Nachrichten - Fakultät WiWi (Uni Paderborn) http://wiwi.uni-paderborn.de Aktuelle Informationen der Fakultät WiWi (Universität Paderborn) de_DE Uni Paderborn Sun, 17 Nov 2019 00:11:37 +0100 Sun, 17 Nov 2019 00:11:37 +0100 Uni Paderborn news-35269 Wed, 13 Nov 2019 09:16:17 +0100 Forschungen zu Kreditausfallversicherungen: Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek erhalten Preis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/forschungen-zu-kreditausfallversicherungen-benjamin-hippert-und-sascha-tobias-wengerek-erhalten-pre/ Die voranschreitende Globalisierung und Digitalisierung nationaler Finanz- und Kapitalmärkte bedingt eine zunehmende Angleichung der Renditeeigenschaften zahlreicher Anlageklassen sowie eine vermehrte markt- und länderübergreifende Übertragung und Korrelation von Risiken.

Investoren und Portfoliomanager stehen in diesem Zuge vor der Herausforderung, ihre Finanzanlagen an aktuelle Marktentwicklungen anzupassen und Strategien zur Risikoabsicherung zu erarbeiten. Ob hierbei Kreditausfallversicherungen, sogenannte „Credit Default Swaps“ (CDS), ein geeignetes Instrument zur Rendite-Risiko-Steuerung darstellen können, haben Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Paderborn, erforscht. Für ihre Forschungsleistung und ihre Koautorenschaft an einem Artikel im internationalen Fachjournal „Review of Derivates Research“ erhielten sie nun den „Dean’s Young Scholar Research Award“ der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Mit ihrem wissenschaftlichen Ansatz haben Hippert und Wengerek Kreditausfallversicherungen erstmals in diesem Forschungszweig als neue und eigenständige Anlageklasse eingeführt. Dabei untersuchten sie u. a. ihr Rendite- und Risikoverhalten im Portfoliokontext. Zu diesem Zweck berechneten die beiden Wissenschaftler die von Investoren tatsächlich zu realisierenden Erträge bzw. Verluste dieser Anlageklasse, um so eine Vergleichbarkeit mit traditionellen Investments zu ermöglichen. Ihre Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag innerhalb der aktuellen akademischen Forschung sowie in Bezug auf praktisches Portfoliomanagement dar. Neben einem tieferen Verständnis für den Aufbau, die Handelbarkeit und die Rendite-Risiko-Strukturen von CDS-Indizes, erweitern sie den bisherigen Stand der Forschung um neue Erkenntnisse bezüglich der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen den unterschiedlichen Anlageklassen und deren Auswirkungen auf finanzielle Portfolios. In der Praxis ergänzen CDS-Indizes die Anlagemöglichkeiten eines Vermögensverwalters, da diese in Zeiten von niedrigen Zinsen und fragilen Finanzmärkten eine angemessene Rendite bei gleichzeitig hohem Verringerungspotential von Risikofaktoren im Portfoliokontext bieten können. CDS-Indizes erweisen sich somit als ein nützliches Instrument zur Portfoliorisikosteuerung, speziell für konservative Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont (z. B. Lebensversicherer und Pensionsfonds).

Prof. Dr. André Uhde, Mentor der beiden Paderborner Doktoranden und Mitverfasser des Forschungsartikels, freut sich über diese Leistung: „Das Forschungspapier führt die eher traditionelle Portfoliotheorie und das deutlich innovativere ‚Financial Engineering‘ zusammen. Aus dieser Synthese generiert es äußerst relevante und ökonomisch wie ökonometrisch überzeugende Erkenntnisse für die Portfoliosteuerung aus wissenschaftlicher und praxisorientierter Sicht in einem zunehmend internationalen und instabilen Marktumfeld. Mit dieser hervorragenden Forschungsleistung haben Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek in einem außerordentlichen Maße zur internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften beigetragen.“

Über den „Dean’s Young Scholar Research Award“

Mit der Auszeichnung sollen die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften nach außen noch sichtbarer und exzellente Grundlagenforschung gewürdigt werden. „An unserer Fakultät wird Hervorragendes geleistet und es ist an der Zeit, dies noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Mit den Dean’s Young Scholar Awards haben wir einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen“, unterstreicht Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Das Dekanatsteam der Fakultät sieht im erreichten Publikationserfolg von Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek in dem weltweit renommierten „Review of Derivatives Research” eine Verstärkung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn im Bereich der betriebswirtschaftlichen Spitzenforschung.

Weitere Informationen

Titel: „Portfolio benefits of adding corporate credit default swap indices: evidence from North America and Europe“
Quelle: Review of Derivatives Research, July 2019, Volume 22, Issue 2, pp 203–259
Link: https://link.springer.com/article/10.1007/s11147-018-9148-8

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news-35257 Mon, 11 Nov 2019 15:24:00 +0100 Kulturelle Teilhabe fördern: Wissenschaftler der Universität Paderborn erforschen innovative Preiskonzepte für Kulturbetriebe https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/kulturelle-teilhabe-foerdern-wissenschaftler-der-universitaet-paderborn-erforschen-innovative-preisko/ Mit Freunden ins Kino gehen, mit der Schulklasse einen Ausflug ins Museum machen oder als Familie die Theatervorstellung besuchen: Kulturelle Angebote wahrzunehmen, ist nicht für jeden selbstverständlich.

Als „verletzliche Verbraucher“ bezeichnet man Menschen, die beispielsweise aufgrund ihres geringen Einkommens oftmals nicht die Möglichkeit haben, am urbanen kulturellen Leben im vollen Umfang teilzunehmen und die deshalb in Gefahr geraten, vom sozialen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen zu werden. Die Debatte um Inklusion und kulturelle Teilhabe führt zwangsläufig zu der Frage nach Preiskonzepten von Kultureinrichtungen. Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn wollen deshalb die Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten von alternativen und innovativen Preiskonzepten für Kulturbetriebe erforschen und vor Ort testen. Langfristiges Ziel ist es, sowohl verletzlichen Verbrauchern auf Dauer die kulturelle Teilhabe zu ermöglichen als auch für die Kulturbetriebe ökonomisch nachhaltige Einnahmepotenziale sicherzustellen. Das Projekt „Steigerung der kulturellen Teilhabe mittels innovativer und ökonomisch nachhaltiger Preiskonzepte – kurz: kulturPreis“ wird über drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 760.000 Euro gefördert.

Erforschung von innovativen Preiskonzepten vor Ort

„Bürger*innen mit wenig ökonomischem, sozialem, kulturellem und symbolischem Kapital bedürfen als ,verletzliche Verbraucher‘ Unterstützung, um am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Das versuchen Kulturbetriebe im Sinne ihres kulturpolitischen Auftrages in der Regel über die Preisgestaltung – als wirksamste absatzpolitische Maßnahme – zu erreichen“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Nancy Wünderlich, die den Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn inne hat. Gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftler*innen soll eine fakultätsübergreifende Forschung ermöglicht werden, die sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche und kulturelle Aspekte in den Blick nimmt: Neben Prof. Dr. Dennis Kundisch, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Digitale Märkte der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, ist auch Prof. Dr. Beate Flath, Juniorprofessorin für Eventmanagement mit den Schwerpunkten Populäre Musik, Medien und Sport der Fakultät für Kulturwissenschaften, an dem Vorhaben beteiligt.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Wirksamkeit und die Einsatzmöglichkeiten von alternativen und innovativen Preiskonzepten für Kulturbetriebe. Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt in der Praxis zu erproben, sind neben der Universität weitere Akteure aus Paderborn an dem Projekt beteiligt: das Heinz Nixdorf MuseumsForum, der Caritasverband Paderborn e.V., der Kreis Paderborn, das Kulturamt der Stadt Paderborn, das Pollux by Cineplex, das Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele GmbH und der Musikclub Wohlsein. Geplant ist, ausgewählte alternative Preisgestaltungen für die am Projekt beteiligten Kulturbetriebe zu adaptieren und bei ihnen im Realbetrieb einzusetzen. Unter Berücksichtigung von Akzeptanztreibern und -hemmnissen sollen so beispielsweise partizipative Bezahlmodelle oder transaktionsabhängige Spenden, bei denen die Gäste und Kunden frei entscheiden dürfen, wie viel sie bezahlen möchten, praktisch angewendet werden. Anschließend wollen die Wissenschaftler*innen die nachhaltige Wirkung der neuen Preiskonzepte auf verletzliche Verbraucher, auf die gesellschaftliche Teilhabe sowie die Finanzierbarkeit messen und auswerten.

Verletzliche Verbraucher unterstützen

„Die Steigerung der kulturellen Teilhabe mittels einer ökonomisch und sozial nachhaltigen Gestaltung von Preiskonzepten übt grundsätzlich einen positiven Einfluss auf das Gemeinwohl aus, da kulturelle Teilhabe eine zentrale Voraussetzung für die freie Entfaltung von Individuen und Gruppen in demokratischen Gesellschaften ist“, sagt Prof. Flath. „Die gesellschaftspolitische Brisanz dieses Zusammenhanges wird aktuell besonders deutlich, da sich immer größere Teile der Gesellschaft ökonomisch, sozial und kulturell ,abgehängt‘ fühlen“, so die Forscherin. Maßnahmen zur Erhöhung kultureller Teilhabe durch angepasste Preise würden häufig nicht das intendierte Ziel erreichen, die verletzlichen Verbraucher am kulturellen Leben zu beteiligen, sodass die Preisnachlässe ungenutzt blieben. „Gründe dafür sind beispielsweise die trotz Rabattierung als zu hoch empfundenen Preise, eine mangelnde Miteinbeziehung der Adressat*innen in die Preisgestaltung oder auch die Stigmatisierung der sozial Benachteiligten im Bezahlprozess“, so Prof. Wünderlich. „Alternative Preiskonzepte finden in anderen Kontexten zwar bereits Anwendung, wie beispielsweise ,Pay-what-you-want‘ oder der ,suspended coffee‘, hier bezahlen Verbraucher*innen den zweifachen Preis für einen Kaffee und spenden damit einen Kaffee an Bedürftige. Diese Konzepte werden aufgrund unsicherer Rentabilitätsprognosen von Kulturbetrieben jedoch meist nicht implementiert“, erklärt die Expertin. Zudem gebe es bisher nur wenige Erkenntnisse über Stigmatisierung einzelner Gruppen bei dem Kauf und der Nutzung von kulturellen Angeboten, so die Wissenschaftlerin. In den nächsten drei Jahren wollen die Projektmitglieder gemeinsam innovative Strategien erarbeiten und deren Wirksamkeit validieren, damit Betriebe und Verbraucher*innen in gleichem Maße von den neuen Preiskonzepten profitieren.

Jennifer Strube, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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news-35241 Fri, 08 Nov 2019 17:40:00 +0100 Uneinigkeit unter deutschen Wirtschaftsweisen – Stellungnahme von Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/uneinigkeit-unter-deutschen-wirtschaftsweisen-stellungnahme-von-prof-dr-burkhard-hehenkamp/ Das deutsche Wirtschaftswachstum flacht ab – und Experten sind sich uneinig darüber, was nun zu tun ist.

Das zeigt das aktuelle Jahresgutachten des „Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“. Einmal im Jahr geben die fünf sogenannten Wirtschaftsweisen des Rats eine Einschätzung dazu ab, wie die Wirtschaftspolitik auf aktuelle Trends und Veränderungen reagieren soll. Bislang waren die Jahresgutachten nie besonders spannend – denn die Wirtschaftsweisen stimmten mit Ausnahme des Ökonomen Peter Bofinger, der seit Februar 2019 nicht mehr im Amt ist, stets überein.

Alljährlich riet der Sachverständigenrat zum marktliberalen Kurs. Die Schuldenbremse sollte dabei ernst genommen und die Schwarze Null heiliggehalten werden. Doch im diesjährigen Gutachten herrscht große Uneinigkeit zwischen den Ökonomen. Angesichts einer womöglich näher rückenden Rezession wollen zwar alle Mitglieder von der Schwarzen Null ablassen. Zwei von ihnen, Achim Truger und Isabel Schnabel, schlagen jedoch vor, auch die Schuldenbremse zu lockern, um mehr Investitionen zu ermöglichen und damit die Wirtschaft anzukurbeln. Das ist der große Streitpunkt unter den Wirtschaftsweisen. Denn die Schuldenbremse gilt als wichtiger Stabilitätsfaktor für den Staatshaushalt sowie als Vorbild für andere EU-Staaten. Zudem ist sie im Grundgesetz verankert – die drei marktliberalen Ökonomen des Sachverständigenrats, Lars Feld, Volker Wieland und Christoph Schmidt, wollen daran nichts ändern.

„Konjunkturpolitisch blanker Unsinn“

Auch Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp, Leiter des Lehrstuhls für Institutionenökonomik und Wirtschaftspolitik an der Universität Paderborn, hält eine Lockerung der Schuldenbremse für problematisch. Zwar gibt er Truger und Schnabel recht, dass eine etwas höhere Verschuldung sinnvoll sein kann, um für eine Stabilisierung der Konjunktur zu sorgen.

Doch der Plan scheitere an der Umsetzbarkeit: „Etwas“ lasse sich gesetzlich ebenso wenig gut greifen, wie die nur unscharf zu erfassenden Umstände, in denen eine Verschuldung möglich sein sollte. Außerdem sieht Hehenkamp Deutschland in der Verantwortung für weitere EU-Staaten: „Mit Blick auf die Fiskalunion in der EU würde eine unschärfer formulierte, gelockerte Schuldenbremse die Verschuldungstendenzen der südeuropäischen EU-Länder wieder befeuern und somit kontraproduktiv wirken“, so der Paderborner Ökonom.

Seiner Einschätzung nach wird Deutschland knapp an einer Rezession vorbeischrammen – wenn sich die Wirtschaftspolitik von der Schwarzen Null abwende. „Die Schwarze Null ist konjunkturpolitisch blanker Unsinn und gefährlich, da sie im Gegensatz zur Schuldenbremse eine prozyklische Wirkung entfalten kann, die den Abschwung verstärkt und so mit höherer Wahrscheinlichkeit in die Rezession führt“, meint der Professor.

Investitionen im Abschwung erhöhen

Eine grundlegende Änderung in der deutschen Wirtschaftspolitik hält Hehenkamp für unnötig. Denn das abflachende Wirtschaftswachstum sei vor allem durch äußere Faktoren begründet. Die gesamte Weltwirtschaft wachse langsamer, was auf fundamentale Unsicherheiten in der internationalen Welt- und Handelspolitik zurückzuführen sei. Sich abschottende Handels- und Wirtschaftspolitiken, wie zum Beispiel Großbritannien und die USA, wirken sich laut dem Wirtschaftswissenschaftler negativ auf die Nachfrage nach deutschen Investitions- und Industriegütern aus und schwächen somit das deutsche Wirtschaftswachstum. „Letztlich hat die deutsche und europäische Wirtschaftspolitik auf die Exportnachfrage wenig Einfluss. Ein staatsfinanziertes Konjunkturprogramm würde das ebenso wenig ändern“, meint Hehenkamp.

