Nachrichten - Fakultät WiWi (Uni Paderborn) http://wiwi.uni-paderborn.de Aktuelle Informationen der Fakultät WiWi (Universität Paderborn) de_DE Uni Paderborn Sat, 25 Jan 2020 12:08:34 +0100 Sat, 25 Jan 2020 12:08:34 +0100 Uni Paderborn news-35646 Thu, 23 Jan 2020 10:11:49 +0100 Paderborner Forschungsergebnisse zur Steuerkomplexität sind gefragt https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-forschungsergebnisse-zur-steuerkomplexitaet-sind-gefragt/ Wie in einem Artikel in der internationalen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ im letzten Monat ausführlich beschrieben, ringt Brasilien mit einem Gewirr an Steuergesetzen. Für den geforderten notwendigen Reformbedarf wurde auch auf den Steuerkomplexitätsindex (Tax Complexity Index) zurückgegriffen, der von der Universität Paderborn zusammen mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) für 100 Länder weltweit entwickelt wurde.

„Ein kafkaeskes Steuerregime mit ständig wechselnden Regeln und undurchsichtigen Vorschriften“ – so beschreibt ein im Dezember 2019 erschienener Artikel der „Financial Times“ das Steuersystem in Brasilien. Ein Steuerexperte moniert darin die hohe Steuerkomplexität und die Rechtsunsicherheit innerhalb des Landes. Ursächlich dafür seien die drei separaten Steuerebenen in Brasilien, zwischen denen es keine Verbindung gibt: Bund, Länder (27 an der Zahl) und Kommunen (mehr als 5.000 Städte). Zum Deklarieren und Entrichten der Steuern benötigt ein mittelständisches brasilianisches Unternehmen nach Angaben der Weltbank etwa 2.000 Stunden – mit Abstand die meisten weltweit. Im Vergleich dazu fallen für ein US-amerikanisches Unternehmen nur etwa 175 Stunden und für ein britisches Unternehmen lediglich 105 Stunden an. Darüber hinaus wird in dem Artikel auf den Tax Complexity Index verwiesen, bei dem Brasilien den letzten Platz einnimmt.

In die Forschungsarbeiten zum Tax Complexity Index brachten auch Wissenschaftler der Paderborner Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ihre Expertise ein: Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, die die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, innehat, und ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter Thomas Hoppe. In einem Team zusammen mit der LMU München entwickelten sie ein landesspezifisches Maß für Steuerkomplexität, das es erlaubt, die wichtigsten nationalen Komplexitätstreiber zu identifizieren. Dabei wird grundsätzlich zwischen den Steuergesetzen selbst und den Rahmenbedingungen wie Betriebsprüfungen und Beschwerdeverfahren unterschieden. Außerdem untersucht das Team den Zusammenhang zwischen diesen Arten von Steuerkomplexität und ausländischen Direktinvestitionen.

„Die Komplexität von Steuersystemen hat in den letzten Jahren als Standort- und Investitionsfaktor stark an Bedeutung gewonnen. Dies gilt vor allem für multinationale Unternehmen. Brasilien nimmt im Ländervergleich Platz 100 ein und weist somit die höchste Komplexität auf“, erläutert Caren Sureth-Sloane den Hintergrund der Forschungsergebnisse zum Tax Complexity Index. Thomas Hoppe erklärt die Zielsetzung: „Wir wollten die Komplexität des Ertragssteuersystems in einer Vielzahl von Ländern für multinational agierende Kapitalgesellschaften messen. Dazu haben wir zwei weltweite Online-Befragungen mit erfahrenen Steuerexperten internationaler Steuerberatungsgesellschaften und -netzwerke durchgeführt.“

Auf dieser Basis identifizierte das Forschungsteam die Treiber von Komplexität in Steuersystemen. Diese lassen sich nicht nur im Gesetz selbst (z. B. Verrechnungspreisregelungen), sondern insbesondere auch in den steuerlichen Rahmenbedingungen eines Landes verorten. Auf den identifizierten Treibern aufbauend entwickelte das Autorenteam den Tax Complexity Index. Sureth-Sloane zum Ergebnis: „Das Komplexitätsniveau variiert weltweit stark, wobei etliche Länder gegensätzliche Tendenzen hinsichtlich der Ausprägung der Komplexität des Steuergesetzes und der Komplexität der steuerlichen Rahmenbedingungen aufweisen. Es lässt sich zudem festhalten, dass Deutschland keinesfalls der oftmals herausgestellte Titel des „Weltmeisters“ im Hinblick auf Steuerkomplexität zukommt. Es liegt vielmehr im Mittelfeld der 100 betrachteten Länder.“

Die Forschungsergebnisse zum globalen Steuerkomplexitätsindex fließen in den BWL-Sonderforschungsbereich „TRR 266 Accounting for Transparency. Rechnungswesen, Steuern und Unternehmenstransparenz“ ein, dessen Sprecherin Sureth-Sloane ist.

Weitere Informationen

Webseite des Tax Complexity Index: www.taxcomplexity.org

Webseite des Sonderforschungsbereichs „Accounting for Transparency“: www.accounting-for-transparency.de

Artikel der Financial Times vom 16. Dezember 2019 „Brazil grapples with tangle of tax laws“ (Bezahlversion): www.ft.com/content/a65cf6dc-12bc-11ea-a7e6-62bf4f9e548a

Text: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

 

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Pressemitteilungen Internationales Wirtschaft Projekte Forschung Internationales
news-35639 Tue, 21 Jan 2020 15:19:24 +0100 Förderung der digitalen Lehrerbildung: Paderborner Wirtschaftspädagogen für neuartiges Lehrkonzept mit Tandem-Fellowship des Stifterverbands ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/foerderung-der-digitalen-lehrerbildung-paderborner-wirtschaftspaedagogen-fuer-neuartiges-lehrkonzept-m/ Lehramtsstudierende besser auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorbereiten – dies ist das Ziel des innovativen Lehrkonzepts „Digital Graphic Design: Neue Grundlagen des Lehrens und Lernens“, das am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Berufspädagogik von Prof. Dr. H.-Hugo Kremer und Marie-Ann Kückmann entwickelt wurde. Dafür erhielt Kückmann nun mit Matthias Groß, Schulleiter des Paderborner Berufskollegs Schloß Neuhaus, vom Stifterverband ein „Tandem-Fellowship für die Lehrerbildung“, unterstützt durch die DATEV-Stiftung.

Aktuell nehmen deutschlandweit 18 Teams am Programm „Schule in der digitalen Welt“ des Stifterverbands teil. An drei der 18 Teams vergab der Stifterverband jetzt „Tandem-Fellowships“. Die Tandems bestehen jeweils aus einem Hochschullehrenden aus einer Fachdidaktik oder den Bildungswissenschaften sowie einer Lehrkraft einer Schule. Jedes Fellowship wird zwei Jahre lang mit insgesamt 50.000 Euro gefördert. Ziel des Programms „Schule in der digitalen Welt“ ist es, Lehramtsstudierende besser auf die Herausforderungen vorzubereiten, die sich durch die Digitalisierung für ihre spätere Arbeit in der Schule ergeben, und ihnen dafür die erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln.

Im Mittelpunkt des Lehrkonzepts „Digital Graphic Design“ stehen die besonderen didaktischen Potenziale von digitalen Visualisierungen, sogenannten „Sketchnotes“, von Videoformaten sowie deren wechselseitige und integrative Nutzbarmachung. Die Paderborner Wirtschaftspädagogen gehen davon aus, dass digitale Medien zwar neue Ansatzpunkte für das Lehren und Lernen bieten können, berufliches Lernen Studierende aber auch zunehmend auf eine sich verändernde Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten muss. „Wir verstehen die Auszeichnung als Bestätigung unseres Anspruches, die Studierenden dabei zu unterstützen, sich zu reflexiven Konstrukteuren digitaler Lebenswelten zu entwickeln. Dabei freuen wir uns besonders über die Einbindung des schulischen Partners, durch den der Bezug zur (Bildungs-)Praxis sichergestellt ist“, freut sich Marie-Ann Kückmann über die Auszeichnung.

Weitere Informationen zu „Digital Graphic Design“: www.uni-paderborn.de/cevet/forschung/aktuelle-projekte/dgd

Weitere Informationen zum Programm „Schule in der digitalen Welt“ des Stifterverbands: www.stifterverband.org/schule-in-der-digitalen-welt

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Pressemitteilungen Projekte Lehre
news-35589 Thu, 16 Jan 2020 14:03:14 +0100 Von Atari bis zu zweiseitigen Märkten: 30 Jahre Wirtschaftsinformatik an der Universität Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/von-atari-bis-zu-zweiseitigen-maerkten-30-jahre-wirtschaftsinformatik-an-der-universitaet-paderborn/ Smartphones, Internet und digitale Streaming-Dienste sind heute aus dem täglichen Leben der Menschen in Europa nicht mehr wegzudenken. Die Digitalisierung ist keineswegs mehr Neuland, sondern längst zu einem zentralen, wenn nicht zu einem beherrschenden Thema in unserer Gesellschaft geworden. Kein Lebensbereich bleibt von ihr unberührt: Sie verändert unsere Kommunikationsgewohnheiten mit Freunden und Verwandten genauso wie unser Einkaufsverhalten, unsere Freizeitgestaltung und unser Arbeitsleben.

Mit dem Studiengang Wirtschaftsinformatik begleitet, erforscht und gestaltet das Department Wirtschaftsinformatik der Universität Paderborn diese Entwicklungen nun schon seit über 30 Jahren erfolgreich mit. Die Wirtschaftsinformatik entwickelt dabei u. a. neue Informationssysteme für Unternehmen und Verwaltungen, untersucht unser digitales Verhalten anhand von Daten, entwickelt neue Verfahren zur Anwendung Künstlicher Intelligenz und begleitet junge Unternehmen durch die Gründungsphase.

Begonnen hat die Geschichte der Wirtschaftsinformatik bereits 1973 mit der Einrichtung eines Lehrstuhls für „Datenverarbeitung und Organisation“ an der damals neu gegründeten Universität-Gesamthochschule Paderborn. Das Themenspektrum wurde bereits in den Folgejahren um Systeme für die elektronische Zusammenarbeit im Unternehmen sowie die Lösung von Optimierungsproblemen erweitert. Nachdem digitale Themen zuerst als Vertiefungsfach in den Wirtschaftswissenschaften angeboten wurden, begannen im Wintersemester 1989/90 erstmals 58 Studierende ihr Diplomstudium im eigenständigen Fach Wirtschaftsinformatik in Paderborn – damals ein Novum. Auch studentische Initiativen, wie die Hochschulgruppe Wirtschaftsinformatik (HG-WINFO), haben das junge Fach schon damals geprägt und machen bis heute einen Teil des besonderen Paderborner Charakters der Wirtschaftsinformatik aus.

In ihrer fast fünfzigjährigen Historie hat sich die Paderborner Wirtschaftsinformatik ständig erneuert und weiterentwickelt, nicht nur, um mit technischen Entwicklungen Schritt zu halten, sondern vielmehr, um selbst eine aktive Rolle bei der Gestaltung unserer Informationsgesellschaft einzunehmen. War die Digitalisierung zunächst ausschließlich ein Thema für Unternehmen und „Technik-Nerds“, so ist sie seitdem schrittweise in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Meilensteine, wie die Erfindung objektorientierter Programmiersprachen in den Siebzigern, die Erfindung des Personal Computers und von Betriebssystemen, wie MS-DOS (1981), das Online-Banking mit BTX (1983), die Etablierung des World Wide Web (1991), der Markteintritt von Spielekonsolen, wie der PlayStation (1994), der Start der Google-Suchmaschine (1997), die Etablierung von Musik-Streaming-Diensten, wie Napster (1997), die Gründung von Facebook (2004), das Apple iPhone (2007), Peer-to-Peer Plattformen, wie Uber (2009) und viele andere Trends haben die bis dahin geltenden Spielregeln in der jeweiligen Industrie immer wieder fundamental verändert. Kennzeichnend für neue Informationstechnologie ist, dass sie immer auch unternehmerische und gesellschaftliche Innovationen und Veränderungen mit sich gebracht haben – Chancen, aber auch Gefahren.

Auch an der Universität gab es über die Zeit hinweg manche Änderungen: Die Universität-Gesamthochschule entwickelte sich zur Universität weiter, der Diplomstudiengang Wirtschaftsinformatik wurde zum Bachelor-/Master-Studiengang und Studienbeiträge wurden erst eingeführt und dann wieder abgeschafft. Über alle Änderungen hinweg blieb die Wirtschaftsinformatik ihrer Schnittstellenfunktion treu und erfand sich gleichzeitig immer wieder neu: „Heute verfügen wir über IT-Labore auf dem neusten Stand der Technik. Unser soda.lab (social and data-intensive computing lab) befähigt uns dazu, neue Verfahren der Data Science, des Social Computing und des Operations Research mit den Studierenden zu entwickeln“, unterstreichen die Professoren Oliver Müller, Guido Schryen und Matthias Trier das Potenzial daten- und modellgetriebener Verfahren.

Mit fünf voll ausgebauten Lehrstühlen sowie drei Honorarprofessoren betrachtet die Wirtschaftsinformatik in Paderborn heute als einer der wenigen Standorte in Deutschland alle entscheidenden Facetten der Digitalisierung. So setzen sich die Lehrstühle der Professoren Beverungen, Kundisch, Müller, Schryen und Trier in den Bereichen Betriebliche Informationssysteme, Digitale Märkte, Data Analytics, Operations Research und Social Computing mit den maßgeblichen Herausforderungen der Digitalisierung auseinander und entwickeln digitale Innovationen für die Zukunft. Auf der Liste haben die Forscher neben aktuell erfolgreichen Technologien auch disruptive Entwicklungen, wie Künstliche Intelligenz, Blockchain, High-Performance Computing, Augmented/Virtual Reality und das Internet der Dinge. „Die Geschwindigkeit der Digitalisierung wird sich in der Zukunft weiter erhöhen. In der Wirtschaftsinformatik entwickeln wir Technologien zum Nutzen von Unternehmen, der Gesellschaft und letztendlich den Menschen. Wir denken Technologie daher immer systemisch, zusammen mit ihren betrieblichen und sozialen Konsequenzen“, fasst Beverungen die Kerneigenschaften des Fachs zusammen.

Mit 150 Erstsemestern pro Studienjahr zählt der Studiengang Wirtschaftsinformatik in Paderborn nun schon seit vielen Jahren zu einem der anerkanntesten Standorte in Deutschland und belegt regelmäßig Spitzenpositionen in Studienrankings (z. B. im CHE-Ranking und im Forscherranking der Wirtschaftswoche). Der Vorteil am Standort Paderborn: Der Studiengang ist in die großen Fakultäten für Wirtschaftswissenschaften sowie Elektrotechnik, Informatik und Mathematik (EIM) eingebettet und profitiert so von einem fachübergreifenden Lehr- und Forschungsangebot. „Studierende lernen bei uns daher besonders gut, Informationssysteme zusammen mit betrieblichen Anwendungen zu entwickeln und eine Schlüsselrolle in der digitalen Transformation einzunehmen“, bringt Dennis Kundisch die Stärke des IT-Standorts Paderborn auf den Punkt. Die Betreuung der Erstsemester erfolgt sowohl im Bachelor als auch im Master über ein umfangreiches Mentoring-Programm und führt die Studierenden somit erfolgreich in ihr Studium und alle damit verbundenen Aspekte ein. Neben der Wirtschaftsinformatik gibt es den Masterstudiengang Management Information Systems, der sich die digitale Transformation mit einer Schwerpunktsetzung auf Inhalte an der Schnittstelle zwischen Wirtschaftsinformatik und aus dem Management auf die Fahnen schreibt. Dabei können die Studierenden ein umfassendes Angebot für Auslandssemester in Anspruch nehmen und somit von Lehre und Forschung des internationalen Lehrpersonals profitieren.

