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Keine Angst vor der Technik

"Wenn Frauen die Technik erfunden hätten, wäre sie anders." Dr. Leena Suhl will mit dieser provokanten Aussage nicht die Männer diskriminieren, wohl aber Frauen ermutigen, sich in der vermeintlichen Domäne des so genannten "starken Geschlechts" zu engagieren. Die 49-Jährige hat einen Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Universität Paderborn und ärgert sich oft darüber, dass Produkte der Informations-Technologie (IT) zu kompliziert sind oder nicht richtig funktionieren.
Die Professorin will deshalb das Übel bei der Wurzel packen. Sie hat im Rahmen der Berufsmesse "Zukunft & Beruf 2003" im Paderborner "Heinz Nixdorf Institut" eine Workshop-Konferenz zum Thema "Neue Chancen durch mobile Informationstechnologie" organisiert; eine Veranstaltung, die in erster Linie Frauen anspricht. 
Schon immer, in allen Epochen der Menschheit, sei es so gewesen, dass Frauen sich um die soziologische Komponente der Gesellschaft kümmern und Männer für die Technik zuständig sind. "Eigentlich nutzen Frauen die Technik sehr gerne, aber es muss einen Nutzen haben", erläutert Leena Suhl, "während Männer in erster Linie von technischen Spielereien fasziniert sind." Aus ihrer Sicht werden "viele tolle Geräte erfunden, die keiner braucht". 
Das Manko von Computer, Laptop, Handy oder Handhelds schlechthin ist für die Informatikerin: "Dass die meisten Geräte viel zu kompliziert sind". Kaum jemand habe Lust, dicke Bedienungs-Handbücher mit Fachchinesisch zu wälzen. Ihre Forderung: "Technik muss einfach zu bedienen und übers Probieren leicht erlernbar sein." Geräte müssten auf Bedienungsfehler sinnvoll reagieren, statt sofort kaputt zu gehen. Die Zuverlässigkeit von Software sei ebenso verbesserungsbedürftig wie die Transparenz verschiedener IT-Produkte untereinander. Weil frauentypische Anforderungen bei der Konstruktion zu wenig berücksichtigt würden, werde viel wertvolle Zeit mit dem Beherrschen von Technik sinnlos vergeudet. 
Ihren Geschlechtsgenossinnen kann die Wissenschaftlerin einen Vorwurf allerdings nicht ersparen: "Wenn sich Frauen nicht an der Planung beteiligen, bekommen sie auch nicht, was sie sich wünschen". 
Ein Forum zur aktiven Beteiligung bietet Leena Suhl (nicht nur Frauen) mit ihrem Workshop. Dabei will sie unbegründete Technikberührungsängste abbauen und kreative Ideen und Machbarkeitslösungen zusammen führen, um vermarktbare Produkte hervor zu bringen. "Ich wünsche mir möglichst viele Teilnehmer, die mit Technik eigentlich überhaupt nichts am Hut haben", sagt Suhl. Das Forum findet am Donnerstag, 3. April, von 9 bis 17 Uhr im Paderborner HNI, Fürstenallee 11, statt.

Dateien: wb_2003_04_02.jpg   

Quelle: Westfalen-Blatt

Die Universität der Informationsgesellschaft