Den Streit zwischen den Wirtschaftsweisen führt er nicht nur auf eine sich wandelnde Wirtschaftsdynamik zurück. Auch die Veränderung in der Zusammensetzung des Sachverständigenrats sei ein Grund für die Uneinigkeit der Wirtschaftsweisen. Schließlich gehe die Forderung nach neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen von den beiden zuletzt berufenen Ökonomen aus: „Ob sich hier ein Generationenwechsel anbahnt, wird die Zukunft zeigen.“

Obwohl der Paderborner Professor eine grundlegende Reform der deutschen Wirtschaftspolitik für überflüssig hält, fordert er eine dringende Abkehr von der Schwarzen Null und eine „Beschränkung auf die Umsetzung der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse“. Das allein erlaube, die Investitionen im Abschwung zu erhöhen, um so die Konjunktur anzukurbeln, ohne dabei die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden.

Lea-Melissa Vehling, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft Standort
news-35163 Tue, 29 Oct 2019 12:14:45 +0100 Energieeffizientes Fahren von Berufskraftfahrern: Prof. Dr. Kirsten Thommes zeigt in einem Forschungsexperiment, wie dies gelingen kann https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/energieeffizientes-fahren-von-berufskraftfahrern-prof-dr-kirsten-thommes-zeigt-in-einem-forschung/ In der London School of Economics (LSE) Business Review ist am 29. Oktober in der Rubrik „Nachhaltigkeit“ ein Forschungsbeitrag von Prof. Dr. Kirsten Thommes erschienen.

In einem Experiment forschte Kirsten Thommes zusammen mit Dr. Christin Hoffmann von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs durch Änderung des Fahrverhaltens von Berufskraftfahrern. Der Artikel mit dem Titel „Nudging professional drivers to improve performance and reduce fuel consumption” ist online verfügbar:
https://blogs.lse.ac.uk/businessreview/2019/10/29/nudging-professional-drivers-to-improve-performance-and-reduce-fuel-consumption/

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Pressemitteilungen Projekte Forschung
news-35149 Wed, 23 Oct 2019 16:05:00 +0200 Prof. Dr. Kirsten Thommes ist 2. Vorsitzende des neuen Ethikrats der Stadt Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/prof-dr-kirsten-thommes-ist-2-vorsitzende-des-neuen-ethikrats-der-stadt-paderborn/ Zwischen technologischen Möglichkeiten und ethischen Grundwerten: Stadt Paderborn richtet Ethikrat ein

Pressemitteilung der Stadt Paderborn vom 23.10.2019: „In Zeiten der Digitalisierung ist es besonders wichtig das Wohl des Menschen nicht aus den Augen zu verlieren“, mit diesen Worten betonte Bürgermeister Michael Dreier die Wichtigkeit eines Ethikrates für die Stadt Paderborn. Diese hatte auch der Rat der Stadt Paderborn erkannt und der Bildung des Gremiums einstimmig zugestimmt.

Im Oktober fand nun die erste Sitzung des neuen Ethikrates Digitalisierung statt. Vier Expertinnen und Experten kamen zusammen, um gemeinsam mit Bürgermeister Michael Dreier und der Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung, Christiane Boschin-Heinz, den Ethikrat zu konstituieren. Dieser wird politisch unabhängig sein. Christiane Boschin-Heinz bildet als CDO der Stadt Paderborn die Schnittstelle zwischen dem Ethikrat und der Verwaltung. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Prof. Günter Wilhelms, Theologische Fakultät Paderborn, ernannt. Zweite Vorsitzende ist Prof. Kirsten Thommes, Universität Paderborn. Weitere Mitglieder des Ethikrates sind Prof. Elisabeth Jünemann, Katho Paderborn, und Prof. Reinhard Keil, ehemals Universität Paderborn. Der Rat soll zukünftig noch durch weitere Mitglieder erweitert werden. Denkbar wären Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Lebensbereiche. Der Ethikrat ist dafür zuständig, dass ethische Grundsätze, wie Selbstbestimmung und Autonomie, freie Meinungsbildung oder die Förderung einer werteorientierten Digitalkompetenz für die nachhaltige Digitalisierung der Stadt Paderborn beachtet werden. Er prüft und bewertet die Digitalisierungsbestrebungen der Stadt Paderborn aus ethischer Sicht, sensibilisiert die Beteiligten für ethisch relevante Themen und berät bei ethischen Fragen. In der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe Digitalisierung hatte Prof. Günter Wilhelms über die Aufgaben eines Ethikrates aufgeklärt. Daraufhin hatte die Arbeitsgruppe Digitalisierung dem Rat der Stadt Paderborn empfohlen, der Gründung eines Ethikrates zuzustimmen. In der Ratssitzung am 26. September fasste der Rat schließlich einstimmig den Beschluss, die Verwaltung mit der Initiierung eines Ethikrates zu beauftragen.

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Pressemitteilungen Standort
news-35141 Wed, 23 Oct 2019 15:21:18 +0200 Bestes Korreferat: Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Michael Ebert https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/bestes-korreferat-auszeichnung-fuer-wirtschaftswissenschaftler-prof-dr-michael-ebert/ Prof. Dr. Michael Ebert, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Paderborn, erhielt den diesjährigen „René-Descartes-Preis“.

Mit diesem Preis zeichnet die GEABA (German Economic Association of Business Administration e. V.) jährlich das anregendste und kritischste Korreferat aus.

Als ökonomischer Forschungsverbund fördert die GEABA die Anwendung und Weiterentwicklung der in der mikroökonomischen Theorie entwickelten Instrumente und Methoden auf wirtschaftliche, insbesondere betriebliche Fragestellungen. Hierzu diskutieren Wissenschaftler*innen aus der Betriebswirtschafts- und der Volkswirtschaftslehre ihre aktuellen Forschungsbeiträge im Rahmen des regelmäßig stattfindenden wissenschaftlichen Symposiums zur ökonomischen Analyse der Unternehmung. Auf dem diesjährigen Symposium im September zu mikroökonomischen Methoden im Management hielt Ebert das Korreferat zum wissenschaftlichen Papier „The impact of book-tax conformity on reporting and investment behavior“ von Alexandra Lilge, Rebecca Reineke und Michelle Muraz.

Weitere Informationen zur German Economic Association for Business Administration: 
www.geaba.de

Über Prof. Dr. Michael Ebert

Nach einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann studierte Ebert BWL/Internationales Management an der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg sowie „Management and Culture“ an der Universität Linköping in Schweden. Bis zur Beauftragung im Sommersemester 2015 mit der Vertretung der Professur „Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Externes Rechnungswesen“ an der Universität Paderborn gehörte Michael Ebert seit Dezember 2004 zum wissenschaftlichen Personal der Professur „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen“ an der Universität Mannheim, wo er 2009 promovierte. Im Herbst 2010 besuchte er als Visiting Scholar die Tepper School of Business an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, USA. Am 25. Oktober 2016 wurde Ebert zum Professor für „Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling“ an der Universität Paderborn ernannt.

Im Zentrum seiner Forschungsinteressen stehen:

  • Theorie der Offenlegung, insbesondere zur Frage, unter welchen ökonomischen Rahmenbedingungen die Unternehmensführung freiwillig wertrelevante Informationen offenlegt. Das impliziert Fragen nach der Notwendigkeit regulierter Finanzberichte und dem Informationsgehalt freiwilliger oder verpflichtender Unternehmensoffenlegungen.
  • Corporate Governance Theorie, insbesondere Fragen zum Einfluss von Regulierung.
  • Behavioural Accounting, insbesondere Fragen zur Wahrnehmung und Verarbeitung von Unternehmensinformationen durch individuelle Investoren.

Michael Ebert ist Teilprojektleiter im BWL-Sonderforschungsbereich „Accounting for Transparency“

www.accounting-for-transparency.de

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Pressemitteilungen Projekte Forschung Forschungspreise
news-35143 Wed, 23 Oct 2019 08:11:00 +0200 Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Fachkollegienwahl bis zum 18. November https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/deutsche-forschungsgemeinschaft-dfg-fachkollegienwahl-bis-zum-18-november/ Ab sofort läuft die Mitgliederwahl der DFG-Fachkollegien für die Amtsperiode 2020 bis 2023, bei der auch Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn als Kandidat*innen gelistet sind. Noch bis zum 18. November können die rund 150.000 Wahlberechtigten ihr Votum online abgeben. Dafür wurden vorab Wahlschreiben mit den persönlichen Zugangsdaten verschickt.

Aktuell kandidieren rund 1680 Wissenschaftler*innen für die renommierten Ämter. Wie die DFG mitgeteilt hat, liegt der Anteil der Kandidatinnen bei 33,1 Prozent.

Die Fachkollegien bewerten u. a. Anträge auf finanzielle Förderung von Forschungsvorhaben und kontrollieren außerdem die Wahrung einheitlicher Maßstäbe bei der Begutachtung. Ihre Expertise ist auch gefragt, wenn es um die Weiterentwicklung und Ausgestaltung der DFG-Förderprogramme geht. Entsprechend dem Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit sind sie jeweils einem Fach zugeordnet.

Insgesamt sind 632 Mitglieder in 49 Fachkollegien, die in 211 Fächer unterteilt sind, zu wählen.

Zur Wahl: https://www.dfg.de/dfg_profil/gremien/fachkollegien/fk_wahl2019/

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

Weitere Informationen:

Ihre Stimme für die Wissenschaft - Wahl der Mitglieder der Fachkollegien für die Amtsperiode 2020-2023

http://www.dfg.de/fk-wahl2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg*innen,

die Online-Wahl der Mitglieder der Fachkollegien der DFG für die Amtsperiode 2020 bis 2023 beginnt am Montag, 21.10.2019, 14 Uhr, und endet am Montag, 18.11.2019, 14 Uhr.

Ich möchten Sie herzlich bitten, zu wählen und auch die Wahlberechtigten in Ihrem Umfeld auf die Wahl aufmerksam zu machen. Um die Fachkollegien auf eine breite Basis zu stellen, hoffen wir nicht nur insgesamt auf eine hohe Wahlbeteiligung, sondern insbesondere auch auf eine hohe Beteiligung der promovierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler.

Die direkte Wahl der Mitglieder der Fachkollegien ist ein wichtiger Baustein im System der wissenschaftlichen Selbstorganisation, da die Fachkollegien eine maßgebliche Instanz im Entscheidungsprozess über die Verteilung von Fördergeldern durch die DFG darstellen. Die Wahl gibt Ihnen die Möglichkeit, aktiv und fachnah an dieser Selbstorganisation der Wissenschaft mitzuwirken und die Weichen für die Wissenschaftsförderung durch die DFG zu stellen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass jede wahlberechtigte Person insgesamt 6 Stimmen hat. Sie können dabei einer oder einem Kandidierenden bis zu drei Stimmen geben. Die Stimmen können zudem auf Kandidierende aus unterschiedlichen Fachkollegien bzw. aus unterschiedlichen Fächern aufgeteilt werden. Dies eröffnet z. B. auch die Möglichkeit, dass Sie für Sie fremde Fachkollegien, aber Personen aus der UPB unterstützen. Wir haben als Universität ein großes Interesse daran, möglichst viele Personen aus der UPB in den Fachgruppen zu haben.

Prof. Dr. Birgitt Riegraf
Präsidentin

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Pressemitteilungen
news-35131 Tue, 22 Oct 2019 09:06:24 +0200 Die Fakultät erinnert an ihren Rechtswissenschaftler Prof. Dr. jur. Walter Seidensticker https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/die-fakultaet-erinnert-an-ihren-rechtswissenschaftler-prof-dr-jur-walter-seidensticker/ Die Universität Paderborn und die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften trauern um Prof. Dr. jur. Walter Seidensticker, der im Alter von 90 Jahren am 14. Oktober gestorben ist.

Am Bundesarbeitsgericht (BAG) war Dr. Walter Seidensticker vom 28.6.1976 bis 30.4.1984 Richter und dort vom 1.5.1984 bis 31.12.1993 Vorsitzender Richter. Seit dem Wintersemester 1980/81 und auch noch nach seinem Dienst als Vorsitzender Richter am BAG war er kontinuierlich als Dozent für Arbeitsrecht in den Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn tätig. Hier haben die Kolleginnen und Kollegen seine exzellenten wissenschaftlichen Fähigkeiten und sein großes Engagement für die Vermittlung arbeitsrechtlicher Fragen sowie seine außerordentlichen fachlichen Kompetenzen und seine persönliche Integrität sehr schätzen gelernt. Seine Kompetenzbreite umfasste sämtliche Zentralbereiche des deutschen Arbeitsrechts und er verstand es in einem außerordentlichen Maße, die theoretische Expertise mit der Praxis höchstrichterlicher Entscheidungen zu verbinden. So konnte er exzellent mit seinen praktischen Erfahrungen in Kombination mit der Anwendung wissenschaftlicher Methodik selbst theoretisch komplexe juristische Sachverhalte sowohl methodisch als auch didaktisch anschaulich vermitteln. Mit seinem Wirken an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hat er zum überregionalen Renommee der Hochschule beigetragen. Im Jahre 2002 wurde ihm hierfür die Bezeichnung Honorarprofessor von der Universität Paderborn verliehen.

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften behält ihren hochgeschätzten Kollegen Prof. Dr. jur. Walter Seidensticker in dankbarer Erinnerung. Seiner Familie gelten die aufrichtige Anteilnahme und das Mitgefühl von Universität und Fakultät.

Link zur Traueranzeige: https://www.wb-trauer.de/traueranzeige/walter-seidensticker/anzeigen

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Pressemitteilungen Standort
news-35105 Mon, 14 Oct 2019 17:22:00 +0200 Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften: Prof. Dr. Hendrik Schmitz erläutert Forschungskontext https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/nobelpreis-fuer-wirtschaftswissenschaften-prof-dr-hendrik-schmitz-erlaeutert-forschungskontext/ Am Montag, 14. Oktober, wurden die letzten drei Nobelpreisträger für das Jahr 2019 bekanntgegeben: Die Ökonomen Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer wurden von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften für ihren „experimentellen Ansatz zur Linderung globaler Armut“ ausgezeichnet.

Obwohl der „Wirtschaftsnobelpreis“, wie er im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet wird, gleichzeitig mit den anderen Nobelpreisen vergeben wird und ebenfalls mit einem Preisgeld in Höhe von rund 830.000 Euro dotiert ist, nimmt diese Auszeichnung eine Sonderstellung ein. Als „Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften“ unterscheidet er sich von den anderen Preisen darin, dass er nicht auf das Testament des ursprünglichen Stifters Alfred Nobel zurückgeht, sondern ca. 60 Jahre später, 1968, anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Schwedischen Reichsbank, von dieser gestiftet und im Folgejahr erstmals verliehen wurde.

Prof. Dr. Hendrik Schmitz, Wirtschaftswissenschaftler der Universität Paderborn und Prodekan für Forschung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, erklärt im Interview die Forschungsarbeit der Preisträger und erläutert die Relevanz für unsere Gesellschaft.