Prägend für alle Studienprogramme der Wirtschaftsinformatik ist der enge Kontakt zum Fachschaftsrat sowie zu Unternehmen und Verwaltungen in der Region. Dies wird unter anderem durch Exkursionen erreicht. In der Veranstaltungsreihe „Kaminabend bei Unternehmen im digitalen Wandel“ bietet sich für Studierende, Praktiker*innen und Forscher*innen so immer wieder eine Gelegenheit, Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung hautnah zu erfahren und sich aktiv in ihre Gestaltung einzubringen.

Weitere Informationen:
https://wiwi.uni-paderborn.de/dep3/professuren/

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Pressemitteilungen Standort
news-35603 Wed, 15 Jan 2020 15:00:00 +0100 Künstliche Intelligenz soll innovative Geschäftsmodellideen entwickeln – NRW-Wirtschaftsminister überreicht Förderbescheid für Projekt „Smart-GM“ https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/kuenstliche-intelligenz-soll-innovative-geschaeftsmodellideen-entwickeln-nrw-wirtschaftsminister-uebe/ Mit der Übergabe des Förderbescheids durch Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in Düsseldorf fiel am 8. Januar der Startschuss für das Projekt „Smart-GM“.

In dem Vorhaben arbeiten im „Software Innovation Campus Paderborn“ das „SI-Lab“ der Universität Paderborn und die Unternehmen aXon, myconsult, UNITY sowie WP Kemper gemeinsam an einem Assistenzsystem, das seinen Nutzern passende innovative Geschäftsmodellideen vorschlägt. Grundlage dafür sind zum einen eine umfangreiche Wissensbasis zu Geschäftsmodellen, zum anderen eine Künstliche Intelligenz. Die KI-Algorithmen sollen aus der großen Zahl möglicher Kombinationen zielgerichtet neue Ideen erzeugen. Anschließend werden diese auf einer öffentlichen Crowd-Plattform oder von Kunden und Experten bewertet. Mit steigender Zahl an Bewertungen wird langfristig auch die Qualität neuer Geschäftsmodellvorschläge des Assistenzsystems erhöht. Das Projekt mit seinem Gesamtvolumen von circa 2 Millionen Euro wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU mit bis zu 1,4 Millionen Euro gefördert.

„Es reicht heutzutage nicht mehr aus, tolle Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen tun sich häufig schwer, für ihre Leistungsangebote innovative Geschäftsmodelle zielgerichtet und systematisch zu entwickeln. Die Qualität eines Geschäftsmodells hat jedoch einen maßgeblichen Einfluss auf den späteren Markterfolg des Leistungsangebots“, erklärt Dr. Stephan Kassanke, Geschäftsführer myconsult. „Genau hier setzt das Projektvorhaben an: So soll ein intelligentes Assistenzsystem entwickelt werden, welches dem Nutzer Vorschläge für Geschäftsmodellinnovationen unterbreitet“, erläutert Dr. Christoph Weskamp, Projektleiter und R&D Manager im SICP.

„Im Projekt werden erstmals Kompetenzen und Methoden aus den Bereichen Geschäftsmodellinnovationen, Technikakzeptanz, maschinellem Lernen, (crowd-basierter) Bewertung von Ideenqualität sowie computergestützter Ideengenerierung für die Entwicklung von Geschäftsmodellinnovationen miteinander vereint“, hebt Prof. Dr. Dennis Kundisch, Direktor des Kompetenzbereichs Digital Business im SICP und Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, insb. Digitale Märkte, hervor. „Damit leiten wir die nächste Generation von Geschäftsmodellinnovationsmethoden ein: von passiver Unterstützung zu aktiver Assistenz“, ergänzt Christoph Plass, Vorstand UNITY. „Gründern und kleinen Unternehmen wird es so erleichtert, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln.“

Auf der Seite des „SI-Labs“ beteiligen sich darüber hinaus Prof. Dr. Nancy Wünderlich und ihr Team vom Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement sowie Prof. Dr. Eyke Hüllermeier und sein Team von der Fachgruppe „Intelligente Systeme und Maschinelles Lernen“. Sie bringen ihre Expertise zur Technikakzeptanz des Assistenzsystems bzw. bei der Entwicklung von KI-Methoden zur Unterstützung der Geschäftsmodellinnovationen in das Projekt ein.

Ist es erst entwickelt, soll das Assistenzsystem im Projekt regelmäßig evaluiert werden. Dafür sind entsprechende Fallstudien bei den am Projekt beteiligten Unternehmen geplant. „Im Zuge von Industrie 4.0 gewinnen Smart Services, wie bspw. Predictive Maintenance, zunehmend an Bedeutung. Hier stellt sich die Frage, welche Geschäftsmodelle für solche Produkt- und Dienstleistungsbündel in Zukunft tragfähig sein werden“, so Dr. Michael Euler, Geschäftsführer WP Kemper. „Heutige Unternehmenssoftware wird als Cloud Solution mit tagesgenauer Abrechnung ausgeliefert und Kunden erwarten Software im Container-Design die Multi-Cloud-fähig ist. Die Sicherstellung von Compliance-Richtlinien, das Trainieren von KI oder die Überwachung von automatisierten KI-Entscheidungen lassen völlig neue Geschäftsfelder für Managed Services entstehen, deren zukünftige Gestaltung noch viele ungeklärte Fragen aufwerfen“, ergänzt Adelhard Türling, Geschäftsführer aXon.  

Darüber hinaus ist geplant, dass im Projektverlauf auch weitere Unternehmen das Assistenzsystem im Rahmen von Innovations-Workshops erproben können und somit ihre Innovationskraft verbessern können.

Weitere Informationen: www.sicp.de/projekte/smart-gm

Über den SICP

Der „SICP – Software Innovation Campus Paderborn“ an der Universität Paderborn ist ein interdisziplinärer Forschungs- und Innovationsverbund, in dem Unternehmen und Wissenschaft digitale Innovationen gemeinsam erforschen und umsetzen. Dabei werden Lösungen für völlig neuartige Herausforderungen in unserer digitalen Gesellschaft entwickelt, aber auch anwendungsnahe Konzepte und Systeme effizient, sicher und skalierbar umgesetzt. Mit dem Neubau der „Zukunftsmeile 2“ an der Fürstenallee wird ein gemeinsamer Forschungscampus realisiert, auf dem digitale Innovationen durch eine enge Vernetzung von Wissenschaft und Unternehmen besonders effektiv und agil entwickelt werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft versteht der SICP als wesentlichen Erfolgsfaktor bei der Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Innovationen. In den fünf Kompetenzbereichen „Cyber-Physical Systems“, „Digital Business“, „Digital Security“, „Smart Systems“ und „Software Engineering“ werden am SICP fachgebietsübergreifend neue Konzepte, Methoden und Technologien u.a. für verteilte und intelligente Systeme, sichere drahtlose Kommunikation, agile und menschenzentrierte Entwicklung sozio-technischer Systeme, digitale Geschäftsmodelle, datengetriebene Entscheidungen und intelligentes Kundenmanagement entwickelt. Dabei werden digitale Innovationen immer als eine enge Verzahnung von Organisation und IT betrachtet.

Weitere Informationen: www.sicp.de

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-35587 Wed, 15 Jan 2020 09:40:00 +0100 Internationale Forschung: Paderborner Wirtschaftswissenschaftler profitieren von deutsch-französischer Kooperation https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/internationale-forschung-paderborner-wirtschaftswissenschaftler-profitieren-von-deutsch-franzoesisch/ Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn verbindet seit Jahren eine enge Partnerschaft zu der Universität Straßburg.

Nachwuchswissenschaftler haben innerhalb dieser Kooperation die Möglichkeit, an beiden Universitäten zu recherchieren und länderüberschreitende Betreuung zu erhalten. Davon hat auch Dr. Cyrille Yoda Gebrauch gemacht, der im vergangenen November seine Doktorarbeit erfolgreich verteidigen konnte.

In seiner Dissertation beschäftigte sich der Wirtschaftswissenschaftler mit der Ausweitung des Handelsverkehrs zwischen der EU und den AKP-Staaten. Ein Thema, das aufgrund entsprechender Bemühungen Europas und insbesondere der deutschen Bundesregierung an wissenschaftlicher und praktischer Bedeutung gewinnt. Betreut wurde er bei seinem Forschungsvorhaben zunächst von Prof. Dr. Dieter Krimphove, Inhaber des Paderborner Lehrstuhls Wirtschaftsrecht und Europäisches Wirtschaftsrecht. Durch seinen Forschungsaufenthalt in Straßburg erhielt er bei seiner Dissertation zusätzliche Unterstützung von Prof. Dr. Francis Kern, ehemaliger Vizepräsident der dortigen Universität. Yoda, der aufgrund seines vorherigen Studienabschlusses den Studienpreis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) erhielt, führte einen entscheidenden Teil seiner Recherchen in Burkina Faso durch. Ermöglicht wurde dies durch ein Promotionsstipendium, mit dem er von der Konrad Adenauer Stiftung ausgezeichnet wurde. Seine Dissertation ist beispielgebend für die international ausgerichtete Forschung an der Universität Paderborn und soll darüber hinaus auch zukünftig Nachwuchswissenschaftler ermutigen, von der deutsch-französischen Kooperation bei Forschungsarbeiten zu profitieren.

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Pressemitteilungen Internationales Projekte Forschung Internationales
news-35601 Wed, 08 Jan 2020 10:29:00 +0100 Auszeichnung als REGIONALE 2022-Projekt – Startschuss für die OWL.Kultur-Plattform https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/auszeichnung-als-regionale-2022-projekt-startschuss-fuer-die-owlkultur-plattform/ Doppelter Grund zum Feiern: Regierungspräsidentin Judith Pirscher übergab heute für die OWL.Kultur-Plattform im Stadttheater Bielefeld die Förderbescheide in Höhe von in Summe rund 1,1 Millionen Euro. Außerdem nahmen die Projektträger OWL GmbH, Universität Paderborn und die Firma aXon GmbH gemeinsam die Auszeichnungsurkunde als REGIONALE-Projekt entgegen. Mit der OWL.Kultur-Plattform wird eine intelligente Weblösung entwickelt, die alle Kulturangebote der Region Ostwestfalen-Lippe zusammenfasst.

Vom großen Museum bis zum ehrenamtlichen Akteur, in der Stadt wie auf dem Land: Die OWL.Kultur-Plattform soll ab 2022 das gesamte Kulturangebot Ostwestfalen-Lippes bündeln und so eine Übersicht über das facettenreiche Kulturleben in der Region schaffen. Zentrales Element ist ein personalisierter Veranstaltungskalender mit einer innovativen Benutzeroberfläche. Ähnlich wie Netflix und Co. erstellt das System präferenzbezogene Vorschläge und bietet hilfreiche Filteroptionen wie Fahrtzeit, Kosten, nahegelegene Kulturangebote. Die Kulturakteure der Region werden außerdem bei ihrer Arbeit unterstützt, z. B. über die Anbindung an digitale Angebote der Verwaltung. Zudem bietet die Plattform zahlreiche hilfreiche Werkzeuge für die Organisation und Kommunikation ihrer Veranstaltungen.

„Ich freue mich, dass ich heute den Förderbescheid für dieses herausragende Kultur-Projekt überreichen kann. Die OWL.Kultur-Plattform ist in Nordrhein-Westfalen einzigartig und schlägt für die Kultur in OWL und NRW eine neue Tür auf. OWL wird mit diesem REGIONALE-Projekt nach innen weiter gestärkt und auch über die regionalen Grenzen hinaus sichtbarer gemacht“, so Regierungspräsidentin Judith Pirscher. Die Maßnahmen werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie gefördert.

Schon im November hatte das UrbanLand-Board der OWL Kulturplattform den Status eines offiziellen Projektes der REGIONALE 2022 gegeben. REGIONALE-Managerin Annette Nothnagel fasst zusammen: „Die OWL.Kultur-Plattform ist als eines von derzeit fünf REGIONALE-Projekten beschlossen worden und geht in die Realisierung. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir zum Präsentationsjahr der REGIONALE 2022 schon konkret zeigen können, wie mithilfe technologischer Innovationen Kulturerlebnisse in ländlichen und urbanen Räumen sichtbarer werden. Damit rücken Stadt und Land im UrbanLand OstWestfalenLippe für die Menschen näher zusammen.“

Verantwortlich für die Projektorganisation und -struktur zeichnet das OWL Kulturbüro der OWL GmbH. Wissenschaftlich begleitet wird die OWL.Kultur-Plattform vom SI-Lab, der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung der Universität Paderborn im SICP – Software Innovation Campus Paderborn. Die technische Entwicklung und Umsetzung verantwortet die aXon GmbH.

„Die Partnerschaft mit der OWL GmbH, der Universität Paderborn bzw. dem SICP und der aXon GmbH ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Wirtschaft und Wissenschaft in OWL hervorragend zusammenarbeiten. In Wirtschafts- und Forschungsprojekten ist es ja an der Tagesordnung, wie it’s OWL oder das neue Projekt OWL 2025 zeigen, für den Bereich Kultur ist das noch neu. Wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit und sind sicher, dass wir unsere Stärken in dieses Projekt einbringen und auf diese Weise etwas Großartiges hervorbringen“, so Herbert Weber, Geschäftsführer der OWL GmbH.

Jana Duda, Leiterin des OWL Kulturbüros: „Unbestritten bietet OstWestfalenLippe ein facettenreiches Kulturangebot, allerdings fehlt noch eine übersichtliche Gesamtdarstellung dessen im Internet. Die OWL.Kultur-Plattform wird in Zukunft das breite Angebot bündeln und die Kulturregion OstWestfalenLippe durch die vielen intelligenten Features sichtbarer und erlebbarerer machen als bisher. Sowohl für die Menschen der Region als auch für kulturinteressierte Gäste.“

Prof. Dr. Daniel Beverungen, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der Universität Paderborn: „Wir freuen uns, das Projekt mit innovativen Konzepten und Technologien zu unterschützen und so die digitale Transformation im Bereich Kultur in OWL voranzubringen“.

 „Wir von der aXon GmbH freuen uns sehr, das Projekt mit unserem technischen Know-how unterstützen zu dürfen. Durch moderne Cloud-Technologien und dank künstlicher Intelligenz stellt die  Plattform nicht nur ein großes Angebot an Kulturveranstaltungen bereit, sondern berücksichtig zugleich die individuellen Interessen der Benutzer. So wird die Suche zu einem einzigartigen Erlebnis“, so Natascha Ersch und Elias Koutsonas von der aXon GmbH.

Die partizipative Entwicklung der Plattform wurde 2017 angestoßen. Nach einer Machbarkeitsstudie geht die konkrete Umsetzung der Plattform jetzt los. Die OWL Kulturplattform ist ein regionales Gemeinschaftsprojekt. Regionale Partner sind die sechs Kreise der Region sowie die Städte Bielefeld, Gütersloh und Herford. Die Umsetzung des Projekts wird mit den Partnern, die auch die erforderlichen Eigenanteile finanzieren, in einem gemeinsamen Steuerungskreis eng abgestimmt.

