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Aktuelle Themen für Abschlussarbeiten

Hier finden Sie aktuell ausgeschriebene Themen für Abschlussarbeiten.

Bachelorarbeiten

Expertenbefragung (Delphi Studie) zur Anwendung und Gestaltung von blockchain-basierten B2B-Bewertungssystemen (Reputationssystemen)

Eine Blockchain ist eine dezentrale und zuverlässige Speichermöglichkeit, um Transaktionen zwischen Unternehmen sicher durchzuführen. Die Blockchain-Technologie wird in Zukunft viele neue Anwendungsszenarien im B2B Kontext ermöglichen und einen sehr großen Einfluss darauf haben, wie Unternehmen in Zukunft Geschäfte abwickeln werden. Mit dieser Technologie soll Vertrauen zwischen Wirtschaftsakteuren aufgebaut werden, ohne dass ein vertrauenswürdiger Intermediär notwendig ist. Es wird diskutiert, dass die Blockchain-Technologie ein fehlendes Bindeglied für die Entwicklung robuster Reputationssysteme in B2B-Szenarien ist (Cai und Zhu 2016; Catalini und Gans 2016; Möhlmann et al. 2019). Der Begriff Reputationssystem ist in der Forschung gleichbedeutend mit dem Begriff Bewertungssystem/Feedbacksystem.

Obwohl Reputationssysteme im B2B Kontext in Zukunft eine sehr hohe wirtschaftliche Relevanz haben werden, ist die Forschungslage zu solchen Systemen sehr begrenzt (Dikow et al. 2015; Gutt et al. 2019). Um die Auswirkungen solcher Systeme zu verstehen, sind Expertenmeinungen eine wichtige wissenschaftliche Grundlage. Um diese zu erheben, eignet sich eine Delphi- Studie (mehrstufige Interviewrunden mit Experten) (Schlecht et al. 2021).

Das Ziel der Arbeit ist es, einen entsprechender Fragebogen zu erarbeiten und die entsprechenden Interviews durchzuführen, um zu Erkenntnissen zu gelangen, welche Auswirkungen ein blockchain-basiertes B2B-Reputationssystem auf Unternehmen/die Wirtschaft haben könnte. Hier können je nach (Interessensschwerpunkt und) Interviewpartnern unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Um die Erarbeitung des Fragebogens zu unterstützen, stellt der Lehrstuhl ein innovatives Konzept für ein blockchain-basiertes Reputationssystem bereit, auf Basis dessen die Befragung durchgeführt werden soll. Im Rahmen der Arbeit sollen außerdem die Grundlagen zu Blockchain-Technologie und Reputationssystem sowie Grundlagen der ordnungsgemäßen methodischen Durchführung der Befragung thematisiert werden. Die Ergebnisse aus der Delphi-Studie sollen aufbereitet und im Kontext der vorhandenen Literatur diskutiert werden.

Quellen:

  • Cai, Y., and Zhu, D. 2016. Fraud Detections for Online Businesses: A Perspective from Blockchain Technology. Financial Innovation (2:1), pp. 1-10.
  • Catalini, C., and Gans, J. S. 2016. Some Simple Economics of the Blockchain, Working Paper 22952, National Bureau of Economic Research.
  • Dikow, H., Hasan, O., Kosch, H., Brunie, L., & Sornin, R. (2015). Improving the Accuracy of Business-to-Business (B2B) Reputation Systems through Rater Expertise Prediction. Computing, 97(1), 29-49.
  • Gutt, D., Neumann, J., Zimmermann, S., Kundisch, D., & Chen, J. (2019). Design of Review Systems–A Strategic Instrument to Shape Online Reviewing Behavior and Economic Outcomes. The Journal of Strategic Information Systems, 28(2), 104-117.
  • Möhlmann, M., Teubner, T., and Graul, A. 2019. Leveraging Trust on Sharing Economy Platforms: Reputation Systems, Blockchain Technology and Cryptocurrencies, in Handbook of the Sharing Economy, R. Belk, G. M. Eckhardt and F. Bardhi (eds.), Cheltenham: Elgar, pp. 290-302.
  • Schlecht, L., Schneider, S., & Buchwald, A. (2021). The Prospective Value Creation Potential of Blockchain in Business Models: A Delphi Study. Technological Forecasting and Social Change, 166, 120601.

