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Neuer Gründergeist an der Universität Paderborn

Universität Paderborn will gemeinsam mit der Wirtschaft innovative Unternehmenskonzepte entwickeln

Paderborn. „Im Gespräch mit Unternehmen aus der Region werden wir häufig mit dem Phänomen konfrontiert, dass gute Produkt- und Dienstleistungs-Ideen nicht umgesetzt werden können“, stellt Bernd Seel, Leiter des Technologietransfers der Universität Paderborn, immer wieder fest. Weil sich jedes Unternehmen natürlich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren muss, bleiben neue Konzepte, die eher am Rande eines Marktes angesiedelt sind, häufig ungenutzt in der Schublade.

Auch Existenzgründer sehen sich heute mehr denn je komplexen Problemstellungen gegenüber. Insbesondere innovative und kapitalintensive Unternehmensgründungen aus der Hochschule können daher nur selten realisiert werden.
Damit soll jetzt Schluss sein, wenn es nach den Verantwortlichen für das neue EXISTProjekt „ITpreneurship: Kooperative Gründungsoffensive Hochschule – Wirtschaft im IT-Cluster Paderborn“ geht. Dafür garantiert ein Team aus Technologie-Transferstelle, Software Quality Lab (s-lab), Paderborn Institute for Advanced Studies in Computer Science and Engineering (PACE) und dem Decision Support & Operations Research Lab (DS&OR Lab). Gemeinsam setzten sie sich im EXIST-Wettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter 63 Bewerbern durch und werden über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert.
Unternehmen mit informationstechnologischer Ausrichtung haben im Rahmen von „ITpreneurship“ die Möglichkeit, ihr ungenutztes Potenzial an Geschäftsideen gemeinsam mit Absolventen und Nachwuchswissenschaftlern aus der Universität Paderborn umzusetzen. Um die Geschäftsideen erfolgreich zu verwirklichen, erhalten Gründungsinteressierte eine praxisnahe, betriebswirtschaftliche Qualifizierung durch spezielle Veranstaltungen, die Einblicke in wichtige unternehmerische Schlüsselqualifikationen vermitteln. Zusätzlich werden Gründungsvorhaben durch Unternehmer und externe Mentoren unterstützt sowie durch das Projektteam intensiv begleitet. Im Gegenzug profitieren die bestehenden Unternehmen von aktuellem Fachwissen und einer Ausweitung der eigenen Präsenz am Markt.
Die ersten Ergebnisse sprechen für sich: Die erste Qualifizierungsreihe wurde bereits mit durchschnittlich 40 Teilnehmern erfolgreich durchgeführt, darunter hauptsächlich Betriebswirte, Informatiker und Wirtschaftsinformatiker. Die Referenten kommen größtenteils aus der Wirtschaft und ergänzen das bestehende Lehrangebot an der Universität. Erste Gründungsideen, sowohl aus der Hochschule als auch der Wirtschaft, werden mit dem Projektteam diskutiert. In einer geplanten Unternehmensbefragung sollen weitere Ideen identifiziert und in bezug auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten hin untersucht werden. Der Ideenschutz und die Vertraulichkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Ganz aktuell wird für ein Gründungsvorhaben ein Gründungsteam zusammengestellt, um noch in diesem Jahr in Kooperation mit einem erfahrenen Unternehmer ein neues Start-Up zu realisieren. Zur Zeit beteiligen sich bereits 18 Firmen an dem Projekt. Weitere Unternehmer, die sich als Referenten, Ideengeber und Mentoren beteiligen möchten, sind herzlich willkommen.

Vier Partner

Als einer von vier Partnern versteht sich die Technologie-Transferstelle als Schnittpunkt zwischen Hochschule und Wirtschaft. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Patentierung und Verwertung von Forschungsergebnissen, Career Service, Vorbereitung und Begleitung von Kooperationen sowie in der Förderung von Unternehmensgründungen aus der Hochschule.
Das Decision Support & Operations Research Lab (DS&OR Lab) am Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl von Prof. Dr. Leena Suhl lehrt und forscht im Bereich der Entscheidungsunterstützungssysteme, durch die Menschen als Entscheidungsträger optimal unterstützt, aber nicht ersetzt werden. Durch zahlreiche Praxisprojekte und erfolgreiche Spin-Offs kann der Lehrstuhl auch eine hohe Praxisrelevanz in die Lehre einbringen. 
Das Software Quality Lab (s-lab) ist ein Institut, in dem Partner aus der industriellen Softwareentwicklung mit Forschungsgruppen der Universität Paderborn auf dem Gebiet der Softwaretechnik eng zusammenarbeiten. In ITpreneurship bringt das s-lab Erfahrungen zu unterschiedlichenKooperationsformen und Innovationsprojekten ein. 
Das Paderborn Institute for Advanced Studies in Computer Science and Engineering (PACE), betreibt die internationalen, strukturierten Promotionsprogramme der Universität Paderborn. Die hoch qualifizierten Doktoranden des PACE bringen ihre interdisziplinären Kenntnisse der anwendungsorientierten Grundlagenforschung in die Überprüfung der technischen Realisierbarkeit innovativer Geschäftsideen ein. 
Daneben beteiligen sich auch Kooperationsnetzwerke wie die GründungsOffensive Paderborn, das Paderborner Forum „Industrie trifft Informatik“ und der InnoZent OWL e.V. an dem Projekt. 

Stimmen zum Projekt: 

Prof. Dr. Nikolaus Risch, Präsident der Universität Paderborn: „Die Universität Paderborn zählt schon seit Jahren zu den Top- Ausgründer-Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Mit Hilfe des Projektes ITpreneurship gelingt es, das Unternehmertum in Forschung und Lehre noch stärker zu verankern. Gleichzeitig wird zwischen Hochschule und Wirtschaft in beide Richtungen ein effektiver Technologie- und Wissenstransfer betrieben.“
Dr. Markus Toschläger, Geschäftsführer der myconsult GmbH: „Als Spin-Off des Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhls von Prof. Leena Suhl unterstützen wir das Projekt ITpreneurship, um potenziellen Gründern unter die Arme zu greifen und unsere Erfahrungen weiter zu geben. ITpreneurship bietet uns eine besondere Chance, neue Unternehmen kennen zu lernen und die IT-Region OWL nachhaltig zu stärken.“
Stefan Freise, Geschäftsführer der code-x GmbH: „Wir sind davon überzeugt, dass sich durch die Teilnahme an dem Projekt ITpreneurship wissenschaftliche Innovationskanäle für uns als KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) eröffnen, die sich sonst nicht aufgetan hätten. ITpreneurship ermöglicht eine starke und erfolgreiche Partnerschaft, die unmittelbare Vorteile für unser Kerngeschäft darstellen und unseren Wettbewerbsvorsprung ausbauen wird.“ 
Samir Roshandel, Student der Wirtschaftswissenschaften mit IT-Affinität: „Die Gründungsseminare haben meine Erwartungen vollkommen übertroffen und mich in meinem Vorhaben motiviert und gestärkt. Die Möglichkeit zu haben, mit erfahrenen Gründern zu diskutieren und Fragen zu stellen, finde ich persönlich viel besser als nur Bücher zum Thema Gründung zu lesen. Die Selbständigkeit wird so zur echten Alternative.“

Dateien: <link file:54951 file>pw_2008_01_s4.pdf

Quelle: Paderborner Wirtschaft

Die Universität der Informationsgesellschaft