Ostwestfalen-Lippe richtet die REGIONALE unter der Überschrift „Das neue UrbanLand“ aus. Ziel ist es, perspektivisch die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu stärken. Die gemeinsame Idee vom „UrbanLand OstWestfalenLippe“, einer neuen Balance zwischen Stadt und Land, wird mit REGIONALE-Projekten aktiv ausgestaltet. Die vier Aktionsfelder „Der neue Mittelstand“, „Die neue Mobilität“, „Die neuen Kommunen ohne Grenzen“ und „Das neue Stadt-Land-Quartier“ wurden dafür identifiziert. Die Aktionsfelder orientieren sich an den spezifischen Gegebenheiten der Region und ihren künftigen Herausforderungen. Als „thematische Leitplanken” beschreiben sie den Korridor für die Entwicklung von REGIONALE-Projekten.

REGIONALE-Projekte werden in einem offenen Verfahren gesucht, es gibt keine Ausschluss-Frist. Gute Projektideen können bis zum Jahr 2021 eingereicht werden.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Standort
news-35452 Mon, 16 Dec 2019 10:28:55 +0100 Paderborner Wissenschaftler Dr. Sonja Lück und Valentin Schiele erhalten Preis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-wissenschaftler-dr-sonja-lueck-und-valentin-schiele-erhalten-preis-der-fakultaet-fuer-wirt/ Dr. Sonja Lück und Valentin Schiele haben den „Dean’s Young Scholar Research Award“ der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften erhalten.

Der Preis würdigt ihre Forschung und Koautorenschaft an Beiträgen in internationalen Fachzeitschriften. Mit der Auszeichnung verfolgt die Fakultät das Ziel, die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses nach außen noch sichtbarer zu machen und exzellente Grundlagenforschung zu würdigen.

Effizientere Forschung durch frühzeitige Patentveröffentlichungen

Frühzeitige Veröffentlichungen von Patentanmeldungen können unnötige Duplizierungen von Forschungsaufwendungen reduzieren – das hat Dr. Sonja Lück vom Fachgebiet „Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung“ zusammen mit einem internationalen Forschungsteam nun belegen können. Viele klassische Studien leiten theoretisch her oder beruhen auf der Annahme, dass der Wettbewerb um Technologieentwicklung zu einem doppelten Forschungsaufwand führe. Dabei könnte eine freiwillige frühzeitige Offenlegung aller Erfindungsbemühungen für alle innovativen Unternehmen vorteilhaft sein. Der Haken: Aus Erfindersicht stellt eine möglichst lange Geheimhaltung die dominante Strategie dar. Gesetzgeber versuchen dieses Dilemma dagegen zu entschärfen, indem sie eine frühzeitige Publikation von Patentanmeldungen vorschreiben.

Bislang konnte dieser Umstand empirisch nicht überprüft werden. Mit ihrem Artikel in der Fachzeitschrift „Management Science“ haben die Forscher*innen nun aber Erkenntnisse in diesem Bereich wissenschaftlich gesichert. Prof. Dr. Hendrik Schmitz, Prodekan für Forschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, dazu: „Sonja Lücks Artikel stellt einen wichtigen Debattenbeitrag dar. Sie nutzt neuartige Datenquellen aus den USA und der EU, um den kausalen Effekt frühzeitiger Patentveröffentlichungen zu quantifizieren. Dabei greift sie auf drei komplementäre Identifikationsstrategien zurück, die eine Gesetzesänderung in den USA ausnutzen. Dr. Sonja Lück konnte mit ihrem internationalen Forschungsteam überzeugend belegen, dass eine frühzeitige Publikation tatsächlich Duplizierung von Forschungsaufwand verhindert, sowohl in den USA als auch in der EU. Damit ist der Artikel ein sehr gutes Beispiel für angewandte empirische Forschung mit direkter politischer Relevanz. Die Veröffentlichung in der weltweit führenden wirtschaftswissenschaftlichen bereichsübergreifenden Fachzeitschrift ‚Management Science‘ spricht aufgrund der hohen Ansprüche dieser Topzeitschrift für die überzeugende Darlegung und außergewöhnlich gute Validierung der Forschungsergebnisse.“

Weniger Verkehrsunfälle durch Einführung der Sommerzeit

Inwieweit es einen Zusammenhang zwischen Dunkelheit und einer erhöhten Zahl an Unfällen gibt, damit hat sich Valentin Schiele vom selben Paderborner Fachgebiet beschäftigt. Ausgangspunkt der Überlegungen, an denen Schiele zusammen mit Dr. Christian Bünnings von der FOM Hochschule gearbeitet hat, ist die Einführung einer dauerhaften Sommerzeit. Dies würde bewirken, dass Licht von den eher ruhigen Morgenstunden in die geschäftigen Abendstunden mit hohem Verkehrsaufkommen verlagert wird. Auf Basis ihrer Forschungsergebnisse, die in der Fachzeitschrift „Review of Economics and Statistics“ veröffentlicht wurden, können die beiden Wissenschaftler mögliche Auswirkungen einer solchen Einführung abschätzen. Tatsächlich liefert die Studie einen Beleg dafür, dass Dunkelheit die Unfallhäufigkeit beträchtlich erhöht. Demnach könnte die Einführung einer dauerhaften Sommerzeit tödliche Unfälle verhindern und somit auch zusammenhängende gesellschaftliche Kosten vermeiden. Schiele und Bünnings schätzen die jährlich durch Dunkelheit verursachten Kosten der Verkehrsunfälle in Großbritannien, die die Datengrundlage darstellten, auf umgerechnet fast 600 Millionen Euro. Dabei wäre ein Einsparpotenzial in Höhe von 8 Prozent möglich, wie die Autoren berechneten.

Als Betreuer der Doktorarbeit von Schiele freut sich Schmitz über diesen Erfolg: „Die Anerkennung der Forschungsergebnisse in einer international höchst reputierten Fachzeitschrift unterstreicht die bedeutende Forschungsleistung von Valentin Schiele. Die Erkenntnisse des Artikels sind dazu geeignet, die immer wiederkehrende, häufig emotional geführte öffentliche Debatte um die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung und Einführung von dauerhafter Sommer- oder Winterzeit zu versachlichen und den gerade begonnenen politischen Entscheidungsprozess zur Abschaffung der Zeitumstellung zu unterstützen. Damit ist der Artikel ein gelungenes Beispiel für angewandte empirische volkswirtschaftliche Forschung mit unmittelbarer gesellschaftspolitischer Relevanz.“

Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp, Sprecher des Departments „Economics“: „Die Publikationen von Dr. Sonja Lück und Valentin Schiele haben wesentlich dazu beigetragen, die internationale Sichtbarkeit der Fakultät im Bereich der wirtschaftswissenschaftlichen Topforschung zu erhöhen. Die Auszeichnung ihrer Forschungsbeiträge mit dem ‚Dean’s Young Scholar Research Award‘ begrüße ich daher ausdrücklich.“

Die einzelnen Fachbeiträge

Titel: „Early disclosure of invention and reduced duplication – an empirical test“
Autoren: Dr. Sonja Lück (Universität Paderborn), Prof. Dr. Benjamin Balsmeier (Universität Luxemburg), Dr. Florian Seliger (ETH Zürich) und Prof. Lee Fleming (UC Berkeley)

Titel: „Spring Forward, Don’t Fall Back – The Effect of Daylight Saving Time on Road Safety“
Autoren: Valentin Schiele (Universität Paderborn), Dr. Christian Bünnings (FOM Hochschule)

Über den „Dean’s Young Scholar Research Award für herausragende Publikationen“

Mit der Auszeichnung sollen die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften nach außen noch sichtbarer und exzellente Grundlagenforschung gewürdigt werden. „An unserer Fakultät wird Hervorragendes geleistet und es ist an der Zeit, dies noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Mit den Dean’s Young Scholar Awards haben wir als Fakultät einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen“, sagt Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Das Dekanatsteam der Fakultät sieht in den erreichten Publikationserfolgen von Dr. Sonja Lück und Valentin Schiele in den weltweit renommierten Fachzeitschriften „Management Science“ und „Review of Economics and Statistics“ eine Verstärkung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn im Bereich der wirtschaftswissenschaftlichen Spitzenforschung.

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Pressemitteilungen Dean’s Research Award Projekte Forschung Forschungspreise
news-35442 Wed, 11 Dec 2019 14:11:27 +0100 Paderborner Kooperationsprojekt mit „Best Conference Paper Award“ ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-kooperationsprojekt-mit-best-conference-paper-award-ausgezeichnet/ Für ihren Beitrag „The Relation between Tax Complexity and Foreign Direct Investments: Evidence Across Countries” erhielten Thomas Hoppe und Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane (beide Universität Paderborn) sowie Prof. Dr. Deborah Schanz, Susann Sturm (beide Ludwig-Maximilians-Universität München) und Prof. Dr. Johannes Voget (Universität Mannheim) den „Best TRR 266 Accounting for Transparency Conference Paper Award“. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Annual Conference des Sonderforschungsbereichs (SFB) „TRR 266 Accounting for Transparency“ verliehen.

Während der Konferenz hatten alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, in geheimer Wahl über ihren favorisierten Beitrag abzustimmen. Als Beurteilungskriterien sollten neben dem Erkenntnisgewinn für die wissenschaftliche Literatur und Praxis auch die Qualität des Beitrags sowie der Stellenwert innerhalb des TRR 266 herangezogen werden. Nach einem spannenden Kopf an Kopf Rennen wurden schließlich nicht nur das Paderborner Kooperationsprojekt, sondern auch zwei weitere Beiträge prämiert.

In ihrem Beitrag gehen Thomas Hoppe, Caren Sureth-Sloane, Deborah Schanz, Susann Sturm und Johannes Voget der Frage nach, inwieweit ein Zusammenhang zwischen ausländischen Direktinvestitionen und der Komplexität des Steuersystems besteht. Hierbei bestätigen die Autor*innen zum einen den aus der bisherigen Literatur bekannten negativen Zusammenhang zwischen Steuerkomplexität und ausländischen Direktinvestitionen. Sie zeigen jedoch auch auf, dass bestimmte Teilbereiche von Steuerkomplexität einen positiven Zusammenhang zu ausländischen Direktinvestitionen aufweisen. Der Beitrag ist Teil des in diesem Jahr gestarteten SFBs „TRR 266 Accounting for Transparency“, dessen Sprecherin Caren Sureth-Sloane ist.

Über den Sonderforschungsbereich „TRR 266 Accounting for Transparency“

Der SFB „TRR 266 Accounting for Transparency“ startete im Juli 2019 und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst vier Jahre gefördert. Er ist der erste SFB mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt. Hier sind rund 80 Wissenschaftler*innen von acht Hochschulen beteiligt: Universität Paderborn (Sprecherhochschule), Humboldt-Universität zu Berlin, Universität Mannheim, Ludwig-Maximilians-Universität München, European School of Management and Technology Berlin, Frankfurt School of Finance & Management, Goethe-Universität Frankfurt am Main, und WHU - Otto Beisheim School of Management. Die Forscher untersuchen, wie Rechnungswesen und Besteuerung die Transparenz von Unternehmen beeinflussen und wie sich Regulierungen und Unternehmenstransparenz auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken. Das Fördervolumen des SFBs beträgt rund 12 Millionen Euro.

Weitere Informationen zum SFB unter www.accounting-for-transparency.de und https://twitter.com/trr_accounting

Text: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

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Pressemitteilungen Projekte Forschung
news-35424 Mon, 09 Dec 2019 11:14:59 +0100 Universität Paderborn trauert um Altrektor Wolfgang Weber https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/universitaet-paderborn-trauert-um-altrektor-wolfgang-weber/ Die Universität Paderborn trauert um ihren ehemaligen Rektor Prof. em. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Weber. Er verstarb am 1. Dezember. Weber führte die Universität von Oktober 1995 bis Oktober 2003.

Weber hatte von 1976 bis 1982 in Paderborn eine Professur für Betriebswirtschaftslehre inne, forschte anschließend als Professor für Personalwirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und kehrte 1985 an die damalige „Universität-Gesamthochschule Paderborn“ zurück. Von 1978 bis 1979 und 1995 war er Dekan des damaligen „Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften“ der Universität sowie von 1979 bis 1981 dessen Prodekan. Weber war von 1987 bis 1991 Prorektor für Planung und Finanzen der Universität.

Während Wolfgang Webers Amtszeit als Rektor wurden unter anderem der Universitätsstandort an der Fürstenallee (Gebäude F) und das Gebäude W eingeweiht sowie zwei Sonderforschungsbereiche (SFBs), zwei Forschergruppen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), drei Graduiertenkollegs und eine Graduate School des Landes NRW an der Universität etabliert. Unter Webers Leitung wurde die Universität neu gegliedert: 2002 wurden die bisherigen Abteilungen Höxter, Meschede und Soest abgetrennt und die Universität in die heutigen fünf Fakultäten aufgeteilt. 2003 erfolgte die offizielle Umbenennung von „Universität-Gesamthochschule Paderborn“ in „Universität Paderborn“.

Weber trieb außerdem die Internationalisierung der Hochschule maßgeblich voran – unter anderem mit der Gründung einer „Chinesisch-Deutschen Technischen Fakultät“ in Qingdao im Jahr 2002. Nach seiner Amtszeit blieb Wolfgang Weber bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 an der Universität Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Personalwirtschaft.

„Die Universität Paderborn hat Wolfgang Weber viel zu verdanken. Neben den zukunftsweisenden Strukturentwicklungen, die er mit großem Nachdruck und sehr erfolgreich vorangetrieben hat, lagen ihm vor allem ein gutes Verhältnis zur Stadt Paderborn und die lokale und regionale Vernetzung der Universität am Herzen. Auch in diesem Bereich hat er wichtige Grundlagen geschaffen“, würdigt Prof. Dr. Birgitt Riegraf, Präsidentin der Universität Paderborn, Webers Verdienste.

Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften: „Schon zu einer sehr frühen Zeit hat Wolfgang Weber sowohl fachlich als auch methodisch Maßstäbe im Bereich E-Learning gesetzt. So erstellte er für Fernsehlehrgänge im Rahmen des Telekollegs in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk bis Mitte der 1990er Jahre Lehrfilme zu den Themengebieten ‚Betriebswirtschaftslehre‘ und ‚Betriebliches Rechnungswesen‘. Damit ermöglichte er damals vielen jungen Erwachsenen die individuelle Teilhabe an Bildung und Weiterqualifizierungen und nahm auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle ein. Persönlich hat mich seine außerordentliche Gabe des intensiven Zuhörens tief beeindruckt, mit der er es auf kluge Weise schaffte, viele unterschiedliche Meinungen zu einem Konsens zu führen.“

Wolfgang Weber war unter anderem Sprecher der Mitgliedergruppe Universitäten in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), HRK-Vizepräsident (2002 bis 2004) sowie Vorsitzender des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (2003/04). 2005/06 war Wolfgang Weber Präsident der „International Federation of Scholarly Associations of Management“ (IFSAM). Er wurde mit Ehrendoktorwürden der Universität Halle-Wittenberg und der Nottingham Trent University ausgezeichnet. Weber war Gründungsdekan der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. 2004 würdigte die Stadt Paderborn seine großen Verdienste mit der Verleihung des Ehrenringes der Stadt.