Betreuer: Simon Hemmrich

Literaturübersicht zu Geschäftsmodellen durch Blockchain Technologie

Ein tragfähiges Geschäftsmodell ist essenziell für Unternehmen. Das Geschäftsmodell ist dabei Dreh- und Angelpunkt für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens und nimmt deswegen einen sehr hohen Stellenwert ein. Der aufkommende Trend der Blockchain Technologie hat das Potenzial, Geschäftsmodelle von Unternehmen grundlegend zu verändern (z.B. Beck et al, 2017; Morkunas et al. 2019; Weking et al. 2020). Blockchain Implementierungen lassen sich im Kontext von industriellen Anwendungen in drei Typen aufteilen: Öffentliche, konsortiale und private Blockchain. Insbesondere Geschäftsmodelle in offenen blockchain-basierten Ökosystemen (in der Regel basierend auf einer öffentlichen Blockchain) stellen hierbei eine interessante Forschungsmöglichkeit dar (Purusottama et al. 2022; Riasanow et al. 2018; Risius and Spohrer 2017).

Vor dem Hintergrund neuer Anwendungsszenarien, wie Business-to-Business Bewertungssystemen basierend auf der Blockchain Technologie, stellt sich die Frage, inwiefern B2B-Bewertungen Einfluss auf die aktuellen Geschäftsmodelle haben, aber auch inwiefern solche Bewertungssysteme neue Geschäftsmodelle ermöglichen.

Ziel der Arbeit ist es daher, einen strukturierten Literaturüberblick zu Geschäftsmodellen zu erarbeiten und zu evaluieren, inwiefern sich diese für die oben genannten Typen der Blockchain Technologie eignen. Anschließend soll dies vor dem Hintergrund von blockchain-basierten Bewertungssystemen diskutiert werden.

Quellen:

  • Beck, R., Avital, M., Rossi, M., & Thatcher, J. B. (2017). Blockchain Technology in Business and Information Systems Research. Business & Information Systems Engineering, 59(6), 381-384.
  • Morkunas, V. J., Paschen, J., & Boon, E. (2019). How Blockchain Technologies Impact your Business Model. Business Horizons, 62(3), 295-306.
  • Purusottama, A., & Kadarusman, Y. B. (2022). Unlocking the Business Model Innovation Potential on a Public Blockchain Ecosystem: A Critical Realism Approach. International Journal of Applied Business Research, 4(1), 84-99.
  • Riasanow, T., Burckhardt, F., Soto Setzke, D., Böhm, M., & Krcmar, H. (2018). The Generic Blockchain Ecosystem and its Strategic Implications. 24th Americas Conference on Information Systems (AMCIS), New Orleans.
  • Risius, M., & Spohrer, K. (2017). A Blockchain Research Framework. Business & Information Systems Engineering, 59(6), 385-409.
  • Weking, J., Mandalenakis, M., Hein, A., Hermes, S., Böhm, M., & Krcmar, H. (2020). The Impact of Blockchain Technology on Business Models–A Taxonomy and Archetypal Patterns. Electronic Markets, 30(2), 285-305.

