikel im internationalen Fachjournal „Review of Derivates Research“ erhielten sie nun den „Dean’s Young Scholar Research Award“ der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Mit ihrem wissenschaftlichen Ansatz haben Hippert und Wengerek Kreditausfallversicherungen erstmals in diesem Forschungszweig als neue und eigenständige Anlageklasse eingeführt. Dabei untersuchten sie u. a. ihr Rendite- und Risikoverhalten im Portfoliokontext. Zu diesem Zweck berechneten die beiden Wissenschaftler die von Investoren tatsächlich zu realisierenden Erträge bzw. Verluste dieser Anlageklasse, um so eine Vergleichbarkeit mit traditionellen Investments zu ermöglichen. Ihre Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag innerhalb der aktuellen akademischen Forschung sowie in Bezug auf praktisches Portfoliomanagement dar. Neben einem tieferen Verständnis für den Aufbau, die Handelbarkeit und die Rendite-Risiko-Strukturen von CDS-Indizes, erweitern sie den bisherigen Stand der Forschung um neue Erkenntnisse bezüglich der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen den unterschiedlichen Anlageklassen und deren Auswirkungen auf finanzielle Portfolios. In der Praxis ergänzen CDS-Indizes die Anlagemöglichkeiten eines Vermögensverwalters, da diese in Zeiten von niedrigen Zinsen und fragilen Finanzmärkten eine angemessene Rendite bei gleichzeitig hohem Verringerungspotential von Risikofaktoren im Portfoliokontext bieten können. CDS-Indizes erweisen sich somit als ein nützliches Instrument zur Portfoliorisikosteuerung, speziell für konservative Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont (z. B. Lebensversicherer und Pensionsfonds).

Prof. Dr. André Uhde, Mentor der beiden Paderborner Doktoranden und Mitverfasser des Forschungsartikels, freut sich über diese Leistung: „Das Forschungspapier führt die eher traditionelle Portfoliotheorie und das deutlich innovativere ‚Financial Engineering‘ zusammen. Aus dieser Synthese generiert es äußerst relevante und ökonomisch wie ökonometrisch überzeugende Erkenntnisse für die Portfoliosteuerung aus wissenschaftlicher und praxisorientierter Sicht in einem zunehmend internationalen und instabilen Marktumfeld. Mit dieser hervorragenden Forschungsleistung haben Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek in einem außerordentlichen Maße zur internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften beigetragen.“

Über den „Dean’s Young Scholar Research Award“

Mit der Auszeichnung sollen die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften nach außen noch sichtbarer und exzellente Grundlagenforschung gewürdigt werden. „An unserer Fakultät wird Hervorragendes geleistet und es ist an der Zeit, dies noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Mit den Dean’s Young Scholar Awards haben wir einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen“, unterstreicht Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Das Dekanatsteam der Fakultät sieht im erreichten Publikationserfolg von Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek in dem weltweit renommierten „Review of Derivatives Research” eine Verstärkung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn im Bereich der betriebswirtschaftlichen Spitzenforschung.

Weitere Informationen

Titel: „Portfolio benefits of adding corporate credit default swap indices: evidence from North America and Europe“
Quelle: Review of Derivatives Research, July 2019, Volume 22, Issue 2, pp 203–259
Link: https://link.springer.com/article/10.1007/s11147-018-9148-8

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news-35257 Mon, 11 Nov 2019 15:24:00 +0100 Kulturelle Teilhabe fördern: Wissenschaftler der Universität Paderborn erforschen innovative Preiskonzepte für Kulturbetriebe https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/kulturelle-teilhabe-foerdern-wissenschaftler-der-universitaet-paderborn-erforschen-innovative-preisko/ Mit Freunden ins Kino gehen, mit der Schulklasse einen Ausflug ins Museum machen oder als Familie die Theatervorstellung besuchen: Kulturelle Angebote wahrzunehmen, ist nicht für jeden selbstverständlich.

Als „verletzliche Verbraucher“ bezeichnet man Menschen, die beispielsweise aufgrund ihres geringen Einkommens oftmals nicht die Möglichkeit haben, am urbanen kulturellen Leben im vollen Umfang teilzunehmen und die deshalb in Gefahr geraten, vom sozialen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen zu werden. Die Debatte um Inklusion und kulturelle Teilhabe führt zwangsläufig zu der Frage nach Preiskonzepten von Kultureinrichtungen. Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn wollen deshalb die Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten von alternativen und innovativen Preiskonzepten für Kulturbetriebe erforschen und vor Ort testen. Langfristiges Ziel ist es, sowohl verletzlichen Verbrauchern auf Dauer die kulturelle Teilhabe zu ermöglichen als auch für die Kulturbetriebe ökonomisch nachhaltige Einnahmepotenziale sicherzustellen. Das Projekt „Steigerung der kulturellen Teilhabe mittels innovativer und ökonomisch nachhaltiger Preiskonzepte – kurz: kulturPreis“ wird über drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 760.000 Euro gefördert.