Gedenkseite: https://gemeinsam-trauern.voss-bestattungen.de/Begleiten/wolfgang-weber

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Pressemitteilungen Standort
news-35420 Fri, 06 Dec 2019 13:21:34 +0100 Paderborner Wirtschaftspädagoge Prof. Dr. Tobias Jenert erhält Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/paderborner-wirtschaftspaedagoge-prof-dr-tobias-jenert-erhaelt-fellowship-fuer-innovationen-in-der-ho/ Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und die Baden-Württemberg Stiftung haben Prof. Dr. Tobias Jenert von der Universität Paderborn und Prof. Dr. Taiga Brahm von der Universität Tübingen mit einem Tandem-Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre ausgezeichnet.

Die beiden Wirtschaftspädagogen erhalten diese Auszeichnung für ihr innovatives Lehrkonzept, das Lehramtsstudierende dabei unterstützt, ihre subjektiven Vorstellungen von „Wirtschaft“ kritisch zu reflektieren. Angehende Lehrende sollen sich bewusst werden, welche Vorstellungen und Normen ökonomischen Handelns sie für sich selbst und in ihrem Unterricht vertreten.

Jenert und Brahm möchten mit ihrem Projekt umfassende Reflexionsprozesse anregen, die von den Lernenden selbst, zusammen mit Kommiliton*innen und mit Dozierenden stattfinden sollen. Die Reflexion wird durch soziale Video-Annotation unterstützt. Masterstudierende der Wirtschaftspädagogik an der Universität Paderborn und Tübingen können ab diesem Wintersemester erstmals das innovative Format besuchen. Hier sollen die per Video aufgezeichneten Unterrichtssimulationen nicht nur zur Reflexion ihrer Präsentationstechnik beitragen, sondern vor allem eine fachliche Reflexion ihrer ökonomischen (Schwellen-)Konzepte anregen.

Das Vorhaben der Paderborner und Tübinger Wirtschaftspädagogen leistet einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Ausbildung von zukünftigen Lehrkräften, indem sie die hochschuldidaktischen Konzepte des (Peer-)Videofeedbacks und der Auseinandersetzung mit (Schwellen-)Konzepten zusammenführen. Jenert, der seit 2018 die Professur für Wirtschaftspädagogik insb. Hochschuldidaktik und -entwicklung in Paderborn innehat, freut sich über die Förderung: „Auch wenn Videoaufzeichnungen von Unterrichtssimulationen eine wichtige Rolle spielen und die Reflexionsprozesse daran ihren Ausgang nehmen, stellen sie nicht den Kern unseres Konzepts dar. Die Technologie, die wir einsetzen, ist für sich genommen nicht innovativ, sondern Mittel zum Zweck. Uns ist vielmehr daran gelegen, dass Studierende sich intensiv mit ihren eigenen, oft sehr impliziten Vorstellungen wirtschaftswissenschaftlicher Fachinhalte auseinandersetzen. Dazu muss es uns gelingen, die häufig spürbare Abneigung der Studierenden zu überwinden, sich mit ihren ureigenen Werten und Einstellungen zu befassen. Reflexion und Feedback erfolgen deshalb auch nicht nur durch die Lehrenden, sondern durch andere Kursteilnehmende. Damit erzielen wir bisher sehr gute Erfolge.“

Weitere Informationen zum Projekt unter:
www.stifterverband.org/file/8190/download?token=R071EuRQ

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Pressemitteilungen Projekte Lehre
news-35416 Thu, 05 Dec 2019 17:11:00 +0100 Energiewende mithilfe Künstlicher Intelligenz https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/energiewende-mithilfe-kuenstlicher-intelligenz-1/ Wissenschaftler der Universität Paderborn entwickeln intelligentes Monitoring- und Regelsystem für Verteilnetze


Die Energie- und Mobilitätswende stellt Deutschlands Netzbetreiber vor große Herausforderungen: Der Anteil dezentral in die Verteilnetze eingespeister erneuerbarer Energie steigt, der Ausbau von Ladestationen für E-Autos führt zu einer zeitlich und räumlich konzentrierten Energienachfrage und als Folge werden die elektrischen Betriebsmittel und Komponenten der Netze stärker belastet. Parallel erwarten die Kunden, auf gleichbleibend hohem Niveau versorgt zu werden. Den Monitoring- und Regelsystemen der Verteilnetze kommt daher eine Schlüsselrolle zu: Sie müssen auch unter erhöhter Belastung reibungslos funktionieren. Hier setzen Wissenschaftler des „SICP – Software Innovation Campus Paderborn“ der Universität Paderborn mit einem neuen Forschungsprojekt an: Sie wollen ein neues, durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstütztes System entwickeln, das die Funktionen der Verteilnetze kontinuierlich überwacht und frühzeitiger als bislang Fehler vorhersagt. Netzbetreiber könnten so Fehler in ihren Anlagen schneller erkennen, die Qualität der Infrastruktur verbessern und damit die Verteilung grüner Energie sicherstellen.

Das Projekt „FLEMING – Flexible Monitoring- und Regelsysteme für die Energie- und Mobilitätswende im Verteilnetz durch Einsatz von Künstlicher Intelligenz“ des SICP startete im September und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit insgesamt 3,3 Millionen Euro gefördert. Im SICP kooperieren über 30 Professoren der Universität Paderborn und deren Teams aus den Bereichen, Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Wirtschaftswissenschaften sowie Wirtschaftsinformatik mit derzeit zwölf Unternehmen. An „FLEMING“ sind Prof. Dr. Eyke Hüllermeier und sein Team von der Fachgruppe „Intelligente Systeme und Maschinelles Lernen“ sowie Prof. Dr. Daniel Beverungen und sein Team vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik beteiligt.

„Angesichts der beschriebenen Herausforderungen der Energiewende stößt die heutige Steuerungs- und Regeltechnik der Netzbetreiber zunehmend an ihre Grenzen. In unserem Forschungsprojekt wollen wir daher ein neuartiges intelligentes Monitoring- und Regelsystem entwickeln. Damit soll es den Netzbetreibern künftig möglich sein, potentielle Ausfälle von Anlagen und andere Schäden schneller als bislang zu erkennen und diesen vorzubeugen“, erläutert Dr. Christoph Weskamp, Manager des Kompetenzbereichs „Digital Business“ im SICP. Der Ansatz der Forscher: Sie wollen nicht nur die bislang verwendete Sensortechnik weiterentwickeln, sondern auch Methoden Künstlicher Intelligenz (KI) einsetzen.

„Im Projekt sollen genaue, zuverlässige und leicht nachrüstbare Regelungssensoren entwickelt werden, die den Netzbetreibern ein intelligentes Lastmanagement ermöglichen. So könnten die Verteilnetze künftig flexibler genutzt und die für die Energiewende benötigte Energieverteilungs-Infrastruktur flächendeckend ausgebaut werden“, erklärt Dr. Gunnar Schomaker, Manager des Kompetenzbereichs „Smart Systems“ im SICP. „Außerdem wollen wir untersuchen, inwiefern sich moderne KI-Methoden zum Überwachen und Regeln der Verteilnetze eignen, insbesondere Methoden des maschinellen Lernens“, ergänzt Prof. Dr. Eyke Hüllermeier. „Grob gesagt besteht das Ziel darin, dass es einer lernfähigen KI auf der Grundlage historischer Daten gelingt, im Laufe der Zeit immer bessere Entscheidungen zu treffen. Im Rahmen des Projekts sollen hierzu insbesondere neuere Methoden des automatisierten maschinellen Lernens (AutoML) zum Einsatz kommen“, so der Informatiker.

Das intelligente Monitoring- und Regelsystem für Energienetze wird konsequent als digitales Geschäftsmodell entworfen. Dazu Prof. Dr. Daniel Beverungen: „Nur mithilfe neuer Informationstechnologie und Dienstleistungen kann die Energie- und Mobilitätswende gelingen. Die Etablierung grüner Energie stellt unsere Infrastruktur vor völlig neue Herausforderungen und sie stellt natürlich auch Verhaltensweisen der Verbraucher und Unternehmen infrage. Wir müssen innovative und digitale Lösungen finden, um diese Strukturveränderungen im Zusammenspiel der beteiligten Partner zu ermöglichen. Gleichzeitig müssen diese Lösungen effizient und bezahlbar sein. So leisten wir im Projekt einen Beitrag dazu, unser Stromnetz fit für die Energiewende zu machen“.

Im Forschungsprojekt arbeiten die Paderborner Wissenschaftler mit dem ABB Forschungszentrum Deutschland, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V. (FIR) an der RWTH Aachen, der Heimann Sensor GmbH, sowie SÜC Energie und der H2O GmbH aus Coburg zusammen. Erste Forschungsergebnisse werden für die zweite Jahreshälfte 2020 erwartet.

Simon Ratmann, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-35366 Thu, 28 Nov 2019 09:54:59 +0100 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften verabschiedete Absolvent*innen https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/fakultaet-fuer-wirtschaftswissenschaften-verabschiedete-absolventinnen/ „Bildung schützt vor Dummheit nicht“ – unter diesem Motto wurden auf dem Tag der Wirtschaftswissenschaften am Samstag, 16. November, in einem feierlichen Rahmen die Absolvent*innen sowie die Promovierten der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn geehrt.

Etwa 225 Absolvent*innen waren mit ihren Familien und Freunden erschienen, sodass insgesamt mehr als 900 Personen die Veranstaltung direkt im Auditorium maximum der Universität oder per Live-Übertragung im Hörsaal L1 verfolgten.

In ihrer Begrüßung betonte Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät, dass die Bachelor- und Masterabsolvent*innen allen Grund hätten, optimistisch und selbstbewusst ins Berufsleben zu starten. Ausgestattet mit Fachwissen, Transfer-, aber auch sozialen Kompetenzen, gelte es nun, neue Verantwortung zu übernehmen. Die nachweislich sehr guten Platzierungen der Paderborner Wirtschaftswissenschaften in verschiedenen Rankings zu Leistungen in Forschung und Lehre dokumentierten die hohe Qualität ihres Studiums. Prof. Dr. Volker Schöppner, Vizepräsident für Lehre, Studium und Qualitätsmanagement, stimmte mit seinem Grußwort aus dem Präsidium in den positiven Grundtenor ein. Die Studiengänge der Fakultät seien in Hochschule und Praxis hoch angesehen und würden unter Einbeziehung der neusten Forschungsprojekte in den nächsten Rankings voraussichtlich noch besser abschneiden. In der studentischen Festrede sprachen sich die früheren Fachschaftsrats- bzw. AStA-Mitglieder Lisa Kürpick und Norina Poetter und allen Absolvent*innen ein großes Kompliment für das Erreichen des Studienabschlusses aus. Außerdem riefen Sie ihre ehemaligen Kommiliton*innen dazu auf, ihre Erinnerungen an die Studienzeit als ein Gedankenmuseum zu betrachten, in welchem alle Erinnerungen an diese Zeit festgehalten würden.

Prof. Dr. Guido Schryen, Prodekan für IT & Öffentlichkeitsarbeit, hielt die Laudatio zum diesjährigen „Lehrpreis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften für besonderes Engagement in der Lehre“, der an Juniorprofessorin Dr. Regina Ortmann ging (Link zur Pressemitteilung).

Die ursprünglich geplante Alumnus-Festrede von Dr. Elke Eller, die aus Krankheitsgründen leider ausfiel, wurde durch ein spontanes Interview mit Burkhard Peters von PwC und Sven Westphälinger von der KPMG ersetzt, die Fragen des Moderators Dr. Kostja Siefen beantworteten. Die beiden rieten den Absolvent*innen, nie aus den Augen zu verlieren, dass ihre zukünftigen Jobs vermutlich „nicht über Leben und Tod entscheiden“. Sie forderten die Absolvent*innen auf, sich selbst die Erlaubnis zu geben, auch mal Fehler zu machen und nicht alles zu ernst zu nehmen. Außerdem sollten sie nicht nur das Geld im Blick haben, sondern bei der Wahl des zukünftigen Arbeitsplatzes in erster Linie darauf achten, was ihnen Freude bereitet und Spaß macht. Die akademische Ausbildung an der Universität Paderborn sei außerdem qualitativ sehr hochwertig und die Absolvent*innen sollten nicht zögern, ihre Qualitäten auch ins rechte Licht zu stellen.

Der Moderator Dr. Kostja Siefen schloss die Veranstaltung mit dem Hinweis: „Bildung schützt vor Dummheit nicht.“

Text: Karen Henkefend

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Pressemitteilungen Standort Veranstaltungen
news-35338 Tue, 26 Nov 2019 15:10:00 +0100 DFG-Fachkollegienwahl: Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane erzielt Spitzenplatz im Fachkollegium Wirtschaftswissenschaften für das Fach Betriebswirtschaftslehre https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/dfg-fachkollegienwahl-prof-dr-caren-sureth-sloane-erzielt-spitzenplatz-im-fachkollegium-wirtschaf/ Am 22. November verkündete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die in Deutschland die erkenntnisgeleitete Forschung und die freie Wissenschaft fördert, die vorläufigen Ergebnisse der DFG-Fachkollegienwahl.

Zuvor konnten rund 150.000 wahlberechtigte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler online über die Besetzung von 632 Plätzen in insgesamt 49 Fachkollegien für die Amtsperiode von 2020 bis 2023 entscheiden. Für das Fach Betriebswirtschaftslehre wurde in das Fachkollegium Wirtschaftswissenschaften die von vielen Universitäten vorgeschlagene Kandidatin der Paderborner Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, gewählt.

Für die insgesamt fünf zu besetzenden Ränge in diesem Gremium kandidierten 13 Professorinnen und Professoren von verschiedenen Universitäten. Caren Sureth-Sloane erhielt die meisten Stimmen und damit den ersten Rang. In der DFG-Pressemitteilung zum vorläufigen Wahlergebnis erläuterte DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider die Bedeutung der Fachkollegien für die Wissenschaft: „Die Fachkollegien sind konstitutiv für die qualitative Bewertung von bei der DFG eingereichten Förderanträgen. Im Unterschied zur vorangehenden Begutachtung durch fachlich hoch spezialisierte Peers rücken die Fachkollegien diese Förderanträge in einen breiteren Horizont von einander benachbarten Fächern. Zugleich gewährleisten sie durch ihr Urteil die Qualität des Begutachtungswesens und tragen wesentlich zu Akzeptanz der Förderentscheidungen der DFG bei. Und auch in der Wahl der Mitglieder der Fachkollegien durch die jeweiligen fachlichen Gemeinschaften der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verwirklicht sich die Selbstorganisation von Wissenschaft in Deutschland.“ Die offizielle Konstituierung der neu besetzten Fachkollegien ist in ihren jeweiligen ersten Sitzungen im Frühjahr 2020 geplant.

Caren Sureth-Sloane blickt ihrer anstehenden neuen Aufgabe in der deutschen Forschungsförderung mit Zuversicht entgegen: „Nun selber bei der wettbewerblichen Auswahl der besten Forschungsvorhaben mitwirken und die betriebswirtschaftliche Spitzenforschung weiter vorantreiben zu können, ist sowohl für meine Universität als auch für mich persönlich eine große Ehre und bedeutet auch eine neue spannende Herausforderung, auf die ich mich besonders freue.“

Pressemitteilung der DFG:
www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung_nr_57/index.html

Weitere Informationen zum akademischen Werdegang von Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane

Prof. Caren Sureth-Sloane forscht zu den Wirkungen der Besteuerung auf unternehmerische Entscheidungen, vor allem auf riskante Investitionsentscheidungen, sowie zur internationalen Unternehmensbesteuerung und Steuerkomplexität.

Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Englisch, Französisch und Chinesisch an der Universität Passau. Ab 1994 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld tätig, wo sie 1999 promoviert wurde und 2003 habilitierte. In den Jahren 2002 bis 2004 übernahm sie die Vertretung der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensrechnung/-besteuerung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn. Seit 2004 hat sie dort die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre inne. Sie erhielt Rufe an die Karl-Franzens-Universität Graz, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Universität zu Köln.