Betreuer: Simon Hemmrich

Katastrophenschutz für das Versorgungsnetz - Entwicklung eines Geoinformationssystems zur Darstellung und Visualisierung von räumlichen Einflüssen auf kritische Infrastrukturen

Erneuerbare Energien wie Solar und Windkraft und neuartige Netzkomponenten wie Ladestationen für elektrische Fahrzeuge sind maßgebliche Treiber der Energie- und Mobilitätswende. Diese sind Teil des Energienetztes, welches die Grundlage der Versorgungssicherheit der Bevölkerung darstellt und somit eine kritische Infrastruktur ist. Die Anlagen des Versorgungsnetzes sind besonders schützenswert und sind dennoch vielfältigen äußeren Einflüssen ausgeliefert. Durch Extremwetterereignisse wie Sturm, Überflutungen oder Waldbrände wird die Sicherheit dieser Anlagen gefährdet. Daher ist es von großer Relevanz, Kenntnisse über vergangene, aktuelle und vorhergesagte Katastrophen zu haben und diese in Relation zu den vorhandenen Anlagen bewerten zu können.

Mithilfe von Geoinformationssystemen können diese Daten erfasst, untersucht und visualisiert werden, um die wichtige Infrastruktur schützen zu können.

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es daher, ein Geoinformationssystem zu entwickeln, welches die Visualisierung und Analyse von Daten des Katastrophenschutzes mit den aktuellen Netzdaten ermöglicht.

Literatur:

Chrisman, N. R. (1999). What does ‘GIS’mean?. Transactions in GIS, 3(2), 175-186.

Peffers, K., Tuunanen, T., Rothenberger, M. A., & Chatterjee, S. (2007). A Design Science Research Methodology for Information Systems Research. Journal of Management Information Systems, 24(3), 45-77

Coppock, J. T. (1995). GIS and natural hazards: an overview from a GIS perspective. Geographical information systems in assessing natural hazards, 21-34.

Betreuerin: Jennifer Priefer

Analyse und Visualisierung von aktuellen und historischen Zustandsdaten im Mittelspannungsnetz - Entwicklung eines Web-basierten Geoinformationssystems

Die Energie- und Mobilitätswende stellt das bestehende Mittelspannungsnetz in Deutschland vor große (technische) Herausforderungen. Lastschwankungen durch die Einspeisung durch erneuerbare Energien und Ladebedarfe für beispielsweise Elektroautos belasten Anlagen wie Stromstationen mitunter stark, weshalb der aktuelle Status dieser Anlagen von großer Relevanz ist. Im Projekt FLEMING wird dieser Status u.a. mithilfe von Sensoren bestimmt. Da diese Messwerte zu einer Anlage mit geographischem Bezug gehören, bietet die Visualisierung des aktuellen Netzzustandes im Versorgungsgebiet den Verantwortlichen Netzbetreibern einen erheblichen Mehrwert.

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es daher, ein Konzept für eine Web-basierte GIS-Anwendung zu entwickeln, welche die Visualisierung aktueller und historischer Zustandsdaten von relevanten Netzkomponenten ermöglicht.

Literatur:

Chrisman, N. R. (1999). What does ‘GIS’mean?. Transactions in GIS, 3(2), 175-186.

Hoffmann, M. W., Wildermuth, S., Gitzel, R., Boyaci, A., Gebhardt, J., Kaul, H., ... & Stich, V. (2020). Integration of Novel Sensors and Machine Learning for Predictive Maintenance in Medium Voltage Switchgear to Enable the Energy and Mobility Revolutions. Sensors, 20(7), 2099.

Peffers, K., Tuunanen, T., Rothenberger, M. A., & Chatterjee, S. (2007). A Design Science Research Methodology for Information Systems Research. Journal of Management Information Systems, 24(3), 45-77

Betreuerin: Jennifer Priefer

Geschäftsmodelle und Zahlungsbereitschaften für Dienstleistungen auf IoT- und Edge Plattformen

In Kooperation mit der Weidmüller GmbH & Co. KG bieten wir ein Abschlussarbeitsthema im Bereich „Geschäftsmodelle und Zahlungsbereitschaften für Dienstleistungen auf IoT- und Edge Plattformen“ an.