Herr Schmitz, was genau versteht man unter Armutsforschung?

Schmitz: Armutsforschung hat verschiedene Ausprägungen. Zunächst versuchen Wissenschaftler zu definieren, nach welchen Kriterien man überhaupt arm ist. Basierend auf dieser Definition wird anhand von Daten ermittelt, wie viele Personen in einer bestimmten Region arm sind und ob sich die Zahl der armen Menschen im Verlauf der Zeit erhöht oder reduziert hat. In einem zweiten Schritt wird untersucht, wie sich Armut auswirkt. Beispielsweise wird untersucht, ob ärmere Menschen schlechtere Gesundheitsversorgung erhalten und daher früher sterben müssen. Und schließlich stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, aus der Armut auszubrechen. Diesem Thema widmen sich die ausgezeichneten Ökonomen. Zentral ist hier zum Beispiel der Zugang zu Bildung. Armutsforscher untersuchen empirisch, welche Maßnahmen wirklich funktionieren um Armut zu bekämpfen. Auf diese Weise können sie politische Entscheidungsträger fundiert beraten.

Wie definieren die ausgezeichneten Ökonomen Armut? Wie legt man Armutsgrenzen fest?

Schmitz: Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen relativer und absoluter Armut. Relative Armut bedeutet, dass man nicht notwendigerweise hungern muss, um arm zu sein. Wer deutlich weniger Geld als ein Durchschnittsverdiener bekommt, kann durchaus sozial ausgegrenzt sein und unter Armut leiden. In Deutschland gilt ein Haushalt in der Regel als arm, wenn er über weniger als 60% des Median-Haushaltseinkommens verfügt – also wenn man alle Haushalte nach Einkommen sortiert, den mittleren auswählt und davon 60% nimmt. Dies ist in der Regel die Definition von Armut in entwickelten Ländern.

Die ausgezeichneten Ökonomen untersuchen Armut vor allem in Entwicklungsländern. Hier wird in der Regel der absolute Armutsbegriff angewendet. Arm ist laut derzeitiger Definition der Weltbank demnach, wer mit weniger als 1,9 Dollar pro Tag auskommen muss. Die ausgezeichneten Forscher befassen sich verstärkt mit Regionen der Welt, in denen die Ärmsten der Armen leben und legen hierzu eine Armutsgrenze von 99 US-Cent an.

Aber weder bei absoluter noch relativer Armut gibt es allgemeingültige Grenzen. Verschiedene Interessengruppen legen verschiedene Kriterien an, je nachdem ob eine höhere oder niedrigere Armutsquote erwünscht ist. Für die Forschung der Nobelpreisträger ist die Definition der Armutsgrenze allerdings nicht zentral.

Worin liegt der experimentelle Ansatz der Preisträger bei ihrer Forschung?

Schmitz: Die drei Ökonomen haben den Nobelpreis vor allem auch für die Etablierung ihrer Forschungsmethode in den Wirtschaftswissenschaften erhalten: den „Feldexperimenten“. Mit dieser Methode können sie rigoros untersuchen, welche Maßnahmen zur Armutsreduktion funktionieren und vor allem auch, welche nicht. Ähnlich wie in der Medizin führen sie dazu kontrolliert randomisierte Experimente durch (randomized controlled trials). Um zum Beispiel zu testen, welche Maßnahmen für eine bessere Bildung von Kindern sorgen, probieren sie diese einzeln aus. Sie teilen Schüler nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe erhält zum Beispiel regelmäßige Gesundheitsvorsorge, etwa Wurmkuren, die andere nicht. Dann werden beide Gruppen über einen längeren Zeitraum verfolgt. In der Gruppe mit besserer Gesundheitsversorgung bleiben die Kinder deutlich seltener dem Unterricht fern und erzielen bessere Ergebnisse. Sie probieren so auch viele andere Maßnahmen aus, etwa das Verteilen von Schulbüchern, die Verkleinerung von Schulklassen oder die Errichtung von Computerräumen, die sich allerdings als deutlich weniger wirksam erwiesen. Von vielen Maßnahmen, bei denen man annehmen könnte, dass sie alle funktionieren, bleiben nur wenige übrig, bei denen es tatsächlich bewiesen werden kann.

Welche Relevanz hat Armutsforschung heute?

Schmitz: Armutsforschung hat in der Volkswirtschaftslehre lange ein Schattendasein gefristet. Dies hat sich grundlegend geändert. Die hohe wissenschaftliche Relevanz zeigt sich natürlich daran, dass am Montag der Wirtschaftsnobelpreis an drei Armutsforscher vergeben wurde und damit nicht nur die Forscher, sondern auch das Forschungsfeld geadelt wurden. Bereits 2015 hat mit Angus Deaton ein Ökonom den Nobelpreis erhalten, der Ungleichheit und Armut erforscht – mit ganz anderen Ansätzen als die diesjährigen Preisträger. Etabliert ist dieser Forschungszweig mittlerweile aber insbesondere beim Thema der absoluten Armut in Entwicklungsländern. Die Erforschung (relativer) Armut in entwickelten Ländern ist weniger stark ausgeprägt.

Die Forschung der Preisträger besticht vor allem auch durch ihre praktische Relevanz. Sie ermitteln immer wieder kleinteilige Lösungsvorschläge für Armutsprobleme, die auch von politischen Entscheidungsträgern umgesetzt werden können und die nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive interessant sind. Gerade in den allerärmsten Ländern mangelt es noch immer am Wesentlichen. Bei der Armutsbekämpfung und Entwicklungsökonomie stellt sich die zentrale Frage, wie es Entwicklungsländern gelingen kann, aus dieser Armutsfalle auszubrechen. Hier geht es insbesondere um Zugang zu sauberem Wasser und Lebensmitteln, zu Gesundheitsleistungen sowie zu Bildung. Dies gilt in verstärktem Maß für Kinder, insbesondere für Mädchen. Wichtig ist zudem der Aufbau von Institutionen, etwa einer funktionierenden Verwaltung in Gemeinden.

Jennifer Strube, Stabsstelle Presse und Kommunikation;
Prof. Dr. Hendrik Schmitz, Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung

Weitere Informationen:
Zuvor wurde der Nobelpreis für Chemie bekanntgegeben und erläutert,
s. Pressemitteilung der Universität Paderborn vom 11.10.2019

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news-35047 Fri, 04 Oct 2019 15:48:00 +0200 Benjamin Oßwald für steuerwissenschaftliche Forschung ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/benjamin-osswald-fuer-steuerwissenschaftliche-forschung-ausgezeichnet/ Für den Beitrag „Do Country Risk Factors Attenuate the Effect of Taxes on Corporate Risk-Taking?“ erhielt Benjamin Oßwald den „Edmund Outslay Outstanding Paper Award“ der University of Illinois.

Diese Auszeichnung für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Steuerwesens fand jüngst beim „Tax Doctoral Consortium IV“ der University of Illinois in Chicago statt.

Der Forschungsbeitrag ist zusammen mit Caren Sureth-Sloane, die an der Universität Paderborn die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, innehat, entstanden. In der Studie gehen die Autoren der Frage nach, ob steuerliche Anreize im Zusammenhang stehen mit der oft angestrebten Erhöhung der Bereitschaft, riskante bzw. innovative Investitionen durchzuführen. Sie finden Hinweise darauf, dass dieser Zusammenhang durch politische oder fiskalische Risiken im Investitionsland abgeschwächt oder sogar aufgehoben wird, Der Beitrag ist Teil des in diesem Jahr gestarteten BWL-Sonderforschungsbereiches „Accounting for Transparency“, dessen Sprecherin Caren Sureth-Sloane ist.

Der Beitrag ist online verfügbar unter: http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3297418.

Weitere Informationen zu Benjamin Oßwald, Ph. D.:
Oßwald hat Ende 2018 im Rahmen des Doktorandenprogramms „Doctoral Program in International Business Taxation“ (DIBT) an der Wirtschaftsuniversität Wien promoviert und wurde dabei von Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane betreut. Zurzeit forscht er an der Wisconsin School of Business der University of Wisconsin in Madison.
https://wsb.wisc.edu/directory/students/phd/students/benjamin-osswald

Link zum SFB „Accounting for Transparency“: www.accounting-for-transparency.de

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news-35029 Wed, 02 Oct 2019 12:21:40 +0200 „Chinesische Kulturtage“: Hochschulangehörige berichten über die vielfältigen Verbindungen der Universität Paderborn nach China https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/chinesische-kulturtage-hochschulangehoerige-berichten-ueber-die-vielfaeltigen-verbindungen-der-unive/ Am Freitag, 27. September, konnten Interessierte im Rahmen der „Chinesischen Kulturtage“ in Paderborn einen Einblick in die vielfältigen Verbindungen der Universität nach China erhalten. In insgesamt sechs Vorträgen wurde über die zum Teil sehr engen und langjährigen Zusammenarbeiten mit verschiedenen chinesischen Partneruniversitäten berichtet. Neben den zahlreichen Angeboten für chinesische Studierende – u. a. eine Summer School für Elektrotechnik-Studierende, Betreuung und studienvorbereitende Kurse an der Chinesisch-Deutschen Technischen Fakultät (CDTF), Deutschkurse und Kooperationen im Bereich Ausbildung von Deutschlehrer*innen in der Germanistik, sowie neue Möglichkeiten im Rahmen des Chinesisch-Deutschen-Campus (CDC), ein materialwissenschaftliches Studium an der Universität Paderborn aufzunehmen – wurden auch verschiedene Möglichkeiten für Studierende der Universität Paderborn vorgestellt, einen Aufenthalt in China in ihr Studium zu integrieren.

Studierende der Studiengänge Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurswesen und Chemieingenieurwesen können beispielsweise die Studienausrichtung „mb-cn“ wählen und in diesem Rahmen u. a. ein Auslandssemester in China verbringen oder eine Summer School besuchen. Zwei Studierende aus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften mit dem Studienschwerpunkt „Asian Studies in Business and Economics" (ASBE) berichteten außerdem von ihren Erfahrungen während ihres Auslandssemesters in Shanghai bzw. Peking. Auch in der Forschung spielt China für Wissenschaftler*innen der Universität eine zunehmend wichtige Rolle. So stellte der letzte Vortrag beispielsweise eindrucksvoll dar, wie stark China sich derzeit auf sein kulturelles Erbe besinnt und z. B. neue Museen gründet und auch die Forschung in diesem Bereich verstärkt.

Eingerahmt wurden die Vorträge durch musikalische Darbietungen von Le Wang auf der Guzheng, einem traditionellen chinesischen Saiteninstrument, sowie durch einige Köstlichkeiten der chinesischen Küche. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Torsten Meier, Vizepräsident für Internationale Beziehungen, und von Prof. Dr. Wolfgang Bremser, deutscher Direktor des Konfuzius-Instituts Paderborn.

Link zum ASBE-Programm der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften:
https://wiwi.upb.de/international/outgoing/international-students/asian-studies-in-business-and-economics/allgemeine-informationen/

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news-35025 Tue, 01 Oct 2019 15:09:55 +0200 Roboterassistenz für Pflegedienstleistungen: Workshop schafft Verbindung von Theorie und Praxis https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/roboterassistenz-fuer-pflegedienstleistungen-workshop-schafft-verbindung-von-theorie-und-praxis/ Wie können Roboter künftig in der Pflege eingesetzt werden und was ist dabei zu beachten?

Das war am 19. September Thema eines englischsprachigen Workshops im Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn. Der Workshop wurde im Rahmen des mit EU-Mitteln geförderten Forschungsprojekts „ORIENT“ von Prof. Dr. Kirsten Thommes von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und ihrer Doktorandin Julia Hoppe veranstaltet. In diesem internationalen und interdisziplinären Projekt wird untersucht, welche Informationen die betroffenen Gesellschaftsmitglieder – und vor allem zukünftige Nutzer – benötigen, um neue Assistenztechnologien bedarfsgerecht entwickeln, annehmen und effizient bei der Pflegeunterstützung anwenden zu können. Im Mittelpunkt stehen die Informations- und Kommunikationsbedarfe von Patienten, Angehörigen, Pflegefachkräften und -organisationen, Verbänden, Roboterherstellern, Versicherungen sowie politischen Entscheidungsträgern. Mit den Ergebnissen aus der Projektarbeit soll eine Orientierung für die effektive Nutzung von Technologieunterstützung bei Pflegedienstleistungen im Sinne einer Mitgestaltung gegeben werden.

Der vierstündige Workshop in Paderborn diente einer intensiven Kommunikation zwischen Wissenschaft und den in der Praxis betroffenen Gruppen. Zusammen mit den anwesenden Projektbeteiligten der drei Partneruniversitäten aus Finnland, Schweden und Deutschland sowie kooperierenden Forschern aus Österreich wurde hierbei mit einem interdisziplinären Publikum aus Pflegedienstleitungen, Herstellerunternehmen von Assistenzrobotik, Verbänden, Forschungsinstituten und potenziellen Nutzern über zukünftige Anwendungsmöglichkeiten der Assistenz von Robotik für Pflegedienstleistungen diskutiert. Dabei haben die drei Forschungsteams des Projektes „ORIENT“ ihre jeweiligen Untersuchungsergebnisse vorgestellt.

Das ORIENT-Team hat sich im ersten Schritt mit der Mikroebene und der Interaktion der verschiedenen Interessengruppen der robotikgestützten Pflegedienstleistungen beschäftigt. Dabei wurden die Perspektiven potenzieller Nutzer und Nutzerinnen vorgestellt, z. B. die von älteren Menschen, deren Angehörigen oder von professionellem Betreuungs- und Pflegepersonal. Federführend beim Zusammentragen der Ergebnisse aus den drei Ländern war das schwedische Team von der Mälardalen University (MDH). Die beiden schwedischen Wissenschaftlerinnen brachten ihre besondere Expertise aus den Bereichen Altenpflege, E-Homecare, Demenzpflege und aus den Pflegewissenschaften ein sowie wichtige Erfahrungen aus ihrem nationalen Netzwerk, insbesondere mit öffentlichen Einrichtungen, die bereits Sozialtechnologie und Pflegeroboter einsetzen.

Das Team aus Finnland von der Lappeenranta-Lahti University of Technology (LUT) war auf der Mesoebene die zusammentragende Instanz – hier wurden z. B. Verbände, Bildungseinrichtungen und Technologieunternehmen berücksichtigt. Mit der Expertise – beispielsweise in den Bereichen soziotechnischer Wandel, benutzungsorientierte Innovation, Dienstleistungsinnovation, Einsatz von Wohlfühltechnologien und Mensch-Computer-Interaktion – plädierten die vier finnischen Wissenschaftlerinnen dafür, bei der Entwicklung von robotikgestützten Pflegedienstleistungen und deren Einbindung in Gesellschaft und Praxis nicht einfach bei der Technologieentwicklung zu starten, sondern vorher besonnen mit einem Dialog der involvierten Gruppen zu beginnen.