Seit 2010 ist sie Gastprofessorin an der Wirtschaftsuniversität Wien und Principal Investigator im FWF-Graduiertenkolleg Doctoral Program in International Business Taxation (DIBT). Sie ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises Quantitative Steuerlehre (arqus) sowie Mitglied in den Arbeitskreisen „Steuern“ und „Verrechnungspreise“ der Schmalenbach-Gesellschaft, zu deren Vorstand sie seit 2011 gehört und deren Vizepräsidentin sie seit 2019 ist. 2013 wurde Sureth-Sloane zum Ordentlichen Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaft und Künste ernannt. Sie ist Sprecherin des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereiches TRR 266: Accounting for Transparency (www.accounting-for-transparency.de).

Ulrike Kropf, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

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Pressemitteilungen Standort
news-35328 Mon, 25 Nov 2019 15:30:25 +0100 Ehemalige Dekane der Wirtschaftswissenschaften besuchten ihre Fakultät an der Universität Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/ehemalige-dekane-der-wirtschaftswissenschaften-besuchten-ihre-fakultaet-an-der-universitaet-paderborn/ Am Freitag, 22. November, hat die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn ihre ehemaligen Dekane zu einem Get-together eingeladen.

Anlass war eine in diesem Jahr fertiggestellte Fotogalerie der ehemaligen Dekane. Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, aktuelle Dekanin und Gastgeberin: „Das zahlreiche Erscheinen unserer ehemaligen Dekane von der Gründungszeit unserer Hochschule an hat uns überaus gefreut und geehrt.“

Die Fotoserie lud zu einer Zeitreise ein und weckte Erinnerungen. Seit Gründung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften vor 47 Jahren, damals organisatorisch als Fachbereich (FB5) bezeichnet, hatten bisher 20 Professoren das Amt des Dekans innegehabt. In optisch ansprechender Weise sollte an das Wirken sämtlicher bisheriger Amtsträger in einer Galerie im Dekanat erinnert werden. „Damit wollen wir nicht nur dem heutigen Stellenwert von Öffentlichkeitsarbeit gerecht werden, sondern es ist uns sehr daran gelegen, unseren Respekt und unsere Verbundenheit zu den ehemaligen Amtsinhabern mit der Galerie zum Ausdruck zu bringen“, so Sureth-Sloane. Die von der Dekanin präsentierten aktuellen Zahlen und Fakten zur gegenwärtigen Lage und zum hohen Renommee der Fakultät freuten die ehemaligen Amtsinhaber und ihre Begleitpersonen. Abschließend dankte die Dekanin ihren Amtsvorgängern besonders herzlich für die geleisteten Beiträge zum Aufbau der Fakultät.

Text: Ulrike Kropf

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Pressemitteilungen Standort
news-35316 Fri, 22 Nov 2019 11:20:11 +0100 Lehrpreis 2019 der Paderborner Wirtschaftswissenschaftler*innen geht an Jun.-Prof. Dr. Regina Ortmann https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/lehrpreis-2019-der-paderborner-wirtschaftswissenschaftlerinnen-geht-an-jun-prof-dr-regina-ortman/ Der „Lehrpreis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften für besonderes Engagement in der Lehre“ an der Universität Paderborn geht in diesem Jahr an Jun.-Prof. Regina Ortmann. Die Basis für die Vergabe des Lehrpreises an Ortmann ist ihre Konzeption und Realisierung des Moduls „Verrechnungspreise im Spannungsfeld zwischen Steuerung und Besteuerung“. In dem Modul werden die beiden Disziplinen Besteuerung und Controlling miteinander verbunden. Dies zeigt sich sowohl in der Beteiligung von Lehrenden unterschiedlicher Lehrstühle, als auch in der Einbindung von Praktikern in die Lösung empirischer Fälle. Damit verbindet das Modul die vertiefende Auseinandersetzung mit hochrangigen Forschungspapieren und die Anwendung bzw. den praktischen Umgang mit diesem Wissen in kooperativen Studiensettings. „Das Besondere an dem Modul ist, dass es sowohl Theorie und Praxis miteinander verknüpft, als auch, dass es stark interdisziplinär ausgerichtet ist“, so Ortmann.

Prof. Dr. Guido Schryen, Prodekan für IT und Öffentlichkeitsarbeit, vergab in seiner Laudatio am 16. November den Lehrpreis im Namen der Fakultät und betonte dabei ihre Leistungen und das Engagement in der Lehre: „Frau Ortmann hat es in exzellenter Weise verstanden, Forschungsorientierung und Praxisbezug in innovativer Weise miteinander zu verknüpfen und in die Lehre einzubringen.“ Regina Ortmann hält sich aktuell zu Forschungszwecken im kalifornischen Stanford auf, weshalb sie den Preis nicht persönlich entgegennehmen konnte.

In der Konzeption ihrer Lehre zeigt die Wirtschaftswissenschaftlerin die Begeisterung für das eigene Fach und ihren Erfolg. Dabei richtet sie den Blick über den Tellerrand und erprobt innovative Wege für die Lehre in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Ortmann: „Ein Thema über Disziplingrenzen hinweg zu beleuchten, ist unglaublich bereichernd und eröffnet die Möglichkeit, neue Forschungsideen für die Zukunft zu entwickeln.“

Über den Lehrpreis

Mit dem Lehrpreis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wurden bereits zum dritten Mal ausgezeichnete Leistungen in der Lehre gewürdigt, die die Qualität des Studiums stärken und von denen die Studierenden in besonderem Maß profitieren. Der Preis ist damit nicht nur eine Auszeichnung der individuellen Verdienste der Preisträger*innen, sondern auch ein sichtbares Symbol der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften in ihrem Bestreben, die Qualität der Ausbildung ihrer Studierenden in den Blickpunkt zu rücken.

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news-35281 Mon, 18 Nov 2019 10:26:06 +0100 Prof. Dr. Hendrik Schmitz mit Publikationspreis des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/prof-dr-hendrik-schmitz-mit-publikationspreis-des-leibniz-instituts-fuer-bildungsverlaeufe-ausgezeic/ Für seine wissenschaftliche Publikation zu Auswirkungen einer Hochschulbildung auf kognitive Fähigkeiten und Gesundheit wurde Prof. Dr. Hendrik Schmitz aus dem Department Economics der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn mit seinen Koautoren Dr. Daniel Kamhöfer vom Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) und Jun.-Prof. Dr. Matthias Westphal von der TU Dortmund mit dem NEPS- Publikationspreis ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e. V. herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf Basis der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS).

Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wurde im Rahmen der vierten Internationalen NEPS-Konferenz am 8. November in Bamberg verliehen. Hendrik Schmitz Studie mit dem Titel „Heterogeneity in Marginal Non-Monetary Returns to Higher Education” erschien in diesem Jahr in der ersten Ausgabe der Fachzeitschrift „Journal of the European Economic Association“.

In der Studie werden die Auswirkungen von Hochschulbildung auf verschiedene Maße von kognitiven Fähigkeiten und Gesundheit als zwei wichtige nicht-monetäre Größen analysiert. Dabei wurden Daten von 2014 genutzt, die vom Nationalen Bildungspanel zu Bildungsprozessen und zur Kompetenzentwicklung in Deutschland erhoben wurden, und mit umfassenden Informationen zum Hochschulausbau zwischen 1960 und 1990 verknüpft. Hendrik Schmitz: „Die Resultate zeigen, dass sich Hochschulbildung auch langfristig sehr positiv auswirkt. Auch Jahrzehnte später profitieren die Studierenden noch neben höheren Einkommen von besserer Gesundheit und besseren kognitiven Fähigkeiten. Lediglich die mentale Gesundheit wird nicht beeinflusst. Der wesentliche Grund für die positiven Effekte sind bessere Jobs, die durch ein Studium ermöglicht werden. Gesündere und geistig stärker fordernde Tätigkeiten wirken sich langfristig positiv aus. Ein durch mehr Bildung verändertes Gesundheitsverhalten wie Verzicht auf Rauchen oder ein gemäßigter Alkoholkonsum tragen ebenfalls zu den Ergebnissen bei.“

Link zur Studie: https://academic.oup.com/jeea/article/17/1/205/4836285

Weitere Informationen zu Prof. Dr. Hendrik Schmitz

Prof. Dr. Hendrik Schmitz ist seit August 2014 Professor für Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn.

Er studierte Volkswirtschaftslehre an der FU Berlin und der Universidad Carlos III de Madrid. 2006 wurde er Stipendiat der Ruhr Graduate School in Economics und schloss seine Promotion im Jahr 2011 an der Universität Duisburg-Essen ab. Von 2010 bis 2012 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kompetenzbereich „Gesundheit“ des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), von 2011 bis 2014 Juniorprofessor für Gesundheitsökonomik an der Universität Duisburg-Essen und Mitglied des Gesundheitsökonomischen Zentrums CINCH (Competent in Competition and Health) in Essen.

Im Jahr 2014 wurde er für die beste gesundheitsökonomische Veröffentlichung von der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie ausgezeichnet.

Hendrik Schmitz ist Mitglied des Ausschusses für Gesundheitsökonomie des Vereins für Socialpolitik und Gewinner des Wissenschaftspreises sowie External Affiliate der Health Econometrics and Data Group in York.

Seine Forschungsinteressen liegen in der Mikroökonometrie mit Anwendungen in der Gesundheitsökonomik, insbesondere Krankenversicherung, Angehörigenpflege und Faktoren des kognitiven Abbaus.

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung Forschungspreise
news-35269 Wed, 13 Nov 2019 09:16:17 +0100 Forschungen zu Kreditausfallversicherungen: Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek erhalten Preis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/forschungen-zu-kreditausfallversicherungen-benjamin-hippert-und-sascha-tobias-wengerek-erhalten-pre/ Die voranschreitende Globalisierung und Digitalisierung nationaler Finanz- und Kapitalmärkte bedingt eine zunehmende Angleichung der Renditeeigenschaften zahlreicher Anlageklassen sowie eine vermehrte markt- und länderübergreifende Übertragung und Korrelation von Risiken.

Investoren und Portfoliomanager stehen in diesem Zuge vor der Herausforderung, ihre Finanzanlagen an aktuelle Marktentwicklungen anzupassen und Strategien zur Risikoabsicherung zu erarbeiten. Ob hierbei Kreditausfallversicherungen, sogenannte „Credit Default Swaps“ (CDS), ein geeignetes Instrument zur Rendite-Risiko-Steuerung darstellen können, haben Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Paderborn, erforscht. Für ihre Forschungsleistung und ihre Koautorenschaft an einem Artikel im internationalen Fachjournal „Review of Derivates Research“ erhielten sie nun den „Dean’s Young Scholar Research Award“ der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Mit ihrem wissenschaftlichen Ansatz haben Hippert und Wengerek Kreditausfallversicherungen erstmals in diesem Forschungszweig als neue und eigenständige Anlageklasse eingeführt. Dabei untersuchten sie u. a. ihr Rendite- und Risikoverhalten im Portfoliokontext. Zu diesem Zweck berechneten die beiden Wissenschaftler die von Investoren tatsächlich zu realisierenden Erträge bzw. Verluste dieser Anlageklasse, um so eine Vergleichbarkeit mit traditionellen Investments zu ermöglichen. Ihre Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag innerhalb der aktuellen akademischen Forschung sowie in Bezug auf praktisches Portfoliomanagement dar. Neben einem tieferen Verständnis für den Aufbau, die Handelbarkeit und die Rendite-Risiko-Strukturen von CDS-Indizes, erweitern sie den bisherigen Stand der Forschung um neue Erkenntnisse bezüglich der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen den unterschiedlichen Anlageklassen und deren Auswirkungen auf finanzielle Portfolios. In der Praxis ergänzen CDS-Indizes die Anlagemöglichkeiten eines Vermögensverwalters, da diese in Zeiten von niedrigen Zinsen und fragilen Finanzmärkten eine angemessene Rendite bei gleichzeitig hohem Verringerungspotential von Risikofaktoren im Portfoliokontext bieten können. CDS-Indizes erweisen sich somit als ein nützliches Instrument zur Portfoliorisikosteuerung, speziell für konservative Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont (z. B. Lebensversicherer und Pensionsfonds).

Prof. Dr. André Uhde, Mentor der beiden Paderborner Doktoranden und Mitverfasser des Forschungsartikels, freut sich über diese Leistung: „Das Forschungspapier führt die eher traditionelle Portfoliotheorie und das deutlich innovativere ‚Financial Engineering‘ zusammen. Aus dieser Synthese generiert es äußerst relevante und ökonomisch wie ökonometrisch überzeugende Erkenntnisse für die Portfoliosteuerung aus wissenschaftlicher und praxisorientierter Sicht in einem zunehmend internationalen und instabilen Marktumfeld. Mit dieser hervorragenden Forschungsleistung haben Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek in einem außerordentlichen Maße zur internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften beigetragen.“

Über den „Dean’s Young Scholar Research Award“

Mit der Auszeichnung sollen die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften nach außen noch sichtbarer und exzellente Grundlagenforschung gewürdigt werden. „An unserer Fakultät wird Hervorragendes geleistet und es ist an der Zeit, dies noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Mit den Dean’s Young Scholar Awards haben wir einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen“, unterstreicht Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Das Dekanatsteam der Fakultät sieht im erreichten Publikationserfolg von Benjamin Hippert und Sascha Tobias Wengerek in dem weltweit renommierten „Review of Derivatives Research” eine Verstärkung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn im Bereich der betriebswirtschaftlichen Spitzenforschung.

Weitere Informationen

Titel: „Portfolio benefits of adding corporate credit default swap indices: evidence from North America and Europe“
Quelle: Review of Derivatives Research, July 2019, Volume 22, Issue 2, pp 203–259
Link: https://link.springer.com/article/10.1007/s11147-018-9148-8

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Pressemitteilungen Dean’s Research Award Internationales Wirtschaft Projekte Forschung Internationales Forschungspreise
news-35257 Mon, 11 Nov 2019 15:24:00 +0100 Kulturelle Teilhabe fördern: Wissenschaftler der Universität Paderborn erforschen innovative Preiskonzepte für Kulturbetriebe https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/kulturelle-teilhabe-foerdern-wissenschaftler-der-universitaet-paderborn-erforschen-innovative-preisko/ Mit Freunden ins Kino gehen, mit der Schulklasse einen Ausflug ins Museum machen oder als Familie die Theatervorstellung besuchen: Kulturelle Angebote wahrzunehmen, ist nicht für jeden selbstverständlich.

Als „verletzliche Verbraucher“ bezeichnet man Menschen, die beispielsweise aufgrund ihres geringen Einkommens oftmals nicht die Möglichkeit haben, am urbanen kulturellen Leben im vollen Umfang teilzunehmen und die deshalb in Gefahr geraten, vom sozialen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen zu werden. Die Debatte um Inklusion und kulturelle Teilhabe führt zwangsläufig zu der Frage nach Preiskonzepten von Kultureinrichtungen. Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn wollen deshalb die Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten von alternativen und innovativen Preiskonzepten für Kulturbetriebe erforschen und vor Ort testen. Langfristiges Ziel ist es, sowohl verletzlichen Verbrauchern auf Dauer die kulturelle Teilhabe zu ermöglichen als auch für die Kulturbetriebe ökonomisch nachhaltige Einnahmepotenziale sicherzustellen. Das Projekt „Steigerung der kulturellen Teilhabe mittels innovativer und ökonomisch nachhaltiger Preiskonzepte – kurz: kulturPreis“ wird über drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 760.000 Euro gefördert.