Informationstechnologie (IT) und Operationstechnologie (OT) -systeme in der Industrie stehen am Anfang eines Veränderungsprozesses. Geräte, wie Steuerungen oder Industrie PCs, werden immer leistungsfähiger und gleichzeitig werden neuen Technologien wie 5G verfügbar. Außerdem ergeben sich mit intelligenten und vernetzen Geräten neue Produktfunktionalitäten sowie Kombinationsmöglichkeiten der Leistungserstellung (Beverungen et al. 2018; Porter und Heppelmann 2014). Das birgt neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen, wie zum Beispiel das Management solcher IT-Systeme. Die Markteilnehmer aus dem Bereich Cloud Services erkennen zunehmend eine neue Geschäftsmöglichkeit in diesen neu entstehenden B2B-Märkten.

Eine Möglichkeit, den Markt zu erschließen, sind die Etablierung oder der Beitritt zu einer digitalen Plattform. Hierfür werden passende Strategien benötigt, um sich am neuen Markt zu etablieren und am Plattformgeschäft teilzuhaben (Parker und Van Alstyne 2014; Van Alystne et al. 2016). Um die individuelle Plattformstrategie zu entwickeln, müssen Unternehmen ihre Ausgangssituation und ihren individuellen Wertbeitrag beim Kunden unter Berücksichtigung anderer Akteure genau kennen (Klein et al. 2018).

Das Ziel der Arbeit ist es daher, am Beispiel eines ausgewählten Zielsegmentes im Markt (z.B. Intralogistik) mögliche Plattformtypen zu identifizieren und darauf aufbauend unterschiedliche Referenz-Plattformstrategien zu erarbeiten, um aus Endkundensicht Wert aus Daten zu generieren (Data-to-Value). Im Rahmen der Abschlussarbeit sind insb. folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Wie lässt sich das Marktumfeld beschreiben und wie ist die strategische Ausgangslage einzuordnen? Passend dazu soll identifiziert werden, wie auf der Grundlage von IoT- /Edge-Plattformen ein verteidigungsfähiger Wettbewerbsvorteil ausgestaltet werden kann.
  • Wie hoch ist der monetäre Kundennutzen für den Endanwender für das spezifische Segment und wie groß ist die Zahlungsbereitschaft der Kunden? Dies ist konzeptionell anhand ausgewählter Kunden oder empirisch mithilfe von Methoden der Zahlungsbereitschaftsanalyse (z.B. Conjoint Analyse) zu untersuchen.

Abschließend sollen Handlungsoptionen für die Positionierung von Herstellern von Automatisierungsgeräten hinsichtlich einer Plattformstrategie unter Berücksichtigung von IoT-Software und neuen Service-Angeboten abgeleitet werden.

Zielgruppe: Insb. Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen

Referenzen:

  • Backhaus, K., Becker, J., Beverungen, D., Frohs, M., Knackstedt, R., Müller, O., Steiner, M., & Weddeling, M. (2010). Vermarktung hybrider Leistungsbündel — Das ServPay Konzept. Berlin, Heidelberg: Springer.
  • Beverungen, D., Lüttenberg, H., & Wolf, V. (2018). Recombinant Service Systems Engineering. Business & Information Systems Engineering, 60(5), 377-391.
  • Klein, M. M., Biehl, S. S., & Friedli, T. (2018). Barriers to Smart Services for Manufacturing Companies–An Exploratory Study in the Capital Goods Industry. Journal of Business & Industrial Marketing.
  • Parker, Geoffrey and Van Alstyne, Marshall W., Platform Strategy (2014). The Palgrave Encyclopedia of Strategic Management (http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.2439323).
  • Porter, M. E., & Heppelmann, J. E. (2014). How Smart, Connected Products are Transforming Competition. Harvard Business Review, 92(11), 64-88.
  • Van Alstyne, M. W., Parker, G. G., & Choudary, S. P. (2016). Pipelines, Platforms, and the New Rules of Strategy. Harvard Business Review, 94(4), 54-62.

