Universität Paderborn

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Entscheidungen in Unternehmungen werden oft deutlich durch die Besteuerung beeinflusst. Gerade aufgrund der in den letzten Jahren stark voranschreitenden internationalen Ausrichtung der Unternehmen sowie unterschiedlicher nationaler Steuerkonzepte ergeben sich erhebliche Steuerplanungs- und Steuerreformoptionen. Die Besteuerung auf Unternehmensebene hat ganz erheblich an Bedeutung bei unternehmerischen Entscheidungen aller Art (insbesondere Standort-, Investitions- und Finanzierungsentscheidungen) gewonnen. Vor diesem Hintergrund steht neben der Vermittlung der Grundlagen des nationalen und internationalen Steuerrechts die kritische Untersuchung von Steuerwirkungen auf ökonomische Entscheidungen sowohl im Zentrum der Forschung als auch der Lehrkonzeption des Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre.

Im Spannungsfeld aus international wettbewerbsfähiger Forschung, den Anforderungen der Unternehmenspraxis sowie der Politik liegen die Arbeitsschwerpunkte des Lehrstuhls in der quantitativen ökonomischen Analyse des Einflusses des Steuerrechts und von Reformvorschlägen auf unternehmerische Entscheidungen. Hierbei kommt insbesondere der internationalen Steuerplanung sowie der Analyse von Steuerwirkungen bei Unsicherheit besondere Bedeutung zu. Gegenstand der ökonomischen Analyse sind dabei reale und idealtypische steuerliche Regelungen einschließlich intertemporaler Effekte und etwaiger Übergangsprobleme bei Systemwechseln. Neben theoretischen Arbeiten zu Rechtsform-, Standort-, Kapitalstruktur- und Investitionsentscheidungen finden auch empirische Arbeiten und Simulationen Eingang in den Forschungskanon.

Dabei steht der Lehrstuhl nicht nur für sich, sondern arbeitet häufig im Rahmen von Arbeits- oder Forschungsgruppen Hand in Hand mit nationalen und internationalen Wissenschaftlern zusammen. Der Arbeitskreis Quantitative Steuerlehre (arqus) gibt nicht nur eine Diskussionspapierreihe mit neuesten Forschungsergebnissen heraus, er hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, Stellungnahmen zu aktuellen steuerlichen Fragestellungen zu veröffentlichen, eine Jahrestagung durchzuführen sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. So wird zum Beispiel in Kooperation mit PricewaterhouseCoopers der PwC-arqus-Preis für die besten Master- und Diplomarbeiten auf dem Gebiet der Quantitativen Steuerlehre vergeben. Arqus ist ein Zusammenschluss von 15 Fachvertretern der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre aus Deutschland und Österreich, die Steuerwirkungen auf den Erfolg und das Verhalten von Unternehmen und Unternehmern wirtschaftswissenschaftlich fundiert erforschen.

Eine wichtige Einrichtung an der Universität Paderborn ist das Center for Tax Research (CETAR), das als wissenschaftliches Kompetenzzentrum einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der Wirkungen von Steuersystemen auf wirtschaftliche Entscheidungsträger leistet. Das Anfang 2007 gegründete Center for Tax Research (CETAR) widmet sich als wissenschaftliches Kompetenzzentrum an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaftlicher Steuerlehre, Finanzwirtschaft, Rechnungswesen und Finanzwissenschaft der Erforschung der Wirkungen von Steuersystemen auf wirtschaftliche Entscheidungsträger. Durch modelltheoretische und empirische Analysen sowie Simulationen werden in einer internationalen Gruppe von Theoretikern und Ökonometrikern wichtige Erkenntnisbeiträge im Spannungsfeld aus wissenschaftlichem Diskurs, unternehmerischem Handeln und Steuerpolitik generiert. Das Team aus Betriebs- und Volkswirten lädt zudem regelmäßig internationale Forscher ein, um zur gemeinsamen Forschung beizutragen und aktuelle Fragestellungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Mitglieder dieses Zusammenschlusses sind Prof. Dr. Caren Sureth, Prof. Dr. Dr. Georg Schneider, Prof. Dr. Thomas Gries, (alle Universität Paderborn) sowie Prof. Dr. Rainer Niemann, Prof. Dr. Jens Müller (beide Karl-Franzens-Universität Graz) und Prof Dr. Dr. Andreas Löffler (Freie Universität Berlin). Des Weiteren gehören der Forschungsgruppe Prof. Dr. Ralf Maiterth (Humboldt-Universität Berlin), Prof. Dr. Peter Egger (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich), Prof. Dr. Hannes Winner (Universität Salzburg) und Prof. Dr. Markus Diller (Universität Passau) an.