Erforschung von innovativen Preiskonzepten vor Ort

„Bürger*innen mit wenig ökonomischem, sozialem, kulturellem und symbolischem Kapital bedürfen als ,verletzliche Verbraucher‘ Unterstützung, um am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Das versuchen Kulturbetriebe im Sinne ihres kulturpolitischen Auftrages in der Regel über die Preisgestaltung – als wirksamste absatzpolitische Maßnahme – zu erreichen“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Nancy Wünderlich, die den Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn inne hat. Gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftler*innen soll eine fakultätsübergreifende Forschung ermöglicht werden, die sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche und kulturelle Aspekte in den Blick nimmt: Neben Prof. Dr. Dennis Kundisch, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Digitale Märkte der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, ist auch Prof. Dr. Beate Flath, Juniorprofessorin für Eventmanagement mit den Schwerpunkten Populäre Musik, Medien und Sport der Fakultät für Kulturwissenschaften, an dem Vorhaben beteiligt.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Wirksamkeit und die Einsatzmöglichkeiten von alternativen und innovativen Preiskonzepten für Kulturbetriebe. Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt in der Praxis zu erproben, sind neben der Universität weitere Akteure aus Paderborn an dem Projekt beteiligt: das Heinz Nixdorf MuseumsForum, der Caritasverband Paderborn e.V., der Kreis Paderborn, das Kulturamt der Stadt Paderborn, das Pollux by Cineplex, das Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele GmbH und der Musikclub Wohlsein. Geplant ist, ausgewählte alternative Preisgestaltungen für die am Projekt beteiligten Kulturbetriebe zu adaptieren und bei ihnen im Realbetrieb einzusetzen. Unter Berücksichtigung von Akzeptanztreibern und -hemmnissen sollen so beispielsweise partizipative Bezahlmodelle oder transaktionsabhängige Spenden, bei denen die Gäste und Kunden frei entscheiden dürfen, wie viel sie bezahlen möchten, praktisch angewendet werden. Anschließend wollen die Wissenschaftler*innen die nachhaltige Wirkung der neuen Preiskonzepte auf verletzliche Verbraucher, auf die gesellschaftliche Teilhabe sowie die Finanzierbarkeit messen und auswerten.

Verletzliche Verbraucher unterstützen

„Die Steigerung der kulturellen Teilhabe mittels einer ökonomisch und sozial nachhaltigen Gestaltung von Preiskonzepten übt grundsätzlich einen positiven Einfluss auf das Gemeinwohl aus, da kulturelle Teilhabe eine zentrale Voraussetzung für die freie Entfaltung von Individuen und Gruppen in demokratischen Gesellschaften ist“, sagt Prof. Flath. „Die gesellschaftspolitische Brisanz dieses Zusammenhanges wird aktuell besonders deutlich, da sich immer größere Teile der Gesellschaft ökonomisch, sozial und kulturell ,abgehängt‘ fühlen“, so die Forscherin. Maßnahmen zur Erhöhung kultureller Teilhabe durch angepasste Preise würden häufig nicht das intendierte Ziel erreichen, die verletzlichen Verbraucher am kulturellen Leben zu beteiligen, sodass die Preisnachlässe ungenutzt blieben. „Gründe dafür sind beispielsweise die trotz Rabattierung als zu hoch empfundenen Preise, eine mangelnde Miteinbeziehung der Adressat*innen in die Preisgestaltung oder auch die Stigmatisierung der sozial Benachteiligten im Bezahlprozess“, so Prof. Wünderlich. „Alternative Preiskonzepte finden in anderen Kontexten zwar bereits Anwendung, wie beispielsweise ,Pay-what-you-want‘ oder der ,suspended coffee‘, hier bezahlen Verbraucher*innen den zweifachen Preis für einen Kaffee und spenden damit einen Kaffee an Bedürftige. Diese Konzepte werden aufgrund unsicherer Rentabilitätsprognosen von Kulturbetrieben jedoch meist nicht implementiert“, erklärt die Expertin. Zudem gebe es bisher nur wenige Erkenntnisse über Stigmatisierung einzelner Gruppen bei dem Kauf und der Nutzung von kulturellen Angeboten, so die Wissenschaftlerin. In den nächsten drei Jahren wollen die Projektmitglieder gemeinsam innovative Strategien erarbeiten und deren Wirksamkeit validieren, damit Betriebe und Verbraucher*innen in gleichem Maße von den neuen Preiskonzepten profitieren.