Betreuer: Simon Hemmrich

Design Science Research Projekt zu (blockchain-basierten) Token Curated Registries in Service Systemen

Token Curated Registires (TCR) wurden erstmalig von Goldin (2017) in einem Blockpost erwähnt. TCR sind eine auf Blockchain Technologie-basierende dynamische Abstimmungsliste, bei der Netzwerkteilnehmer einen Anreiz haben, Objekte in eine Rangreihenfolge zu bringen (Gajek 2018). Blockchain-basierte Tokens (Werteinheiten) werden dabei als ökonomische Anreize eingesetzt, um diese in Listen zu ordnen bzw. zu kuratieren. TCR können damit ein nützliches Tool sein, um Informationen zu organisieren und Bewertungen über Listenitems zu generieren. Damit bieten sie eine wichtige Entscheidungsstütze. Beispielsweise können sie als relativ objektives Bewertungsschema für Objektlisten, wie ‘beste Bücher‘, ‘beste Restaurants‘, eingesetzt werden (Voshmgir 2020, S. 308). Aber auch für ‘beste Services‘, ‘bester Service Dienstleister‘ oder ‘vertrauenswürdige Kuratierer‘ ist dies vorstellbar.

Das Konzept von TCR befindet sich derzeit noch in der Entwicklung und hat Schwachstellen (Voshmgir 2020, S. 308). Dennoch bietet es vielfältige neue Möglichkeiten, Service Systeme zu gestalten. So können zukünftig dezentrale Bewertungsmechanismen für Serviceleistungen entstehen und damit neue Impulse zur Gestaltung innovativer Service Systeme (Maglio et al. 2009) oder Service Ecosysteme (Vargo und Akaka 2012) freigesetzt werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Nutzungsmöglichkeiten von TCR aus Sicht der Dienstleistung zu explorieren. Dabei ist auf die Funktionsweise von TCR-Mechanismus einzugehen und diese kritisch zu reflektieren sowie den Mechanismus in Verbindung mit dem Konzept des Service Systems oder Service Ecosystems zu thematisieren.

Dieses Thema kann ggf. zu einer Masterarbeit weiterentwickelt werden.

Quellen:

Betreuer: Simon Hemmrich

Befragung zum Design von blockchain-basierten B2B-Bewertungssystemen (Reputationssysteme)

Eine Blockchain ist eine dezentrale und zuverlässige Speichermöglichkeit, um Transaktionen zwischen Unternehmen sicher durchzuführen. Die Blockchain-Technologie wird in Zukunft viele neue Anwendungsszenarien im B2B Kontext ermöglichen und einen sehr großen Einfluss darauf haben, wie Unternehmen in Zukunft Geschäfte abwickeln werden. Mit dieser Technologie soll Vertrauen zwischen Wirtschaftsakteuren aufgebaut werden, ohne dass ein vertrauenswürdiger Intermediär notwendig ist. Es wird diskutiert, dass die Blockchain-Technologie ein fehlendes Bindeglied für die Entwicklung robuster Reputationssysteme in B2B-Szenarien ist (Cai und Zhu 2016; Catalini und Gans 2016; Möhlmann et al. 2019). Der Begriff Bewertungssystem ist in der Forschung gleichbedeutend mit dem Begriff Reputationssystem.

Obwohl Reputationssysteme im B2B Kontext in Zukunft eine sehr hohe wirtschaftliche Relevanz haben werden, ist die Forschungslage zu solchen Systemen sehr begrenzt (Dikow et al. 2015). Um solche Systeme zu konzipieren, müssen die Anforderungen aus Sicht von Unternehmen erhoben werden. Ein passendes Mittel, um Anforderungen zu erheben, ist die Befragung von Unternehmen (z.B. über eine Onlinebefragung).