Erforschung von innovativen Preiskonzepten vor Ort

„Bürger*innen mit wenig ökonomischem, sozialem, kulturellem und symbolischem Kapital bedürfen als ,verletzliche Verbraucher‘ Unterstützung, um am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Das versuchen Kulturbetriebe im Sinne ihres kulturpolitischen Auftrages in der Regel über die Preisgestaltung – als wirksamste absatzpolitische Maßnahme – zu erreichen“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Nancy Wünderlich, die den Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn inne hat. Gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftler*innen soll eine fakultätsübergreifende Forschung ermöglicht werden, die sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche und kulturelle Aspekte in den Blick nimmt: Neben Prof. Dr. Dennis Kundisch, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Digitale Märkte der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, ist auch Prof. Dr. Beate Flath, Juniorprofessorin für Eventmanagement mit den Schwerpunkten Populäre Musik, Medien und Sport der Fakultät für Kulturwissenschaften, an dem Vorhaben beteiligt.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Wirksamkeit und die Einsatzmöglichkeiten von alternativen und innovativen Preiskonzepten für Kulturbetriebe. Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt in der Praxis zu erproben, sind neben der Universität weitere Akteure aus Paderborn an dem Projekt beteiligt: das Heinz Nixdorf MuseumsForum, der Caritasverband Paderborn e.V., der Kreis Paderborn, das Kulturamt der Stadt Paderborn, das Pollux by Cineplex, das Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele GmbH und der Musikclub Wohlsein. Geplant ist, ausgewählte alternative Preisgestaltungen für die am Projekt beteiligten Kulturbetriebe zu adaptieren und bei ihnen im Realbetrieb einzusetzen. Unter Berücksichtigung von Akzeptanztreibern und -hemmnissen sollen so beispielsweise partizipative Bezahlmodelle oder transaktionsabhängige Spenden, bei denen die Gäste und Kunden frei entscheiden dürfen, wie viel sie bezahlen möchten, praktisch angewendet werden. Anschließend wollen die Wissenschaftler*innen die nachhaltige Wirkung der neuen Preiskonzepte auf verletzliche Verbraucher, auf die gesellschaftliche Teilhabe sowie die Finanzierbarkeit messen und auswerten.

Verletzliche Verbraucher unterstützen

„Die Steigerung der kulturellen Teilhabe mittels einer ökonomisch und sozial nachhaltigen Gestaltung von Preiskonzepten übt grundsätzlich einen positiven Einfluss auf das Gemeinwohl aus, da kulturelle Teilhabe eine zentrale Voraussetzung für die freie Entfaltung von Individuen und Gruppen in demokratischen Gesellschaften ist“, sagt Prof. Flath. „Die gesellschaftspolitische Brisanz dieses Zusammenhanges wird aktuell besonders deutlich, da sich immer größere Teile der Gesellschaft ökonomisch, sozial und kulturell ,abgehängt‘ fühlen“, so die Forscherin. Maßnahmen zur Erhöhung kultureller Teilhabe durch angepasste Preise würden häufig nicht das intendierte Ziel erreichen, die verletzlichen Verbraucher am kulturellen Leben zu beteiligen, sodass die Preisnachlässe ungenutzt blieben. „Gründe dafür sind beispielsweise die trotz Rabattierung als zu hoch empfundenen Preise, eine mangelnde Miteinbeziehung der Adressat*innen in die Preisgestaltung oder auch die Stigmatisierung der sozial Benachteiligten im Bezahlprozess“, so Prof. Wünderlich. „Alternative Preiskonzepte finden in anderen Kontexten zwar bereits Anwendung, wie beispielsweise ,Pay-what-you-want‘ oder der ,suspended coffee‘, hier bezahlen Verbraucher*innen den zweifachen Preis für einen Kaffee und spenden damit einen Kaffee an Bedürftige. Diese Konzepte werden aufgrund unsicherer Rentabilitätsprognosen von Kulturbetrieben jedoch meist nicht implementiert“, erklärt die Expertin. Zudem gebe es bisher nur wenige Erkenntnisse über Stigmatisierung einzelner Gruppen bei dem Kauf und der Nutzung von kulturellen Angeboten, so die Wissenschaftlerin. In den nächsten drei Jahren wollen die Projektmitglieder gemeinsam innovative Strategien erarbeiten und deren Wirksamkeit validieren, damit Betriebe und Verbraucher*innen in gleichem Maße von den neuen Preiskonzepten profitieren.

Jennifer Strube, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft Projekte Forschung
news-35241 Fri, 08 Nov 2019 17:40:00 +0100 Uneinigkeit unter deutschen Wirtschaftsweisen – Stellungnahme von Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/uneinigkeit-unter-deutschen-wirtschaftsweisen-stellungnahme-von-prof-dr-burkhard-hehenkamp/ Das deutsche Wirtschaftswachstum flacht ab – und Experten sind sich uneinig darüber, was nun zu tun ist.

Das zeigt das aktuelle Jahresgutachten des „Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“. Einmal im Jahr geben die fünf sogenannten Wirtschaftsweisen des Rats eine Einschätzung dazu ab, wie die Wirtschaftspolitik auf aktuelle Trends und Veränderungen reagieren soll. Bislang waren die Jahresgutachten nie besonders spannend – denn die Wirtschaftsweisen stimmten mit Ausnahme des Ökonomen Peter Bofinger, der seit Februar 2019 nicht mehr im Amt ist, stets überein.

Alljährlich riet der Sachverständigenrat zum marktliberalen Kurs. Die Schuldenbremse sollte dabei ernst genommen und die Schwarze Null heiliggehalten werden. Doch im diesjährigen Gutachten herrscht große Uneinigkeit zwischen den Ökonomen. Angesichts einer womöglich näher rückenden Rezession wollen zwar alle Mitglieder von der Schwarzen Null ablassen. Zwei von ihnen, Achim Truger und Isabel Schnabel, schlagen jedoch vor, auch die Schuldenbremse zu lockern, um mehr Investitionen zu ermöglichen und damit die Wirtschaft anzukurbeln. Das ist der große Streitpunkt unter den Wirtschaftsweisen. Denn die Schuldenbremse gilt als wichtiger Stabilitätsfaktor für den Staatshaushalt sowie als Vorbild für andere EU-Staaten. Zudem ist sie im Grundgesetz verankert – die drei marktliberalen Ökonomen des Sachverständigenrats, Lars Feld, Volker Wieland und Christoph Schmidt, wollen daran nichts ändern.

„Konjunkturpolitisch blanker Unsinn“

Auch Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp, Leiter des Lehrstuhls für Institutionenökonomik und Wirtschaftspolitik an der Universität Paderborn, hält eine Lockerung der Schuldenbremse für problematisch. Zwar gibt er Truger und Schnabel recht, dass eine etwas höhere Verschuldung sinnvoll sein kann, um für eine Stabilisierung der Konjunktur zu sorgen.

Doch der Plan scheitere an der Umsetzbarkeit: „Etwas“ lasse sich gesetzlich ebenso wenig gut greifen, wie die nur unscharf zu erfassenden Umstände, in denen eine Verschuldung möglich sein sollte. Außerdem sieht Hehenkamp Deutschland in der Verantwortung für weitere EU-Staaten: „Mit Blick auf die Fiskalunion in der EU würde eine unschärfer formulierte, gelockerte Schuldenbremse die Verschuldungstendenzen der südeuropäischen EU-Länder wieder befeuern und somit kontraproduktiv wirken“, so der Paderborner Ökonom.

Seiner Einschätzung nach wird Deutschland knapp an einer Rezession vorbeischrammen – wenn sich die Wirtschaftspolitik von der Schwarzen Null abwende. „Die Schwarze Null ist konjunkturpolitisch blanker Unsinn und gefährlich, da sie im Gegensatz zur Schuldenbremse eine prozyklische Wirkung entfalten kann, die den Abschwung verstärkt und so mit höherer Wahrscheinlichkeit in die Rezession führt“, meint der Professor.

Investitionen im Abschwung erhöhen

Eine grundlegende Änderung in der deutschen Wirtschaftspolitik hält Hehenkamp für unnötig. Denn das abflachende Wirtschaftswachstum sei vor allem durch äußere Faktoren begründet. Die gesamte Weltwirtschaft wachse langsamer, was auf fundamentale Unsicherheiten in der internationalen Welt- und Handelspolitik zurückzuführen sei. Sich abschottende Handels- und Wirtschaftspolitiken, wie zum Beispiel Großbritannien und die USA, wirken sich laut dem Wirtschaftswissenschaftler negativ auf die Nachfrage nach deutschen Investitions- und Industriegütern aus und schwächen somit das deutsche Wirtschaftswachstum. „Letztlich hat die deutsche und europäische Wirtschaftspolitik auf die Exportnachfrage wenig Einfluss. Ein staatsfinanziertes Konjunkturprogramm würde das ebenso wenig ändern“, meint Hehenkamp.

Den Streit zwischen den Wirtschaftsweisen führt er nicht nur auf eine sich wandelnde Wirtschaftsdynamik zurück. Auch die Veränderung in der Zusammensetzung des Sachverständigenrats sei ein Grund für die Uneinigkeit der Wirtschaftsweisen. Schließlich gehe die Forderung nach neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen von den beiden zuletzt berufenen Ökonomen aus: „Ob sich hier ein Generationenwechsel anbahnt, wird die Zukunft zeigen.“

Obwohl der Paderborner Professor eine grundlegende Reform der deutschen Wirtschaftspolitik für überflüssig hält, fordert er eine dringende Abkehr von der Schwarzen Null und eine „Beschränkung auf die Umsetzung der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse“. Das allein erlaube, die Investitionen im Abschwung zu erhöhen, um so die Konjunktur anzukurbeln, ohne dabei die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden.

Lea-Melissa Vehling, Stabsstelle Presse und Kommunikation

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Pressemitteilungen Wirtschaft Standort
news-35163 Tue, 29 Oct 2019 12:14:45 +0100 Energieeffizientes Fahren von Berufskraftfahrern: Prof. Dr. Kirsten Thommes zeigt in einem Forschungsexperiment, wie dies gelingen kann https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/energieeffizientes-fahren-von-berufskraftfahrern-prof-dr-kirsten-thommes-zeigt-in-einem-forschung/ In der London School of Economics (LSE) Business Review ist am 29. Oktober in der Rubrik „Nachhaltigkeit“ ein Forschungsbeitrag von Prof. Dr. Kirsten Thommes erschienen.

In einem Experiment forschte Kirsten Thommes zusammen mit Dr. Christin Hoffmann von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs durch Änderung des Fahrverhaltens von Berufskraftfahrern. Der Artikel mit dem Titel „Nudging professional drivers to improve performance and reduce fuel consumption” ist online verfügbar:
https://blogs.lse.ac.uk/businessreview/2019/10/29/nudging-professional-drivers-to-improve-performance-and-reduce-fuel-consumption/

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Pressemitteilungen Projekte Forschung
news-35149 Wed, 23 Oct 2019 16:05:00 +0200 Prof. Dr. Kirsten Thommes ist 2. Vorsitzende des neuen Ethikrats der Stadt Paderborn https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/prof-dr-kirsten-thommes-ist-2-vorsitzende-des-neuen-ethikrats-der-stadt-paderborn/ Zwischen technologischen Möglichkeiten und ethischen Grundwerten: Stadt Paderborn richtet Ethikrat ein

Pressemitteilung der Stadt Paderborn vom 23.10.2019: „In Zeiten der Digitalisierung ist es besonders wichtig das Wohl des Menschen nicht aus den Augen zu verlieren“, mit diesen Worten betonte Bürgermeister Michael Dreier die Wichtigkeit eines Ethikrates für die Stadt Paderborn. Diese hatte auch der Rat der Stadt Paderborn erkannt und der Bildung des Gremiums einstimmig zugestimmt.

Im Oktober fand nun die erste Sitzung des neuen Ethikrates Digitalisierung statt. Vier Expertinnen und Experten kamen zusammen, um gemeinsam mit Bürgermeister Michael Dreier und der Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung, Christiane Boschin-Heinz, den Ethikrat zu konstituieren. Dieser wird politisch unabhängig sein. Christiane Boschin-Heinz bildet als CDO der Stadt Paderborn die Schnittstelle zwischen dem Ethikrat und der Verwaltung. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Prof. Günter Wilhelms, Theologische Fakultät Paderborn, ernannt. Zweite Vorsitzende ist Prof. Kirsten Thommes, Universität Paderborn. Weitere Mitglieder des Ethikrates sind Prof. Elisabeth Jünemann, Katho Paderborn, und Prof. Reinhard Keil, ehemals Universität Paderborn. Der Rat soll zukünftig noch durch weitere Mitglieder erweitert werden. Denkbar wären Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Lebensbereiche. Der Ethikrat ist dafür zuständig, dass ethische Grundsätze, wie Selbstbestimmung und Autonomie, freie Meinungsbildung oder die Förderung einer werteorientierten Digitalkompetenz für die nachhaltige Digitalisierung der Stadt Paderborn beachtet werden. Er prüft und bewertet die Digitalisierungsbestrebungen der Stadt Paderborn aus ethischer Sicht, sensibilisiert die Beteiligten für ethisch relevante Themen und berät bei ethischen Fragen. In der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe Digitalisierung hatte Prof. Günter Wilhelms über die Aufgaben eines Ethikrates aufgeklärt. Daraufhin hatte die Arbeitsgruppe Digitalisierung dem Rat der Stadt Paderborn empfohlen, der Gründung eines Ethikrates zuzustimmen. In der Ratssitzung am 26. September fasste der Rat schließlich einstimmig den Beschluss, die Verwaltung mit der Initiierung eines Ethikrates zu beauftragen.

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Pressemitteilungen Standort
news-35141 Wed, 23 Oct 2019 15:21:18 +0200 Bestes Korreferat: Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Michael Ebert https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/bestes-korreferat-auszeichnung-fuer-wirtschaftswissenschaftler-prof-dr-michael-ebert/ Prof. Dr. Michael Ebert, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Paderborn, erhielt den diesjährigen „René-Descartes-Preis“.

Mit diesem Preis zeichnet die GEABA (German Economic Association of Business Administration e. V.) jährlich das anregendste und kritischste Korreferat aus.

Als ökonomischer Forschungsverbund fördert die GEABA die Anwendung und Weiterentwicklung der in der mikroökonomischen Theorie entwickelten Instrumente und Methoden auf wirtschaftliche, insbesondere betriebliche Fragestellungen. Hierzu diskutieren Wissenschaftler*innen aus der Betriebswirtschafts- und der Volkswirtschaftslehre ihre aktuellen Forschungsbeiträge im Rahmen des regelmäßig stattfindenden wissenschaftlichen Symposiums zur ökonomischen Analyse der Unternehmung. Auf dem diesjährigen Symposium im September zu mikroökonomischen Methoden im Management hielt Ebert das Korreferat zum wissenschaftlichen Papier „The impact of book-tax conformity on reporting and investment behavior“ von Alexandra Lilge, Rebecca Reineke und Michelle Muraz.