Das Team von der Universität Paderborn konzentrierte sich bei den Forschungsarbeiten insbesondere auf die Makroebene, wozu z. B. Forschungseinrichtungen, die Politik und die Medien gefragt wurden. Dabei brachten die beiden Wissenschaftlerinnen aus dem Department Management der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ihre Expertise aus den Bereichen der Teamarbeit, der Mensch-Maschine-Interaktion und deren Einfluss auf die Beschäftigten bei ihrer Arbeit sowie Expertise in wirtschaftswissenschaftlichen Experimenten ein.

Als zusätzliche Referenten waren Prof. Dr. Ulrich Rückert und Prof. Dr. Ipke Wachsmuth von der Universität Bielefeld eingeladen, die mit den Anwesenden über kognitive Interaktionstechnologie und ethische Fragen zur Unterstützung durch Robotik diskutierten.

Prof. Dr. Kirsten Thommes und Julia Hoppe zum Erfolg ihres zum Projekt „ORIENT“ veranstalteten Workshops: „Alle betroffenen Anspruchsgruppen waren vertreten. Durch die verschiedenen Perspektiven, die die Anwesenden aus Wissenschaft und Praxis in die Diskussionen eingebracht haben, konnten die jeweiligen Bedarfe und Ansprüche diskutiert werden. Darüber hinaus ist es gelungen, während des Workshops und vor allem auch in den Pausen einen Dialog zwischen den unterschiedlichen beteiligten Gruppen zum Thema Assistenzrobotik in der Pflege zu schaffen und somit deren Netzwerk zu erweitern.“

Link zum Projekt „ORIENT“: https://www.uni-paderborn.de/nachricht/87404/

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news-35023 Tue, 01 Oct 2019 12:21:05 +0200 16 Millionen Euro Exzellenz-Förderung: NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart übergibt Förderbescheid https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/16-millionen-euro-exzellenz-foerderung-nrw-wirtschaftsminister-pinkwart-uebergibt-foerderbescheid/ Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat gestern in Düsseldorf der Universität Paderborn den Förderbescheid über 16 Millionen Euro für das Exzellenz Start-up Center.OWL an Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer der Universität, Prof. Dr. Rüdiger Kabst, wissenschaftlicher Leiter des TecUP, Prof. Dr. Sebastian Vogt, Geschäftsführer des TecUP, und Prof. Dr. Jürgen Brautmeier, stellvertretender Vorsitzender des Hochschulrats der Universität, übergeben.

„Die Universität Paderborn kann damit das Fundament für eine nachhaltige Gründungskultur auf dem Campus legen“, sagte Minister Pinkwart. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft soll die Start-up-Kultur in OWL intensiv vorangebracht werden. Die Entscheidung war bereits im Januar gefallen.

Minister Pinkwart: „Das Exzellenz Start-up Center.OWL wird das Gründungsgeschehen auf dem Campus wie in der Region positiv beeinflussen. Durch die Integration der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Fachhochschule Bielefeld in das Konzept wird das Start-up-Ökosystem in der ganzen Region nachhaltig gestärkt.“

Die Universität will die Gründungskultur in enger Kooperation mit transferorientierten Wissenschaftler*innen und Partner*innen aus der Wirtschaft künftig noch weiter ausbauen. „Wir fühlen uns durch die Förderung, die die herausragenden bereits geschaffenen Strukturen zur Gründungsförderung und im Technologiertransfer unserer Universität würdigt, sehr geehrt“, so Vizepräsident Fahr anlässlich der Übergabe. „Das Exzellenz Start-up Center.OWL baut auf den Stärken der Region auf, die nicht nur über eine Hochschullandschaft mit Spitzenforschung, sondern gleichzeitig über mittelständische Technologie- und Weltmarktführer verfügt“, ergänzt TecUP-Geschäftsführer Prof. Dr. Sebastian Vogt, der mit dem Gründungsinkubator garage33 an der Auszeichnung maßgeblich beteiligt ist.

„Im Wettbewerb überzeugte vor allem das regional ausgerichtete, innovative Konzept der Universität Paderborn. Die Hochschule will Schwerpunkte in den Bereichen digitale Transformation, Internet der Dinge und Business-to-Business-Gründungen setzen“, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums.

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation
 

Weitere Informationen:

Link zur Pressemitteilung der Universität Paderborn vom 01.10.2019:
https://www.uni-paderborn.de/nachricht/91123/

Link zur Pressemitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums vom 30.10.2019:
https://www.wirtschaft.nrw/pressemitteilung/ruhr-universitaet-bochum-die-technische-universitaet-dortmund-und-die-universitaet

Link zur Exzellenz-Auszeichnung „Exzellenz Start-up Center.NRW“ vom 17.01.2019:
https://wiwi.upb.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/die-wissenschaftler-kabst-und-vogt-aus-den-wirtschaftswissenschaften-werben-bis-zu-20-millionen-euro/

Link TecUP:
http://tecup.de/

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Pressemitteilungen Wirtschaft Standort
news-35001 Thu, 26 Sep 2019 09:19:04 +0200 Forschung im Mittelpunk: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften veranstaltet dreitägigen Forschungsworkshop in Melle https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/forschung-im-mittelpunk-fakultaet-fuer-wirtschaftswissenschaften-veranstaltet-dreitaegigen-forschungsw/ Der regelmäßig von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn veranstaltete Fakultätsforschungsworkshop fand in diesem Jahr vom 11. bis 13. September in Melle statt.

Die nun schon seit mehreren Jahren im zweijährlichen Rhythmus durchgeführte Veranstaltung fördert den Austausch über Forschungsarbeiten innerhalb der gesamten Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Gerade den Nachwuchswissenschaftlerinnen und  -wissenschaftlern bietet sich hier die gute Gelegenheit, aktuelle Arbeiten vorzustellen und mit Mitgliedern aus den unterschiedlichen Departments der Fakultät zu diskutieren und internes Netzwerken zu betreiben.

Das Angebot stieß wieder auf große Resonanz: 86 Fakultätsmitglieder, darunter 19 Professorinnen und Professoren, nutzten die Gelegenheit, sich intensiv dem Austausch von Forschungsinteressen und ‑ergebnissen zu widmen. In insgesamt sechs Plenarvorträgen, acht Forschungsvorträgen und 14 Postern, die in zwei Postersessions diskutiert wurden, war das fachliche Spektrum der Fakultät mit Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftspädagogik vertreten. Das Spektrum zeigte sich auch in den vier Methodenworkshops, die neu in das Programm aufgenommen wurden und in denen Experten grundlegende Einblicke in ihre Forschungsmethoden gaben.

Als bester Vortrag wurde der Beitrag von Jürgen Neumann mit dem „Best Paper Award“ und als bestes Poster wurde das Poster von Benedikt Alberternst mit dem „Best Poster Award“ besonders ausgezeichnet.

Als Resümee hält Prof. Dr. Hendrik Schmitz, Prodekan für Forschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, fest: „Der Workshop mit seiner enormen Teilnehmerzahl spiegelt einen wesentlichen Bestandteil des Erfolgskonzepts der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wider: die enge Zusammenarbeit über Departments und Fächergruppen innerhalb der Fakultät hinweg. Dies trägt entscheidend zu der Vielzahl an Drittmittelprojekten, herausragenden Promotionen, Veröffentlichungen in internationalen Topjournals und sehr guten Rankingplatzierungen bei, über die wir uns kontinuierlich freuen können.“

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news-34997 Wed, 25 Sep 2019 14:00:52 +0200 Innovationsprozesse strukturieren: Paderborner Wirtschaftsinformatiker erarbeiten Leitfaden für die Entwicklung digitaler Dienstleistungen https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/innovationsprozesse-strukturieren-paderborner-wirtschaftsinformatiker-erarbeiten-leitfaden-fuer-die/ Unternehmen stehen heute häufig vor der Herausforderung, digitale Dienstleistungen zu entwickeln. Immer kürzere Innovationszyklen und komplexere Anforderungen stellen hier jedoch die ersten Hürden dar. Ein federführend an der Universität Paderborn entwickelter Leitfaden soll Unternehmen diesen Einstieg nun anhand eines Drei-Phasen-Modells erleichtern, Handlungsempfehlungen geben und Transformationsprozesse begünstigen.

„Oft ist es so, dass Unternehmen vertraute Verfahren der Produktentwicklung auf die Entwicklung neuer digitaler Dienstleistungen übertragen wollen. Diese Idee ist naheliegend und nicht unbedingt falsch. In einer Welt mit zunehmend komplexeren Anforderungen an Dienstleistungen und laufend kürzeren Innovationszyklen ist so ein Verfahren allerdings nicht immer erfolgreich und effizient“, weiß Prof. Dr. Daniel Beverungen, Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik, insb. Betriebliche Informationssysteme an der Universität Paderborn. An seinem Lehrstuhl entstand in Zusammenarbeit mit Experten aus Hochschulen, Fachinstituten und Unternehmen die „DIN SPEC 33453“ – eine „Anleitung“ für die Entwicklung digitaler Dienstleistungen. Die Erarbeitung erfolgte mit Unterstützung des Förderprogramms „DIN Connect“ und ist Teil des Projekts „Digivation“, das zum Förderschwerpunkt „Dienstleistungsinnovation durch Digitalisierung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gehört. Betreut wurde das Vorhaben vom Projektträger Karlsruhe (PTKA).

Flexible und bedarfsgerechte Ausrichtung

Beverungen erklärt das erarbeitete Konzept anhand eines fiktiven Beispiels: „Stellen wir uns vor, dass es ein Unternehmen gibt, das Maschinen herstellt und nun eine digitale Dienstleistung entwickeln möchte. Diese soll Wartungsbedarfe von Maschinen voraussagen können. Dabei gibt es folgendes zu bedenken: Die digitalen Dienstleistungen sind für das Unternehmen zunächst einmal neu, es kann nicht einschätzen, ob die Idee wirklich erfolgversprechend ist und weiß nicht, wie genau die Idee im Unternehmen umgesetzt werden kann.“ Der Leitfaden, der als Kreislauf angelegt und in drei Phasen unterteilt ist, soll hier nun als Grundmuster für den Entwicklungsprozess dienen: „Das Unternehmen würde zunächst mit der Analysephase anfangen und diese möglicherweise wiederholt durchlaufen, bis es eine vielversprechende Idee entwickelt und konkretisiert hat.“ Diese Idee wird dann in einer Gestaltungsphase mit einem Kunden zusammen umgesetzt. Das Beispielunternehmen würde die neue Instandhaltungsdienstleistung also konkret mit einem Modellkunden umsetzen und bewerten. Falls die Dienstleistung erfolgreich ist, würde das Unternehmen die neue Dienstleistung dann dauerhaft implementieren, um sie auch anderen Kunden anbieten zu können: „Diese Transformation erfordert häufig einen langen Atem und viel Änderungsbereitschaft, da nicht nur neue Abläufe eingeführt werden müssen, sondern sich auch altbekannte Prozesse und Denkmuster ändern müssen“. Daher kommt es laut Beverungen bei der Entwicklung einer neuen Dienstleistung immer auf den Menschen und seine eigene Bereitschaft zu Veränderungen an.

Die drei Phasen ergeben einen Prozess, den Unternehmen flexibel für sich ausgestalten können. „Entwicklungsmodelle mit 86 fest aufeinanderfolgenden Schritten sind zu schwerfällig und heute nicht mehr zeitgemäß. Die Kreislaufstruktur in unserem Prozess ermöglicht es, an verschiedenen Punkten in die Entwicklung einzusteigen, den Prozess ganz oder nur teilweise zu durchlaufen und so flexibel und bedarfsgerecht auf neue Rahmenbedingungen zu reagieren“, so der Paderborner Wissenschaftler. Ein umfangreicher Katalog mit Handlungsempfehlungen ergänzt das Modell, um Unternehmen konkrete Hilfestellung bei der Entwicklung ihrer Dienstleistung an die Hand zu geben.

„Für die Entwicklung von neuen digitalen Dienstleistungssystemen bietet unser Modell den Unternehmen eine hohe Flexibilität und Agilität, die bisherigen Verfahren im Service Engineering häufig fehlen. „Hierdurch werden Innovationsprozesse strukturierter, schlanker und marktorientierter durchgeführt“, fasst Beverungen zusammen.

Die „DIN SPEC 33453“ ist online kostenfrei abrufbar unter:
www.beuth.de/de/technische-regel/din-spec-33453/31051152

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news-34982 Tue, 24 Sep 2019 13:55:32 +0200 Forschung zu Kundenbeziehungsmarketing: Dr. Carina Witte mit Preis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/forschung-zu-kundenbeziehungsmarketing-dr-carina-witte-mit-preis-der-fakultaet-fuer-wirtschaftswisse/ Wie, warum und wann beeinflusst der Kauf eines Geschenks die künftige Beziehung des Käufers zur Produktmarke?

Diese Fragen untersuchte Dr. Carina Witte von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn. Ihre Ergebnisse wurden jüngst im internationalen „Journal of Marketing“ publiziert. Für diese Forschungsleistung und für ihre Koautorenschaft an dem Journalbeitrag „Gift Purchases as Catalysts for Strengthening Customer–Brand Relationships“ erhielt Witte nun von der Fakultät den „Dean’s Young Scholar Research Award“.

In dem Journalbeitrag, der in Koautorenschaft mit Prof. Dr. Andreas Eggert (Universität Paderborn) und Prof. Dr. Lena Steinhoff (Universität Rostock) entstand, wird theoretisch abgeleitet und empirisch nachgewiesen, dass der Kauf eines Geschenks einen positiven und nachhaltigen Einfluss auf die künftige Beziehung des Käufers zur Produktmarke hat. In einer Feldstudie mit einem internationalen Kosmetikhändler führte ein Geschenkekauf im Vergleich zu einem Kauf für den eigenen Gebrauch zu einer durchschnittlichen Umsatzsteigerung von 63 Prozent im folgenden Jahr. Diese Umsatzsteigerung wird durch eine Erhöhung der Kaufhäufigkeit, der Ausgaben pro Einkauf sowie der Breite des gekauften Sortiments hervorgerufen.

Prof. Dr. Andreas Eggert vom Department „Management“ der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Mentor von Carina Witte freut sich über die Anerkennung der Forschungsergebnisse in der internationalen Fachzeitschrift „Journal of Marketing“: „Das Journal of Marketing gilt als die beste Forschungszeitschrift der internationalen Marketingdisziplin. Der Publikationserfolg unterstreicht die bedeutende Forschungsleistung auf diesem Gebiet, die wertvolle Erkenntnisse für den Einsatz von Geschenkekäufen als neues Instrument des Kundenbeziehungsmarketing liefert. Damit hat Dr. Carina Witte in außerordentlichem Maße zur internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften beigetragen.“

Carina Witte promovierte im Juni dieses Jahres zum Thema „Geschenkekäufe als Instrument des Kundenbeziehungsmarketings“.