Das Ziel der Arbeit ist es, einen entsprechenden Fragebogen zu erarbeiten und eine entsprechende Befragung durchzuführen, um zu Erkenntnissen zu gelangen, wie blockchain-basierte B2B-Reputationssysteme ausgestaltet werden müssen. Um die Erarbeitung des Fragebogens zu unterstützen, stellt der Lehrstuhl ein hochgradig innovatives Konzept für ein blockchain-basiertes Reputationssystem zur Orientierung bereit, auf Basis dessen die Befragung durchgeführt werden soll. Im Rahmen der Arbeit sollen außerdem die Grundlagen zu Blockchain-Technologie und Reputationssystem sowie Grundlagen der ordnungsgemäßen methodischen Durchführung der Befragung thematisiert werden. Die Ergebnisse aus der Befragung sollen aufbereitet und im Kontext der vorhandenen Literatur diskutiert werden.

Quellen:

  • Cai, Y., and Zhu, D. 2016. “Fraud Detections for Online Businesses: A Perspective from Blockchain Technology,” Financial Innovation (2:1), pp. 1-10.
  • Catalini, C., and Gans, J. S. 2016. “Some Simple Economics of the Blockchain,” Working Paper 22952, National Bureau of Economic Research.
  • Dikow, H., Hasan, O., Kosch, H., Brunie, L., & Sornin, R. (2015). Improving the Accuracy of Business-to-Business (B2B) Reputation Systems through Rater Expertise Prediction. Computing, 97(1), 29-49.
  • Möhlmann, M., Teubner, T., and Graul, A. 2019. “Leveraging Trust on Sharing Economy Platforms: Reputation Systems, Blockchain Technology and Cryptocurrencies,” in Handbook of the Sharing Economy, R. Belk, G. M. Eckhardt and F. Bardhi (eds.), Cheltenham: Elgar, pp. 290-302.

Betreuer: Simon Hemmrich

Gestaltung einer Methode für die Vorhersage von Workarounds in Geschäftsprozessen

Beschreibung: Workarounds stellen zielgerichtete Abweichungen von Geschäftsprozessen dar, welche durch Mitarbeiter*innen ausgeführt werden. Dabei können die Effizienz und Effektivität von Aktivitäten im beruflichen Tagesgeschäft verbessert werden. Diese Potentiale bleiben jedoch häufig verborgen. Bisher gibt es nur wenig Methoden zur Erkennung von Workarounds in Geschäftsprozessen, wie beispielsweise Interviews, Beobachtungen oder Process Mining. Da sich bestimmte Verhaltensweisen in den Organisationsroutinen von Mitarbeitern verfestigen können, entstehen Muster, welche es erlauben, datenbasiert Workarounds vorherzusagen. Im Rahmen der Abschlussarbeit soll untersucht werden, wie ein Konzept, eine Methode oder ein Vorgehensmodell zur automatischen Erkennung und Vorhersage von Workarounds gestaltet werden kann.

Literatur:

  • Weinzierl, S.; Wolf, V.; Pauli, T.; Beverungen, D.; Matzner, M. (2020): Detecting Workarounds in Business Processes — A Deep Learning Method for Analyzing Event Logs. In: Proceedings of the 28th European Conference on Information Systems (ECIS), An Online AIS Conference.
  • Alter, S. (2014): Theory of Workarounds. Communications of the Association for Information Systems 34 (55), 1041–1066.
  • Laumer, S., C. Maier, and T.Weitzel (2017). “Information Quality, User Satisfaction, and the Manifestation of Workarounds: A Qualitative and Quantitative Study of Enterprise Content Management System Users.” European Journal of Information Systems 26 (4), 333–360.
  • Outmazgin N., Soffer P., Hadar I. (2020) Workarounds in Business Processes: A Goal-Based Analysis. In: Dustdar S., Yu E., Salinesi C., Rieu D., Pant V. (eds) Advanced Information Systems Engineering. CAiSE 2020. Lecture Notes in Computer Science, vol 12127. Springer, Cham. doi.org/10.1007/978-3-030-49435-3_23