Weitere Informationen zur German Economic Association for Business Administration: 
www.geaba.de

Über Prof. Dr. Michael Ebert

Nach einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann studierte Ebert BWL/Internationales Management an der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg sowie „Management and Culture“ an der Universität Linköping in Schweden. Bis zur Beauftragung im Sommersemester 2015 mit der Vertretung der Professur „Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Externes Rechnungswesen“ an der Universität Paderborn gehörte Michael Ebert seit Dezember 2004 zum wissenschaftlichen Personal der Professur „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen“ an der Universität Mannheim, wo er 2009 promovierte. Im Herbst 2010 besuchte er als Visiting Scholar die Tepper School of Business an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, USA. Am 25. Oktober 2016 wurde Ebert zum Professor für „Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling“ an der Universität Paderborn ernannt.

Im Zentrum seiner Forschungsinteressen stehen:

  • Theorie der Offenlegung, insbesondere zur Frage, unter welchen ökonomischen Rahmenbedingungen die Unternehmensführung freiwillig wertrelevante Informationen offenlegt. Das impliziert Fragen nach der Notwendigkeit regulierter Finanzberichte und dem Informationsgehalt freiwilliger oder verpflichtender Unternehmensoffenlegungen.
  • Corporate Governance Theorie, insbesondere Fragen zum Einfluss von Regulierung.
  • Behavioural Accounting, insbesondere Fragen zur Wahrnehmung und Verarbeitung von Unternehmensinformationen durch individuelle Investoren.

Michael Ebert ist Teilprojektleiter im BWL-Sonderforschungsbereich „Accounting for Transparency“

www.accounting-for-transparency.de

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Pressemitteilungen Projekte Forschung Forschungspreise
news-35143 Wed, 23 Oct 2019 08:11:00 +0200 Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Fachkollegienwahl bis zum 18. November https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/deutsche-forschungsgemeinschaft-dfg-fachkollegienwahl-bis-zum-18-november/ Ab sofort läuft die Mitgliederwahl der DFG-Fachkollegien für die Amtsperiode 2020 bis 2023, bei der auch Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn als Kandidat*innen gelistet sind. Noch bis zum 18. November können die rund 150.000 Wahlberechtigten ihr Votum online abgeben. Dafür wurden vorab Wahlschreiben mit den persönlichen Zugangsdaten verschickt.

Aktuell kandidieren rund 1680 Wissenschaftler*innen für die renommierten Ämter. Wie die DFG mitgeteilt hat, liegt der Anteil der Kandidatinnen bei 33,1 Prozent.

Die Fachkollegien bewerten u. a. Anträge auf finanzielle Förderung von Forschungsvorhaben und kontrollieren außerdem die Wahrung einheitlicher Maßstäbe bei der Begutachtung. Ihre Expertise ist auch gefragt, wenn es um die Weiterentwicklung und Ausgestaltung der DFG-Förderprogramme geht. Entsprechend dem Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit sind sie jeweils einem Fach zugeordnet.

Insgesamt sind 632 Mitglieder in 49 Fachkollegien, die in 211 Fächer unterteilt sind, zu wählen.

Zur Wahl: https://www.dfg.de/dfg_profil/gremien/fachkollegien/fk_wahl2019/

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

Weitere Informationen:

Ihre Stimme für die Wissenschaft - Wahl der Mitglieder der Fachkollegien für die Amtsperiode 2020-2023

http://www.dfg.de/fk-wahl2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg*innen,

die Online-Wahl der Mitglieder der Fachkollegien der DFG für die Amtsperiode 2020 bis 2023 beginnt am Montag, 21.10.2019, 14 Uhr, und endet am Montag, 18.11.2019, 14 Uhr.

Ich möchten Sie herzlich bitten, zu wählen und auch die Wahlberechtigten in Ihrem Umfeld auf die Wahl aufmerksam zu machen. Um die Fachkollegien auf eine breite Basis zu stellen, hoffen wir nicht nur insgesamt auf eine hohe Wahlbeteiligung, sondern insbesondere auch auf eine hohe Beteiligung der promovierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler.

Die direkte Wahl der Mitglieder der Fachkollegien ist ein wichtiger Baustein im System der wissenschaftlichen Selbstorganisation, da die Fachkollegien eine maßgebliche Instanz im Entscheidungsprozess über die Verteilung von Fördergeldern durch die DFG darstellen. Die Wahl gibt Ihnen die Möglichkeit, aktiv und fachnah an dieser Selbstorganisation der Wissenschaft mitzuwirken und die Weichen für die Wissenschaftsförderung durch die DFG zu stellen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass jede wahlberechtigte Person insgesamt 6 Stimmen hat. Sie können dabei einer oder einem Kandidierenden bis zu drei Stimmen geben. Die Stimmen können zudem auf Kandidierende aus unterschiedlichen Fachkollegien bzw. aus unterschiedlichen Fächern aufgeteilt werden. Dies eröffnet z. B. auch die Möglichkeit, dass Sie für Sie fremde Fachkollegien, aber Personen aus der UPB unterstützen. Wir haben als Universität ein großes Interesse daran, möglichst viele Personen aus der UPB in den Fachgruppen zu haben.

Prof. Dr. Birgitt Riegraf
Präsidentin

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Pressemitteilungen
news-35131 Tue, 22 Oct 2019 09:06:24 +0200 Die Fakultät erinnert an ihren Rechtswissenschaftler Prof. Dr. jur. Walter Seidensticker https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/die-fakultaet-erinnert-an-ihren-rechtswissenschaftler-prof-dr-jur-walter-seidensticker/ Die Universität Paderborn und die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften trauern um Prof. Dr. jur. Walter Seidensticker, der im Alter von 90 Jahren am 14. Oktober gestorben ist.

Am Bundesarbeitsgericht (BAG) war Dr. Walter Seidensticker vom 28.6.1976 bis 30.4.1984 Richter und dort vom 1.5.1984 bis 31.12.1993 Vorsitzender Richter. Seit dem Wintersemester 1980/81 und auch noch nach seinem Dienst als Vorsitzender Richter am BAG war er kontinuierlich als Dozent für Arbeitsrecht in den Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn tätig. Hier haben die Kolleginnen und Kollegen seine exzellenten wissenschaftlichen Fähigkeiten und sein großes Engagement für die Vermittlung arbeitsrechtlicher Fragen sowie seine außerordentlichen fachlichen Kompetenzen und seine persönliche Integrität sehr schätzen gelernt. Seine Kompetenzbreite umfasste sämtliche Zentralbereiche des deutschen Arbeitsrechts und er verstand es in einem außerordentlichen Maße, die theoretische Expertise mit der Praxis höchstrichterlicher Entscheidungen zu verbinden. So konnte er exzellent mit seinen praktischen Erfahrungen in Kombination mit der Anwendung wissenschaftlicher Methodik selbst theoretisch komplexe juristische Sachverhalte sowohl methodisch als auch didaktisch anschaulich vermitteln. Mit seinem Wirken an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hat er zum überregionalen Renommee der Hochschule beigetragen. Im Jahre 2002 wurde ihm hierfür die Bezeichnung Honorarprofessor von der Universität Paderborn verliehen.

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften behält ihren hochgeschätzten Kollegen Prof. Dr. jur. Walter Seidensticker in dankbarer Erinnerung. Seiner Familie gelten die aufrichtige Anteilnahme und das Mitgefühl von Universität und Fakultät.

Link zur Traueranzeige: https://www.wb-trauer.de/traueranzeige/walter-seidensticker/anzeigen

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Pressemitteilungen Standort
news-35105 Mon, 14 Oct 2019 17:22:00 +0200 Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften: Prof. Dr. Hendrik Schmitz erläutert Forschungskontext https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/nobelpreis-fuer-wirtschaftswissenschaften-prof-dr-hendrik-schmitz-erlaeutert-forschungskontext/ Am Montag, 14. Oktober, wurden die letzten drei Nobelpreisträger für das Jahr 2019 bekanntgegeben: Die Ökonomen Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer wurden von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften für ihren „experimentellen Ansatz zur Linderung globaler Armut“ ausgezeichnet.

Obwohl der „Wirtschaftsnobelpreis“, wie er im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet wird, gleichzeitig mit den anderen Nobelpreisen vergeben wird und ebenfalls mit einem Preisgeld in Höhe von rund 830.000 Euro dotiert ist, nimmt diese Auszeichnung eine Sonderstellung ein. Als „Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften“ unterscheidet er sich von den anderen Preisen darin, dass er nicht auf das Testament des ursprünglichen Stifters Alfred Nobel zurückgeht, sondern ca. 60 Jahre später, 1968, anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Schwedischen Reichsbank, von dieser gestiftet und im Folgejahr erstmals verliehen wurde.

Prof. Dr. Hendrik Schmitz, Wirtschaftswissenschaftler der Universität Paderborn und Prodekan für Forschung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, erklärt im Interview die Forschungsarbeit der Preisträger und erläutert die Relevanz für unsere Gesellschaft.

Herr Schmitz, was genau versteht man unter Armutsforschung?

Schmitz: Armutsforschung hat verschiedene Ausprägungen. Zunächst versuchen Wissenschaftler zu definieren, nach welchen Kriterien man überhaupt arm ist. Basierend auf dieser Definition wird anhand von Daten ermittelt, wie viele Personen in einer bestimmten Region arm sind und ob sich die Zahl der armen Menschen im Verlauf der Zeit erhöht oder reduziert hat. In einem zweiten Schritt wird untersucht, wie sich Armut auswirkt. Beispielsweise wird untersucht, ob ärmere Menschen schlechtere Gesundheitsversorgung erhalten und daher früher sterben müssen. Und schließlich stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, aus der Armut auszubrechen. Diesem Thema widmen sich die ausgezeichneten Ökonomen. Zentral ist hier zum Beispiel der Zugang zu Bildung. Armutsforscher untersuchen empirisch, welche Maßnahmen wirklich funktionieren um Armut zu bekämpfen. Auf diese Weise können sie politische Entscheidungsträger fundiert beraten.

Wie definieren die ausgezeichneten Ökonomen Armut? Wie legt man Armutsgrenzen fest?

Schmitz: Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen relativer und absoluter Armut. Relative Armut bedeutet, dass man nicht notwendigerweise hungern muss, um arm zu sein. Wer deutlich weniger Geld als ein Durchschnittsverdiener bekommt, kann durchaus sozial ausgegrenzt sein und unter Armut leiden. In Deutschland gilt ein Haushalt in der Regel als arm, wenn er über weniger als 60% des Median-Haushaltseinkommens verfügt – also wenn man alle Haushalte nach Einkommen sortiert, den mittleren auswählt und davon 60% nimmt. Dies ist in der Regel die Definition von Armut in entwickelten Ländern.

Die ausgezeichneten Ökonomen untersuchen Armut vor allem in Entwicklungsländern. Hier wird in der Regel der absolute Armutsbegriff angewendet. Arm ist laut derzeitiger Definition der Weltbank demnach, wer mit weniger als 1,9 Dollar pro Tag auskommen muss. Die ausgezeichneten Forscher befassen sich verstärkt mit Regionen der Welt, in denen die Ärmsten der Armen leben und legen hierzu eine Armutsgrenze von 99 US-Cent an.

Aber weder bei absoluter noch relativer Armut gibt es allgemeingültige Grenzen. Verschiedene Interessengruppen legen verschiedene Kriterien an, je nachdem ob eine höhere oder niedrigere Armutsquote erwünscht ist. Für die Forschung der Nobelpreisträger ist die Definition der Armutsgrenze allerdings nicht zentral.

Worin liegt der experimentelle Ansatz der Preisträger bei ihrer Forschung?

Schmitz: Die drei Ökonomen haben den Nobelpreis vor allem auch für die Etablierung ihrer Forschungsmethode in den Wirtschaftswissenschaften erhalten: den „Feldexperimenten“. Mit dieser Methode können sie rigoros untersuchen, welche Maßnahmen zur Armutsreduktion funktionieren und vor allem auch, welche nicht. Ähnlich wie in der Medizin führen sie dazu kontrolliert randomisierte Experimente durch (randomized controlled trials). Um zum Beispiel zu testen, welche Maßnahmen für eine bessere Bildung von Kindern sorgen, probieren sie diese einzeln aus. Sie teilen Schüler nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe erhält zum Beispiel regelmäßige Gesundheitsvorsorge, etwa Wurmkuren, die andere nicht. Dann werden beide Gruppen über einen längeren Zeitraum verfolgt. In der Gruppe mit besserer Gesundheitsversorgung bleiben die Kinder deutlich seltener dem Unterricht fern und erzielen bessere Ergebnisse. Sie probieren so auch viele andere Maßnahmen aus, etwa das Verteilen von Schulbüchern, die Verkleinerung von Schulklassen oder die Errichtung von Computerräumen, die sich allerdings als deutlich weniger wirksam erwiesen. Von vielen Maßnahmen, bei denen man annehmen könnte, dass sie alle funktionieren, bleiben nur wenige übrig, bei denen es tatsächlich bewiesen werden kann.

Welche Relevanz hat Armutsforschung heute?

Schmitz: Armutsforschung hat in der Volkswirtschaftslehre lange ein Schattendasein gefristet. Dies hat sich grundlegend geändert. Die hohe wissenschaftliche Relevanz zeigt sich natürlich daran, dass am Montag der Wirtschaftsnobelpreis an drei Armutsforscher vergeben wurde und damit nicht nur die Forscher, sondern auch das Forschungsfeld geadelt wurden. Bereits 2015 hat mit Angus Deaton ein Ökonom den Nobelpreis erhalten, der Ungleichheit und Armut erforscht – mit ganz anderen Ansätzen als die diesjährigen Preisträger. Etabliert ist dieser Forschungszweig mittlerweile aber insbesondere beim Thema der absoluten Armut in Entwicklungsländern. Die Erforschung (relativer) Armut in entwickelten Ländern ist weniger stark ausgeprägt.

Die Forschung der Preisträger besticht vor allem auch durch ihre praktische Relevanz. Sie ermitteln immer wieder kleinteilige Lösungsvorschläge für Armutsprobleme, die auch von politischen Entscheidungsträgern umgesetzt werden können und die nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive interessant sind. Gerade in den allerärmsten Ländern mangelt es noch immer am Wesentlichen. Bei der Armutsbekämpfung und Entwicklungsökonomie stellt sich die zentrale Frage, wie es Entwicklungsländern gelingen kann, aus dieser Armutsfalle auszubrechen. Hier geht es insbesondere um Zugang zu sauberem Wasser und Lebensmitteln, zu Gesundheitsleistungen sowie zu Bildung. Dies gilt in verstärktem Maß für Kinder, insbesondere für Mädchen. Wichtig ist zudem der Aufbau von Institutionen, etwa einer funktionierenden Verwaltung in Gemeinden.

Jennifer Strube, Stabsstelle Presse und Kommunikation;
Prof. Dr. Hendrik Schmitz, Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung

Weitere Informationen:
Zuvor wurde der Nobelpreis für Chemie bekanntgegeben und erläutert,
s. Pressemitteilung der Universität Paderborn vom 11.10.2019

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Pressemitteilungen Internationales Wirtschaft Internationales Forschungspreise
news-35047 Fri, 04 Oct 2019 15:48:00 +0200 Benjamin Oßwald für steuerwissenschaftliche Forschung ausgezeichnet https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/benjamin-osswald-fuer-steuerwissenschaftliche-forschung-ausgezeichnet/ Für den Beitrag „Do Country Risk Factors Attenuate the Effect of Taxes on Corporate Risk-Taking?“ erhielt Benjamin Oßwald den „Edmund Outslay Outstanding Paper Award“ der University of Illinois.

Diese Auszeichnung für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Steuerwesens fand jüngst beim „Tax Doctoral Consortium IV“ der University of Illinois in Chicago statt.