Jennifer Strube, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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news-35241 Fri, 08 Nov 2019 17:40:00 +0100 Uneinigkeit unter deutschen Wirtschaftsweisen – Stellungnahme von Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/uneinigkeit-unter-deutschen-wirtschaftsweisen-stellungnahme-von-prof-dr-burkhard-hehenkamp/ Das deutsche Wirtschaftswachstum flacht ab – und Experten sind sich uneinig darüber, was nun zu tun ist.

Das zeigt das aktuelle Jahresgutachten des „Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“. Einmal im Jahr geben die fünf sogenannten Wirtschaftsweisen des Rats eine Einschätzung dazu ab, wie die Wirtschaftspolitik auf aktuelle Trends und Veränderungen reagieren soll. Bislang waren die Jahresgutachten nie besonders spannend – denn die Wirtschaftsweisen stimmten mit Ausnahme des Ökonomen Peter Bofinger, der seit Februar 2019 nicht mehr im Amt ist, stets überein.

Alljährlich riet der Sachverständigenrat zum marktliberalen Kurs. Die Schuldenbremse sollte dabei ernst genommen und die Schwarze Null heiliggehalten werden. Doch im diesjährigen Gutachten herrscht große Uneinigkeit zwischen den Ökonomen. Angesichts einer womöglich näher rückenden Rezession wollen zwar alle Mitglieder von der Schwarzen Null ablassen. Zwei von ihnen, Achim Truger und Isabel Schnabel, schlagen jedoch vor, auch die Schuldenbremse zu lockern, um mehr Investitionen zu ermöglichen und damit die Wirtschaft anzukurbeln. Das ist der große Streitpunkt unter den Wirtschaftsweisen. Denn die Schuldenbremse gilt als wichtiger Stabilitätsfaktor für den Staatshaushalt sowie als Vorbild für andere EU-Staaten. Zudem ist sie im Grundgesetz verankert – die drei marktliberalen Ökonomen des Sachverständigenrats, Lars Feld, Volker Wieland und Christoph Schmidt, wollen daran nichts ändern.

„Konjunkturpolitisch blanker Unsinn“

Auch Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp, Leiter des Lehrstuhls für Institutionenökonomik und Wirtschaftspolitik an der Universität Paderborn, hält eine Lockerung der Schuldenbremse für problematisch. Zwar gibt er Truger und Schnabel recht, dass eine etwas höhere Verschuldung sinnvoll sein kann, um für eine Stabilisierung der Konjunktur zu sorgen.

Doch der Plan scheitere an der Umsetzbarkeit: „Etwas“ lasse sich gesetzlich ebenso wenig gut greifen, wie die nur unscharf zu erfassenden Umstände, in denen eine Verschuldung möglich sein sollte. Außerdem sieht Hehenkamp Deutschland in der Verantwortung für weitere EU-Staaten: „Mit Blick auf die Fiskalunion in der EU würde eine unschärfer formulierte, gelockerte Schuldenbremse die Verschuldungstendenzen der südeuropäischen EU-Länder wieder befeuern und somit kontraproduktiv wirken“, so der Paderborner Ökonom.

Seiner Einschätzung nach wird Deutschland knapp an einer Rezession vorbeischrammen – wenn sich die Wirtschaftspolitik von der Schwarzen Null abwende. „Die Schwarze Null ist konjunkturpolitisch blanker Unsinn und gefährlich, da sie im Gegensatz zur Schuldenbremse eine prozyklische Wirkung entfalten kann, die den Abschwung verstärkt und so mit höherer Wahrscheinlichkeit in die Rezession führt“, meint der Professor.

Investitionen im Abschwung erhöhen

Eine grundlegende Änderung in der deutschen Wirtschaftspolitik hält Hehenkamp für unnötig. Denn das abflachende Wirtschaftswachstum sei vor allem durch äußere Faktoren begründet. Die gesamte Weltwirtschaft wachse langsamer, was auf fundamentale Unsicherheiten in der internationalen Welt- und Handelspolitik zurückzuführen sei. Sich abschottende Handels- und Wirtschaftspolitiken, wie zum Beispiel Großbritannien und die USA, wirken sich laut dem Wirtschaftswissenschaftler negativ auf die Nachfrage nach deutschen Investitions- und Industriegütern aus und schwächen somit das deutsche Wirtschaftswachstum. „Letztlich hat die deutsche und europäische Wirtschaftspolitik auf die Exportnachfrage wenig Einfluss. Ein staatsfinanziertes Konjunkturprogramm würde das ebenso wenig ändern“, meint Hehenkamp.