Betreuer: Prof. Dr. Daniel Beverungen

Tools zur Unterstützung von Design Science Research Projekten

In der Wirtschaftsinformatik gibt es verschiedene Forschungsparadigmen und dazugehörige Forschungsmethoden. Design Science Research ist ein Forschungsparadigma, mit welchem Wissenschaftler gestaltungsorientiert Probleme durch IT-Artefakte lösen können (Hevner et al., 2004). Für die methodische Umsetzung dieses Forschungsparadigmas gibt es diverse Referenzprozesse und Vorgaben, an denen sich orientiert werden kann, bspw. Design Science Research Methodology (Peffers et al., 2008).

Die technische Umsetzung eines Design Science Projektes ist den Wissenschaftlern immer selber überlassen. So lassen sich beispielsweise klassische Tools aus dem Projektmanagement oder speziell für Design Science Projekte maßgeschneiderte Werkzeuge nutzen, z.B. MyDesignProcess.com. Diese Arbeit soll das Ziel haben, dass mögliche Dokumentations- und Managementtools für die Durchführung von wissenschaftlichen Design Science Projekten analysiert und die Unterstützung in der Umsetzung evaluiert wird. Die methodische Umsetzung der Arbeit ist dabei nicht vorgegeben, sodass z.B. Interviews geführt werden können, statistische Daten erhoben werden, bestehende Umsetzungen konzeptionell analysiert werden oder die Literatur nach verwendeten Tools und Hilfsmittel durchsucht wird.

Referenzen:

  • Herwix, A. & Rosenkranz, C. (2019): A Multi-Perspective Framework for the investigation of Tool Support for Design Science Research. In: Proceedings of the 27th European Conference on Information Systems (ECIS), Stockholm.
  • Hevner, A. R. & March, S. T. & Park, J. & Ram, S. (2004): Design Science in Information Systems Research. In: MIS Quarterly, Vol. 28 No. 1, S. 75-105
  • Hevner, A. R. (2007): A three cycle view of design science research. Scandinavian Journal of Information Systems, Vol. 19(2), S.4.
  • Hevner, A., & Chatterjee, S. (2010): Design science research in information systems. In: Design research in information systems (S. 9-22). Springer, Boston, MA.
  • Kuechler, B., & Vaishnavi, V. (2008): On  theory  development  in  design  science  research:  anatomy  of  a  research project. European Journal of Information Systems, Vol. 17(5), S. 489–504.
  • March,  S.  T.,  &  Smith,  G.  F. (1995): Design  and  natural  science  research  on  information  technology.  In:  Decision Support Systems, Vol. 15(4), S. 251–266. https://doi.org/10.1016/0167-9236(94)00041-2
  • Morana, Stefan & Scheid, Martin & Gau, Michael & Benke, Ivo & Brocke, Jan vom & Fettke, Peter & Maedche, Alexander. (2018). Research Prototype: The Design Canvas in MyDesignProcess.