Über den „Dean’s Young Scholar Research Award für herausragende Publikationen“

Mit der Auszeichnung sollen die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften nach außen noch sichtbarer und exzellente Grundlagenforschung gewürdigt werden. „An unserer Fakultät wird Hervorragendes geleistet und es ist an der Zeit, dies noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Mit den Dean’s Young Scholar Awards haben wir einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen“, unterstreicht Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Das Dekanatsteam der Fakultät sieht im erreichten Publikationserfolg von Carina Witte im „Journal of Marketing“ eine Verstärkung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der Fakultät im Bereich der betriebswirtschaftlichen Spitzenforschung. Sureth-Sloane: „Unsere Universität gehört damit zu dem kleinen Kreis deutscher Universitäten, die wiederholte Publikationserfolge im Journal of Marketing erzielen konnten.“

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Pressemitteilungen Dean’s Research Award Internationales Wirtschaft Auszeichnungen und Ehrungen Projekte Forschung Internationales Forschungspreise
news-34976 Mon, 23 Sep 2019 17:25:09 +0200 Handelsblatt-VWL-Ranking 2019: Spitzenposition für Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hendrik Schmitz https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/handelsblatt-vwl-ranking-2019-spitzenposition-fuer-wirtschaftswissenschaftler-prof-dr-hendrik-schm/ „Wissenschaftler, die mit Daten und anwendungsnah arbeiten, dominieren die Rangliste der forschungsstärksten Ökonomen“, heißt es auf der Einstiegsseite des Handelsblatt-VWL-Rankings vom 16. September.

Zur Gruppe von Wissenschaftlern, die praxisnahe Forschung betreiben, gehört auch Prof. Dr. Hendrik Schmitz von der Universität Paderborn. Er hat die Professur für Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung im Department Economics an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften inne. In der VWL-Rangliste erreichte Schmitz in der Kategorie „Forscher unter 40 Jahren“ Platz 39 von 100 forschungsstärksten Ökonomen aus dem deutschsprachigen Raum für seine Gesamtforschungsleistung. Deutschlandweit ist das Platz 15.

„Die Spitzenplatzierung unseres Kollegen Hendrik Schmitz unter den weltweit forschungsstärksten deutschsprachigen Ökonomen ist eine besondere Anerkennung der an unserer Fakultät erzielten Forschungserfolge“, so die Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane.

Zum Handelsblatt-VWL-Ranking 2019: www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/vwl-ranking/handelsblatt-vwl-ranking-2019-vwl-rangliste-praxisnahe-forschung-setzt-sich-durch/25003858.html

Weitere Informationen zu Prof. Dr. Hendrik Schmitz

Prof. Dr. Hendrik Schmitz ist seit August 2014 Professor für Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn.

Er studierte Volkswirtschaftslehre an der FU Berlin und der Universidad Carlos III de Madrid. 2006 wurde er Stipendiat der Ruhr Graduate School in Economics und schloss seine Promotion im Jahr 2011 an der Universität Duisburg-Essen ab. Von 2010 bis 2012 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kompetenzbereich „Gesundheit“ des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und von 2011 bis 2014 Juniorprofessor für Gesundheitsökonomik an der Universität Duisburg-Essen sowie Mitglied des Gesundheitsökonomischen Zentrums Competent in Competition and Health (CINCH) in Essen.

Als Gewinner des „Wissenschaftspreises“ der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie wurde er von dieser im Jahr 2014 für die beste gesundheitsökonomische Veröffentlichung ausgezeichnet.

Hendrik Schmitz ist Mitglied des „Ausschusses für Gesundheitsökonomie“ des Vereins für Socialpolitik sowie External Affiliate der Health Econometrics and Data Group in York.

Seine Forschungsinteressen liegen in der Mikroökonometrie mit Anwendungen in der Gesundheitsökonomik, insbesondere Krankenversicherung, Angehörigenpflege und Faktoren des kognitiven Abbaus.

Ulrike Kropf, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

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Pressemitteilungen Auszeichnungen und Ehrungen Rankings
news-34968 Thu, 19 Sep 2019 13:50:52 +0200 Offizieller Startschuss des Paderborner Verbundprojekts „TheaterLytics“: Besucherzufriedenheit im Kulturbetrieb erhöhen https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/offizieller-startschuss-des-paderborner-verbundprojekts-theaterlytics-besucherzufriedenheit-im-ku/ Anfang September hat Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl im Paderborner Rathaus den Zuwendungsbescheid für das Verbundprojekt „TheaterLytics“ an die Projektpartner Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele GmbH, die OPTANO GmbH und das SI-Lab der Universität Paderborn übergeben.

Von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften engagieren sich hierbei Prof. Dr. Dennis Kundisch aus dem Department Wirtschaftsinformatik und Prof. Dr. Nancy Wünderlich aus dem Department Management.

Im Rahmen des Projekts „TheaterLytics“ wird ein Entscheidungsunterstützungssystem (EUS) für das datenbasierte Erlösmanagement und die Angebotsgestaltung von Kulturveranstaltungen entwickelt. Die Dauer des Vorhabens beläuft sich auf drei Jahre und wird im Rahmen der Digitalen Modellregion OWL vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE) mit 652.000 Euro gefördert.

Besucher binden und neue gewinnen

Entscheidungen zur Angebots- und Preisgestaltung bei Kulturbetrieben, die bislang oftmals „aus dem Bauch heraus“ getroffen wurden, könnten dank des EUS zielgenauer erfolgen. „Es geht thematisch neben der Auslastung des Theaters auch um Fragen zur Terminierung von Veranstaltungen, um die Angebotsgestaltung und um das Saalplatzmanagement“, erklärt Prof. Dr. Dennis Kundisch, Direktor des Kompetenzbereichs Digital Business im Software Innovation Campus Paderborn (SICP) und Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, insb. Digitale Märkte. Mit welcher Auslastung ist in den nächsten vier Wochen zu rechnen? Sollten im Repertoirebetrieb zusätzliche Veranstaltungen angeboten werden? Wie viele verschiedene Platzkategorien sind sinnvoll, um ein möglichst breites Besucherspektrum anzusprechen? Kurzum, die Besucherzufriedenheit soll erhöht werden, Besucher sollen gebunden und gewonnen werden. Dies betrifft gerade die Zielgruppe der jungen Menschen. „Aufgrund der Vielzahl der digitalen Medienangebote fällt es heute zunehmend schwerer, sie als Besucher des Theaters nachhaltig zu gewinnen“, so Katharina Kreuzhage, Intendantin des Theater Paderborns.

„Mit dem Projekt „TheaterLytics“ wird insgesamt eine Digitallösung geschaffen, sodass Organisatoren von Kulturveranstaltungen ein IT-Werkzeug an die Hand bekommen, das ihnen eine zielgenaue Planung der Ressourcen und Kapazitäten von öffentlichen Kulturbetrieben ermöglicht“, hebt Dr. Jens Peter Kempkes, Geschäftsführer der OPTANO GmbH, hervor. Dazu bringt die OPTANO GmbH als Unternehmenspartner ihre langjährige Expertise im Bereich „Prescriptive Analytics“ ein und setzt unter anderem auf Verfahren des Maschinellen Lernens, die auf die Charakteristika der Kulturbranche angepasst werden.

Höhere Zufriedenheit und Attraktivität durch Auslastungsprognosen

Eine der Zielsetzungen des Projekts ist eine möglichst genaue Auslastungs-prognose. Dadurch sollen Planungsrisiken aufgrund schwankender Besucherzahlen minimiert werden, sodass Ressourcen passgenau eingesetzt werden können. Zum Beispiel merken dies Besucherinnen und Besucher beim nächsten Theaterbesuch daran, dass kürzere Warteschlangen an der Theaterkasse oder in der Pause beim Getränkekauf entstehen. Mittelfristig sollen diese Maßnahmen zu einer höheren Zufriedenheit bei Besuchern sowie zu einer höheren Attraktivitätswirkung auf Nichtbesucher führen.

Das entwickelte EUS soll nach Projektende von der OPTANO GmbH weiter professionalisiert werden und anschließend über ein passendes Betreibermodell verbreitet werden, sodass möglichst viele Kulturbetriebe auch in anderen Kommunen von NRW von den Ergebnissen profitieren können. Dazu dient auch der im Projekt entwickelte Handlungsleitfaden zur Anwendung und praktischen Umsetzung des EUS. „Dieser soll interessierten Akteuren aus anderen Regionen und auch Branchen dazu befähigen, die eigenen Potenziale der Digitallösung in Abhängigkeit der jeweiligen Umfeldbedingungen zu bewerten und bei der Einführung und des Betriebs des EUS durch konkrete Handlungsempfehlungen unterstützen“, erläutert Projektmanager Dr. Christoph Weskamp, Manager Digital Business im SICP.

Erfahrungsaustausch beim Kick-Off

Das Projekt ist bereits mit einer Kick-Off Veranstaltung gestartet. Dabei erfolgte ein Erfahrungsaustausch zu den Kompetenzen und bisherigen Aktivitäten der Projektpartner. Des Weiteren wurden erste Workshops zur Anforderungsdetaillierung durchgeführt. Im nächsten Schritt werden die aktuellen Planungsprozesse des Theaters auf mögliche Verbesserungspotenziale hin untersucht.

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news-34958 Wed, 18 Sep 2019 11:44:48 +0200 Netzwerken auf internationaler Ebene: Studierende knüpfen Kontakte beim „International Students Forum“ https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/netzwerken-auf-internationaler-ebene-studierende-knuepfen-kontakte-beim-international-students-foru/ Ende August nahmen vier Bachelorstudierende der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn am neunten „International Students Forum“ (ISF) im chinesischen Shenzhen teil.

Ziel des zweijährlich stattfindenden internationalen Studierendenforums ist es, Studierende verschiedener Wirtschaftsregionen und Kulturkreise zusammenzubringen, damit sie sich ein akademisches Netzwerk aufbauen können, um globale wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu diskutieren. Am Forum sind neben der Universität Paderborn als einziger europäischer Universität die Ewha Womans University (Südkorea), die Oita University (Japan), die Vietnam National University, die Chiang Mai University (Thailand) sowie die Shenzhen University (China) beteiligt. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn ist Gründungsmitglied.

Das diesjährige Forum drehte sich insbesondere um die Herausforderungen und Innovationen im Zusammenhang des globalen Wirtschaftsraums. Die Studierenden der Universität Paderborn wurden von Prof. Dr. Stefan Jungblut, Internationalisierungsbeauftragter der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, und Elisabeth Bloch, Mitarbeiterin im fakultätseigenen Internationalisierungsbüro, begleitet.

Das dreitätige Forum begann mit einem gemeinsamen Abendessen. Der folgende Tag startete mit einer Eröffnungszeremonie. Vertreter der Universität Shenzhen hießen die Teilnehmenden willkommen und betonten, wie wichtig die etablierten Universitätskooperationen seien. Im Anschluss eröffneten die Paderborner Studierenden mit ihren Vorträgen die Studierendenpräsentationen über zuvor erarbeitete Themen. Sie präsentierten innovative Ansätze vor allem im Bereich des Umweltbewusstseins. Die Werksführung bei Huawei am letzten Tag bot den Studierenden spannende Einblicke in die Produktentstehung bei einem globalen Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologie.

Die kulturellen Aspekte des ISFs standen am letzten Abend im Mittelpunkt. Bei Musik und Tanz veranstalteten die Studierenden zuvor eingeübte Performances und feierten den Abschluss des Forums. Trotz der kurzen Zeit wurden viele internationale Freundschaften geschlossen und es zeigte sich: das International Students Forum baut Brücken und verbindet.

Die Teilnahme am etablierten ISF ist ein bedeutender Teil der Internationalisierung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Dazu Stefan Jungblut: „Durch das einzigartige Format wird die Pflege der Partnerschaften auf besondere Weise gefördert. Der Austausch mit Studierenden sowie Kolleginnen und Kollegen von Universitäten aus verschiedenen Ländern zu aktuellen Themen stärkt die internationalen Beziehungen.“

Im Jahr 2021 findet das zehnte ISF an der Universität Paderborn statt, organisiert von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

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Pressemitteilungen Internationales Internationales
news-34950 Tue, 17 Sep 2019 17:46:00 +0200 Chancen und Risiken der Digitalisierung: Gemeinsame Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Oliver Müller, Prof. Dr. Guido Schryen und Prof. Dr. Matthias Trier am 16. Oktober https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/chancen-und-risiken-der-digitalisierung-gemeinsame-antrittsvorlesung-von-prof-dr-oliver-mueller-p/ Am Mittwoch, 16. Oktober, halten Prof. Dr. Oliver Müller, Prof. Dr. Guido Schryen und Prof. Dr. Matthias Trier ihre gemeinsame Antrittsvorlesung an der Universität Paderborn.

Die Wirtschaftsinformatiker sprechen über „Chancen und Risiken der Digitalisierung“. Die Vorlesung beginnt um 16 Uhr im Gebäude Q0.101. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Die Vorlesung besteht aus drei Einzelvorträgen mit anschließendem Empfang. Interessierte können sich per Mail und telefonisch bis zum 4. Oktober anmelden: birgit.petermeier@upb.de und 05251 60-3256.

Oliver Müller wird in seinem Vortrag die Digitalisierung von Forschungsmethoden in den Wirtschaftswissenschaften erörtern. Im Mittelpunkt des Vortrags von Guido Schryen steht die Digitalisierung von Services durch das sogenannte High Performance Business Computing. Matthias Trier wird in seinem Vortrag die Digitalisierung des intra-organisationalen sozialen Netzwerks vorstellen.

Weitere Informationen zu Oliver Müller

Oliver Müller hat seit Oktober 2018 den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Data Analytics, an der Universität Paderborn inne. Er promovierte 2011 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Danach war er Assistenzprofessor an der Universität Liechtenstein und Associate Professor an der IT University of Copenhagen. Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind die Lösung betriebswirtschaftlicher Probleme mittels Methoden des Maschinellen Lernens und das Messen der Akzeptanz und des wirtschaftlichen Nutzens von Maschinellem Lernen in Organisationen.
Ein Forschungsportrait über Oliver Müller finden Sie hier.

Weitere Informationen zu Guido Schryen

Guido Schryen hat seit Oktober 2018 den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Operations Research, an der Universität Paderborn inne. Seine Lehr- und Forschungsaktivitäten fokussieren mathematische Modelle, Optimierungsalgorithmen und IT-Systeme zur Entscheidungsunterstützung in organisationalen Umgebungen.

Weitere Informationen zu Matthias Trier

Matthias Trier leitet seit Oktober 2018 den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Social Computing. Er promovierte an der TU Berlin. Danach arbeitete er an der University of Amsterdam als Assistenzprofessor und an der Copenhagen Business School als Associate Professor. In seiner Lehre und Forschung betrachtet er digitale soziale Nutzerinteraktion als komplexes Phänomen innerhalb von Organisationen sowie an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Konsumenten im Kontext von Social Media Management.
Ein Forschungsportrait über Matthias Trier finden Sie hier.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Standort Veranstaltungen
news-34936 Fri, 13 Sep 2019 16:20:00 +0200 Lieferkettengesetz statt Siegel: Prof. Dr. Fahr über die Notwendigkeit einer gesetzlichen Grundlage in der Textilbranche https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/lieferkettengesetz-statt-siegel-prof-dr-fahr-ueber-die-notwendigkeit-einer-gesetzlichen-grundlage/ Am 9. September hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den „Grünen Knopf“ vorgestellt. Das staatliche Siegel soll Unternehmen auszeichnen, die ökologische und soziale Qualitätsstandards bei der Textilproduktion einhalten. In Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stößt dieses Siegel überwiegend auf Kritik.