Den Streit zwischen den Wirtschaftsweisen führt er nicht nur auf eine sich wandelnde Wirtschaftsdynamik zurück. Auch die Veränderung in der Zusammensetzung des Sachverständigenrats sei ein Grund für die Uneinigkeit der Wirtschaftsweisen. Schließlich gehe die Forderung nach neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen von den beiden zuletzt berufenen Ökonomen aus: „Ob sich hier ein Generationenwechsel anbahnt, wird die Zukunft zeigen.“

Obwohl der Paderborner Professor eine grundlegende Reform der deutschen Wirtschaftspolitik für überflüssig hält, fordert er eine dringende Abkehr von der Schwarzen Null und eine „Beschränkung auf die Umsetzung der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse“. Das allein erlaube, die Investitionen im Abschwung zu erhöhen, um so die Konjunktur anzukurbeln, ohne dabei die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden.

Lea-Melissa Vehling, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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news-35163 Tue, 29 Oct 2019 12:14:45 +0100 Energieeffizientes Fahren von Berufskraftfahrern: Prof. Dr. Kirsten Thommes zeigt in einem Forschungsexperiment, wie dies gelingen kann https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/energieeffizientes-fahren-von-berufskraftfahrern-prof-dr-kirsten-thommes-zeigt-in-einem-forschung/ In der London School of Economics (LSE) Business Review ist am 29. Oktober in der Rubrik „Nachhaltigkeit“ ein Forschungsbeitrag von Prof. Dr. Kirsten Thommes erschienen.

In einem Experiment forschte Kirsten Thommes zusammen mit Dr. Christin Hoffmann von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs durch Änderung des Fahrverhaltens von Berufskraftfahrern. Der Artikel mit dem Titel „Nudging professional drivers to improve performance and reduce fuel consumption” ist online verfügbar:
https://blogs.lse.ac.uk/businessreview/2019/10/29/nudging-professional-drivers-to-improve-performance-and-reduce-fuel-consumption/

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news-35149 Wed, 23 Oct 2019 16:05:00 +0200 Prof. Dr. Kirsten Thommes ist 2. Vorsitzende des neuen Ethikrats der Stadt Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/prof-dr-kirsten-thommes-ist-2-vorsitzende-des-neuen-ethikrats-der-stadt-paderborn/ Zwischen technologischen Möglichkeiten und ethischen Grundwerten: Stadt Paderborn richtet Ethikrat ein

Pressemitteilung der Stadt Paderborn vom 23.10.2019: „In Zeiten der Digitalisierung ist es besonders wichtig das Wohl des Menschen nicht aus den Augen zu verlieren“, mit diesen Worten betonte Bürgermeister Michael Dreier die Wichtigkeit eines Ethikrates für die Stadt Paderborn. Diese hatte auch der Rat der Stadt Paderborn erkannt und der Bildung des Gremiums einstimmig zugestimmt.

Im Oktober fand nun die erste Sitzung des neuen Ethikrates Digitalisierung statt. Vier Expertinnen und Experten kamen zusammen, um gemeinsam mit Bürgermeister Michael Dreier und der Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung, Christiane Boschin-Heinz, den Ethikrat zu konstituieren. Dieser wird politisch unabhängig sein. Christiane Boschin-Heinz bildet als CDO der Stadt Paderborn die Schnittstelle zwischen dem Ethikrat und der Verwaltung. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Prof. Günter Wilhelms, Theologische Fakultät Paderborn, ernannt. Zweite Vorsitzende ist Prof. Kirsten Thommes, Universität Paderborn. Weitere Mitglieder des Ethikrates sind Prof. Elisabeth Jünemann, Katho Paderborn, und Prof. Reinhard Keil, ehemals Universität Paderborn. Der Rat soll zukünftig noch durch weitere Mitglieder erweitert werden. Denkbar wären Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Lebensbereiche. Der Ethikrat ist dafür zuständig, dass ethische Grundsätze, wie Selbstbestimmung und Autonomie, freie Meinungsbildung oder die Förderung einer werteorientierten Digitalkompetenz für die nachhaltige Digitalisierung der Stadt Paderborn beachtet werden. Er prüft und bewertet die Digitalisierungsbestrebungen der Stadt Paderborn aus ethischer Sicht, sensibilisiert die Beteiligten für ethisch relevante Themen und berät bei ethischen Fragen. In der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe Digitalisierung hatte Prof. Günter Wilhelms über die Aufgaben eines Ethikrates aufgeklärt. Daraufhin hatte die Arbeitsgruppe Digitalisierung dem Rat der Stadt Paderborn empfohlen, der Gründung eines Ethikrates zuzustimmen. In der Ratssitzung am 26. September fasste der Rat schließlich einstimmig den Beschluss, die Verwaltung mit der Initiierung eines Ethikrates zu beauftragen.

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