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Foto: Adelheid Rutenburges

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Projekt webLab der Universität Paderborn ermöglicht neue Entwicklungswege für Berufsschüler: Durch betriebliche Auslandspraktika zu interkultureller Kompetenz!

Das EU-geförderte Projekt „webLab – Development of competence in a web-based laboratory" wurde innerhalb des Programms Leonardo da Vinci Innovationstransfer von Wirtschaftspädagogen der Universität Paderborn durchgeführt und jetzt zum Ende 2015 abgeschlossen.

webLab integriert das berufliche Auslandspraktikum in den Prozess zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz und bindet dabei sowohl curriculare wie auch individuelle Lernziele ein. Federführender Kopf von Seiten der Wissenschaft war der Wirtschaftspädagoge Prof. Dr. H.-Hugo Kremer. Die Projektkoordination wurde von Christoph Harnischmacher übernommen, Geschäftsführer der Geschäftsstelle für EU-Projekte und berufliche Qualifizierung der Bezirksregierung Düsseldorf (GEB).

Was bei Gymnasiasten und Studierenden schon lange die Regel ist, kommt nun auch den Absolventen der Berufskollegs (BKs) zugute: ein Praktikum im Ausland. Obwohl nach den Worten von Prof. Kremer solche Praktika auch in der beruflichen Bildung nicht vollständig neu sind, stellen sie doch an die Lehrenden eine neue Herausforderung. Hier setzt das Projekt webLab an, indem Praktika gestaltet werden, von denen die teilnehmenden Schüler aus den Berufskollegs nachhaltig profitieren. Und mehr noch: webLab ist geeignet, für alle Beteiligten – Schüler, Berufskollegs, Unternehmen – eine echte win-win-Situation zu schaffen, Prof. Kremer: „Ein anspruchsvoller, aber sehr ertragreicher Prozess.“

Andere Länder, andere Erfahrungen

Ca. 50 Teilnehmer aus verschiedenen Berufskollegs in Düsseldorf nahmen die Gelegenheit wahr, ein gut vorbereitetes und begleitetes Praktikum in Ländern wie Finnland, Österreich, Spanien, der Türkei und auch umgekehrt Deutschland, ca. 3 – 4 Wochen zu absolvieren. Dabei fanden die Schüler durchaus verschiedene Bedingungen vor und machten auch unterschiedliche Erfahrungen: „Die Systemunterschiede konnte man schon spüren. Finnland z. B. hatte den Auslandsaufenthalt mit Leistungspunkten verknüpft. Die deutschen Jugendlichen waren häufig in vollzeitschulischen Bildungsmaßnahmen und konnten so interessante Einblicke in Praxisfelder gewinnen.“

Feste Partnerschaften von Berufskollegs und ausländischen Pendants

Und so lief es ab: Zwischen den Berufskollegs aus Düsseldorf und den Bildungseinrichtungen in den Partnerländer wurden feste Partnerschaften gebildet, die entsprechend den beruflichen Feldern ausgerichtet wurden. Da die Berufskollegs zum Teil verschiedene Partnerschaften pflegen, hatten die Schüler sogar Wahlmöglichkeiten. Das Projekt konnte so vor dem Hintergrund verschiedener Berufsfelder entwickelt werden, dabei ging es hauptsächlich um die Bereiche Gastronomie, Landschafts- und Gartenbau, Elektrotechnik, KFZ und auch den kaufmännischen Bereich.

Am Beispiel Türkei verdeutlicht Kremer einen der Abläufe: „Im Rahmen unseres dualen Systems haben die entsendenden Unternehmen Partnerschulen branchenaffin im Land gesucht. Von dort wurden die Schüler dann an türkische Unternehmen vermittelt. Hier konnten sie ab dem ersten Tag die Problemlagen im Ausland und die Unterschiede zu unserem System sehr viel klarer erfahren. Durch die Arbeitsplatzprozesserkundungen konnten die Schüler zudem tiefe Einblicke in kulturelle Bereiche des Landes gewinnen. Insgesamt trugen diese Wochen auch zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz bei.“

Lückenlose Dokumentation dient der Multiplikation für andere Nutzer

Dabei blieben die Schüler nie auf sich allein gestellt. Das Besondere war, dass sie – im Vorfeld gut vorbereitet und begleitet - in ein Unternehmen gehen konnten. Die Aktivitäten und Lernaufgaben der Schüler wurden dokumentiert und konnten durch die Lehrkräfte gesteuert werden. Ein eigens dafür geschaffener „Weblog“ wurde als zentrales Dokumentations- und Reflexionsinstrument eingesetzt und von allen, die sich dort vernetzten – Schüler, Lehrer, Wissenschaftler - auch crossmedial genutzt. Diese wertvollen Erfahrungen und Informationen wurden wiederum in den jeweiligen BK-Klassenverband eingebracht. Dafür wurden von den webLab –Wissenschaftlern Leitlinien entwickelt, so dass eine gute, in sich geschlossene und zielgerichtete Kommunikation entstand, an der alle am Projekt teilhaben konnten.

In der Praxis waren es kleine Gruppen, die sich jeweils direkt untereinander austauschten. Dabei stellten Kremer und sein Team dann auch fest, dass der Weblog nicht in allen Situationen Anwendung fand. Manche nutzten für die schnelle Kommunikation lieber die gewohnten sozialen Medien wie z. B. Facebook oder Whatsapp. Die Erkenntnis dabei: Der Blog zeigt seine Vorteile bei der Dokumentation, die natürlich von zentraler Bedeutung ist, denn es soll ja ein schlüssig-stimmiges didaktisches Konzept auch den Lehrkräften zur Verfügung gestellt werden. Dieses Konzept war übrigens auch in Lehrerworkshops in Türkei und Frankreich erprobt worden und ist geeignet, tiefe Einblicke in die Arbeitsprozesse anderer Länder zu gewähren, Prof. Hugo Kremer: „ Ein ganz wichtiger Beitrag zur Internationalisierung der Berufsbildung.“

Kürzlich beim EUSL-Verlag erschienen ist auch die Publikation zum Projekt: Frehe, P. / Kremer, H.-H. / Kückmann, M.-A. (2015): Instructional Design of Mobilities in Vocational Education - Background, Concepts and Experiences.

Online: https://www.eusl.de/eusl-buecher/einzelverffentlichungen/instructional-design-of-mobilities-in-vocational-education-background-concepts-and-experiences-detail

Homepage zum Projekt: http://www.weblab-erasmus.eu/index.html

Weitere Informationen unter: http://cevet.eu/forschung/aktuelle-projekte/weblab
 

Inforce Öffentlichkeitsarbeit GmbH Dr. Reinhard Schwarz (Dipl.Journ.

Die Universität der Informationsgesellschaft