Universität Paderborn
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Forschung der Paderborner Wirtschaftsinformatik

Forschungsthemen entstehen zu einem großen Teil aus gezielten Praxiskontakten. Idealerweise fließen die Forschungsergebnisse über Partnerunternehmen in die Generierung innovativer Produkte und Dienstleistungen ein. Der Bezug zur Grundlagenforschung ist gleichwohl eng und unabdingbar. Entsprechend sind die Fachgebiete der Wirtschaftsinformatik in vielfältiger Weise in Projektnetzwerke eingebunden, öffentlich gefördert oder in „Public-Private Partnerships“. Die folgende Übersicht soll Ihnen einen ersten Eindruck unserer Forschungsschwerpunkte und -projekte bieten:

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ProjektKurzbeschreibungAnsprechpartner

SFB 614 - Selbstoptimierende Systeme des Maschinenbaus

Gegenstand des SFB sind maschinenbauliche Systeme von morgen. Diese werden aus Konfigurationen von Systemelementen mit einer inhärenten Teilintelligenz bestehen. Das Verhalten des Gesamtsystems wird durch die Kommunikation und Kooperation der intelligenten Systemelemente geprägt sein. Aus informationstechnischer Sicht handelt es sich nach unserem Verständnis um verteilte Systeme von miteinander kooperierenden Agenten. Daraus eröffnen sich faszinierende Möglichkeiten für die Gestaltung von maschinenbaulichen Erzeugnissen.

Aufgabe des Teilprojekt A2 ist die Entwicklung verhaltensorientierter Verfahren zur Durchführung der drei Schritte der Selbstoptimierung (Situationsanalyse, Zielbestimmung, Verhaltensanpassung). Verhaltensorientiert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Verfahren auf Input/Outputmodellen basieren und auf eine explizite Modellierung der inneren Funktionszusammenhänge (im Weiteren als analytisches Modell bezeichnet) verzichten können.

Prof. Dr. Dangelmaier

SFB 901 (Teilprojekt C3) - Optimierungssysteme als Anwendungsbeispiel für On-The-Fly Computing

Die Zielsetzung des SFB 901 On-The-Fly Computing (OTF Computing) liegt in der Entwicklung von Techniken und Verfahren zur automatischen on-the-fly Konfiguration und Ausführung von individuellen IT-Dienstleistungen aus Services, die auf weltweit verfügbaren Märkten gehandelt werden. Methodisch sollen dazu neben Konfiguration durch spezielle OTF Dienstleister und Ausführung durch so genannte OTF Compute Center, Methoden zur Qualitätssicherung und zum Schutz der am Markt partizipierenden Kunden und Provider, zur zielgerichteten Weiterentwicklung von Märkten und zur Unterstützung der Interaktion der Teilnehmer in sich dynamisch verändernden Märkten entwickelt werden.

Im Teilprojekt C3 wird die Modellierung und Lösung von Optimierungsproblemen von Versorgungs- und Logistiknetzen in betrieblichen Anwendungen als eine Anwendungsdomäne des On-The-Fly Computing untersucht. In der ersten Projektphase soll die Domäne der Versorgungsnetze, insbesondere für Trinkwasser aber auch für Erdgas betrachtet werden. In späteren Phasen folgen weitere Domänen aus Logistik und Supply Chain Management.

Prof. Dr. Suhl

SOGRO – Sofortrettung bei Großunfall

In Katastrophenfällen sind eine schnelle und effiziente Erstversorgung der Verletzten sowie eine koordinierte und zielgerichtete Weiterversorgung dieser von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Sofortrettung. Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt SOGRO werden der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und dessen Auswirkungen auf den Rettungsprozess erforscht. Auf Basis moderner IKT wird eine durchgängige Informationskette von der Erfassung, Sichtung und Versorgung der Verletzten, der Nachverfolgbarkeit von Transportwegen bis hin zur Klinikaufnahme aufgebaut, um so zu einer effizienteren Erstversorgung der Verletzten beizutragen.Prof. Dr. Kundisch
CoMES - Contract Maturity for Enterprise SystemsCoMES stellt ein Entscheidungsmodell zur Verfügung, welches die Reife von Vertragsbausteinen definiert. Aus der Kombination verschiedener betriebswirtschaftlicher, juristischer und finanzieller Parameter ergeben sich Reifestufen. Abhängig von ihrer Reife können Verträge mit zwischenbetrieblichen Informationssysteme automatisiert werden. Die Reife bestimmt zu welchem Grad die zwischenbetrieblichen Informationsflüsse automatisiert werden können oder einen Eingriff von Menschen erforderlich macht. Eine hohe Reife ermöglicht einen hohen Automationsgrad und reduziert einen menschlichen Eingriff auf Störungen im Vertragsablauf. Reife ist dabei kein statisches Merkmal, sondern kann sich dynamisch z.B. mit der Frequenz oder im Lebenszyklus des Vertrages ändern. Häufig auftretende Routinen schlagen sich dann in einer entsprechend höheren Reife nieder. So entstehen evolutionär mehr und mehr automatisierte Prozesse, welche aus Vertragsbausteinen resultieren, bis ganze Verträge ohne menschlichen Eingriff erfüllt werden können.Prof. Dr. Fischer

Ausführliche Informationen zu diesen und weiteren Projekten, finden Sie auf den einzelnen Lehrstuhlseiten.