„Textilien mit dem „Grünen Knopf“ dürfen nicht als sozial nachhaltig bezeichnet werden“, sagt Prof. Dr. René Fahr, Wirtschaftswissenschaftler und Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer der Universität Paderborn. Stattdessen spricht er sich für die Einführung eines bereits mehrfach geforderten Lieferkettengesetzes aus.

Zurzeit beteiligen sich 27 Unternehmen an dem Siegel, u. a. Aldi, Lidl und Rewe, aber auch Start-ups sowie mittelständische Firmen. „Ein großer Kritikpunkt an dem Siegel ist, dass die Anforderungen an die Sorgfaltspflichten hinter andere bereits bestehende Standards zurückfallen. Es ist daher wichtig, dass die Öffentlichkeit nicht über die zertifizierten Standards des „Grünen Knopfes“ in die Irre geführt wird“, betont Fahr. Obwohl insbesondere größere, international tätige Unternehmen unter dem Verdacht stehen, besagte Qualitätsstandards zu verfehlen, offenbare der „Grüne Knopf“ gerade bei kleineren Unternehmen Schwächen, wie der Wirtschaftswissenschaftler erklärt: „Das aktuelle Konzept dieses Siegels ist dahingehend auch kritisch zu betrachten, da es kleinen und mittelständischen Unternehmen eine vereinfachte Nachweisführung für die Qualitätskriterien genehmigt. Eine transparente Berichterstattung kann auf diese Weise nur unzureichend geschehen.“

„Grüner Knopf“ deckt nicht die ganze Lieferkette ab

Fahr, der an der Universität Paderborn Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Corporate Governance ist, sieht die Textilindustrie noch weit davon entfernt, transparente Lieferketten einzuhalten: „Die Tatsache, dass durch die Globalisierung Wertschöpfungsketten umstrukturiert wurden, macht es für Unternehmen schwer, sämtliche Produktionsstätten in den untersten Lieferketten zu identifizieren. Es gibt bereits eine steigende Anzahl an großen Unternehmen, die als Reaktion auf den öffentlichen Druck Informationen über Hauptproduktionsstätten sowie auch Adressen veröffentlichen. Bis Konsumenten wirklich transparente Lieferketten vorfinden können, bleibt aber noch viel zu tun.“ Auch hier zeigen sich Schwächen des umstrittenen Siegels, das sich in seiner dreieinhalbjährigen Pilotphase zunächst lediglich auf spätere Produktionsstufen in Lieferketten konzentriert. Fahr: „Die größten Probleme im Umweltbereich sowie in Teilen der Arbeitsrechte bestehen gerade in tieferen Bereichen, also bei der Textilverarbeitung sowie bei der Rohstoff- oder Fasergewinnung.“

Mehrheit der Unternehmen befürwortet Gesetz

Unternehmen, die sich am „Grünen Knopf“ beteiligen, tun dies auf freiwilliger Basis. „Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass freiwillige Lösungen nicht weit genug reichen und oft zu wenig ambitioniert sind“, gibt der Paderborner Wissenschaftler zu bedenken. Ein Beispiel hierfür sei das Bündnis für nachhaltige Textilien, das laut Fahr zwar eine gute Idee sei, bislang aber noch keine konkreten Veränderungen bewirken konnte. Ein Gesetz würde Unternehmen hingegen in die Pflicht nehmen: „Entscheidend ist, dass diese dann für Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten per Gesetz haftbar gemacht werden könnten.“

Eine wissenschaftliche Arbeit der Universität Paderborn, die am Lehrstuhl von Fahr entstand, zeigte, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen Gesetze in diesem Bereich sogar favorisieren und darin keinen Wettbewerbsnachteil sehen, selbst wenn sie davon nicht profitieren würden. Bereits auf dem „Forum Wirtschaftsethik“, das in Kooperation mit der Theologischen Fakultät Paderborn im Juli stattfand, sprachen sich Unternehmensvertreter von Seidensticker und KiK für eine gesetzliche Lösung aus.

Umfrage des Bundesministeriums weist Lücken auf

Zum Start des Siegels machte zeitgleich eine bundesweite Initiative auf sich aufmerksam, die aus 17 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Unterstützern besteht und die sich für ein Lieferkettengesetz einsetzt, darunter auch die gemeinnützige Gesellschaft „cum ratione“ aus Paderborn. Gemeinsam mit Fahr kritisieren sie die aktuelle BMZ-Befragung von deutschen Unternehmen, die weltweit agieren, über deren Einsatz für Menschenrechte in ihren Lieferketten. Mit der Befragung soll die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Menschenrechte (NAP) evaluiert werden. Kerstin Haarmann, Geschäftsführerin von cum ratione: „Sollte bei dieser Umfrage herauskommen, dass mindestens die Hälfte der Unternehmen die vorgegebenen Kriterien erfüllt, würde es kein Gesetz geben. Das Problem hierbei ist die lückenhafte Methodik: Aufgrund der sehr geringen Stichprobe reicht es paradoxerweise bereits aus, dass lediglich 3 Prozent der 7.100 befragten Unternehmen diese Kriterien erfüllen, um den Gesetzesentwurf zu verhindern.“

Text: Kamil Glabica, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-34916 Wed, 11 Sep 2019 10:39:27 +0200 Caren Sureth-Sloane in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu den aktuellen Herausforderungen der Finanzfunktion: „Aus Daten müssen Informationen werden“ https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/caren-sureth-sloane-in-der-frankfurter-allgemeinen-zeitung-zu-den-aktuellen-herausforderungen-der-fi/ In ihrer Funktion als Vizepräsidentin der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e. V. hat Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane von der Universität Paderborn gemeinsam mit dem Präsidenten der Schmalenbach-Gesellschaft Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) am 9. September 2019 im Artikel „Aus Daten müssen Informationen werden“ ausführlich den gegenwärtigen Wandel der Finanzfunktion und dessen Herausforderungen in der Zukunft vorgestellt.
Diese hochaktuellen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen stehen auch im Mittelpunkt des Dialogs von betriebswirtschaftlicher Theorie und Praxis auf dem 73. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag, der von der Schmalenbach-Gesellschaft am 18. und 19. September 2019 in Düsseldorf veranstaltet wird.

Weitere Informationen zur Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e. V.:
https://www.schmalenbach.org/

Weitere Informationen zur F.A.Z.:
Frankfurter Allgemeine Zeitung   |  Nr. 209   |   09.09.2019   |   Seite 18
„Aus Daten müssen Informationen werden“, von Caren Sureth-Sloane und Stefan Asenkerschbaumer

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Pressemitteilungen Wirtschaft
news-34846 Wed, 21 Aug 2019 09:11:46 +0200 Erfolgreiche Habilitation von Jun.-Prof. Dr. Matthias Pelster in den Wirtschaftswissenschaften https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/erfolgreiche-habilitation-von-jun-prof-dr-matthias-pelster-in-den-wirtschaftswissenschaften/ Am Donnerstag, 15. August, wurde Juniorprofessor Dr. Matthias Pelster von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften die Urkunde für seine am 12. Juli erfolgreich bestandene Habilitationsprüfung verliehen.

In seiner kumulativen Habilitationsschrift „Essays on Banking and Finance“ beschäftigte er sich mit verschiedenen aktuellen Fragestellungen aus der Finanzwirtschaft. Pelster diskutierte in seinem Habilitationsvortrag „Paying attention“ die Auswirkungen von Aufmerksamkeit von Investoren auf deren individuelle Risikobereitschaft und Portfoliozusammenstellung. In der Fakultät hat der Wirtschaftswissenschaftler im Department „Taxation, Accounting and Finance“ die Juniorprofessur für Finance inne.

Weitere Informationen

Matthias Pelster hat an der Technischen Universität Dortmund Wirtschaftsmathematik (Diplom) studiert. Im Anschluss daran ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Investition und Finanzierung an der TU Dortmund tätig gewesen und hat seine Dissertation zum finanzwirtschaftlichen Risikomanagement von produzierenden Unternehmen verfasst. Seine Promotion schloss er 2013 mit der Bestnote ab und wurde für seine Arbeit mit dem Dissertationspreis der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ausgezeichnet. Nach einer kurzen Zeit als PostDoc an der TU Dortmund wurde Matthias Pelster 2014 als Juniorprofessor für Finance an die Leuphana Universität in Lüneburg berufen. Seit dem 1. Dezember 2017 ist Matthias Pelster Juniorprofessor für Finance an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn. Er war zu Forschungszwecken u. a. bei der Deutschen Bundesbank, der St. John‘s School of Risk Management und der Stern School of Business der New York University zu Gast.

In der Forschung beschäftigt sich der Juniorprofessor mit Fragestellung des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements und der Behavioral und Social Finance. Pelster forscht zum Corporate Risk Management und befasst sich mit Methoden und Verfahren zur Messung, Analyse und Bewertung von Risiken im Bereich der Finanzmärkte. In seinen aktuellen Beiträgen im Bereich der Behavioral und Social Finance untersucht er insbesondere den Einfluss von sozialer Interaktion und Aufmerksamkeit auf das Anlegerverhalten von Privat-Investoren. Zusammen mit Koautoren analysiert der Paderborner Wirtschaftswissenschaftler u. a. den Einfluss von sozialer Interaktion in sozialen Netzwerken auf das Entscheidungsverhalten von Investoren und studiert Peer-Effekte auf bekannte Wahrnehmungsverzerrungen und Entscheidungsheuristiken.

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Pressemitteilungen Projekte Forschung Standort
news-34837 Tue, 20 Aug 2019 09:31:00 +0200 Weiterbildung in der Kurzarbeit: Studie von Prof. Dr. Martin Schneider und Dr. Johanna Flore verdeutlicht Potenzial https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/weiterbildung-in-der-kurzarbeit-studie-von-prof-dr-martin-schneider-und-dr-johanna-flore-verdeut/ Der WDR stellte in seiner Fernsehsendung „Lokalzeit OWL“ die Studie zur Weiterbildung in der Kurzarbeit mit einem Beitrag von Prof. Dr. Martin Schneider am 21. August 2019 vor.
Martin Schneider sagte darin: „In der Krise ist es ohnehin schwierig, natürlich einen anderen Arbeitgeber zu finden. Aber wir haben tatsächlich auch festgestellt, dass die emotionale Bindung sich dadurch verstärkt hat. Also viele haben das wirklich auch als Geschenk wahrgenommen oder als Chance, sich weiterzubilden.“
Der abschließende Kommentar vonseiten des WDR: „Die Studie stützt damit aktuelle Pläne des Bundesarbeitsministeriums. Dort hatte man angeregt, Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Mitarbeiter zu nutzen.“

In der WDR-Mediathek ist der Beitrag bis zum 28. August 2019 unter folgendem Link verfügbar:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ostwestfalen-lippe/video-kompakt-31270.html, s. Rubrik „Kompakt“ (ab 00:11:13)

Wortlaut der Pressemitteilung vom 20.08.2019:

Weiterbildung in der Kurzarbeit

Mit Weiterbildung in der Kurzarbeit gegen die Beschäftigungskrise: Aktuelle Studie der Universität Paderborn verdeutlicht Potenzial

Während viele Unternehmen einen Personalabbau ankündigen, möchte die Politik Kurzarbeit in Verbindung mit Weiterbildung großzügig fördern. Eine jüngst veröffentlichte wirtschaftswissenschaftliche Studie der Universität Paderborn verdeutlicht nun das Potenzial dieser Idee und stellt ein Programm mit Modellcharakter für aktuelle Beschäftigungskrisen vor.

Prof. Dr. Martin Schneider, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Personalwirtschaft, und Dr. Johanna Flore, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität, untersuchten für ihre Studie eine Firma, die nach starkem Umsatzrückgang im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen in der Krise vor zehn Jahren gänzlich auf Entlassungen verzichtete. Stattdessen bot sie ihren Kurzarbeitenden hunderte hausinterne Kurse an. Die Kosten dafür trug das Unternehmen, das bei diesem Vorhaben mit Subventionen der Arbeitsagentur unterstützt wurde. „Das Programm kann als Modell für die aktuell anbrechende Beschäftigungskrise dienen“, sagt Schneider.

„In Dänemark werden Arbeitnehmer entlassen und durch Trainings dann wieder beschäftigungsfähig gemacht. Das nennt man „Flexicurity“, die Kombination aus Flexibilität und Sicherheit. Mit der deutschen Kombination von Kurzarbeit und Weiterbildung kann man etwas Ähnliches erreichen, ohne dass die Beschäftigten sich einen Job suchen müssen“, erklärt Schneider. Unternehmen könnten so die Fachkräfte, die sie nach der Krise ohnehin wieder dringend brauchen, gleich im Unternehmen halten und für die kommenden Aufgaben fit machen. Für die aktuelle Krise müssten Unternehmen und Arbeitsagenturen ein solches Modell allerdings weiterentwickeln, erklärt der Paderborner Wissenschaftler: „In dem untersuchten Unternehmen gab es eine Konjunkturkrise. Die Firmen heute müssen die Digitalisierung meistern oder, wie z. B. in der Automobilindustrie, den Übergang zu Elektrofahrzeugen. Dafür müssen dann langfristigere Programme her.“

Weiterbildungen binden Mitarbeiter stärker an Unternehmen

Die beiden Forscher befragten im Jahr 2010, direkt nach dem Weiterbildungsprogramm des untersuchten Unternehmens, die dortigen Beschäftigten und erhoben Daten über die Verbundenheit der Beschäftigten mit der Firma. Dabei blieb ein Nachteil, den Arbeitgeber fürchten, wenn sie Weiterbildung anbieten, bei diesem Programm aus: „Die Beschäftigten, die sich weitergebildet haben, fühlten sich tendenziell besser an das Unternehmen gebunden als die Nichtteilnehmer und das, obwohl viele der Trainings die Mitarbeiter auch für andere Unternehmen interessant gemacht haben“, so die Autoren der Studie.

Insgesamt nahmen knapp 800 Beschäftigte an der Befragung teil, wovon sich die Hälfte am Programm beteiligte. Wichtig für die Bindung an das Unternehmen sei auch die Art der vermittelten Kompetenzen gewesen. So sollen sich die Mitarbeiter dem Unternehmen besonders verpflichtet und verbunden gefühlt gehaben, wenn sie das Training als Unterstützung für ihren täglichen Job empfanden und sie die vermittelten Kompetenzen auch privat verwenden konnten: „Das Unternehmen bot auch Kurse wie Schweißen oder Fremdsprachen an, die die Beschäftigten auch außerhalb des Jobs gut gebrauchen konnten“, erklärt Schneider.