Betreuer: Philipp zur Heiden

Masterarbeiten

Analyse des Potentials moderner ERP-/PP-User Interfaces und digitaler Kommunikationslösungen für Produktionsprozesse in einem MRO-Betrieb der Luftfahrt
  • Der Betrieb beschäftigt sich mit der Wartung, Reparatur und Instandhaltung von Flugzeug-Triebwerken. Die Produktionsprozesse sind gekennzeichnet durch hohe Individualität, komplexe Assets, lange Durchlaufzeiten und strenge regulatorische Anforderungen. Die derzeit dazu genutzte IT wurde vor einigen Jahren eingeführt und besteht aus einem Standard-ERP-System und einer spezialisierten Produktionsplanungs-Software. Aktuell steht die Migration auf eine neue Version des ERP-Systems an, woraus umfangreiche neue Möglichkeiten resultieren werden, u.a. durch die Nutzung moderner User Interfaces auf Desktop-PCs und mobilen Geräten im Produktionsbereich sowie digitaler Kommunikationslösungen auf Basis von SAP und/oder O365.
  • Ziel ist,
    • die ERP/PP-gestützten Prozesse zu analysieren und zu erarbeiten, in welchen Bereichen und mit welchen Mitteln die Benutzeroberflächen zu einer effizienteren und nutzerfreundlicheren Erfahrung beitragen können und
    • die horizontalen und vertikalen Kommunikationswege zu analysieren und zu erarbeiten, wie die daten- und prozessgetriebene digitale Zusammenarbeit ausgebaut und verbessert werden kann.
  • Inhalt
    • Darstellung der MRO-Prozesse (Wertstromanalyse) und zugehöriger Kommunikationswege
    • Entwurf der Analysemethoden
    • Analyse der IT-seitigen Abbildung und Human-Machine-Interfaces der MRO-Prozesse in der Produktion
    • Analyse der Kommunikation zwischen u.a. Produktionsschritten, Schichten, Planung und Shopfloor, etc.
    • Übersicht und Klassifizierung des Potenzials durch neue User Interfaces und digitaler Kommunikationsmittel
    • Ableitung einer Handlungsempfehlung
    • Entwurf einer Vorgehensweise zur Einführung neuer User Interfaces und digitaler Kommunikationsmittel
Digitalisierung der Produktionsplanung und -steuerung in einem MRO-Betrieb der Luftfahrt
  • Der Betrieb beschäftigt sich mit der Wartung, Reparatur und Instandhaltung von Flugzeug-Triebwerken. Die Produktionsprozesse sind gekennzeichnet durch hohe Individualität, komplexe Assets, lange Durchlaufzeiten und strenge regulatorische Anforderungen. Die derzeit dazu genutzte IT wurde vor einigen Jahren eingeführt und besteht aus einem Standard-ERP-System und einer spezialisierten Produktionsplanungs-Software. Aktuell steht die Migration auf eine neue Version des ERP-Systems an, woraus umfangreiche neue Möglichkeiten resultieren werden, u.a. durch das Zusammenspiel mit der vorhandenen Lokalisierungslösung.
  • Gleichzeitig schafft Digitalisierung neue Möglichkeiten, die in der Produktionsplanung und -steuerung in Zukunft genutzt werden können, bspw. Data Analytics & Process Mining, IoT & digitale Zwillinge, und mobile Apps.
  • Ziel ist, das Potenzial neuer Technologien für die Produktionsplanung und -steuerung zu erarbeiten
  • Inhalt
    • Darstellung der Grundlagen der Produktionsplanung und -steuerung im Bereich MRO unter Beachtung relevanter Methoden
    • Erfassen bestehender und zukünftiger Anforderungen an eine effiziente Produktionsplanung und -steuerung im Kontext von Unternehmensstrategie, Werkstattprozessen und IT/Digitalisierung
    • Markt-, Technologie- und Toolevaluation in Bezug auf Smart Manufacturing-Konzepte
    • Entwurf eines Zielbilds für die digitale Produktionsplanung und -steuerung („Smart Manufacturing“)
    • Analyse der bestehenden IT-Landschaft mit Fokus auf Produktionsplanung und -steuerung
    • Entwurf der zukünftigen IT-Landschaft mit Fokus auf Produktionsplanung und -steuerung

Masterarbeiten

Nachfolgend finden Sie Themen für Masterarbeiten, die wir in Kooperation mit unseren Anwendungspartnern anbieten. Darüber hinaus bieten wir ständig auch Themen für Abschlussarbeiten an, die zu unseren Forschungsgebieten (Service Science, Geschäftsprozessmanagement, betriebliche Anwendungssysteme / ERP, Blockchain, Geoinformationssysteme) passen. Zudem können Sie jederzeit mit eigenen Themenideen auf uns zukommen, die allerdings zu unseren Forschungsgebieten passen sollen. Weitere Informationen zu Abschlussarbeiten und zum Prozess der Betreuung finden Sie hier.

The University for the Information Society