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Wissenschaftlicher Spitzennachwuchs: Dissertation von Matthias Westphal wurde mit dem Preis des Präsidiums ausgezeichnet

Individuelle Konsequenzen und öffentliche Herausforderungen des sozialen Wandels für die Gesundheitsökonomie und die Bildungsökonomie

Seine englischsprachige Dissertation mit dem Titel „Individiual consequences and public challenges of social change – Six empirical essays in health economics and economics of education“ schloss Matthias Westphal mit summa cum laude ab und er erhielt dafür im Dezember 2018 den Preis für ausgezeichnete Dissertationen des Präsidiums der Universität Paderborn. Die Arbeit wurde betreut von Prof. Dr. Hendrik Schmitz, der an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften die Professur für Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung innehat.

Demografischer Wandel und Bildungsexpansion:
individuelle und gesellschaftliche Auswirkungen und Herausforderungen

In seiner Dissertation untersuchte Matthias Westphal mit empirischen Daten und neuesten mikroökonometrischen Methoden einige Triebfelder und Konsequenzen von zwei bedeutenden gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, die auch in Zukunft die Politik vor Herausforderungen stellen werden: Der demografische Wandel einerseits und das sprunghaft angestiegene Bildungsniveau der Bevölkerung auf der anderen Seite. Westphal: „Eine Folge des demografischen Wandels in Deutschland ist beispielsweise die Frage, wie die wachsende Zahl der Pflegebedürftigen zukünftig am besten versorgt wird – in Heimen durch speziell ausgebildete Pflegekräfte oder in der häuslichen Pflege größtenteils durch die eigenen Angehörigen. Da oft die Pflege durch die Angehörigen bevorzugt wird – nicht zuletzt auch wegen der oft angenommenen geringeren Kosten – gehe ich der Frage nach, ob pflegende Angehörige aufgrund der Pflege mentale Belastungen oder auch Benachteiligungen im Arbeitsmarkt in den Jahren nach der Pflegeaufnahme haben.“

Wachsender Wohlstand für alle?

Des Weiteren analysierte Matthias Westphal in seiner Dissertation die Bildungsexpansion. Westphal: „Die Bildungsexpansion hat Konsequenzen, die die Gesellschaft auch zukünftig prägen werden: Beispielsweise gehe ich den Fragen nach, inwieweit einerseits ein Universitätsstudium zum wachsenden Wohlstand der Bevölkerung beigetragen hat.  Andererseits analysiere ich, ob sich ein weiterer Ausbau der Universitätslandschaft in Deutschland gesellschaftlich lohnt. Zudem untersuche ich, inwiefern der Bildungsausbau den demografischen Wandel eventuell sogar beschleunigt hat. Da insbesondere der Anteil weiblicher Studierender durch den Ausbau gestiegen ist und sich berufstätige Frauen oft entweder für Kinder oder Karriere entscheiden müssen, versuche ich den kausalen Effekt eines Studiums auf Fertilitätsentscheidungen von Frauen zu ermitteln.“

Unbeabsichtigte Auswirkungen?

Die Bildungsexpansion könnte auch einige unbeabsichtigte Auswirkungen nach sich gezogen haben, denn nicht nur die Studierenden und Schüler waren vom Bildungsausbau betroffen. Matthias Westphal: „Da auch viele Tausend neue Lehrerstellen aufgrund des Bildungsausbaus geschaffen wurden, könnten sich möglicherweise die allgemeinen Berufsaussichten für Lehrer so verbessert haben, dass sich auch für den Lehrerberuf weniger geeignete Personen für ein Lehramtsstudium entschieden haben. Diese Unterschiede in den Lehrfähigkeiten könnten sich bis heute durch den Unterricht dieser Lehrer auf die Schüler übertragen und so zu persistenten Unterschieden in Lernständen führen.“

Praxisrelevante Forschungsergebnisse

Prof. Dr. Hendrik Schmitz weiß die Anerkennung des hohen wissenschaftlichen Niveaus und der Praxisrelevanz der Dissertation seines wissenschaftlichen Mitarbeiters zu schätzen: „Ich freue mich, dass diese Dissertation geehrt wird, denn sie überzeugt in vielfacher Hinsicht. Sie ist höchst relevant, denn Matthias Westphal untersucht Auswirkungen von zwei der wichtigsten gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte: dem demografischen Wandel und der Bildungsexpansion. Die Ergebnisse können politische Entscheidungsträger in so verschiedenen Bereichen wie Pflege-, Bildungs- und Familienpolitik informieren. Außerdem ist die Dissertation methodisch auf internationalem Spitzenniveau. Sie hat auch bereits auf anderer Ebene drei weitere Auszeichnungen bekommen: Drei Kapitel sind bereits in internationalen Top-Zeitschriften veröffentlicht.“

Link zur Pressemitteilung des Präsidiums auf der UPB-Homepage:
https://www.upb.de/nachricht/88687/

Ansprechpartner

Matthias Westphal

Dr. Matthias Westphal

Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung

Zur Person

Die Universität der Informationsgesellschaft