Das Programm sei auch deshalb bemerkenswert, weil es Beschäftigte in Weiterbildungskurse brachte, die derartige Trainingsangebote oft nicht wahrnahmen, schildert Schneider: „Zwei Drittel der Teilnehmer waren in der Produktion tätig. Auch ältere Beschäftigte und solche mit weniger hohen formalen Bildungsabschlüssen nahmen vielfach teil. Das dürfte an den niedrigen Hürden gelegen haben, da der Arbeitgeber alle Beschäftigten ermutigte und die Kurse vor Ort stattfanden.“

Weitere Informationen zu der Studie

Schneider, Martin R. und Johanna Flore (2019): „Training and commitment in a German manufacturing company during the post-2008 crisis: a case of internal flexicurity.“ The International Journal of Human Resource Management 30 (10), S. 1666-1682.

Flore, Johanna und Martin Schneider (2017): „Qualifizieren und binden: Betriebliche Weiterbildung während Kurzarbeit.“ Personal Quarterly 66 (3), S. 45-53.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34779 Thu, 08 Aug 2019 10:57:38 +0200 Neue Sichtweisen auf Reviews: Welchen Nutzen hat der Literaturüberblick? Forschungsprojekt von Prof. Dr. Schryen wird von der DFG gefördert https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/neue-sichtweisen-auf-reviews-welchen-nutzen-hat-der-literaturueberblick-forschungsprojekt-von-prof/ Wer eine wissenschaftliche Abhandlung schreibt oder ein Forschungsprojekt verschriftlicht, kommt an einer Auswertung der aktuellen Literatur zum Thema nicht vorbei. Solche qualitativen Reviews – also der kritische Literaturüberblick – können zum wissenschaftlichen Fortschritt innerhalb einer Disziplin beitragen und neues Wissen erzeugen. Obwohl diese Reviews in einschlägigen Fachzeitschriften sehr häufig veröffentlicht und im Nachgang zitiert werden, ist deren genauer Einfluss bislang kaum untersucht worden. Prof. Dr. Guido Schryen von der Universität Paderborn möchte das ändern: Bei dem Projekt „EPIQUALIS“ nimmt er das Potenzial der Rezensionen aus dem Bereich Wirtschaftsinformatik in den Blick, indem er analysiert, ob und wie viel neue Erkenntnisse sie hervorgebracht haben. Ziel ist auch, Erfolgsfaktoren für gute Reviews zu identifizieren und sie in Empfehlungen für Autor*innen einfließen zu lassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Vorhaben, das noch bis 2021 läuft, mit rund 179.000 Euro.

Direkter und indirekter Einfluss

 „Die Synthese von bisherigem Wissen, die Identifikation von Forschungslücken und die Aufstellung neuer Theorien sowie die Bestätigung oder Ablehnung bekannter Thesen gehören zu den wichtigsten Eigenschaften, die qualitative Literatur-Reviews mit sich bringen“, erklärt Schryen. Inwieweit das bisher erfolgt ist und warum das gerade für die Wirtschaftsinformatik wichtig ist, erklärt der Wissenschaftler so: „Aus analytischer Perspektive können Einblicke gewonnen werden, unter welchen Bedingungen und auf welche Art Literatur-Reviews erfolgreich oder weniger erfolgreich zu Wissensfortschritten beigetragen haben. Diese Analyse ermöglicht den Abgleich von realisierten und möglichen epistemologischen, d. h. erkenntnistheoretischen Fortschritten. Sie erlaubt auch die Identifizierung von besonders nützlichen Reviews – also Erfolgsgeschichten. Diese Erfolgsgeschichten beinhalten Beispiele, wie kritische Literaturauswertungen Wissen generiert haben. Das ist der direkte epistemologische Einfluss. Und sie zeigen, wie sie anderen Wissenschaftler*innen ermöglicht haben, basierend auf dem generierten Wissen Fortschritte zu erzielen. Das ist der indirekte epistemologische Einfluss. Ein Ziel des Projekts besteht daher in der Identifizierung des direkten und indirekten Nutzens im Bereich der Wirtschaftsinformatik, wo es solche Analysen bislang nicht gibt.“

Mehrwert für Nachwuchswissenschaftler*innen

Ein weiteres Ziel des Teams um Schryen ist es, Autor*innen Empfehlungen an die Hand zu geben. „Wir wollen Verfassern zukünftiger Wirtschaftsinformatik-Literatur-Reviews Tipps geben, wie sich der Nutzen und der bibliometrische Einfluss, der die Messung von wissenschaftlichen Publikationen betrifft, stärken lassen. Außerdem wollen wir ihnen Wege aufzeigen, wie sie epistemologische Beiträge nutzen können, um ihrerseits Wissen zu generieren“, sagt Schryen. 

Bisher haben die Wissenschaftler in einer Studie von 214 Reviews gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Zitationszahlen und Eigenschaften der Literaturauswertungen gibt. Basierend auf den Erkenntnissen haben sie zukünftigen Autor*innen bereits gestaltungs- und publikationsorientierte Hinweise für die Erzeugung von wissenschaftlichem Einfluss geliefert, die zu Projektende weiter ausgebaut werden. Letztlich soll damit gerade auch für Nachwuchswissenschaftler*innen eine Orientierungshilfe geschaffen werden. Die Entwicklung eines Ansatzes der Künstlichen Intelligenz, um mit maschinellem Lernen eine automatisierte Analyse durchzuführen, ist ebenfalls in der Mache.

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Projekte Forschung
news-34772 Fri, 02 Aug 2019 14:28:00 +0200 Geld schießt (fast) immer Tore: Prof. Dr. Frick über den Transfermarkt, wirtschaftliche Effizienz und die Rolle der Fußball-Fans https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/geld-schiesst-fast-immer-tore-prof-dr-frick-ueber-den-transfermarkt-wirtschaftliche-effizienz-un/ Investitionen in Millionenhöhe, wochenlange Verhandlungen und die Hoffnung auf einen Domino-Effekt: In vielen Ländern Europas ist Halbzeit auf dem Transfermarkt. Noch bis zum 2. September haben Fußball-Clubs aus u. a. Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich Zeit, ihre Mannschaften mit Neuverpflichtungen zu verstärken. Wie wirtschaftlich die Clubs heute handeln und welche Rolle die Fans dabei spielen, erklärt Sportökonom Prof. Dr. Bernd Frick von der Universität Paderborn.

„Der berühmte Spruch ‚Geld schießt Tore‘ stimmt fast immer. Warum sollten sich Vereine sonst um Verstärkungen bemühen? Wenn mehr Geld in den Kreislauf kommt, dann werden in Zukunft die ohnehin schon hohen Ablösesummen für Fußballer natürlich weiter steigen und darauf deutet momentan alles hin“, ist sich der Paderborner Wissenschaftler sicher. Die Tatsache, dass Fernsehübertragungsrechte weltweit zu hohen Preisen verkauft und die Clubs ihre Umsätze in einem Umfang steigern würden, der vor paar Jahren nicht für möglich gehalten wurde, führe dazu, dass sich die Verkaufspreise für viele Profi-Fußballer ebenfalls proportional erhöhen. Frick: „Dass man in Zukunft für vermeintliche Spitzenspieler dreistellige Millionenbeiträge zahlt, daran werden wir uns gewöhnen müssen. Gleichwohl tragen wir ja alle als Konsumenten auch dazu bei, dass diese Summen überhaupt bezahlbar werden.“

Tickets, TV-Rechte und Merchandising

Ein Blick auf die Entwicklung der Preise für Tickets, Pay-TV-Abonnements und Merchandising-Produkte zeige, dass die Clubs hier sogar noch mehr Spielraum nach oben hätten, wie Frick feststellt: „Wenn wir die Ticket- und Pay-TV-Preise in Deutschland mit denen in England vergleichen, dann ist die Zahlungsbereitschaft der Fans bzw. Kunden in Deutschland maximal halb so hoch“. Trikots, die 100 Euro kosteten, würden dennoch genügend Abnehmer finden. Auch die Preise für Stadiontickets ließen sich bei entsprechend hoher Anfrage grundsätzlich so weit erhöhen, bis der erste Sitzplatz frei bliebe. „Für die Fußballvereine geht es aber natürlich auch darum, die Fans langfristig zu binden und die Preise für Familien bezahlbar zu halten, da Kinder und Jugendliche die Kunden von übermorgen sind“, so der Wissenschaftler. Insofern würden Vereine diese Preissetzungsmacht laut Frick auch nicht komplett ausreizen. Dennoch: „Die Clubs sind heute Wirtschaftsunternehmen. Man kann nicht auf der einen Seite von den Verantwortlichen wirtschaftliche Kompetenz einfordern und auf der anderen Seite den in dieser Hinsicht weniger qualifizierten Fans wirtschaftliche Entscheidungen zugestehen.“

Gehälter und Umsätze

Bei den hohen Summen, die in diesem Geschäft gehandelt werden, diskutierten Experten und Fußballfunktionäre in der Vergangenheit immer wieder die Einführung einer Gehaltsobergrenze, wie es sie etwa unter dem Begriff „Salary Cap“ im US-amerikanischen Sport gibt. „Ich glaube nicht, dass eine Gehaltsobergrenze sinnvoll ist. Zum einen halte ich das für einen aus ökonomischer Sicht schwer begründbaren Eingriff in die Autonomie der Clubs. Zum zweiten sind die Kosten zur Überwachung eines Salary Caps exorbitant hoch. Im Zweifel schließen die Spieler private Verträge mit Sportartikelherstellern ab, die nichts Anderes als verdeckte Gehaltszahlungen sind. Mit anderen Worten: In dem Moment, in dem eine Gehaltsobergrenze eingeführt werden soll, wissen die Clubs bereits, wie sie diese umgehen können.“ Obwohl die Umsätze der Bundesliga-Clubs in den vergangenen 25 Jahren stärker gestiegen seien als die Spielergehälter, gebe es immer noch ausreichend Clubs, die ihre Schuldenlast in dieser Zeit erhöhten.

Wirtschaftliche Verantwortung und Wettbewerb im Zwiespalt

Im Jahr 2015 führte die UEFA das Financial Fairplay (FFP) ein, das die Vereine in die Pflicht nehmen sollte, wirtschaftlich verantwortlicher zu handeln und weniger Schulden zu machen. „Natürlich weiß aber die UEFA, dass sie ihr wertvollstes Produkt, nämlich die Champions League, beschädigen würde, wenn sie Vereine wie Manchester City aufgrund von Regelverstößen vom Wettbewerb ausschließt“, betont Frick. Hinzu käme, dass ein solcher Ausschluss die Wahrscheinlichkeit einer sogenannten „Super Liga“, mit denen sich einige Clubs bereits seit Jahren beschäftigen, massiv erhöhen würde, wie der Paderborner Sportökonom zu bedenken gibt: „Ich glaube, dass die Clubs diese Diskussion strategisch einsetzen, um bei der UEFA zusätzliche Erlöse zu erpressen, und ich nenne es ganz bewusst ‚erpressen‘. Die UEFA weiß, dass diese Drohungen glaubwürdig sind. Sollte dieser Fall also eintreten, so würden die nationalen Ligen zu einer Resterampe verkommen, weswegen die Ligaverbände hier auch intervenieren und von der UEFA fordern, dass diese den europäischen Top-Clubs keinen Grund liefert, um sich abzuspalten.“

Text: Kamil Glabica, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Internationales Wirtschaft
news-34754 Mon, 29 Jul 2019 10:51:41 +0200 Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane von der Universität Paderborn in der Süddeutschen Zeitung zum ersten DFG-Sonderforschungsbereich in der BWL https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/prof-dr-caren-sureth-sloane-von-der-universitaet-paderborn-in-der-sueddeutschen-zeitung-zum-ersten-d/ In der Reihe „Nahaufnahme“ im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli 2019 wird Caren Sureth-Sloane, Professorin für Betriebswirtschaftslehre von der Universität Paderborn, anlässlich des jüngst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erstmals geförderten betriebswirtschaftlichen Sonderforschungsbereichs (SFB) vorgestellt, dessen Sprecherin sie ist.

Betitelt mit „Die Zahlen-Frau“ werden in diesem Artikel Schritte aus ihrem beruflichen Werdegang hervorgehoben: Jahrgang 1966, aus einer Unternehmerfamilie stammend, absolvierte Caren Sureth-Sloane zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Nach ihrem Studium nahm sie später den Ruf auf eine BWL-Professur an der Universität Paderborn an. Dort wirkt sie heute noch als Professorin, mehrere Rufe an andere namhafte Universitäten hatte sie abgelehnt. Sie habe schon immer gerne mit Zahlen gearbeitet und betont ihre Leidenschaft mit dem Satz: „Vor allem Steuerthemen treiben mich um.“

In diesem Zusammenhang ist ihr das Thema Transparenz in Regulierung und Unternehmen besonders wichtig, weshalb sie hierzu intensiv in einem großen Team forschen will. Aus ersten Überlegungen, die zusammen mit Joachim Gassen von der Humboldt-Universität zu Berlin entstanden, wurde schließlich bei der DFG ein Sonderforschungsbereich durch die Universität Paderborn, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Universität Mannheim unter ihrer Leitung  beantragt, in dem sie sich zusammen mit mehr als 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland dieser Thematik widmet. Sie ist überzeugt: „Die vielschichtigen Probleme, denen die Betriebswirtschaft heute gegenübersteht, kann man als Einzelkämpfer nicht mehr lösen. Wir haben in diesem Forschungsprogramm Kompetenzen gebündelt und eine kritische Masse überschritten, sodass wir in der Wissenschaft – aber auch außerhalb – Spuren hinterlassen können.“ Zusammen mit ihrem Kollegen Joachim Gassen (HU Berlin) und Dirk Simons (Universität Mannheim) arbeitete sie intensiv zwei Jahre lang an der Konzeption dieses großen Forschungsvorhabens. Dass die Förderung als Sonderforschungsbereich nun von der DFG bewilligt worden ist, „ist für uns eine große Sensation“, sagt Caren Sureth-Sloane zum Erfolg der im Vorfeld geleisteten Arbeiten.

Unter dem Titel „Accounting for Transparency“ sollen in diesem Sonderforschungsbereich den vielschichtigen Fragen zur Transparenzproblematik nachgegangen werden. Wirtschaftsskandale und -krisen hätten zwar erlassene Gesetze und Regeln zur Folge gehabt, doch es sei fraglich, ob diese überhaupt das halten, was sie versprechen, meint Sureth-Sloane. Weitere Forschungsfragen sind, welche Auswirkungen diese Regeln auf Wirtschaft und Gesellschaft hätten oder ob viele dieser neuen Regeln sogar ihren Zweck verfehlt hätten und ob Firmen z. B. gegenüber Finanzämtern und Anteilseignern heute wirklich transparenter sind bzw. mehr Informationen preisgeben, ob Unternehmen wirklich nachhaltiger werden oder nur mehr über Nachhaltigkeit reden …

Die erarbeiteten Forschungsergebnisse sollen gemäß einem Open-Science-Ansatz systematisch verfügbar sein – sowohl für die Kolleginnen und Kollegen in der Wissenschaft als auch für die breite Öffentlichkeit. Sureth-Sloane: „Wir wollen die Forschungswelt in der Betriebswirtschaftslehre revolutionieren.“

Der für 12 Jahre konzipierte SFB wird von der DFG zunächst von Anfang Juli an über vier Jahre gefördert und kann auf Antrag zweimal um jeweils weitere vier Jahre verlängert werden. Das Fördervolumen für die erste Förderperiode liegt bei insgesamt 12 Millionen Euro.