Der Forschungsbeitrag ist zusammen mit Caren Sureth-Sloane, die an der Universität Paderborn die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, innehat, entstanden. In der Studie gehen die Autoren der Frage nach, ob steuerliche Anreize im Zusammenhang stehen mit der oft angestrebten Erhöhung der Bereitschaft, riskante bzw. innovative Investitionen durchzuführen. Sie finden Hinweise darauf, dass dieser Zusammenhang durch politische oder fiskalische Risiken im Investitionsland abgeschwächt oder sogar aufgehoben wird, Der Beitrag ist Teil des in diesem Jahr gestarteten BWL-Sonderforschungsbereiches „Accounting for Transparency“, dessen Sprecherin Caren Sureth-Sloane ist.

Der Beitrag ist online verfügbar unter: http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3297418.

Weitere Informationen zu Benjamin Oßwald, Ph. D.:
Oßwald hat Ende 2018 im Rahmen des Doktorandenprogramms „Doctoral Program in International Business Taxation“ (DIBT) an der Wirtschaftsuniversität Wien promoviert und wurde dabei von Prof. Dr. Caren Sureth-Sloane betreut. Zurzeit forscht er an der Wisconsin School of Business der University of Wisconsin in Madison.
https://wsb.wisc.edu/directory/students/phd/students/benjamin-osswald

Link zum SFB „Accounting for Transparency“: www.accounting-for-transparency.de

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Pressemitteilungen Internationales Projekte Forschung Internationales Forschungspreise
news-35029 Wed, 02 Oct 2019 12:21:40 +0200 „Chinesische Kulturtage“: Hochschulangehörige berichten über die vielfältigen Verbindungen der Universität Paderborn nach China https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/chinesische-kulturtage-hochschulangehoerige-berichten-ueber-die-vielfaeltigen-verbindungen-der-unive/ Am Freitag, 27. September, konnten Interessierte im Rahmen der „Chinesischen Kulturtage“ in Paderborn einen Einblick in die vielfältigen Verbindungen der Universität nach China erhalten. In insgesamt sechs Vorträgen wurde über die zum Teil sehr engen und langjährigen Zusammenarbeiten mit verschiedenen chinesischen Partneruniversitäten berichtet. Neben den zahlreichen Angeboten für chinesische Studierende – u. a. eine Summer School für Elektrotechnik-Studierende, Betreuung und studienvorbereitende Kurse an der Chinesisch-Deutschen Technischen Fakultät (CDTF), Deutschkurse und Kooperationen im Bereich Ausbildung von Deutschlehrer*innen in der Germanistik, sowie neue Möglichkeiten im Rahmen des Chinesisch-Deutschen-Campus (CDC), ein materialwissenschaftliches Studium an der Universität Paderborn aufzunehmen – wurden auch verschiedene Möglichkeiten für Studierende der Universität Paderborn vorgestellt, einen Aufenthalt in China in ihr Studium zu integrieren.

Studierende der Studiengänge Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurswesen und Chemieingenieurwesen können beispielsweise die Studienausrichtung „mb-cn“ wählen und in diesem Rahmen u. a. ein Auslandssemester in China verbringen oder eine Summer School besuchen. Zwei Studierende aus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften mit dem Studienschwerpunkt „Asian Studies in Business and Economics" (ASBE) berichteten außerdem von ihren Erfahrungen während ihres Auslandssemesters in Shanghai bzw. Peking. Auch in der Forschung spielt China für Wissenschaftler*innen der Universität eine zunehmend wichtige Rolle. So stellte der letzte Vortrag beispielsweise eindrucksvoll dar, wie stark China sich derzeit auf sein kulturelles Erbe besinnt und z. B. neue Museen gründet und auch die Forschung in diesem Bereich verstärkt.

Eingerahmt wurden die Vorträge durch musikalische Darbietungen von Le Wang auf der Guzheng, einem traditionellen chinesischen Saiteninstrument, sowie durch einige Köstlichkeiten der chinesischen Küche. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Torsten Meier, Vizepräsident für Internationale Beziehungen, und von Prof. Dr. Wolfgang Bremser, deutscher Direktor des Konfuzius-Instituts Paderborn.

Link zum ASBE-Programm der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften:
https://wiwi.upb.de/international/outgoing/international-students/asian-studies-in-business-and-economics/allgemeine-informationen/

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news-35025 Tue, 01 Oct 2019 15:09:55 +0200 Roboterassistenz für Pflegedienstleistungen: Workshop schafft Verbindung von Theorie und Praxis https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/roboterassistenz-fuer-pflegedienstleistungen-workshop-schafft-verbindung-von-theorie-und-praxis/ Wie können Roboter künftig in der Pflege eingesetzt werden und was ist dabei zu beachten?

Das war am 19. September Thema eines englischsprachigen Workshops im Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn. Der Workshop wurde im Rahmen des mit EU-Mitteln geförderten Forschungsprojekts „ORIENT“ von Prof. Dr. Kirsten Thommes von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und ihrer Doktorandin Julia Hoppe veranstaltet. In diesem internationalen und interdisziplinären Projekt wird untersucht, welche Informationen die betroffenen Gesellschaftsmitglieder – und vor allem zukünftige Nutzer – benötigen, um neue Assistenztechnologien bedarfsgerecht entwickeln, annehmen und effizient bei der Pflegeunterstützung anwenden zu können. Im Mittelpunkt stehen die Informations- und Kommunikationsbedarfe von Patienten, Angehörigen, Pflegefachkräften und -organisationen, Verbänden, Roboterherstellern, Versicherungen sowie politischen Entscheidungsträgern. Mit den Ergebnissen aus der Projektarbeit soll eine Orientierung für die effektive Nutzung von Technologieunterstützung bei Pflegedienstleistungen im Sinne einer Mitgestaltung gegeben werden.

Der vierstündige Workshop in Paderborn diente einer intensiven Kommunikation zwischen Wissenschaft und den in der Praxis betroffenen Gruppen. Zusammen mit den anwesenden Projektbeteiligten der drei Partneruniversitäten aus Finnland, Schweden und Deutschland sowie kooperierenden Forschern aus Österreich wurde hierbei mit einem interdisziplinären Publikum aus Pflegedienstleitungen, Herstellerunternehmen von Assistenzrobotik, Verbänden, Forschungsinstituten und potenziellen Nutzern über zukünftige Anwendungsmöglichkeiten der Assistenz von Robotik für Pflegedienstleistungen diskutiert. Dabei haben die drei Forschungsteams des Projektes „ORIENT“ ihre jeweiligen Untersuchungsergebnisse vorgestellt.

Das ORIENT-Team hat sich im ersten Schritt mit der Mikroebene und der Interaktion der verschiedenen Interessengruppen der robotikgestützten Pflegedienstleistungen beschäftigt. Dabei wurden die Perspektiven potenzieller Nutzer und Nutzerinnen vorgestellt, z. B. die von älteren Menschen, deren Angehörigen oder von professionellem Betreuungs- und Pflegepersonal. Federführend beim Zusammentragen der Ergebnisse aus den drei Ländern war das schwedische Team von der Mälardalen University (MDH). Die beiden schwedischen Wissenschaftlerinnen brachten ihre besondere Expertise aus den Bereichen Altenpflege, E-Homecare, Demenzpflege und aus den Pflegewissenschaften ein sowie wichtige Erfahrungen aus ihrem nationalen Netzwerk, insbesondere mit öffentlichen Einrichtungen, die bereits Sozialtechnologie und Pflegeroboter einsetzen.

Das Team aus Finnland von der Lappeenranta-Lahti University of Technology (LUT) war auf der Mesoebene die zusammentragende Instanz – hier wurden z. B. Verbände, Bildungseinrichtungen und Technologieunternehmen berücksichtigt. Mit der Expertise – beispielsweise in den Bereichen soziotechnischer Wandel, benutzungsorientierte Innovation, Dienstleistungsinnovation, Einsatz von Wohlfühltechnologien und Mensch-Computer-Interaktion – plädierten die vier finnischen Wissenschaftlerinnen dafür, bei der Entwicklung von robotikgestützten Pflegedienstleistungen und deren Einbindung in Gesellschaft und Praxis nicht einfach bei der Technologieentwicklung zu starten, sondern vorher besonnen mit einem Dialog der involvierten Gruppen zu beginnen.

Das Team von der Universität Paderborn konzentrierte sich bei den Forschungsarbeiten insbesondere auf die Makroebene, wozu z. B. Forschungseinrichtungen, die Politik und die Medien gefragt wurden. Dabei brachten die beiden Wissenschaftlerinnen aus dem Department Management der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ihre Expertise aus den Bereichen der Teamarbeit, der Mensch-Maschine-Interaktion und deren Einfluss auf die Beschäftigten bei ihrer Arbeit sowie Expertise in wirtschaftswissenschaftlichen Experimenten ein.

Als zusätzliche Referenten waren Prof. Dr. Ulrich Rückert und Prof. Dr. Ipke Wachsmuth von der Universität Bielefeld eingeladen, die mit den Anwesenden über kognitive Interaktionstechnologie und ethische Fragen zur Unterstützung durch Robotik diskutierten.

Prof. Dr. Kirsten Thommes und Julia Hoppe zum Erfolg ihres zum Projekt „ORIENT“ veranstalteten Workshops: „Alle betroffenen Anspruchsgruppen waren vertreten. Durch die verschiedenen Perspektiven, die die Anwesenden aus Wissenschaft und Praxis in die Diskussionen eingebracht haben, konnten die jeweiligen Bedarfe und Ansprüche diskutiert werden. Darüber hinaus ist es gelungen, während des Workshops und vor allem auch in den Pausen einen Dialog zwischen den unterschiedlichen beteiligten Gruppen zum Thema Assistenzrobotik in der Pflege zu schaffen und somit deren Netzwerk zu erweitern.“

Link zum Projekt „ORIENT“: https://www.uni-paderborn.de/nachricht/87404/

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news-35023 Tue, 01 Oct 2019 12:21:05 +0200 16 Millionen Euro Exzellenz-Förderung: NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart übergibt Förderbescheid https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/16-millionen-euro-exzellenz-foerderung-nrw-wirtschaftsminister-pinkwart-uebergibt-foerderbescheid/ Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat gestern in Düsseldorf der Universität Paderborn den Förderbescheid über 16 Millionen Euro für das Exzellenz Start-up Center.OWL an Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer der Universität, Prof. Dr. Rüdiger Kabst, wissenschaftlicher Leiter des TecUP, Prof. Dr. Sebastian Vogt, Geschäftsführer des TecUP, und Prof. Dr. Jürgen Brautmeier, stellvertretender Vorsitzender des Hochschulrats der Universität, übergeben.

„Die Universität Paderborn kann damit das Fundament für eine nachhaltige Gründungskultur auf dem Campus legen“, sagte Minister Pinkwart. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft soll die Start-up-Kultur in OWL intensiv vorangebracht werden. Die Entscheidung war bereits im Januar gefallen.

Minister Pinkwart: „Das Exzellenz Start-up Center.OWL wird das Gründungsgeschehen auf dem Campus wie in der Region positiv beeinflussen. Durch die Integration der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Fachhochschule Bielefeld in das Konzept wird das Start-up-Ökosystem in der ganzen Region nachhaltig gestärkt.“

Die Universität will die Gründungskultur in enger Kooperation mit transferorientierten Wissenschaftler*innen und Partner*innen aus der Wirtschaft künftig noch weiter ausbauen. „Wir fühlen uns durch die Förderung, die die herausragenden bereits geschaffenen Strukturen zur Gründungsförderung und im Technologiertransfer unserer Universität würdigt, sehr geehrt“, so Vizepräsident Fahr anlässlich der Übergabe. „Das Exzellenz Start-up Center.OWL baut auf den Stärken der Region auf, die nicht nur über eine Hochschullandschaft mit Spitzenforschung, sondern gleichzeitig über mittelständische Technologie- und Weltmarktführer verfügt“, ergänzt TecUP-Geschäftsführer Prof. Dr. Sebastian Vogt, der mit dem Gründungsinkubator garage33 an der Auszeichnung maßgeblich beteiligt ist.

„Im Wettbewerb überzeugte vor allem das regional ausgerichtete, innovative Konzept der Universität Paderborn. Die Hochschule will Schwerpunkte in den Bereichen digitale Transformation, Internet der Dinge und Business-to-Business-Gründungen setzen“, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums.

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation
 

Weitere Informationen:

Link zur Pressemitteilung der Universität Paderborn vom 01.10.2019:
https://www.uni-paderborn.de/nachricht/91123/

Link zur Pressemitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums vom 30.10.2019:
https://www.wirtschaft.nrw/pressemitteilung/ruhr-universitaet-bochum-die-technische-universitaet-dortmund-und-die-universitaet

Link zur Exzellenz-Auszeichnung „Exzellenz Start-up Center.NRW“ vom 17.01.2019:
https://wiwi.upb.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/die-wissenschaftler-kabst-und-vogt-aus-den-wirtschaftswissenschaften-werben-bis-zu-20-millionen-euro/

Link TecUP:
http://tecup.de/

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Pressemitteilungen Wirtschaft Standort
news-35001 Thu, 26 Sep 2019 09:19:04 +0200 Forschung im Mittelpunk: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften veranstaltet dreitägigen Forschungsworkshop in Melle https://wiwi.uni-paderborn.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachricht/newsid/forschung-im-mittelpunk-fakultaet-fuer-wirtschaftswissenschaften-veranstaltet-dreitaegigen-forschungsw/ Der regelmäßig von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn veranstaltete Fakultätsforschungsworkshop fand in diesem Jahr vom 11. bis 13. September in Melle statt.

Die nun schon seit mehreren Jahren im zweijährlichen Rhythmus durchgeführte Veranstaltung fördert den Austausch über Forschungsarbeiten innerhalb der gesamten Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Gerade den Nachwuchswissenschaftlerinnen und  -wissenschaftlern bietet sich hier die gute Gelegenheit, aktuelle Arbeiten vorzustellen und mit Mitgliedern aus den unterschiedlichen Departments der Fakultät zu diskutieren und internes Netzwerken zu betreiben.

Das Angebot stieß wieder auf große Resonanz: 86 Fakultätsmitglieder, darunter 19 Professorinnen und Professoren, nutzten die Gelegenheit, sich intensiv dem Austausch von Forschungsinteressen und ‑ergebnissen zu widmen. In insgesamt sechs Plenarvorträgen, acht Forschungsvorträgen und 14 Postern, die in zwei Postersessions diskutiert wurden, war das fachliche Spektrum der Fakultät mit Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftspädagogik vertreten. Das Spektrum zeigte sich auch in den vier Methodenworkshops, die neu in das Programm aufgenommen wurden und in denen Experten grundlegende Einblicke in ihre Forschungsmethoden gaben.

Als bester Vortrag wurde der Beitrag von Jürgen Neumann mit dem „Best Paper Award“ und als bestes Poster wurde das Poster von Benedikt Alberternst mit dem „Best Poster Award“ besonders ausgezeichnet.

Als Resümee hält Prof. Dr. Hendrik Schmitz, Prodekan für Forschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, fest: „Der Workshop mit seiner enormen Teilnehmerzahl spiegelt einen wesentlichen Bestandteil des Erfolgskonzepts der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wider: die enge Zusammenarbeit über Departments und Fächergruppen innerhalb der Fakultät hinweg. Dies trägt entscheidend zu der Vielzahl an Drittmittelprojekten, herausragenden Promotionen, Veröffentlichungen in internationalen Topjournals und sehr guten Rankingplatzierungen bei, über die wir uns kontinuierlich freuen können.“

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