Textzusammenfassung: Ulrike Kropf

Weitere Informationen zum SFB „Accounting for Transparency“:
www.accounting-for-transparency.de

Weitere Informationen zur SZ:
Süddeutsche Zeitung   |   Nr. 150   |   02.07.2019   |   Seite 15
„Die Zahlen-Frau“, von Louis Gross

Link zum Online-Artikel:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nahaufnahme-die-zahlen-frau-1.4506477

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34752 Wed, 24 Jul 2019 17:00:00 +0200 An der Schnittstelle von Informatik und BWL: Künstliche Intelligenz für die Wohnungsvermietung – Machine Learning und Data Analytics https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/an-der-schnittstelle-von-informatik-und-bwl-kuenstliche-intelligenz-fuer-die-wohnungsvermietung-mac/ Prof. Dr. Oliver Müller untersucht unstrukturierte Daten als Basis für Maschinelles Lernen

Gerade erst haben Mieterbund und Hoteliersverband DEHOGA in einem offenen Brief an die Landesregierung härtere Regeln für Airbnb und Co gefordert. Kritik gab es u. a., weil die allgemeine Wohnungsnot durch derartige Portale zunehme, heißt es in dem Schreiben. In deutschen Städten werden mitunter bis zu 6000 Objekte in Onlineportalen zur zeitweisen Untermiete angeboten. Dass aber auch Künstliche Intelligenz (KI) bei der Vermietung im Spiel ist, ist bisher wenig bekannt. Prof. Dr. Oliver Müller, Wirtschaftsinformatiker und Leiter der Arbeitsgruppe „Data Analytics“, erklärt: „Anhand von Informationen, die ich angebe, schlägt mir Airbnb einen Preis vor, zu dem ich meine Wohnung vermieten kann“. Technischer Hintergrund ist die Analyse unstrukturierter Daten, dem Fachgebiet von Müller.

Als Beurteilungsgrundlage dienen weitestgehend objektive Kriterien wie Lage oder Größe der Wohnung, die manuell eingegeben werden müssen. Im Idealfall – und daran arbeitet das Team um Müller – erkennt nun aber ein Computer anhand eines Fotos, ob eine Wohnung hochwertig, modern und gepflegt ist. Aspekte, die sich deutlich auf den Preis auswirken: „Eine KI kann automatisch erkennen, um welchen Eirichtungsstil es sich handelt, wenn man es ihr vorher beigebracht hat. Mit einem exklusiveren oder modernen Stil wird Hochwertigkeit assoziiert und das Objekt entsprechend geschätzt.“ Maschinelles Lernen macht es möglich: Mit dessen Hilfe treffen Systeme Entscheidungen auf Basis von Daten und Algorithmen. Durch intensives Training können Muster erkannt und verinnerlicht werden, die dann bei der Neuzuordnung und Klassifizierung von Objekten helfen.

„Wir stehen noch am Anfang“

„Einfacher ist es bei numerischen Daten wie Zahlen. Schwieriger wird es im Falle von unstrukturierten Daten wie Texten oder eben Bildern“, weiß Müller. Laut dem Wirtschaftsinformatiker steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen: „Eine wirklich objektive Kategorisierung ist aktuell noch nicht möglich. Wir arbeiten daran, die automatische Zuordnung zu verbessern. Die Anwendung von Machine Learning zur inhaltlichen Analyse von Texten und Bildern steht noch relativ am Anfang.“ Bei Bewertungsportalen sieht es ähnlich aus: Hier liegen die Daten in Form von Bewertungen unstrukturiert als Texte vor. KI weist sie Kategorien zu, mit denen gearbeitet werden kann. Dabei werden Themen geclustert und Zusammenhänge erfasst.

Zu Müllers Schwerpunkten gehört auch die Messung von Akzeptanz und wirtschaftlichem Nutzen von Big Data und Maschinellem Lernen. „Erstmal ist es überhaupt wichtig, festzuhalten, dass KI uns unterstützen und nicht ersetzen soll.  Algorithmen sollen uns bei der Entscheidungsfindung helfen und Arbeit abnehmen, so sehe ich das. Zwei Punkte sind für die Akzeptanz essentiell: Das sind Verantwortung und Transparenz.“

Was passiert bei Fehlentscheidungen?

KI findet in der wirtschaftlichen Praxis, aber inzwischen auch in der medizinischen Diagnostik Anwendung: „Kreditbeurteilungen werden von Computern berechnet. Wenn da ein Fehler passiert, ist das zwar ärgerlich, aber nicht verheerend. Ganz anders ist das in der Medizin. Ein Arzt muss in der Lage sein, eine Diagnose, die mittels KI gestellt wurde, zu erklären. Dazu müsste er aber die Algorithmen kennen. Spätestens wenn folgenschwere Fehldiagnosen gestellt werden, die zu falschen Behandlungen führen, stellt sich die Frage nach der Verantwortung. Und die müssen in letzter Instanz wir Menschen übernehmen.“

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-34735 Tue, 23 Jul 2019 13:23:53 +0200 Wissenschaft und Praxis: Studierende der Wirtschaftswissenschaften entwickeln innovative Service-Ideen und digitalen Prototyp https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/wissenschaft-und-praxis-studierende-der-wirtschaftswissenschaften-entwickeln-innovative-service-ide/ Bereits seit drei Jahren bringen der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik von Prof. Dr. Kundisch an der Universität Paderborn und die UNITY AG, Managementberatung für Innovation und Digitale Transformation, in dem Modul „Project Seminar Digital Service Innovations“ kreative Studierende mit zukunftsorientierten Praxispartnern zusammen. Das Projektseminar richtet sich an Studierende, die in einer Kleingruppe innovative Ideen entwickeln und in Form eines digitalen Prototypen umsetzen möchten.

Im Rahmen des Projektseminares werden den Studierenden effektive Methoden, Best Practices und lehrreiche Erfahrungen aus der Praxis zu den Bereichen Innovationsmanagement, Design Thinking und Geschäftsmodellentwicklung nähergebracht. Auf die Theorie folgt die praktische Umsetzung und Anwendung der Methoden im gegebenen Kontext der Praxispartner.

Nachdem im letzten Jahr Serviceinnovationen im Umfeld der traditionsreichen Kunst des Bierbrauens in Zusammenarbeit mit der GEA Group erkundet wurden, entwickelten die Studierenden dieses Jahr Ideen für die Zukunft des „Industrial Sewing“. Praxispartner ist die Dürkopp Adler AG, führender deutscher Hersteller für Industrienähmaschinen mit Sitz in Bielefeld.

Unter Anleitung der UNITY AG haben 21 Studierende die Herausforderung angenommen, der Dürkopp Adler AG innovative Service-Ideen zu pitchen, dazugehörende Geschäftsmodelle auszuarbeiten und erste Prototypen zu realisieren. Die Service-Ideen werden im Laufe des Semesters immer weiter geschärft und anschließend, ganz im Style der „Höhle der Löwen“, einer Jury der Dürkopp Adler AG und der UNITY AG präsentiert.

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news-34721 Thu, 18 Jul 2019 10:23:45 +0200 Kredite, Mietwohnungen und gute Burger – Prof. Dr. Oliver Müller über Einsatzgebiete Künstlicher Intelligenz https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/kredite-mietwohnungen-und-gute-burger-prof-dr-oliver-mueller-ueber-einsatzgebiete-kuenstlicher-int/ Themenspecial „Künstliche Intelligenz“

Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Wissenschaftsjahr dreht sich 2019 alles um das Thema Künstliche Intelligenz (KI).
Schon heute bestimmen Anwendungen, die auf Digitalisierung und Maschinellem Lernen beruhen, weite Bereiche unseres Lebens: Von virtuellen Assistenzsystemen über Industrieroboter bis hin zu humanoiden Pflegekräften – die intelligenten Maschinen nehmen uns viel Arbeit ab. Wie diese Systeme funktionieren und welche gesellschaftlichen Implikationen es dabei gibt, erörtern Paderborner Wissenschaftler*innen im Rahmen eines Themenspecials. Dabei liegt der Fokus auf ihrer Forschung, mit der sie die Entwicklung mitgestalten.

Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Oliver Müller über Einsatzgebiete Künstlicher Intelligenz

Vor zwei Jahrhunderten hat die Industrialisierung die Gesellschaft grundlegend verändert. Heute findet im Zuge der Digitalisierung eine ähnlich große Umbruchphase statt. Hauptsächliche Katalysatoren: Systeme, die auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten. Von Kreditbeurteilungen über die Preisbestimmung von Wohnungen bis hin zur Bewertung eines Burgers anhand von Fotos – Wie Unternehmen und Endverbraucher davon profitieren können und welche Konsequenzen damit verbunden sind, erklärt Prof. Dr. Oliver Müller, Wirtschaftsinformatiker an der Universität Paderborn.

Maschinen lernen ähnlich wie Menschen

„Maschinelles Lernen“, so der Fachausdruck, ist die Methode, auf die eine KI zurückgreift, um auf Basis von Daten Entscheidungen zu treffen. Im Idealfall soll sie logische Zusammenhänge herstellen können. Oliver Müller: „Ich vergleiche Maschinelles Lernen gerne mit der Art und Weise, wie wir Menschen, vor allem im Kindesalter, lernen, nämlich anhand von Beispielen. Angenommen es geht darum, die Unterschiede zwischen einem Hund und einer Katze zu erkennen. So zeigt man sowohl dem Kind als auch dem Algorithmus möglichst viele Beispiele beider Tiere. Das Pärchen von Problem und Antwort, also das Bild eines Tieres und die korrekte Bezeichnung, wird vorgegeben, in der Hoffnung, dass der Algorithmus bzw. das Kind dazu in der Lage ist, irgendwann Unterschiede zu finden, ohne die Antwort vorgeben zu müssen.“ Wie schnell ein solcher Lernprozess aber zum Erfolg führt, hängt laut Müller davon ab, wie groß die Unterschiede zwischen den vorgegebenen Beispielen seien und wie gut die Datengrundlage ist.

In der wirtschaftlichen Praxis findet diese Methode z. B. bei Kreditbeurteilungen Anwendung: „Ich zeige dem Algorithmus hier viele Kreditanträge einer Bank und ob der Kunde in der Lage war, die Zinsen und Tilgungen zu zahlen“, erzählt Müller und betont: „Das heißt, dass ich den Kunden und den Kredit anhand von Daten beschreiben muss. Der Computer braucht Beispiele, in denen das mit den Rückzahlungen gut geklappt hat und welche, bei denen die Hypothek nicht zurückgezahlt wurde.“ Im Idealfall würde dieses sogenannte „Kreditscoring“ bereits nach ein paar hundert Beispielen funktionieren. Liegen die Daten allerdings in unstrukturierter Form vor, das heißt als Text- oder Bilddaten, die sich nicht so gut in Zahlen ausdrücken lassen, kann es sein, dass der Computer ein paar hunderttausend Beispiele sehen muss. „Im Finanz- und Versicherungsbereich wird das schon seit 20 oder 30 Jahren praktiziert. Eine Versicherung macht ja nichts anderes, als ein Risiko zu beurteilen. Damals wurde das vielleicht noch anders bezeichnet, „Data Mining“ oder einfach nur Statistik. Heute heißt es „Maschinelles Lernen“ oder Künstliche Intelligenz“, bemerkt der Wirtschaftsinformatiker. Die Algorithmen, die hierfür verwendet werden, seien allerdings teilweise immer noch dieselben wie vor paar Jahrzehnten. Komplexere Daten, wie sie durch die Digitalisierung und insbesondere Social Media entstanden sind, würden heute neuere Algorithmen gebrauchen.

Urlaubsplanung mithilfe Künstlicher Intelligenz

„Ich sehe den Wirtschaftsinformatiker hier als Übersetzer zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik“, erklärt Müller. „Wenn es beispielsweise um Vorhersagen für ein Kredit- oder Versicherungsrisiko geht, dann brauche ich großes betriebswirtschaftliches Verständnis, um die Problemstellung zu verstehen. Anschließend muss ich das Problem so formulieren, dass es durch Maschinelles Lernen gelöst werden kann.“ Schwierig wird es insbesondere dann, wenn der Computer hauptsächlich mit Bilddaten arbeiten muss.

An der Universität Paderborn untersucht Müller zusammen mit seinem Team Online-Marktplätze wie z. B. Airbnb oder eBay, die stark auf Bilder angewiesen sind: „In diesem Zusammenhang stellen wir uns die Frage, welchen Einfluss Bilder auf unsere Zahlungsbereitschaft nehmen. Kann ein Algorithmus allein anhand eines Bildes beurteilen, wie gut oder schlecht ein Produkt ist?“ Wer aktuell seine eigene Wohnung bei Airbnb anbieten möchte, muss diese zunächst beschreiben, anschließend schlägt das Online-Unternehmen einen Preis vor. „Hauptsächliche Kriterien hierfür sind momentan die Location und die Größe, also recht simple Bezugsdaten. Für Airbnb, aber natürlich auch für den Kunden, wäre es gut, wenn das System anhand von Fotos einschätzen könnte, ob es sich um einen fairen Preis handelt. Das wäre eine Vision, an der wir derzeit arbeiten“, so Müller. Erste Erfolge bei der Bildanalyse können die Wissenschaftler bereits auf einem anderen Gebiet vorweisen: „Wir können den Computer etwa darum bitten, einen guten von einem schlechten Burger allein anhand von Fotos zu unterscheiden. Viele Restaurantbewertungen enthalten ja mittlerweile Bilder. Die Erfolge, die wir da sehen, sind, dass der Computer sehr schnell erkennen kann, wenn es in die Richtung Fast Food geht und dementsprechend schlechte Qualität ausfindig macht.“

Maschinen verstehen lernen

Bei all dem Fortschritt müsse laut Müller allerdings eines immer mitgedacht werden, nämlich die Transparenz: „Je nach Anwendungsgebiet können die Konsequenzen verheerend sein. Wenn eine Bank ihrem Kunden einen Kredit verweigert, dann muss sie ihre Entscheidung erklären können. Welcher Bankberater aber weiß, warum ein Computer so entschieden hat? Ein Arzt muss in der Lage sein, eine Diagnose zu erläutern, die unter Verwendung Künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Das Problem dabei ist, dass die wirklich guten Algorithmen nicht so leicht verständlich sind. Selbst die Entwickler wissen manchmal nicht genau, was der Algorithmus macht, weil dieser selbstständig lernt.“ Genau dieses Zusammenspiel sei aber entscheidend, damit die Gesellschaft in Zukunft von Künstlicher Intelligenz profitieren könne: „Denn am Ende müssen Menschen die Verantwortung für die Entscheidungen von intelligenten Maschinen auf sich nehmen.“

Text: Kamil Glabica, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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